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ra-huettemann
ra-huettemann, Rechtsanwalt
Kategorie: Vertragsrecht
Zufriedene Kunden: 25843
Erfahrung:  Erfahrung in der Bearbeitung vertragsrechtlicher Mandate.
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ra-huettemann ist jetzt online.

Guten Tag. Ich habe für einen Bekannten gebürgt und wurde

Diese Antwort wurde bewertet:

guten Tag. Ich habe für einen Bekannten gebürgt und wurde aus der Bürgschaft vollumfänglich in Anspruch genommen. Der Gläubiger verfügt in dieser Sache über einen Zahlungstitel, den er aber nicht in Anspruch nahm, sondern drekt mich als selbstschuldnerischen Bürgen. Ich möchte nun die Herausgabe des Titels an mich, damit ich an den Bürgschaftsnehmer direkt heratreten kann. Der Gläubiger zögert mit der Herausgabe mit dem Hinweis, dies sei rechtlich nicht so einfach. Wie st die rechtliche Situation?

Sehr geehrte(r) Ratsuchende(r),

um Missverständnisse auszuschließen, muss ich zunächst nachfragen: Wie begründet der Gläubiger denn seinen Einwand, wonach die Herausgabe des Titels "rechtlich nicht so einfach" sei?

Mit freundlichen Grüßen
Kristian Hüttemann
Rechtsanwalt

Kunde: hat geantwortet vor 7 Monaten.
genau nur mit dieser Formulierung. Er möchte dies erst anwaltlich prüfen lassen.

Vielen Dank für Ihre Rückmeldung!

Nachdem Sie den Gläubiger als selbstschuldnerischer Bürge befriedigt haben, haben Sie gegen den Gläubiger einen Anspruch auf umgehende Herausgabe des Titels, denn nach erfolgter Zahlung durch Sie ist die Forderung gegen den Schuldner im Wege der cessio legis auf Sie übergegangen mit der Folge, dass auch Ihnen gemäß § 371 BGB analog der Titel zusteht - § 774 BGB:

https://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__774.html

Diesen Anspruch auf umgehende Herausgabe können Sie erforderlichenfalls auch gerichtlich erzwingen und durchsetzen.

Gehen Sie nun wie folgt vor: Fordern Sie den Gläubiger schriftlich und nachweisbar (Einschreiben) auf, den Titel umgehend an Sie herauszugeben.

Setzen Sie ihm zur Erfüllung seiner Herausgabepflicht sodann in dem Schreiben eine Frist von maximal 14 Tagen ab Briefdatum, und kündigen Sie zugleich an, dass Sie nach fruchtlosem Ablauf der gesetzten Frist Ihren Anspruch auf dem Rechtswege durchsetzen werden.

Verbinden Sie dies mit dem weiteren Hinweis, dass die dadurch bedingten Rechtsverfolgungskosten - Einschaltung eines Rechtsanwaltes - dem Gläubiger zur Last fallen werden.

Nach Ablauf der Frist befindet dieser sich in Verzug mit der Herausgabepflicht, so dass die dann anfallenden Rechtsverfolgungskosten (Einschaltung eines Anwalts) als Verzugsschaden von ihm zu tragen sein werden.

Gibt er den Titel innerhalb der gesetzten Frist nicht heraus, können Sie auf Kosten des Gläubigers einen Rechtsanwalt vor Ort mit der Durchsetzung Ihres Anspruchs beauftragen.

Der Anwalt wird diesen zunächst außergerichtlich schriftsätzlich auf Herausgabe in Anspruch nehmen. Leistet er dieser Aufforderung dann noch immer nicht Folge, wird der Anwalt Klage auf Herausgabe führen. Die Kosten eines solchen Rechtsstreites würde der Gläubiger ebenfalls übernehmen müssen.

Klicken Sie für die in Anspruch genommene anwaltliche Beratung bitte abschließend oben auf die Bewertungsterne (=3-5 Sterne), wenn Sie keine Nachfrage haben ("Dem Experten antworten"), denn nur dann wird meine Vergütung für die erbrachte Rechtsberatung an mich ausgezahlt.

Sie können nach Ihrer jetzigen Bewertung jederzeit und beliebig oft nachfragen!

Vielen Dank!

