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ClaudiaMarieSchiessl
ClaudiaMarieSchiessl, Rechtsanwältin und Fachanwältin
Kategorie: Vertragsrecht
Zufriedene Kunden: 18057
Erfahrung:  Seit 20 Jahren zugelassene Rechtsanwältin, zwei Fachanwaltstitel, Korrespondenzsprachen: Deutsch und Englisch
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ClaudiaMarieSchiessl ist jetzt online.

Ich wende mich mit der Bitte zum folgenden Problem an Sie: Ein

Diese Antwort wurde bewertet:

Ich wende mich mit der Bitte zum folgenden Problem an Sie:

Ein als Malerbetrieb firmierender Unternehmer hat beim Umbau eines Raumes neuen PC—Boden eingebaut. Der Untergrund war gefliest und wurde nach den Vorgaben des erfahrenen Bauleiters von dem ausführenden Handwerker gespachtelt, geschliffen etc. sowie dann der Belag darauf geklebt. Sowohl Kleber wie auch der PC-Boden wurden als hochwertige Produkte bauseits gestellt. Der Kostenvoranschlag, nur für die Arbeiten, belieb sich auf ca. 700,00 € und enthielt keine Vorbehalte, Einschränkungen einer Gewährleistung oder irgendwelche anderweitige Bedenken.

Nach ca. einem halben Jahr ab Fertigstellung entstand eine ca. 3 cm hohe und 20 cm breite Bodenwelle, die sich auf voller Raumbreite von der Klebeschicht abgehoben hat. Sie sieht nicht nur unschön aus, sondern ist auch eine Stolperfalle.

Dies habe ich reklamiert. Ein den betreffenden Handwerker mitgebrachter Fachmann stellte fest, dass versäumt worden sei, eine Dehnfuge einzubringen. Durch entstandene Spannung habe sich der PVC-Belag abgehoben und die Welle gebildet. Der ausführende Handwerker wollte den Schaden beheben und hat sich dafür aus meinem Bestand ein entsprechend großes Reststück reserviert.

Der Bodenleger meldete sich dann wochenlang nicht mehr. Nach Erinnerungen und schließlich auch mit Fristsetzung habe ich ihn zur Gewährleistung aufgefordert. Seine Antwort: Er habe einwandfreie Arbeit abgeliefert. Für den Kleber und den PC-Belag könne er nichts, da nicht von ihm geliefert.

Inzwischen hat ein erfahrener Bodenleger sein Urteil abgegeben. Seine Einschätzung:
„Ich bin auch der Meinung, dass hier der Fehler nicht am Untergrund liegt, sondern der Abstand zwischen dem Kleberbett beider Belagshälften zu groß ist. Das passiert, wenn man eine Hälfte des Belages umklappt, den Untergrund mit Kleber einstreicht, den Belag dann ins Kleberbett legt und danach beim Umklappen der anderen Belaghälfte zuviel Abstand zum bereits geklebten Belag hat, so entsteht eine Hohlstelle zwischen den geklebten Belagsseiten.

Zu den Kosten
1.Belag komplett entfernen und entsorgen.
2.Untergrund erneut schleifen, saugen, grundieren und mit Niveliermasse spachteln.
3.PVC-Belag liefern, vollflächig verklebt verlegen und Wandsockelleisten anbringen.“

Zitat Ende.

Ich habe dies dem Verleger so mitgeteilt, wiederum mit Fristsetzung. Er lehnt jedoch weiterhin eine Gewährleistung ab und bot als einziges Entgegenkommen eine Reparatur zu einem günstigen Preis an – mit rund 350,00 € Kosten für mich. Dieses Angebot hat er inzwischen zum 23.12.13 befristet und ist somit abgelaufen.

Nach Ansicht des von mir konsultierten Fachmannes (siehe oben) kann die angebotene Reparatur nicht die richtige Lösung sein. Sein Kommentar dazu: „Wenn die Welle in Holzrichtung verlaufen wäre, hätte man vielleicht noch etwas machen können, indem das man einen Teil heraus schneidet und wieder einklebt, das ist aber nicht möglich da die Welle quer verläuft und man keinen nahtlosen Übergang schaffen kann. Man kann versuchen, in die Welle Kleber mittels Spritze, wie man sie vom Arzt kennt, einzuspritzen. Aber dann gibt es vom Kleber her wieder eine Erhöhung. Das heißt die Welle wird immer leicht zusehen sein. Meiner Meinung nach müsste der bestehende Belag entfernt werden und neuer PVC-Belag verlegt werden, wenn nötig, auch wieder Spachteln.“

Zitat Ende.

Mein Anliegen an Sie.
1. Wie beurteilen Sie die Rechtslage?
2. Wie soll ich vorgehen?
a. Die Angelegenheit weiterhin mit dem Verleger ausfechten, indem ich von ihm fordere, den Schaden zu beheben?
b. Die Reparatur, sofern diese eine vertretbare Lösung wäre, durch einen anerkannten Fachbetrieb ausführen zu lassen und dann die Forderung beim ersten Verleger geltend mache, ggf. auch einklage?
c. Oder, wie vom Fachmann vorgeschlagen, alles rausreißen, entsorgen und wieder erneuern lassen. Dies wäre jedoch vermutlich nicht nur mit erheblichen Kosten (schätzungsweise 2000 €), mit Gutachtern noch deutlich mehr. Es wäre sicher auch für mich mit einem hohen Risiko verbunden. Vermutlich käme es zu einem längeren Rechtsstreit. Und wenn ich diesen gewinnen würde, könnte der Versucher vielleicht schon pleite sein.

Ich habe eine Rechtsschutzversicherung mit Vertragsrechtsschutz. Würde diese nach Ihrer Einschätzung eintreten?



