So funktioniert JustAnswer:
  • Fragen Sie einen Experten
    Tausende Experten in über 200 Kategorien.
  • Erhalten Sie eine professionelle Antwort
    Per E-Mail oder sofortiger Benachrichtigung, während Sie auf unserer Website warten. Stellen Sie ggf. weitere Anschlussfragen.
  • 100%ige Zufriedenheit garantiert
    Bewerten Sie die erhaltene Antwort.
Stellen Sie Ihre Frage an Rechtsanwalt Kr...
Rechtsanwalt Krüger
Rechtsanwalt Krüger, Rechtsanwalt
Kategorie: Verbraucherrecht
Zufriedene Kunden: 4935
Erfahrung:  Langjährige tätig im Verbraucherrecht.
36252690
Geben Sie Ihre Frage in der Kategorie Verbraucherrecht hier ein
Rechtsanwalt Krüger ist jetzt online.

Meine Frau und ich haben eine Rechtsanwältin und Mediatorin

Diese Antwort wurde bewertet:

Meine Frau und ich haben eine Rechtsanwältin und Mediatorin aufgesucht – ausdrücklich in ihrer Eigenschaft als Mediatorin. Die Beratung hat diese nach ihrem Stundensatz abgerechnet.
Daraus erfolgte nun eine Beauftragung eines Notares. Es ging um eine Scheidungsfolgevereinbarung, insbesondere um eine Regelung zu unserem Haus.
Diese Beauftragung hat sie nun als Rechtsanwältin nach dem Einigungswert deutlich höher berechnet und nicht mehr nach Stundensatz, ohne uns zuvor zu informieren.

Meine Frage:
1. Darf sie das so berechnen?
2. Hätten wir die Vereinarung beim Notar auch ohne Rechtsanwältin direkt beurkunden lassen können?

Die hohe – für uns unvorhersehbare – Rechnung stellt nun eine ernste Belastung dar.
Wie kann ich nun auf die Mediatorin / Rechtsanwältin zugehen?

vielen Dank für einen Tipp und
freundliche Grüße
***

Sehr geehrte(r) Ratsuchende(r)!

Besten Dank für Ihre Frage, zu der ich Ihnen gerne Auskunft gebe wie folgt.

1.

Grundsätzlich rechnen Anwälte nach der Gebührentabelle gemäß Streitwert ab. Wenn die Anwältin also beim Erstellen der Scheidungsfolgenvereinbarung für Sie tätig geworden ist, dann entspricht es dem Rechtsanwaltsvergütungsgesetz, dass nicht nach Stunden, sondern nach dem Streitwert abgerechnet wird. Nur wenn ein Stundensatz für diese Tätigkeit vereinbart worden wäre, wäre nach Stunden abzurechnen. Aber nach Ihrer Schilderung gibt es leider keine solche Stundensatzvereinbarung.

2.

Für den Notar benötigen Sie keine Anwältin. Aber die Anwältin hat ihren Gebührenanspruch nicht durch die Beglaubigung bewirkt, sondern dadurch, dass eine Scheidungsfolgenvereinbarung zustandegekommen und von ihr aufgesetzt worden ist.

Weitere Informationen können Sie unter folgendem Link nachlesen:

https://www.unterhalt.net/scheidung/scheidungsfolgenvereinbarung/kosten.html

Wenn Sie sich ungerecht von der Anwältin behandelt fühlen, können Sie sich an die zuständige Rechtsanwaltskammer wenden. Diese vermittelt bei Gebührenstreitigkeiten zwischen Anwalt und Mandant. Sie können natürlich auch direkt mit der Anwältin über die Kostennote reden und anführen, dass Sie davon ausgegangen sind, dass nach Stunden abgerechnet wird.

Ich bedauere außerordentlich, Ihnen keine für Sie günstigere Auskunft geben zu können. Bitte bedenken Sie, dass ich Ihnen die Rechtslage nur schildern kann, weder heiße ich diese gut noch kann ich Einfluss darauf nehmen. Ich bin nur der Bote dieser Rechtsauskunft.

Bitte fragen Sie nach, wenn weiterer Klärungsbedarf besteht.

Sehr gerne helfe ich weiter.

Kunde: hat geantwortet vor 4 Monaten.
Vielen Dabnk für Ihre schnelle Antwort.
Die eigentliche Mediation hatte sie zum vereinbarten Stundensatz berechnet.
Hätte sie uns nicht aufklären müssen, dass sie für die Scheidungsfolgenvereinbarung nicht mehr als Mediatorin, sondern als Rechtsanwältin tätig ist und somit höhere Kosten auf uns zukommen? (Es geht etwa um Faktor 10!)

Es wäre ein Ansatzpunkt für Sie, sich auf eine Aufklärungspflicht zu berufen. Aber nach Ihrer eigenen Schilderung war klar, dass das eine ausdrücklich Mediation und das andere die Scheidungsfolgenvereinbarung war. Und dann kann auch unterschiedlich abgrechnet werden. Gleichwohl können Sie mit der Anwältin darüber sprechen, dass Sie davon ausgegangen sind, dass beides nach Stunden abgerechnet wird.

Bitte fragen Sie nach, wenn weiterer Klärungsbedarf besteht.

Sehr gerne helfe ich weiter.

Es gibt aber auch noch den § 49b Abs. 5 BRAO. Dort heißt es:

Richten sich die zu erhebenden Gebühren nach dem Gegenstandswert, hat der Rechtsanwalt vor Übernahme des Auftrags hierauf hinzuweisen.

Wenn die Anwältin nicht darauf hingewiesen hat, dass die Gebühren sich nach dem Gegenstandswert berechnen, d***** *****egt ein Verstoß gegen diese Hinweispflicht vor. Die Rechtsfolge einer solchen Hinweispflichtverletzung ist in der BRAO zwar nicht geregelt. Aber bezogen auf Ihren Fall lässt sich argumentieren, dass dieser fehlende Hinweis dazu führt, dass wie bei der Mediation abzurechnen ist.

Rechtsanwalt Krüger und weitere Experten für Verbraucherrecht sind bereit, Ihnen zu helfen.
Kunde: hat geantwortet vor 4 Monaten.
Vielen Dank für Ihre Unterstützung.
Das hilft mir schonmal weiter.
Ihnen ein schönes Wochenende!

Sehr gerne. Ich freue mich, wenn ich helfen konnte.

Alles Gute!