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Dr. Holger Traub
Dr. Holger Traub, Rechtsanwalt
Kategorie: Verbraucherrecht
Zufriedene Kunden: 8740
Erfahrung:  Vertragsrecht, Erbrecht, Arbeitsrecht, Immobilienrecht, Gesellschaftsrecht und Steuerrecht
88853042
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Dr. Holger Traub ist jetzt online.

ich hatte im Oktober 2017 mit einem großem

Kundenfrage

ich hatte im Oktober 2017 mit einem großem Bildungsanbieter einen Vertrag für eine Supervisionsausbildung geschlossen;

In der Weiterbildungsbeschreibung hatte dieser, neben den Schulungskosten, Kosten für die Lehrsupervision in Höhe von ca. 2500 Euro angegeben. Die gesamten Kosten hat mir mein Arbeitgeber, nach Prüfung der Unterlagen, zu 50 % bezuschusst. In der Weiterbildungsbeschreibung wurde die Anzahl der Lehrsupervisionen aufgeteilt in die Einsteigerstufe und Aufbaustufe. Ich bin mit 17 weiteren Personen, alle sind wie ich Quereinsteiger, in den Aufbaukurs aufgenommen worden. An keiner Stelle ist im Vorfeld mitgeteilt worden, dass die alleinige Teilnahme an der Aufbaustufe die gesamte Anzahl der Lehrsupervisionen beinhalten muss um zertifiziert zu werden. Jetzt müssen wir daher 50 statt, wie im Vorfeld angenommen, 25 Std. Lehrsupervision ableisten. Dazu kommt, dass nun die Kosten für die Lehrsupervision auf 5000 bis 6000 Euro taxiert werden. Der Kostenrahmen von ca. 2500 Euro, so die Lehrbeauftragte, entspräche Bedingungen wie sie vor 30 Jahren gegeben hatte. Sie bezeichnete die, im Vorfeld herausgegebene Kostenaufstellung, als vollkommen unrealistisch. Ich kann das mit meinem Arbeitgeber nicht nach verhandeln und stehe jetzt vor der riesigen Herausforderung diesen Betrag aufzubringen. Statt wie angenommen ca. 1250 Euro für 25 Lehrsupervisionen soll ich nun ca 6000 für 50 Lehrsupervisionen aufbringen. Die Lehrsupervisionen sind mit einem externen Supervisor abzuschließen, daher nicht Bestandteil des Vertrages. Dieser ist aber nicht frei wählbar, er muss den Kriterien des Verbandes entsprechen. Ich war davon ausgegangen, dass wenn der Anbieter Kosten in der Höhe von ca 2500 Euro benennt, er auch Lehrsupervisoren verpflichtet hat, die für eine solche Summe buchbar sind. Er benennt aber nur Supervisoren, die zu dem realen Marktpreise von ca 120 Euro die Stunde tätig werden. Ich fühle mich hier betrogen, zumal ich aufgrund der Kostenaufstellung mich für diesen Anbieter entschieden habe. Wie kann ich mich wehren? Freundliche Grüße

Gepostet: vor 4 Monaten.
Kategorie: Verbraucherrecht
Kunde: hat geantwortet vor 4 Monaten.
Ich habe Ihnen die Broschüre in den Anhang gesetzt.
Experte:  Dr. Holger Traub hat geantwortet vor 4 Monaten.

Sehr geehrte(r) Ratsuchende(r),

vielen Dank für die Nutzung von JustAnswer. Gerne will ich Ihnen Ihre Frage auf Grundlage des geschilderten Sachverhalts beantworten und Ihnen bei Ihrem Anliegen weiterhelfen.

Prinzipiell gilt der Grundsatz, dass geschlossene Verträge zu erfüllen sind.

Gleichzeitig hat der Gesetzgeber jedoch auch die Möglichkeit gegeben, dass sich niemand an einer vertraglichen Erklärung festhalten lassen muss, über die er sich geirrt hat oder die er so (auch aufgrund eines sich nachträglich ergebenden höheren Preises) so nicht schließen wollte.

Als rechtliche Möglichkeiten existieren hier der Wegfall der Geschäftsgrundlage nach § 313 BGB und die Möglichkeit der Anfechtung eines Vertrags nach § 119 BGB. Insbesondere letztere ermöglicht Ihnen eine nachträgliche Beseitigung des Vertrags, wenn Sie sich über vertragswesentliche Umstände wie Preis, Dauer, Leistung etc. geirrt haben. Bei wirksamer Anfechtung erlischt der Vertrag rückwirkend, vgl. § 142 BGB.

Sie sollten daher - wenn Sie sich von dem Vertrag lösen wollen - vorsorglich eine Anfechtung ggü. Ihrem AG und dem Unternehmen bzgl. des Fortbildungsvertrags unverzüglich, schriftlich und nachweisbar abgeben. Weiter können Sie argumentieren, dass wegen Dissens schon gar kein Vertrag zustande kam, vgl. §§ 145 ff. BGB.

Hilfsweise kann mit dem Wegfall bzw. der Störung der Geschäftsgrundlage argumentiert werden.

Ich hoffe, Ihre Frage hinreichend beantwortet zu haben. Für weitere Fragen stehe ich über den Button "Experten antworten" zur Verfügung.

Über eine positive Bewertung Ihrerseits (anklicken von 3 bis 5 Bewertungssternen) für meine Ausführungen würde ich mich sehr freuen.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Traub

-Rechtsanwalt-

Kunde: hat geantwortet vor 4 Monaten.
Sehr geehrter Herr Traub,
Leider befriedigt mich diese Antwort nicht. Ich möchte den Vertrag nicht auflösen. Ich habe ein berechtigtes Interesse daran, das die im Vorfeld benannten Bedingungen so erfüllt werden, wie angegeben. Zudem wäre eine Vertragsauflösung für mich mit Nachteilen verbunden. Ich als Laie erkenne in dem Sachverhalt eine Täuschung und unlauteren Wettbewerb. Es kann doch nicht sein, daß ein Anbieter so wirbt und dann nur billigend in Kauf nehmen muss das Einzelne den Vertrag für nichtig erklären. Die Mehrheit will dann trotz allem den Abschluss und beißt die Zähne zusammen. Welche Möglichkeiten habe ich also wenn ich einfordern möchte was im Vorfeld beworben wurde?
Freundliche Grüße
Kunde: hat geantwortet vor 4 Monaten.
Sehr geehrter Herr Dr. Traub,
bitte beantworten Sie doch meine Frage. Das wäre sehr nett.
Freundliche Grüße