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ragrass
ragrass, Rechtsanwältin
Kategorie: Vertragsrecht
Zufriedene Kunden: 7737
Erfahrung:  langjährige Berufserfahrung
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ragrass ist jetzt online.

ich habe zwei Rechnungen über 4000,-€ und 150,-€

Diese Antwort wurde bewertet:

ich habe zwei Rechnungen über 4000,-€ und 150,-€ beim gleichen Kunden, denen dieser widerspricht. Zu der Rechnung von 4000,-€ gibt es eine schriftliche Abmachung, zu der über 150,-€ nicht.
Die Zahlungen waren im Juli/August 2017 fällig.
Jetzt kommt auch noch hinzu, dass der Kunde mir ein fiktives Darlehen aufkündigt und mich umgehend auffordert, dieses Darlehen zurückzubezahlen. Es gibt kein Darlehen zwischen mir und dem Kunden.
Da die Zahlungen nun schon so lange ausstehen, beschleicht mich das Gefühl, dass die "Darlehensrückforderung" quasi eine "Retour" für meine Rechnungen ist.
Für mich wichtig wären derzeit:
1. geltend machen meiner Rechnungsansprüche und
2. Überprüfung möglicher weiterer rechtlicher Schritte, weil mir die Zahlungsweigerung und die Rückforderung des fiktiven Darlehens betrügerisch erscheinen.

Ich freue mich auf Ihre Rückmeldung, mit freundlichen Grüßen ***

Sehr geehrter Fragesteller,

Sie teilen mit, dass es kein Darlehen gibt. Ist die Behauptung der Gegenseite, dass ein solches existent ist, reine Erfindung ? Versucht man mit diesem Darlehen, den Zahlungsanspruch zu "beseitigen" ?

Mit freundlichen Grüßen

RA Grass

Kunde: hat geantwortet vor 10 Monaten.

Hallo Frau Grass, vielen Dank für Ihre schnelle Rückfrage.
Jetzt muss ich etwas ausholen.
Der Kunde heißt "XX GmbH" und es existiert kein Darlehensvertrag zwischen mir und dem Kunden, noch habe ich jemals Geld in From eines Darlehens von diesem erhalten.
Ein Bekannter hat mir privat ein Darlehen in Höhe von 6000,-€ gewährt (von seinem privaten Konto an mich).
Später hat dieser Bekannte in die XX GmbH investiert.
Dieser Bekannte hat versucht zwischen mir und der GmbH zu vermitteln, wodurch die XX GmbH wahrscheinlich Kenntnisse von dem Darlehen hat.
Daraus scheint nun die XX GmbH die Situation zu konstruieren, dass ich plötzlich der GmbH (und nicht besagtem Bekannten) das Geld schulde. Es gibt bereits eine E-Mail aus Juli 2017 in der der Geschäftsführer der XX GmbH dieses Darlehen anführt, wieso nicht er mir sondern ich ihm Geld schulden würde.
Er behauptet dort, dass ich das Darlehen erhalten hätte, um der XX GmbH meine Arbeitskraft langfristig(!!! für 6.000,-€ !!!) zur Verfügung zu stellen und er bzw. die GmbH ja auch schließlich meinen Schuldendienst übernehmen würde. Beides ist den neudeutschen "alternativen Fakten" zuzuordnen.
Ich bin alleiniger Schuldner des Darlehensgebers und das Darlehen war an keine Bedingungen geknüpft.
Auf Grund privater Umstände war ich vorerst bereit, die Sache auf sich beruhen zu lassen, da diese Angelegenheiten dazu neigen, nicht wegzulaufen. Nun habe ich aber vergangene Woche die Aufforderung seitens der XX GmbH erhalten, dass diese mir das "Darlehen" kündigen würde und ich dieser unverzüglich 6000,-€ zurückzubezahlen hätte, was für mich das Fass zum Überlaufen gebracht hat.
Zusammenfassend möchte ich auf Ihre Fragen daher antworten, dass, ja, das Darlehensverhältnis zwischen mir und der GmbH frei erfunden ist und dieses dazu verwendet werden soll, mich von meinen Forderungen abzubringen. Ferner möchte ich behaupten, dass die XX GmbH bzw. deren Geschäftsführer hier eine Schuld meinerseits herbeifantasiert, um seinen Jahresabschluss besser dastehen zu lassen bzw. von mir Geld zu erschleichen.
Da ich diese letzte Unverschämtheit nicht ohne Konsequenzen lassen möchte, will ich nun meine Forderungen geltend machen und weitere rechtliche Schritte prüfen.

Mit freundlichen Grüßen ***

Sehr geehrter Fragesteller,

danke für den Nachtrag und die Nutzung von Justanswer.

Wenn kein Darlehensvertrag mit der GmbH besteht, dann kann auch keine Aufrechnung erfolgen. Insofern kann das Verhalten nur als rechtsmissbräuchlich und betrügerisch gewertet werden.

Selbst wenn ein Darlehensvertrag vorliegen würde, dann müsste dieser zunächst ordentlich gekündigt werden.

Juristisch hiervon völlig losgelöst ist der von Ihnen begehrte Zahlungsanspruch. Dieser ist nach Ihrem Vortrag geschuldet und fällig.

