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RASchiessl
RASchiessl, Rechtsanwalt
Kategorie: Zivilrecht
Zufriedene Kunden: 34053
Erfahrung:  über 16 Jahre Tätigkeit auf dem Gebiet des Zivilrechts
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RASchiessl ist jetzt online.

Guten Tag, wir haben am 20.6.2020 aufgrund eines Angebots in

Diese Antwort wurde bewertet:

Guten Tag,
wir haben am 20.6.2020 aufgrund eines Angebots in mobile.de einen ungewöhnlich gut ausgestatteten Mercedes E220T gekauft, der laut Angebot in Kelheim steht. Der Verkäufer wurde von seinem Arbeitgeber an einen neuen Dienstsitz nach Oulu (Finnland) versetzt und war augenblicklich im Umzug. Er befand sich momentan in Finnland und hatte das Auto dort. Das Auto hatte noch die deutsche Zulassung.
Er bot uns an, das Auto zu uns nach Bochum bringen zu lassen, die Kosten wollte er übernehmen. Das sollte über eine weltweit auf den Transport großer Gegenstände spezialisierten Spedition (uShip) geschehen. Um den Handel abzusichern, sollten wir 3.000 Euro an einen Treuhänder von uShip zahlen, den Rest nach Übergabe des Fahrzeuges zahlen. UShip meldete sich bei uns auch per Email und einem vom Verkäufer unterzeichneten Vertrag von uShip. Darin war der Treuhänder als ein Spanier mit Konto bei der Santander-Bank angegeben. Nachfrage, warum ein Spanier wurde mit der weltweiten Tätigkeit begründet.
Auf unser Drängen hat uns der Verkäufer Kopien seines Personalausweises und der Führerscheinkarte geschickt (Scan als Email).
Wir haben den Betrag per SEPA überwiesen und es kamen regelmäßig Emails mit dem Fortschritt der Abwicklung, Alles machte einen korrekten Eindruck. Gestern früh kam die Info, dass das Auto verladen wäre, seit 8:00 Uhr zu uns unterwegs wäre und am Freitagvormittag bei uns ankäme.
Am frühen gestrigen Abend jedoch kam es zu massiven Auffälligkeiten, denn es kam ein sehr forderndes Email, in dem dokumentiert wurde, dass der LKW, der mehrere PKW für Deutschland geladen hätte, an der Grenze in Estland gestoppt worden wäre und erst weiterfahren dürfte, wenn alle PKW vollständig bezahlt wären. Alle weiteren Käufer hätten dies sofort getan. Wenn wir nicht sofort zahlen würden, bliebe der ganze LKW vom Zoll blockiert an der Grenze. Wir haben nicht gezahlt. Angeblich gäbe es eine neue gesetzliche Regelung wegen Corona. Es gab dann einigen Emailverkehr zwischen uShip und mir sowie dem Verkäufer und mir. Es wurde massiv versucht mich unter Druck zu setzen. Ende des Ganzen: angeblich wurde unser Auto am Zoll abgeladen und auf den zolleigenen Parkplatz gesichert, der LKW fuhr mit den anderen Fahrzeugen weiter.
Unser Auto soll angeblich heute vom Zollparkplatz wieder zurückgeholt werden nach Oulu (Finnland), dafür fallen Kosten in Höhe von 800 € an, die von unserer Kaution bezahlt werden sollen. Weitere mindestens 200 € sollen als Gebühren für den Zoll fällig sein.
Inzwischen wissen wir, dass die Emails nicht von uShip waren sondern sehr gut nachgebaut. Es wurde jedoch das Auktionssystem von uShip (Original) genutzt um uns zu täuschen.
Alles in Allem sehr gut (negativ) gemacht. Für uns stellt sich jetzt die Frage, ob
§812 BGB (Wer durch die Leistung eines anderen oder in sonstiger Weise auf dessen Kosten etwas ohne rechtlichen Grund erlangt, ist ihm zur Herausgabe verpflichtet) uns bezüglich des vermeintlichen Treuhänders helfen kann, denn er hat Geld von uns bekommen ohne rechtlichen Grund.
Der Kontoinhaber ist ein Spanier, das Konto liegt bei der Santander-Bank in Spanien.
Ich habe versucht, Alles so komprimiert wie möglich zusammen zu fassen, bei weiterem Informationsbedarf stehe ich gern zur Verfügung.
Vielen Dank für Ihre Unterstützung.
Beste Grüße
Friedhelm Volkmann

Sehr geehter Ratsuchender,

haben Sie vielen Dank für Ihre Anfrage.

Ob und an wen der Treuhänder auszahlen darf richtet sich nach den mit dem Treuhänder getroffenen Abreden.

So wie Sie mir den Fall schildern scheint hier ein sogenannter Vorschussbetrug vorzuliegen, also ein Sachverhalt bei dem man versucht durch fälschliches Versprechen einer Gegenleistung eine Leistung zu erhalten.

Sie sollten sich daher umgehend zur Polizei begeben (soweit noch nicht geschehen und dort Strafanzeige wegen des Verdachts des Betruges zu erstatten. Die Polizei kann versuchen Gelder die Sie gezahlt haben zu beschlagnahmen und an Sie als Geschädigten auszuzahlen.

Sollte der Treuhänder tatsächlich existieren, so darf er aufgrund des Treuhandvertrages das Geld nicht an die Gegenseite auszahlen. Soweit der Verkauf insgesamt einen Betrug darstellt, muss er das Geld an Sie zurücküberweisen.

Wenn Sie keine Nachfragen mehr haben geben Sie bitte eine Bewertung meiner anwaltlichen Beratung ab (bitte klicken Sie hierzu auf die Bewertungssterne 3-5).

Mit freundlichen Grüßen

Hans-Georg Schiessl

Rechtsanwalt

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Kunde: hat geantwortet vor 12 Tagen.
Ich habe die Situation logisch anders gesehen: da das Ganze auf Vorschussbetrug aufbaut, ist der Treuhänder ja kein Treuhänder denn es fehlt ihm zumindest an der Redlichkeit. Es gibt auch keine von mir mit dem Treuhänder geschlossenen Vereinbarungen.
Wenn der Treuhänder kein Solcher ist, hat er auch kein Recht, das Geld anzunehmen (§ 812 BGB) und muss es zurückgeben.
Auf dieser Logik wollte ich aufbauen um das Geld von der Bank zurück zu bekommen.
Was meinen SIe?

Sehr geehrter Ratsuchender,

ich meine dass der Treuhänder wohl Teil des Betruges ist. Sie können den Treuhänder natürlich auffordern Ihnen das Geld zurückzuzahlen (Anspruchsgrundlage wäre hier in der Tat § 812 BGB, allerdings habe ich an der tatsächlichen Existenz eines Treuhänders meine Zweifel.

Wenn Sie keine Nachfragen mehr haben geben Sie bitte eine Bewertung meiner anwaltlichen Beratung ab (bitte klicken Sie hierzu auf die Bewertungssterne 3-5).

Mit freundlichen Grüßen

Hans-Georg Schiessl

Rechtsanwalt

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