Mit freundlichen Grüßen
Kristian Hüttemann
Rechtsanwalt

ra-huettemann und weitere Experten für Vertragsrecht sind bereit, Ihnen zu helfen.
Kunde: hat geantwortet vor 7 Monaten.
Danke, ***** ***** noch einmal nachfragen kann.
Der Gläubiger hat den Schuldner über wesentliche Teile seiner Forderung (Renovierungskosten nach Zwangsräumung, Termin der Zwangsräumung und aufgelaufene Gerichtskosten, Erwirkung des Zahlungstitels) nicht informiert. Er ist direkt an mich als selbstschuldnerischen Bürgen herangetreten. Da der Schuldner nichts von der Höhe der Gesamtforderung weis, kann ich dann trotzdem versuchen aus dem Titel zu vollstrecken, falls der Gläubiger nicht weiterhin unter fadenscheinigen Argumenten die Herausgabe des Titels verweigert, ihn also mir im Rahmen der Legalzession übergibt?

Der Gkäubiger konnte auch ohne Inanspruchnahme des Schuldners auf Sie als selbstschuldnerischen Bürgen zugreifen. Sie Ihrerseits können aber auch ohne weiteres aus dem Titel nun gegen Schuldner vorgehen.

Kunde: hat geantwortet vor 7 Monaten.
auch wenn der Schuldner bisher keine Ahnung über die Höhe der einzelnen Teilforderungspunkte hat?

Ja, auch dann.

Kunde: hat geantwortet vor 7 Monaten.
auch wenn der Schuldner bisher keine Ahnung über die Höhe der einzelnen Teilforderungspunkte hat? Kann der Schuldner nun gegen mich Einreden erheben, die Forderungsrechtmäßigkeit gar bestreiten?

Ja,auch dann.

Nein, das kann er nicht, denn gegen den Titel sind keine Einwendungen mehr möglich.

Kunde: hat geantwortet vor 7 Monaten.
guten abend,
leider muss ich noch einmal auf obige Angelegenheit zurückkommen. Ich hatte soeben ein Gespräch mit dem Gläubiger. Dieses bestreitet nu nicht mehr das ich durch Zahlung an ihn im Rahmen des Forderungsübergangs (cesio legio) die Rechte an der Forderung habe, aber eine Titelumschreibung sei nicht möglich. Jetzt bin ich geauso weit wie vorher. Hat der Gläubiger recht?
Kunde: hat geantwortet vor 7 Monaten.
guten abend,
leider muss ich noch einmal auf obige Angelegenheit zurückkommen. Ich hatte soeben ein Gespräch mit dem Gläubiger. Dieser bestreitet nun nicht mehr das ich durch Zahlung an ihn im Rahmen des Forderungsübergangs (cesio legio) die Rechte an der Forderung habe, aber eine Titelumschreibung sei nicht möglich. Jetzt bin ich geauso weit wie vorher. Hat der Gläubiger recht?

Nein, er hat nicht Recht, denn Sie können bei der Geschäftsstelle des AG, das den Titel ausgefertigt hat, ohne weiteres eine Titelumschreibung auf sich erwirken.

Kunde: hat geantwortet vor 6 Monaten.
guten Tag,
nochmals vielen Dank für die umfangreiche Beratung zu dem Thema.
Ich hatte heute eine Besprechung mit dem Anwalt des Vermieters, der mir ohne weiteres die Titel herausgab. Er machte aber mehrmals die Bemerkung, das ich diese nicht umscheiben lassen könne, das ginge nur z.B. im Erbschaftsfall. Ich müsse nun das ganze prozessuale Verfahren erneut aufrollen und Titel auf mich ausgestellt erwirken. Da ich aufgrund Ihrer Auskunft weiter echerchiert habe und gelesen habe, das in meinem Fall (Forderung ist mit Legalzession auf Bürgen übergegangen) nur eine geringe Umschreibgebühr anfallen würde.
Bitte noch einmal um eine Info in dieser Sache.
vielen Dank
J.Breuer

Es gelten die obigen Ausführungen - Sie können als zahlender Bürge den Titel nunmehr nach § 727 ZPO auf Ihre Person umschreiben lassen.

Mit freundlichen Grüßen
Kristian Hüttemann
Rechtsanwalt

Kunde: hat geantwortet vor 6 Monaten.
Danke sehr.

Gern!