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RA Schwerin
RA Schwerin, Rechtsanwalt
Kategorie: Verbraucherrecht
Zufriedene Kunden: 17629
Erfahrung:  Rechtsanwalt
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RA Schwerin ist jetzt online.

Guten Tag, ich habe mich am 30.10. auf einer Filmonline

Diese Antwort wurde bewertet:

Guten Tag, ich habe mich am 30.10. auf einer Filmonline Plattform angemeldet. www.playbong.de. Habe aber gar kein Film angeschaut. Es war auch nirgendwo ersichtlich, dass ich ein Abo eingehe. Es kam auch keine Anmelde-bzw. Bestätigungsmail. Heute bekam ich eine Mail mit der Aufforderung 380 Euro zu zahlen, da ich nach einer 5tägigen Probeabo automatisch ein Jahresvertrag habe. Ich soll das Geld innerhalb von 3 Tagen überweisen und ein Screenshot davon schicken. Ansonsten wird mir mit Anwälten gedroht. Was kann ich tun? Vielen Dank
Fachassistent(in): In welchem Bundesland leben Sie?
Fragesteller(in): Brandenburg
Fachassistent(in): Vielen Dank. Gibt es noch weitere Details, die Sie dem Anwalt mitteilen wollen?
Fragesteller(in): ich könnte die Mail mit der Zahlungsforderung schicken

Sehrgeehrter Kunde,

mein Name ist Steffan Schwerin und ich bin seit mehr als 13 Jahren Rechtsanwaltmit den Fachrichtungen Mietrecht und Familienrecht u.a.

Ihre Anfrage habe ich gelesen, und gebe mein Bestes, um Ihnen weiter zu helfen.

DieRechnung oder Mahnung sollte aber auf keinen Fall beglichen werden.

Hiersollte dann der Widerruf des Vertrages erklärt und dieser vorsorglich auch nochangefochten werden. Mit dieser Vorgehensweise sind Sie auf der sicheren Seite.

Ichempfehle Ihnen, ein Schreiben folgenden Inhalts aufzusetzen:

„Sehrgeehrte Damen und Herren,

diegegenständliche Leistung ist hier nicht entstanden. Ein Abonnement bzw. einen12-Monatszugang zu Ihrem System haben wir hier jedenfalls nicht abgeschlossen.

Esist kein Vertrag zustande gekommen.

Dervon Ihnen geforderte Betrag wird von mir schon deswegen nicht bezahlt, weil esinsoweit an einem wirksamen Vertragsschluss fehlt.

DieGegenleistung, nämlich das zu zahlende Entgelt taucht nur im „Kleingedruckten“auf, so dass ich, wie wohl jeder durchschnittliche User davon ausgehen musste,dass es sich nicht um ein kostenpflichtiges Angebot handelt.

Eineentsprechende Klausel ist nach einer Entscheidung des Amtsgerichts München vom16.01.2007 (Az: 161 C 23695/06) als überraschend anzusehen. Es fehlt somitbereits an zwei übereinstimmenden Willenserklärungen und damit an einemwirksamen Vertrag.

Darüberhinaus wäre ein Vertrag auch wegen Sittenwidrigkeit nichtig, weil die von Ihnenangebotene Leistung offensichtlich in einem krassen Missverhältnis zu demverlangten Entgelt steht.

Hilfsweiseerkläre ich den Widerruf, der – mangels ausreichender Belehrung – auch nochrechtzeitig ist.

EntgegenIhren Angaben erfolgt keine ordnungsgemäße Widerrufsbelehrung, sodass die 14-tägigeWiderrufsfrist hier nicht zu laufen begann und der Widerruf daher – hilfsweise– auch jetzt noch erklärt werden kann.

DasWiderrufsrecht ist auch nicht ausgeschlossen oder erloschen.

Hilfsweiseund rein vorsorglich erkläre ich hiermit auch eine Anfechtung wegen Irrtums undarglistiger Täuschung. Ihr Angebot ist von vornherein darauf ausgelegt, denUser über die Kostenpflichtigkeit zu täuschen. Weiterhin war lediglich einekostenlose Nutzung gewollt und kein kostenpflichtiges Abo.