Sie sollten folgendermaßen vorgehen:

Dem Schuldner eine letzte Zahlungsaufforderung mit Fristsetzung von max. 1 Woche per Einwurfeinschreiben zu übersenden. Ankündigen, dass eine gerichtliche Geltendmachung erfolgt, sollte die Zahlung nicht fristgerecht erbracht werden. Ggf. könnte dem Schreiben noch hinzugefügt werden, dass eine Aufrechnung mit dem vermeintlichen Darlehen fehlgeht, weil es ein solches nicht gibt und Sie sich vorbehalten, wegen dieser unwahren Behauptung strafrechtliche Schritte (Strafanzeige) einzuleiten.

Ich hoffe, Ihnen einen Überblick gegeben zu haben. Falls noch Fragen bestehen,stellen Sie diese bitte.

Mit freundlichen Grüßen

RA Grass

Kunde: hat geantwortet vor 10 Monaten.

Hallo Frau Grass,
wenn ich Sie also richtig verstehe, könnte ich Strafanzeige wegen Rechtsmissbrauch und betrügerischen Verhaltens stellen? Gegen die GmbH oder den Geschäftsführer?
Zu der Geltendmachung der Ansprüche hätte ich ebenfalls gerne rechtliche Betreuung, um die Korrespondenz mit dem Amtsgericht(?) nicht selber halten zu müssen. Ist es Ihnen erlaubt, im Rahmen Ihrer Tätigkeit hier auf der Plattform ein Angebot zu Mandaten zu machen? Und hätten Sie daran Interesse? Wenn ja, mit welchen Kosten müsste ich rechnen?
Vielen Dank ***** ***** freundlichen Grüßen

***

Sehr geehrter Fragesteller,

das ist richtig ! Die Anzeige würde sich immer gegen den Geschäftsführer richten.

Natürlich ist es möglich und zulässig eine Direktbetreuung bzw. -vertretung zu übernehmen. Gern teile ich Ihnen die Kosten hierfür mit, wenn Sie mir den genauen Forderungsbetrag nennen. ist das 4150 EUR ?

Mit freundlichen Grüßen

RA Grass

Sehr geehrter Fragesteller,

ich habe jetzt einen kurzen Termin. Ich kann auf Ihren eventuellen Nachtrag erst ab ca. 12:30 Uhr eingehen. Danke für Ihre Geduld !

Mit freundlichen Grüßen

RA Grass

Kunde: hat geantwortet vor 10 Monaten.

Hallo Frau Grass,

4150,00€ sind korrekt. Ein Schreiben, wie Sie es empfohlen haben, habe ich soeben veranlasst. Außerdem werde ich heute Nachmittag Strafanzeige stellen. Ich freue mich darauf von Ihnen zu hören und wünschen Ihnen schon mal ein schönes Wochenende!

Mit freundlichen Grüßen ***

Sehr geehrter Fragesteller,

für ein Gerichtsverfahren fallen Gerichts- und Anwaltskosten an, die sich nach dem Verfahrenswert, bei Ihnen 4.150 EUR, richten. Die Gerichtskosten belaufen sich dabei auf 438 EUR. Die RA-Kosten hingegen betragen 925,23 EUR. Anmerken möchte ich noch, dass aufgrund des Streitwertes (unter 5000 EUR) für ein Verfahren kein Anwaltszwang besteht.

Auch ich wünsche einen schönen Tag und alles Gute.

Mit freundlichen Grüßen

RA Grass

ragrass und weitere Experten für Vertragsrecht sind bereit, Ihnen zu helfen.
Kunde: hat geantwortet vor 10 Monaten.

Hallo Frau Grass,
danke für die Auskunft. Wenn ich schon die Gerichtskosten auslegen muss, befürchte ich, dass die zusätzlichen Anwaltskosten mein Budget zu stark überschreiten - zumal ich derzeit nicht sicher sein kann, meine Rechnungen beglichen zu bekommen.
Ich habe wie von Ihnen empfohlen am vergangenen Freitag eine letzte einwöchige Frist gesetzt und war nun auch bereits bei der Polizei. Dort sagte man mir, ich solle wiederkommen, sofern die Rechnung nicht fristgerecht bezahlt würde. Eine Anzeige wegen betrügerischer Absicht (d.h. das bei Zahlungsvereinbarung keine Absicht bestand, die Zahlung jemals zu leisten) käme laut Polizei tatsächlich in Frage. Mit Blick auf das herbeifantasierte Darlehen hat man mir erklärt, dass hier noch kein strafbares(?) Verhalten erkennbar sei. Ich solle mich erkundigen, welches Darlehen genau gemeint sei und klären, ob nicht das in Frage kommende Darlehen an die Treox GmbH überlassen wurde. Wozu auch immer das gut sein soll, zumal ja nur eine Überlassung mit meiner Einwilligung bzw. Kenntnissetzung vereinbar wäre. Sofern die Treox GmbH mich allerdings wegen des herbeifantasierten Darlehens abzumahnen beginnen sollte, könne man laut Polizei von Nötigung sprechen.

Entspricht dies Ihrer Einschätzung, wie Sie sie mir in Ihrer Antwort vom 19.01. um 10:49 erklärt haben oder liegt hier ein Missverständnis vor?

MfG ***

Sehr geehrter Fragesteller,

ich verstehe den Ansatz der Polizei, denn man könnte ggf. eine Forderung verkaufen oder abtreten. Es muss also tatsächlich erst geprüft werden, wer JETZT Inhaber der Forderung ist.

Eine Nötigung kann schon orliegen, wenn man "droht", wenn nicht... dann. Hier wird es auf die genaue Konstellation ankommen.

Mit freundlichen Grüßen

RA Grass