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RASchiessl
RASchiessl, Rechtsanwalt
Kategorie: Verbraucherrecht
Zufriedene Kunden: 27792
Erfahrung:  Langjährige Tätigkeit auf dem Gebiet des Zivilrechts
32916861
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RASchiessl ist jetzt online.

Sehr geehrte Damen und Herren, es geht um einen Vertrag

Diese Antwort wurde bewertet:

Sehr geehrte Damen und Herren,

es geht um einen Vertrag von mir und meiner Frau mit einem Sportstudio, der Servus Fitness, vormals injoy in München.

Nach einer Vorlage des Verbraucherschutzes aus dem Internet haben wir den Vertrag gekündigt, Grund ist mein Umzug von München nach Freiburg. Die Kette hält hier in Freiburg kein Angebot vor. Gleichzeitig haben wir die Einzugsermächtigung widerrufen.

Das Studio ist aber der Meinung, ein Umzug sei kein Grund für eine außerordentliche Kündigung, es gäbe dazu keine schriftliche Zusatzvereinbarung, und verlangt (bis Mai 2014) alle Beiträge im voraus bis 15.10.13. Für mich und meine Frau sind dies zusammen über 1200,- €.

Besteht eine Chance, dagegen vorzugehen- und wenn ja, in welcher Form?

Danke XXXXX XXXXX Unterstützung!

M. Geiben-Bedivan
Sehr geehrter Ratsuchender,

vielen Dank XXXXX XXXXX Anfrage.


Nach der Rechtsprechung (AG Bonn, Urteil vom 12.08.2009 - 104 C 311/09)stellt ein Umzug des Kunden im Rahmen eines Fitnessstudiovertrags in der Regel keinen wichtigen Grund gemäß § BGB § 314 BGB dar (vgl. LG München ZGS 2008, ZGS Jahr 2008 Seite 357).

Voraussetzung für eine außerordentliche Kündigung aus wichtigem Grund ist, dass dem Kündigenden die Fortsetzung des Vertragsverhältnisses unter Berücksichtigung aller Umstände des Einzelfalles und unter Abwägung der beiderseitigen Interessen nicht zugemutet werden kann. Dies ist im Allgemeinen nur dann anzunehmen, wenn die Gründe, auf die die Kündigung gestützt wird, im Risikobereich des Kündigungsgegners, also hier Ihres Fitnessstudios liegen.

Nach der Risikoverteilung des Vertrags liegt ein möglicher Umzug in der Risikosphäre des Kunden, begründet daher keinen wichtigen Grund zur außerordentlichen Kündigung.

Ihre Chancen gegen die Forderung des Studios vorzugehen sind somit angesichts der Ansicht in der Rechtsprechung leider schlecht.

Sie sollten sich daher an das Studio wenden und versuchen eine gütliche Einigung herbeizuführen.

Da der Vertrag noch läuft hat das Studio natürlich keinen Anspruch auf Zahlung der kompletten Vertragssumme sondern nur auf die monatlichen Raten. Wenn eine Einigung erfolgen soll dahingehend dass ein Einmalbetrag gezahlt werden soll dann muss natürlich ein Abschlag erfolgen (Ersparte Aufwendungen, weniger Verwaltungskosten, Zinsvorteil).

Sie sollten dem Studio ein Angebot unterbreiten welches deutlich unter den 1200 EUR liegt.



Wenn Sie weitere Fragen haben, dann fragen Sie gerne nach.

Ansonsten bitte ich Sie höflich meine Antwort positiv zu bewerten und damit das ausgelobte Honorar freizugeben.




Mit freundlichen Grüßen

Hans-Georg Schiessl
Rechtsanwalt
RASchiessl und 2 weitere Experten für Verbraucherrecht sind bereit, Ihnen zu helfen.