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Dr. Holger Traub
Dr. Holger Traub, Rechtsanwalt
Kategorie: Verbraucherrecht
Zufriedene Kunden: 8319
Erfahrung:  Vertragsrecht, Erbrecht, Arbeitsrecht, Immobilienrecht, Gesellschaftsrecht und Steuerrecht
88853042
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Dr. Holger Traub ist jetzt online.

Am 03.06.18 wurde mein Rückflug Reykjyvik-Hamburg von einer

Diese Antwort wurde bewertet:

Am 03.06.18 wurde mein Rückflug Reykjyvik-Hamburg von einer Kreuzfahrt aufgrund eines Stromausfalls und damit verbundener Sperrung des Flughafens Hamburg von ICELANDFAIR annulliert.
Die Passagiere wurden daraufhin von der Airline zurück zur Übernachtung in ein Hotel gebracht. Am nächsten Tag konnte beim erneuten Check-In kein Platz zur Verfügung gestellt werden. Bei ICELANDAIR herrschte allgemeines Chaos. Weder online noch telef. waren die angegebenen Hotlines erreichbar, vor dem Infoschalter standen Dutzende von Personen.
Ich entschloß mich deshalb zum Kauf eines neuen Tickets bei anderen Fluggesellschafte für meine Frau und mich, was Kosten in Höhe von ca. € 1.500 verursachte.
ICELANDAIR hat die Erstattung dieser Kosten unter Hinweis auf entprechendes "EU-Recht" abgelehnt. Daraus ergeben sich für mich folgende Fragen:
1. Ist diese Ablehnung der Kostenerstattung rechtens?
2. Falls ja, wie bekomme ich wenigstens die Kosten meiner im Kreuzfahrtpreis enthaltenen Tickets zurück? Mit der Kreuzfahrtgesellschaft hat diesbezüglich noch kein Kontakt stattgefunden.

Sehr geehrte(r) Ratsuchende(r),

es freut mich, dass Sie sich für die Nutzung von JustAnswer entschieden haben.

Ich bin Rechtsanwalt Dr. Traub und würde Ihnen gerne bei Ihrem Anliegen weiter helfen.

Bitte erlauben Sie mir zum mitgeteilten Sachverhalt folgende Nachfrage:

Habe ich es richtig verstanden, dass der Rückflug am Ende der Urlaubsreise war? Wurde Flug und Kreuzfahrt über einen Gesamtreiseveranstalter gebucht?

Vielen Dank.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Traub

-Rechtsanwalt-

Kunde: hat geantwortet vor 28 Tagen.

Sehr geehrter Herr Dr. Traub, ja es handelte sich bei dem Flug um die Rückkehr. Die Reise wurde als "Gesamtpaket" bei der Reederei über ein Reisebüro gebucht. Viele Grüße ***

Sehr geehrte(r) Ratsuchende(r),

vielen Dank für Ihre Rückmeldung. Gerne will ich Ihnen Ihre Frage auf Grundlage des geschilderten Sachverhalts beantworten und Ihnen bei Ihrem Anliegen weiterhelfen.

Nach der Europäsichen Fluggastrechtverordnung kann nicht ohne weiteres eine Kostenerstattung für einen Ersatzflug verlangt werden.

Flankiert wird dies dadurch, dass anerkannt ist, dass die Flugunternehmen in Ihren AGB Pauschalbeträge für Verspätungen und Flugstrecken festlegen können.

Der Grund liegt zum einen darin, dass Fluggesellschaften nicht für unvorhersehbare Ereignisse (insbesondere Naturereignisse) haften sollen. Weiter wäre ansonsten bei einer Verspätung die Fluggesellschaft unübersehbaren Erstattungsansprüchen ausgesetzt, wenn jeder Alternativflüge buchen könnte und die Gesellschaft die Kosten tragen müsste.

Was Sie auf jeden Fall geltend machen können ist ein Pauschalbetrag von je € 600 pro Person.

Wie sich das Flugunternehmen dann einlässt, bleibt abzuwarten. Wichtig ist insbesondere, aus welchem Grund die Annullierung erfolgt ist.

Ich hoffe, Ihre Frage hinreichend beantwortet zu haben. Für weitere Fragen stehe ich über den Button "Experten antworten" zur Verfügung.

Über eine positive Bewertung Ihrerseits (anklicken von 3 bis 5 Bewertungssternen) für meine Ausführungen würde ich mich sehr freuen.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Traub

-Rechtsanwalt-

Kunde: hat geantwortet vor 28 Tagen.

