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ra-huettemann
ra-huettemann, Rechtsanwalt
Kategorie: Verkehrsrecht
Zufriedene Kunden: 34835
Erfahrung:  Rechtsanwalt
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ra-huettemann ist jetzt online.

Es geht um Stornierungskosten einer Pauschalreise. Klingt

Diese Antwort wurde bewertet:

Es geht um Stornierungskosten einer Pauschalreise. Klingt simpel, ist es aber nicht. Vor Corona bei Arosa eine Premium Flusskreuzfahrt auf der Seine gebucht. Mitte März wurden die Kreuzfahrten in Frankreich ausgesetzt und erst am 11. 07. wieder aufgenommen.
JA: In welchem Bundesland leben Sie?
Customer: Mecklenburg-Vorpommern.
JA: Vielen Dank. Gibt es noch weitere Details, die Sie dem Anwalt mitteilen wollen?
Customer: Meine Reise sollte am 06. 07. starten. Arosa hat keinen Kontakt mit mir aufgenommen, keine Alternative angeboten, keine Information gegeben. Nichts...am 22. 06. habe ich dann mit meinem Reisebüro Kontakt gesucht. Zu diesem Zeitpunkt war bekannt, dass der Schiffsverkehr frühestens am 11. 07. wieder starten kann - Aussage von Arosa just am 22. 06. in Rtl-News. Meine Reise konnte also nicht stattfinden, es war aber an diesem Tag noch nicht möglich, kostenfrei zu stornieren. Also habe ich – mit Zuversicht, die Infektionszahlen sanken damals - in 2021 umgebucht. Arosa hat mir keinen Rabatt angeboten, sondern sofort erklärt, dass die Reise dann etwas teurer wird. Ok, umgebucht. Natürlich hatte Arosa trotzdem schon am 14. 06. meine Kreditkarte belastet und den vollen Reisepreis abgebucht. Trotz Zusicherung, diesen zu erstatten, ist bis heute nichts passiert, nur Hinhalten. Ich habe vor ca. 14 Tagen diese Reise storniert, da ich im kommenden Jahr keine Auslandsreise mehr machen möchte. Arosa besteht jetzt auf den Stornokosten. Im Hinblick auf die Vorgeschichte halte ich dies aber für falsch. Natürlich kann ich es nicht beweisen, habe aber den Eindruck, dass Arosa bewusst die Absage der Reise 2020 verschleppt hat, um genau das zu erreichen - keine kostenlose Stornierung möglich, lieber umbuchen. Lohnt sich ein Versuch, die Stornokosten zurück zu bekommen?

Sehr geehrte(r) Ratsuchende(r),

vielen Dank für Ihre Anfrage, zu der ich gern wie folgt Stellung nehme.

Ja, der Versuch lohnt sich, denn Sie haben unter den gegebenen Umständen selbstverständlich einen Anspruch auf Erstattung der Stornokosten, da die Reisevertragsdurchführung Corona-bedingt überhaupt nicht stattfinden konnte.

Dann hat Ihnen der Veranstalter die gesamten Stornokosten auch umgehend zurückzuzahlen.

Dies folgt aus der zwingenden gesetzlichen Regelung in § 651 h Absatz 3 BGB!

Die Firma ist Ihnen daher zu unverzüglicher Rückzahlung des Geldes verpflichtet, denn sie ist um den Betrag nach § 812 BGB ungerechtfertigt bereichert mit der Folge, dass Sie einen entsprechenden Herausgabeanspruch haben.

Diesen Anspruch können Sie notfalls auch gerichtlich duchsetzen.

Gehen Sie nun wie folgt vor: Fordern Sie die Firma letztmalig unter ausdrücklicher Berufung auf die hier dargestellte und eindeutige Rechtslage schriftlich (Einschreiben!) zur Rückzahlung der Stornokosten auf.

Setzen Sie hierzu eine letzte Frist von maximal 14 Tagen ab Briefdatum.

Kündigen Sie in dem Schreiben an, dass Sie nach Fristablauf ohne weitere Ankündigung einen Rechtsanwalt mit der Durchsetzung Ihres Anspruchs beauftragen und dass die hierdurch bedingten Kosten die Firma als Verzugsschaden zu tragen haben wird.

Gerät der Veranstalter mit dem Ablauf der von Ihnen gesetzten Frist in Verzug, sind die Rechtsverfolgungskosten (=Anwaltskosten) als Verzugsschaden ersatzfähig.

Sie können dann auf Kosten der Firma einen Rechtsanwalt vor Ort einschalten, der Ihren Anspruch auf Rückzahlung sodann geltend machen und durchsetzen wird.

Der Anwalt wird den Veranstalter zunächst außergerichtlich und schriftsätzlich auf Zahlung in Anspruch nehmen.

Zahlt dieser dann noch immer nicht, wird der Anwalt einen gerichtlichen Mahnbescheid erwirken oder Zahlungsklage erheben - auch die hiermit verbundenen weiteren Kosten hätte die Firma zu tragen!

Haben Sie keine Nachfragen, dann klicken Sie bitte mit der Maus oben rechts die Sterne (3-5 Sterne) an, denn nur dann erhalte ich von dem Portalbetreiber die Vergütung für die anwaltliche Beratung.

Vielen Dank!

Mit freundlichen Grüßen
Kristian Hüttemann
Rechtsanwalt

ra-huettemann und 2 weitere Experten für Verkehrsrecht sind bereit, Ihnen zu helfen.
Kunde: hat geantwortet vor 23 Tagen.
Hallo Herr Hüttemann, Arosa hat mir dazu erklärt, dass die Stornokosten ja die zweite Reise betreffen, die ich - zwangsläufig, da im Juni noch keine kostenlose Stornierung möglich gewesen ist - gebucht hatte. Diese habe ich jetzt selbst im Hinblick auf die auch künftig schwierige Lage mit COVID-19 im Ausland storniert. Gilt das auch dann? Da bin ich wirklich unsicher, finde aber das Verhalten bzw. Nicht-Verhalten von Arosa im Juni nach wie vor befremdlich. Arosa hat offenbar „aggressiv abgewartet“, was die Kunden tun, obwohl die Reise ab 06. 07. nicht stattfinden konnte, was Arosa auch bekannt war.

Vielen Dank für das nette Gespräch, und alles Gute.

Mit freundlichen Grüßen
Kristian Hüttemann
Rechtsanwalt