Ichwerde hier keinerlei Zahlung leisten. Es wird erwogen, Ihr Unternehmen aufSchadensersatz in Höhe der durch meine Inanspruchnahme entstandenen Kosten inAnspruch zu nehmen.

Einsolches Vorgehen sowie strafrechtliche Schritte bleiben vorerst vorbehalten.“

Mitdiesem Schreiben sind Sie auf der sicheren Seite.

SolltenSie im weiteren Verlauf weitere Mahnungen, Inkassoschreiben oder Briefe vonRechtsanwälten erhalten, so ist auch das als übliches Vorgehen derartigerSeitenbetreiber zu sehen. Es ist dann kein weiterer Handlungsbedarf gegeben.Archivieren Sie diese Schreiben lediglich. Druckausübung über Zusatzkosten,Androhung weiterer rechtlicher Schritte etc. gehört zum gewöhnlichen Vorgehendieser Anbieter. Dadurch sollen Angeschriebene verunsichert und zur Zahlung verleitetwerden.

Ansonstensollten Sie sich einen Anwalt nehmen. In den meisten Fällen wird erst danneingelenkt.

Abschließendmöchte ich Sie noch darauf hinweisen, dass die Verbraucherschutzzentralen sowieteilweise auch Staatsanwaltschaften bereits gegen derartige Anbieter ermittelnund versuchen, diesen das Handwerk zu legen.

Wenn nach der Beantwortung noch Unklarheiten bestehen, fragen Sie nach. Ichantworte gern und freue mich auch mal über ein nettes Dankeschön – wenn Sie eswünschen auch gern telefonisch.

Über eine Bewertung meiner Antwort (Sterne über der Frage) würde ich mich sehrfreuen, damit ich meinen Service auch weiterhin anbieten kann.

Vielen Dank.

Mit freundlichen Grüßen

Schwerin

Rechtsanwalt

RA Schwerin und 3 weitere Experten für Verbraucherrecht sind bereit, Ihnen zu helfen.
Kunde: hat geantwortet vor 22 Tagen.
Vielen Dank!
Kunde: hat geantwortet vor 22 Tagen.
Ich habe das Schreiben als Mail geschickt. Muss es zusätzlich in Papierform per Post abgeschickt werden?
Kunde: hat geantwortet vor 22 Tagen.
Ich habe folgende Antwort erhalten:
"Guten Tag,Widerrufsrecht für digitale InhalteEingeführt wurde ein Widerrufsrecht für digitale Inhalte (Art. 246a § 1 Abs. 1 Satz 1 Nr. 14 EGBGB).Digitale Inhalte sind Daten, die in digitaler Form her- und bereitgestellt werden. Dabei kommt es nicht darauf an, ob die Daten auf einem Datenträger oder per Download bezogen werden.Ein vorzeitiges Erlöschen des Widerrufsrechts ist aber möglich, wenn der Verbraucher1. ausdrücklich zugestimmt hat, dass der Unternehmer vor Ablauf der Widerrufsfrist mit der Ausführung des Vertrags beginnt und2. bestätigt, dass ihm bewusst ist, dadurch sein Widerrufsrecht mit Beginn der Vertragsausführung zu verlieren.Sie haben eine Registrierungsbestätigung direkt auf unserer Seite nach Ihrer Anmeldung erhalten, alle Informationen waren darin enthalten.
Sie hatten die Möglichkeit, diese Bestätigung einmalig zu verwenden und sie dann weg zu klicken, oder sie zu speichern.
Diese Bestätigung haben Sie geöffnet und akzeptiert. Demnach haben Sie kein Widerrufsrecht."
Was tun? Nicht reagieren?

Selbst wenn das Widerrufsrecht nicht greift, sollte man hilfsweise anfechten und kündigen, da man ja nicht entsprechend informiert wurde.

Kunde: hat geantwortet vor 22 Tagen.
alles klar, danke!

Ja, gern.