Sehr geehrter Herr Dr. Traub, ICELANDAIR beruft sich in ihrem Antwortschreiben auf meine Reklamation auf die EU Regulierung EC 261/2004, wonach in "außerordentlichen Umständen" keine monetäre Kompensation erfolgt. Die "außerordentlichen (außerhalb des Einflußbereichs der Airline liegenden) Umstände muß man in diesem Fall wohl konzedieren. Unbeantwortet bleibt aber m.E. dennoch die Frage nach der Erstattung der nicht erfolgten Beförderungsleistung. Schließlich hat die Reederei das Ticket bezahlt und ich zusätzlich beim ersten Check-In noch € 100,00 als Extragebühr für 2 Koffer. Die Erstattung von € 600 pro Person habe ich probeweise bei einem Portal für derartige Reklamationen versucht, und sie wurde im Prinzip auch akzeptiert (minus der entsprechenden Marge). Würde dann die Erstattung des von der Reederei bezahlten Tickets etc. zusätzlich möglich sein oder wäre das mit den € 600 dann "abgegolten"? Vielen Dank ***** ***** Grüße ***

Sehr geehrte(r) Ratsuchende(r),

die Problematik in Ihrem Fall liegt darin, dass die Fluggesellschaft im Streitfall nicht von einer "Nichtleistungserbringung" ausgeht, sondern von einer verspäteten Leistungserbringung. Denn die Fluggesellschaft hat sicherlich die gesamten Fluggäste an deren Zielorte gebracht. Aber eben verspätet.

Somit befinden wir uns in der Frage der Zumutbarkeit, namentlich, wie lange ein Warten zumutbar ist. Da die Fluggesellschaft sich um die Fluggäste kümmerte und diesen sogar Hotels besorgte, kann hierin keine evidente Schlechtleistung und insbesondere kein Verschulden der Fluggesellschaft zu sehen sein.

Ausnahme:

Sie können nachweisen, dass die Verzögerung/Annullierung nicht wegen Naturgewälten geschäh (was schwierig sein dürfte).

Vor diesem Hintergrund gehe ich auch davon aus, dass die Reederei eine vollständige Kostenübernahme ablehnt.

Aber versuchen sollten Sie es. Machen Sie den noch offenen Schadensbetrag ggü. der Reederei gelten.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Traub

-Rechtsanwalt-

Kunde: hat geantwortet vor 28 Tagen.

Sehr geehrter Herr Dr. Traub, ich habe wahrscheinlich ein Mißverständnis verursacht. Von der Reederei möchte ich nicht die "vollständige Kostenübernahme". Vielmehr wollte ich wissen, was mit den Kosten passiert, die als Rückflug in der Reise enthalten waren. Sind diese reklamierbar oder nicht weil Teil einer verspäteten Leistungserbringung? Dank und Gruß ***

Sehr geehrte(r) Ratsuchende(r),

ja, diese sind reklamierbar, wenn die Reederei hierdurch Aufwendungen erspart hat und die von Ihnen bezahlten Kosten von der Reederei nicht an die Fluggesellschaft zu leisten waren.

Dies hätte Ihnen die Reederei nachzuweisen.

Sie können daher die beschriebene Position ggü. der Reederei einfordern und müssten dann abwarten, wie sich die Reederei auf Ihre Forderung einlässt.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Traub

-Rechtsanwalt-

Kunde: hat geantwortet vor 27 Tagen.
Vielen Dank, ***** ***** Traub, eine einzige Frage hätte ich noch: Könnte es sein, dass der Fall auch über eine bestehende Reiserücktritts/Reiseabbruchversicherung reguliert werden kann?
Gruß
Günter Hilbig

Sehr geehrte(r) Ratsuchende(r),

gerne.

Das kommt auf die vertragliche Regelungen bzgl. der Versicherung an. Dieser ist hierfür einezige Anspruchsgrundlage. Ausgeschlossen ist es nicht.

Allerdings greifen Reiserücktritts-/Reiseabbruchversicherungen regelmäßig nur bei vorherigem Abbruch/Rücktritt. Auch geht der Rücktritt dann vom Buchenden aus.

Die Konstellation, dass am Ende der Reise noch eine Leistung nicht vollständig erbracht wird, wird regelmäßig nicht als Versicherungsfall in den Vertrag aufgenommen.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Traub

-Rechtsanwalt-

Dr. Holger Traub und 3 weitere Experten für Verbraucherrecht sind bereit, Ihnen zu helfen.
Kunde: hat geantwortet vor 27 Tagen.
Sehr geehrter Herr Dr. Traub, ich bedanke ***** *****ür Ihre Ratschläge und werde jetzt mit dem neu erworbenen "Hintergrundwissen" versuchen, wenigstens einen Teil meiner Kosten zurückzuholen.
Mit freundlichem Gruß
Günter Hilbig