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rafozouni
rafozouni, Rechtsanwalt
Kategorie: Verkehrsrecht
Zufriedene Kunden: 610
Erfahrung:  Fachanwalt für Arbeitsrecht
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rafozouni ist jetzt online.

Sehr geehrter Anwalt, meine Tochter (19) hat beim

Diese Antwort wurde bewertet:

Sehr geehrter Anwalt,
meine Tochter (19) hat beim Rückwärtsfahren mit meinem Auto in der Tankstelle ein Werkstatttor angefahren. Am übernächsten Tag hat sie den Tankstellenbesitzer angerufen und sich entschuldigt. Der hatte bereits mit der Polizei Kontakt aufgenommen, die ihm geraten habe, noch zu warten, weil sich der Unfallverursacher ja vielleicht noch melden würde. Der Besitzer erklärte meiner Tochter, er habe den Schaden bereits meiner Versicherung gemeldet und hoffe, dass wir den Unfall nicht abstreiten würden. Nach meiner Tochter sprach ich ebenfalls mit dem Tankstellenbesitzer. Dabei erklärte ich ihm, dass wir selbstverständlich dazu stehen würden, den Unfall verursacht zu haben. Zu sehen war eine kleine Delle auf Höhe der Anhängerkupplung meines Fahrzeuges. Der Besitzer der Tankstelle rechnete mir den Schaden des Tores mit 6000.- € vor, da es zunächst nicht funktionsfähig gewesen sei, Handwerker es zunächst notdürftig reparierten, und das ganze Tor (älter) ausgetauscht werden müsse. Er habe es schon erlebt, dass die Versicherungen trotz Videobeweises die Zahlung verweigerten, weil die Fahrzeughalter den Unfall abstritten. Ich versichterte ihm, dass wir natürlich zu dem Schaden stehen würden und ich der Versicherung auch gleich melden würde, dass meine Tochter schuld sei. Bei Problemen mit der Versicherung könne er mich natürlich wieder anrufen. Die Meldung bei der Versicherung erfolgte mündlich sowie schriftlich und wurde mir auch bestätigt.
Heute Nachmittag bekam ich einen Anruf des Tankstellenbesitzers, dass er mich doch nochmal anrufen könne, wenn es mit der Versicherung Probleme geben würde. Er bleibe auf 1000.-€ Schaden sitzen, der wegen der starken Abnutzung des Tores von der Versicherung abgezogen würde und er sei nicht bereit, diesen Betrag zu bezahlen, da er für den Unfall nicht verantwortlich sei. Ich erklärte ihm, dass ich auf die Entscheidung der Versicherung keinen Einfluss habe, jedoch nicht bereit bin, diesen Betrag zu übernehmen. Er kündigte an, die Angelegenheit einem Rechtsanwalt zu übergeben und er wollte mir das vorher mitteilen. Ich informierte ihn, dass ich nochmals mit meiner Versicherung telefonieren würde. Dort war man schon genervt von dem Tankstellenbesitzer, denn er hatte bereits einen Rechtsanwalt eingeschaltet, der gegen die Versicherung vorging, um die 1000.-€ zu erstreiten. Die Versicherung stehe aber zu ihrer Abrechnung. Daraufhin wollte ich den Tankstellenbesitzer darüber informieren. Dieser sagte mir lediglich, dass er jetzt einen Anwalt eingeschaltet habe, und der ihm geraten habe, mit mir nicht mehr zu sprechen.
Daher meine Frage: Was raten Sie mir? Bin ich trotz Übergabe des Haftpflichtschadens an meine Versicherung haftbar zu machen?
MfG

Sehr geehrter Kunde,

Wenn durch ein Kfz ein Unfall verursacht und dabei eine fremde Sache (hier das Werkstatttor) beschädigt wird, haften immer folgende Personen:

1. der Fahrer

2. der Halter des Fahrzeugs

3. die Kfz-Haftpflichtversicherung

Der Geschädigte kann-und dies ist zumindest bei gerichtlicher Geltendmachung immer der Fall-alle genannten Personen gemeinsam in Anspruch nehmen bzw. verklagen. Ist der Schadensersatzanspruch dann tatsächlich begründet, muss er also bezahlt werden, übernimmt dies immer die Haftpflichtversicherung. Dafür ist sie schließlich da. D. h., dass der Fahrer und/oder Halter des Fahrzeugs selbst nie aus eigener Tasche einen so verursachten Schaden tragen muss oder mittragen muss.

Bei der Regulierung eines solchen Schadens hat die Haftpflichtversicherung die sogenannte Regulierungshoheit; das bedeutet, dass es einzig und alleinIn der Entscheidungsbefugnis der Versicherung liegt, ob und wie viel gezahlt wird. Dass die Versicherung in Ihrem Fall einen Abzug von 1000 € vorgenommen hat, wird seinen Hintergrund darin haben, dass der Betreiber der Tankstelle keinen Anspruch auf Bezahlung eines neuen Tores hat, sondern allenfalls den Zeitwert ersetzt bekommt.

Wenn der Betreiber der Tankstelle nunmehr die 1000 € von Ihnen fordert, rate ich Ihnen dringend dazu, Dies der Haftpflicht für Sicherung mitzuteilen und diese zu fragen, wie sie auf diese Zahlungsforderung reagieren sollen. Man wird Ihnen sicherlich sagen, dass sie die Zahlung verweigern sollen, was sie dann auch unbedingt tun sollten.

Wenn Sie nämlich trotz ausdrücklicher Verweigerung ihrer Haftpflichtversicherung die Zahlung leisten, können sie von der Versicherung das Geld nicht zurück erhalten. Wenn Sie das Geld aber entsprechend der Anweisung der Versicherung nicht bezahlen und dann möglicherweise verklagt und sogar verurteilt werden sollten, haben Sie hinsichtlich aller dabei entstehenden Kosten einen Freistellungsanspruch gegenüber Ihrer Haftpflichtversicherung.

Ich hoffe, Ihnen hiermit geholfen zu haben und wäre für eine positive Bewertung (3 - 5 Sterne anklicken) dankbar.

Mit freundlichen Grüßen

RA Fozouni

rafozouni und 4 weitere Experten für Verkehrsrecht sind bereit, Ihnen zu helfen.

Vielen Dank für die positive Bewertung!

Noch eine kurze Ergänzung:

Sollten Sie allein und/oder Ihre Tochter tatsächlich wegen der 1000,- € verklagt werden, müssen Sie dies unbedingt der Haftpflichtversicherung mitteilen.

Alles Gute !