Besten Dank im Voraus.

Beste Grüße
Sehr geehrter Ratsuchender,

vielen Dank XXXXX XXXXX Anfrage bei Just Answer, die ich Ihnen sehr gerne wie folgt beantworten möchte:


Ich kenne natürlich Ihre Versicherungsbedingungen nicht , aber hier liegt eine Pflichtverletzung in Form der nicht ordnungsgemäß ausgeführten Arbeit vor, so dass die Versicherung hier eintrittspflichtig ist.


Dies natürlich vorbehaltlich irgendwelcher anderen Hindernisse wie Vorvertraglichkeit und eines etwa mit der Versicherung vereinbarten Selbstbehalts.


Es liegt hier nach Ansicht mehrer Fachleute eine nicht ordnungsgemäß ausgeführte Arbeit vor, was wohl außer Frage stehen dürfte.

Es liegt nach Angaben der von Ihnen befragten Fachleute gerade nicht am Material sondern an der mangelhaften Arbeit, die hier verrichtet wurde.


Ich würde wie folgt vorgehen:


Schreiben Sie ihn an . Weisen Sie auf die Aussagen der Fachleute hin.


Fordern Sie ihn auf, den Boden in einen ordnungsgemäßen Zustand zu versetzen.

Setzen Sie ihm dazu eine Frist, die bestimmt ist, also zB ein bestimmtes Datum oder aber eine Frist die bestimmbar ist, zB 14 Tage AB BRIEFDATUM.


Drohen Sie ihm an, dass bei fruchtlosem Fristablauf, Sie die Reparatur anderweitig vornehmen lassen und die Kosten dafür einklagen.



Wenn er sich nicht meldet so gebietet es Ihre Schadensminderungspflicht drei Angebote einzuholen, wer Ihnen für die Reparatur den günstigsten Preis berechnet.


Alles rausreißen lassen dann und nur dann wenn die Beseitigung des Schadens nicht anders möglich ist.


Das muss nachgewiesen sein und es müssen hier wieder drei Angebote eingeholt werden.


Das ist die sog. Schadensminderungspflicht des Geschädigten





Ich hoffe, ich konnte Ihnen weiter helfen



Bitte fragen Sie sehr gerne nach




wenn ich helfen konnte freut mich eine positive Bewertung


vielen Dank


Sehr geehrter Ratsuchender,


kann ich Ihnen noch weiterhelfen?

Sehr gerne



wenn ich helfen konnte freut mich eine positive Bewertung

vielen Dank
Sehr geehrter Ratsuchender,

haben Sie denn vielleicht Nachfragen gestellt, die ich nicht bekommen habe?
Kunde: hat geantwortet vor 4 Jahren.

Meine Zusatzfragen habe ich Ihnen vor wenigen Minuten wie folgt gestellt:


 


Danke für Ihre Antwort im rekordverdächtigen Tempo.


 


Fristsetzungen, "letzte Aufforderungen" usw. ist alles schon erfolgt (siehe dazu meine Ausführungen). Er stellt sich jedoch weiterhin auf seinen Standpunkt, ordentlich gearbeitet zu haben.


 


Die von Ihnen angeführte Schadenminderungspflicht mit drei Angeboten usw. ist mir bereits hilfreich. Wichtig wären mir aber weitere Hinweise zum Vorgehen. Falls - aus Erfahrung - die Rechtsschutzversicherung sich nicht zuständig fühlt, bin ich sehr um (eigene) Schadensminderung bemüht. übernehmen möchte.


 


Noch zum Thema "Drei Angebote einholen": Muss ich diese dem Handwerker vor Auftragserteilung zur Info oder gar zur Genehmigung vorlegen?


Außerdem: Mit welchen Kosten müsste ich rechnen, wenn ich die Angelegenheit einem Anwalt übertrage und die Rechtschutzversicherung nicht eintritt?

Sehr geehrter Ratsuchender,


die Rechtsschutzversicherungen lassen sich immer gerne bitten, da kann es sein, dass man ein bißchen drängen muss.


Dann dürften die aber eintreten.


Die Kosten eines Anwalts richten sich nach dem Gesetz, das auf den Gegenstandswert, also den Wert der Angelegenheit abstellt.

Der zweite Parameter ist, was der Anwalt genau macht, ob er gerichtlich oder außergerichtlich tätig wird.



Wenn ich jetzt die 2000 Euro nehme und er schreibt einen Brief, oder auch zwei oder drei dann fällt eine 1,3 Geschäftsgebühr an aus Gegenstandswert 2000 Euro das sind dann 195 Euro zuzüglich 20 Euro Auslagenpauschale, Mehrwertsteuer.


Wenn er ein bißchen mehr schreibt kann es sein, dass er 1,5 nimmt, das sind dann 225 Euro Auslagenpauschale , MWST.


Gerichtlich sind die Anwaltskosten dann

1,3 Verfahrensgebühr und 1,2 Terminsgebühr, mithin 375 Euro zuzüglich Auslagenpauschale , MWST, wobei dann die außergerichrliche Gebühr hälftig angerechnet wird.


Wenn Sie verlieren zahlen Sie einen etwaigen anderen Anwalt mit, das sind dann noch mal die gleichen Kosten.


Dazu kommen noch Gerichtskosten und Sachverständigenkosten, letztere sind dann wirklich hoch.



Die Angebote dienen dazu nachzuweisen, dass Sie das günstigste eingeholt haben.





ClaudiaMarieSchiessl und 2 weitere Experten für Vertragsrecht sind bereit, Ihnen zu helfen.
Sehr geehrter Ratsuchender



kann ich Ihnen noch weiterhelfen.?