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hhvgoetz
hhvgoetz, Rechtsanwalt, LL.M.
Kategorie: Verbraucherrecht
Zufriedene Kunden: 3770
Erfahrung:  LL.M. in International Trade Law (Newcastle upon Tyne, UK)
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Mein Stromversorger Primastrom GmbH teilt mir schriftlich

Diese Antwort wurde bewertet:

Mein Stromversorger Primastrom GmbH teilt mir schriftlich mit, dass sie aufgrund der aktuellen Preissteigerungen kurzfristig die Rückschaltung meines Stromzählers bzw.meiner Belieferung auf den regionalen Grundversorger veranlassen. Nur wenn ich schriftlich zustimme, kann „im Falle einer Entspannung der Situation“ die Reaktivierung des alten Tarifes durch primastrom angeboten werden.Der Vertrag läuft eigentlich 24Mon. Kommt dieser Bescheid einer Kündigung durch den Anbieter gleich?
Fachassistent(in): In welchem Bundesland leben Sie?
Fragesteller(in): Bayern
Fachassistent(in): Vielen Dank. Gibt es noch weitere Details, die Sie dem Anwalt mitteilen wollen?
Fragesteller(in): Das sind alle mir vorliegenden Informationen. Bleibt die Frage, ob der Vertrag mit primastrom damit aufgehoben ist und ich einen anderen Anbieter suchen soll, oder ob die Vertragsbindung bis Ende 2022 bestehen bleibt trotz der aktuellen Beendigung der Belieferung

Sehr geehrte/r Ratsuchende/r,

im Grunde ist das eine Kündigung, wobei natürlich aufgrund der Vertragslaufzeit zweifelhaft ist, ob die rechtsmäßig ist und mit z.B. mit dem Wegfall der Geschäftsgrundlage aufgrund der extremen "unvorhersehbaren" Preissteigerungen am kurzfristigen Strommarkt begründen kann.

Im Grunde ist es eine Art Erpressung, um zu testen, ob Sie in Zukunft als Kunde solche Aktionen auch weiterhin tolerieren.

Wenn Sie freiwillig der Kündigung zustimmen, können Sie natürlich keinen Schadensersatz verlangen für etwaige höhere Versorgungskosten, die Sie haben, wenn Sie sich jetzt einen neuen Anbieter suchen müssen. Beachten Sie hierbei, dass Sie hier nicht einfach für die gesamte Restlaufzeit die Differenz zum Preis der Ersatz- bzw. Grundversorgung ansetzen können sondern schon zeitnah aktiv nach einem alternativen Anbieter suchen müssen.

Ich persönlich würde so einen Prozess ohne deckende Rechtsschutzversicherung nicht führen. Selbst wenn Sie Recht bekommen, kann es gut sein, dass hinterher bei dem Anbieter gar nichts zu holen ist oder er gar insolvent ist, wenn zu viele Schadensersatz verlangt haben.

Bei Neuverträgen müssen Sie allerdings in der Regel leider deutlich draufzahlen, wenn Sie überhaupt einen bekommen. Ich habe vor einigen Tagen selbst recherchiert, weil meine Eltern bei Stromio rausgeflogen waren. Der günstigste wirklich verfügbare Tarif war in dem Fall bei Naturstrom, die ja alles andere als wirklich günstig sind, aber eben aufgrund der eigenen Verträge mit Solar- und Windanlagen derzeit liefern können.

Aus meiner Sicht ist es deshalb recht egal, ob Sie der Kündigung zustimmen oder nicht, wenn Sie ohnehin später nicht mehr bei Primastrom Kunde sein wollen.

Ich hoffe, ich konnte Ihnen helfen.

Wenn Sie keine Nachfragen mehr haben, geben Sie bitte eine entsprechende Bewertung ab, denn nur dann erhalte ich meine Vergütung über Just Answer. Nach einer solchen Bewertung können Sie allerdings auch ohne weitere Zusatzkosten an dieser Stelle Nachfragen zum gleichen Thema stellen.

Mit freundlichen Grüßen

Kunde: hat geantwortet vor 14 Tagen.
Danke dafür. Die Entscheidung ist nicht ganz so einfach. Ich werde den aktuellen Tarif des Grundversorgers erstmal prüfen; er scheint hier recht moderat zu sein.
Nur eines ist mir noch unklar: gesetzt den Fall ich suche und finde jetzt proaktiv einen neuen Lieferanten, stimme der Rückholung in den bestehenden primastrom-Tarif nicht zu, doch dann meldet sich P. bspw.im Mai zwecks „Weiterführung“ des Vertrages - hab ich dann im worst case 2 Verträge zu bedienen? Geliefert werden kann immer nur über einen, das ist klar. Aber die zugesagte Vertragslaufzeit bei primastrom endet erst zum Ende diesen Jahres. Daher meine Frage, ob die aktuelle Benachrichtigung einer Kündigung gleichkommt und damit die Laufzeitbindung erlischt.

Ich glaube nicht, dass Primastrom in dem Fall, dass Sie nicht beliefert werden, auch Schadensersatz für den noch laufenden Vertrag von Ihnen verlangen werden, da die ja zuerst vertragsbrüchig wurden, indem Sie die nicht mehr beliefert haben.

Gänzlich ausschließen kann man das Restrisiko aber, indem Sie jetzt nur monatlich kündbare Tarife abschließen oder schlicht selbst gegenüber Primastrom nachweisbar die Kündigung wegen Nichtbelieferung erklären und einer "Reaktivierung" ausdrücklich widersprechen.

Gruß

hhvgoetz und weitere Experten für Verbraucherrecht sind bereit, Ihnen zu helfen.
Kunde: hat geantwortet vor 14 Tagen.
Guter Tipp, danke. Tja, das ist bei der aktuellen Preisspirale die Wahl zwischen Pest und Cholera

So ist es leider. Schönes RestWE!