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hhvgoetz
hhvgoetz, Rechtsanwalt, LL.M.
Kategorie: Zivilrecht
Zufriedene Kunden: 3539
Erfahrung:  LLM in International Trade Law (Newcastle upon Tyne, UK)
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hhvgoetz ist jetzt online.

Ich hatte vor ca. 3 Jahren einen Rechtsanwalt beauftragt,

Diese Antwort wurde bewertet:

Ich hatte vor ca. 3 Jahren einen Rechtsanwalt beauftragt, mich in einer Mietangelegenheit zu vertreten und die säumigen Nebenkosten eines ehemaligen Mieters einzuklagen. Im Rahmen der Gerichtsverhandlung wurde ein Vergleich über die Ausstände geschlossen und die Übernahme der Gerichts/Anwaltskosten von 75% durch den Beklagten verfügt.
Die verfügten Zahlungen wurden nicht geleistet, so dass weitergehende Schritte, bis zur Pfändung durch den Anwalt vereinbart waren. Leider hat der Rechtsanwalt keine weiteren Schritte unternommen, selbst nach Zusage bei einem weiteren persönlich Treffen im Februar 2019. Nach erneuter schriftlicher Nachfrage über den Status wurde mir mitgeteilt, dass der Anwalt nicht mehr in dem Unternehmen tätig ist und auch seine rechtsanwaltliche Tätigkeit aufgegeben hat.
Daraufhin habe ich eine Mahnfactory beauftragt das gerichtliche Urteil weiter zu bearbeiten. Leider ohne Erfolg, da
weder frühere Unterlagen des Rechtsanwaltes verfügbar sind, noch eine gültige Kontaktadresse des Rechtsanwaltes über die Kammer, noch das frühere Unternehmen, bei dem er angestellt war, ermittelt werden konnte. Weitere Recherchen haben
ergeben, dass der Beklagte wohl eine Anzahlung ( ca. 60%) der Ausstände auf ein Konto des Rechtsanwaltes überwiesen hatte. Dieser Betrag wurde nicht an mich weiter geleitet
Ich bin im Begriff, den ehemaligen Rechtsanwalt wegen Veruntreuung( der erhaltenen Anzahlung ) anzuzeigen und im Nachgang eine Schadenersatzklage wegen Untätigkeit anzustreben. Ich habe versucht, den Anwalt über eine mir bekannte E-Mail Adresse und Mobil# ***** erreichen. Leider ohne Erfolg.
Fragen :1. Welche Möglichkeiten gibt es eine gültige Adresse des Rechtsanwaltes zu erhalten um die Angelegenheit ggfs. noch einvernehmlich zu lösen ? Wie bereits erwähnt ist die "alte" Adresse der Rechtsanwaltskammer nicht mehr gültig .
Welche Rechtsmittel kann ich einsetzten um an die Adresse zu kommen ?
2. Welchen Rechtstatbestand erfüllt die "Einbehaltung" der Zahlung ? Veruntreuung, Unterschlagung, Hinterziehung ?
3. Was wären die nächsten Schritte ? Anzeige ? Falls ja, wo sollte die Anzeige erstattet werden ?
4. Hat die Rechtsanwaltskammer ggfs. Möglichkeiten hier zu unterstützen ? Falls ja, an wen muss ich mich wenden ?

Sehr geehrte/r Ratsuchende/r,

Sie sollten nun tätig werden, denn 3 Jahre ab Jahresende nach Entstehen des Auszahlungsanspruches des RA an Sie verjährt die Forderung ev.

Bis dahin sollte er an der richtigen Adresse verklagt sein (oder ggf. die Kanzlei). Da sollte man vorher geschaut haben, ob wirklich etwas zu holen ist oder Sie nur auf weiteren Gerichtskosten sitzen bleiben. Mit etwas Glück löst sich das ganze vorher schon über die strafrechtliche Schiene auf.

Zumindest lässt es sich so leicht vermeiden, um die Diskussion herumzukommen, ob hier ev. wegen einer Veruntreuuung längere Verjährungsfristen gelten.

Bzgl. etwaiger Zahlungen des Beklagten gilt der gerichtliche Titel ja 30 Jahre.

In der konkreten Situation wird es am einfachsten und kostengünstigsten, bei der Polizei Anzeige zu erstatten, da hier zumindest der Verdacht der Untreue besteht.

Da hat der (ehemalige) Kollege dann eben Pech gehabt, wenn er nicht einmal mehr über die RA-Kammer ausfindig zu machen ist. Informieren Sie die Polizei natürlich über Ihre bisherigen Adressrecherchen, so dass diese Sachen nicht unnötig doppelt versucht werden.

Im Hinterkopf (vor Ablauf der oben genannten Verjährung) sollten Sie behalten, dass ev. die Rechtsanwaltskanzlei, in der er tätig war, ebenso zivilrechtlich haften dürfte, wenn Sie der Kanzlei die Vollmacht erteilt haben und es keine bloße "Bürogemeinschaft" war.

Ich hoffe, ich konnte Ihnen helfen.

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Mit freundlichen Grüßen

hhvgoetz und weitere Experten für Zivilrecht sind bereit, Ihnen zu helfen.