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ra-huettemann
ra-huettemann, Rechtsanwalt
Kategorie: Vertragsrecht
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Erfahrung:  Rechtsanwalt
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ra-huettemann ist jetzt online.

Guten Tag, ich habe hier folgendes Problem. Unsere Fa. ein

Diese Antwort wurde bewertet:

Guten Tag,ich habe hier folgendes Problem.
Unsere Fa. ein Einzelunternehmen hat Ware vom Baustoffhändler bekommen im Juli 2020.
Bislang wurde uns weder eine Rechnung noch eine Mahnung zugestellt.
Nun bekamen wir diese Woche ein Anschreiben von einem RA der 2 offene Rechnungen einfordert zzgl. seiner Umkosten in Höhe von 330Euro.
Die Rechnungen wurden uns am Mittwoch dieser Woche auf Nachfrage unsererseits vom RA per Mail zugestellt und werden morgen bei und gebucht.
Desweiteren wurde der RA 2x von uns aufgefordert einen Nachweis für die Zustellung der Rechnungen bzw. Mahnung zu senden, welcher allerdings irgnoriert wird.
Frage: Müssen wir die enstandenen Kosten des RA zahlen???
MfG

Sehr geehrte(r) Ratsuchende(r),

haben Sie vielen Dank für Ihre Anfrage, zu der ich gern wie folgt Stellung nehme.

Nein, Sie müssen die RA-Kosten nicht zahlen.

Dies wäre nur dann der Fall, wenn Sie mit Ihrer Zahlungspflicht in Verzug geraten wären.

In Verzug geraten, wären Sie nur dann, wenn Sie auf eine Mahnung des Gläubigers, die nach dem Eintritt der Fälligkeit erfolgt, nicht gezahlt hätten (§ 286 Absatz 1 BGB).

In Verzug geraten wären Sie auch ohne eine solche Mahnung, wenn ein bestimmter Fälligkeitstermin festgelegt worden wäre, und Sie diesen hätten verstreichen lassen (§ 286 Absatz 2 Nr. 1 BGB).

Schließlich wären Sie unter den Voraussetzungen des § 286 Absatz 3 in Verzug geraten:

Der Schuldner einer Entgeltforderung kommt spätestens in Verzug, wenn er nicht innerhalb von 30 Tagen nach Fälligkeit und Zugang einer Rechnung oder gleichwertigen Zahlungsaufstellung leistet.

Keiner dieser Fälle ist vorliegend gegeben, insbesondere sind Sie nicht nach § 286 Absatz 4 BGB in Verzug geraten, denn Ihnen sind die Rechnungen erst jetzt übermittelt worden!

Da Sie nicht in Verzug geraten sind, haben Sie die RA-Kosten nicht zu zahlen, denn diese wären als so genannter Verzugsschaden (=Rechtsverfolgungskosten eines Gläubigers) nur dann ersatzfähig, wenn auch tatsächlich Verzug vorliegt.

Weisen Sie daher die Forderung nach Übernahme der RA-Kosten unter ausdrücklicher Berufung auf die hier dargestellte und eindeutige Rechtslage zurück.

Haben Sie keine Nachfragen, dann klicken Sie bitte mit der Maus oben rechts die Sterne (3-5 Sterne) an, denn nur dann erhalte ich von dem Portalbetreiber die Vergütung für die anwaltliche Beratung.

Vielen Dank.

Mit freundlichen Grüßen
Kristian Hüttemann
Rechtsanwalt

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