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RASchiessl
RASchiessl, Rechtsanwalt
Kategorie: Verbraucherrecht
Zufriedene Kunden: 28810
Erfahrung:  Langjährige Tätigkeit auf dem Gebiet des Zivilrechts
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RASchiessl ist jetzt online.

Hallo, ich habe mir ein Klavier von einer Firma

Diese Antwort wurde bewertet:

Hallo, ich habe mir ein Klavier von einer Firma transportieren lassen, die sich selbst als darauf spezialisiert bezeichnet. Es ist ein altes furniertes Klavier mit deutlichen Gebrauchsspuren. So wurde das auch dokumentiert. Während des Transportes ist ein etwa 2 €Stück großes Teil des Furniers herausgebrochen. Und das an prominenter Stelle vorne. Dies verunstaltet das Klavier deutlich, auch wenn es sonst keine Schönheit ist. Ich habe freundlich verlangt, dass der Schaden behoben wird auf deren Kosten. Die Firma weigert sich mit Verweis auf den schlechten Zustand des Klaviers und sagt da könne schon beim bloßen Anfassen etwas herausbrechen. Also am gesamten restlichen Klavier bricht mitnichten etwas durch bloßes Anfassen heraus und auch am der strittigen Stelle halte ich das für eine Ausrede. Kann ich mich wehren? Herzlich ***

Sehr geehrte Ratsuchende,

haben Sie vielen Dank für Ihre Anfrage.

Natürlich können Sie sich gegen die Behauptung zur Wehr setzen und Schadensersatz verlangen.

Nach § 425 HGB haftet Ihnen das Umzugsunternehmen auf Schadensersatz während des Obhutszeitraums. Allerdings wird nach § 425 II HGB berücksichtigt wenn das Transportgut bereits einen besonderen Mangel aufweist, das Gut zum Beispiel schon vorgeschädigt war und es deshalb zum Schaden gekommen ist. Allerdings ist der Spediteur für eine solche Behauptung beweispflichtig.

Wenn also der Spediteur auf Ihr freundliches Verlangen hin nicht reagiert, dann sollten Sie diesen formell auffordern, den Ihnen entstandenen Schaden (Rechnung, Kostenvoranschlag) binnen einer Frist von 14 Tagen ab Briefdatum zu begleichen. Sollte innerhalb dieser Frist keine Zahlung erfolgen, dann wäre der nächste Schritt eine gerichtliche Geltendmachung Ihres Anspruchs. In diesem gerichtlichen Verfahren wird dann auch die Frage geklärt, ob das Klavier bereits vorgeschädigt war. Das Gericht wird hierzu dann einen Gutachter befragen und der Gutachter wird das Klavier beziehungsweise die Aufnahmen vom Schaden in Augenschein nehmen.

Über eine positive Bewertung meiner Antwort würde ich mich sehr freuen.

Mit freundlichen Grüßen

Hans-Georg Schiessl

Rechtsanwalt

Kunde: hat geantwortet vor 1 Jahr.

Hallo,

danke für Ihre Antwort. Für mich ist die Schwierigkeit

1. Wie kann ich denn das Unternehmen in die Beweispflicht nehmen?

2. Die zweite Schwierigkeit ist, dass ich ja das Klavier nicht einfach so zu einem Klavierbauer bringen kann, da das mit erheblichem Aufwand und Kosten verbunden ist. Und einen Klavierbauer hierzubewegen, wenn völlig unklar ist, ob ich reparieren lasse...

Ich habe das Klavier für meine Kinder transportieren lassen. Und es funktioniert ja technisch gut. Dennoch ist das ganze sehr enttäuschend, da selbst der Transport mir schon fast finanziell das Genick gebrochen hat. Und jetzt scheint es meine Kräfte zu übersteigen diese Firma bzw. deren Versicherung in die Pflicht zu nehmen.

Ich vermute wirklich da war einer nicht vorsichtig und dachte 'Na ja, das alte Teil und da rede ich mich raus.'

Sehr geehrte Ratsuchende,

zu Ihrer ersten Frage:

1. Sie brauchen einen Nachweis, dass das Klavier vor dem Transport unbeschädigt war und bei Aufstellen des Klaviers sich der geschilderte Schaden am Klavier befunden hat. Diesen Beweis werden Sie nur durch einen Zeugen erbringen können. Einen Beweis brauchen Sie allerdings dann nicht, wenn die Beschädigung durch den Spediteur nicht bestritten wird.

2. Die Kosten die durch die Reparatur entstehen, sind Teil des Schadensersatzes. Wenn also das Klavier erneut transportiert werden muss dann sind diese neuen Transportkosten teil des Schadensersatzes, ebenso die Mehrkosten die der Klavierbauer für einen "Hausbesuch" in Rechnung stellt.

Über eine positive Bewertung meiner Antwort würde ich mich sehr freuen.

Mit freundlichen Grüßen

Hans-Georg Schiessl

Rechtsanwalt

Kunde: hat geantwortet vor 1 Jahr.

Hallo,

zu 1. Ich habe Vorher/Nachher Fotos, auf denen deutlich erkennbar ist, dass es das gleiche Klavier ist. Als Zeuge käme die Vorbesitzerin in Frage. Diese war allerdings beim Abtransport nicht persönlich da, sondern jemand anderes hat in ihrem Auftrag das Klavier übergeben bzw. die Tür geöffnet zum Abtransport. Reicht das als Beleg von meiner Seite? Die Firma scheint - bis jetzt - auch nicht zu bestreiten, dass der Schaden durch sie ist. Sie sagen nur, er sei durch den Zustand des Klavieres hervorgerufen.

2. Ich verstehe, dass all das genannte Teil des Schadensersatz ist. Ich habe halt Angst, dass es nicht dazu kommt und ich dann auf noch mehr Kosten sitzenbleibe, die ich schlicht nicht bestreiten kann.

Sehr herzlich danke ***** *****!

Sehr geehrte Ratsuchende,

Vorher/Nachher Fotos sind natürlich ein wichtiges Indiz und können den Nachweis durchaus führen. Sie sollten allerdings sich zusätzlich noch nach der Person erkundigen, die das Klavier übergeben hat. Diese kann natürlich als Zeuge in Betracht kommen. Dies wird natürlich nur dann relevant wenn die Gegenseite die Schadensverursachung bestreiten sollte.

2.

Sie können natürlich die Reparatur des Klavier zurückstellen und erst dann reparieren, wenn Sie den Schadensersatz erhalten haben. Es reicht insoweit aus, wenn Sie zum Schadensnachweis einen Kostenvoranschlag vorlegen.

Über eine positive Bewertung meiner Antwort würde ich mich sehr freuen.

Mit freundlichen Grüßen

Hans-Georg Schiessl

Rechtsanwalt

RASchiessl und weitere Experten für Verbraucherrecht sind bereit, Ihnen zu helfen.

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Kunde: hat geantwortet vor 1 Jahr.

Sehr geehrter Herr Schiessl,

herzlichen Dank für Ihre Kompetente Beantwortung meiner Fragen!

Ich habe jetzt nachgedacht und genug Rüstzeug, denke ich.

Klasse!

Gerne!!