So funktioniert JustAnswer:
  • Fragen Sie einen Experten
    Tausende Experten in über 200 Kategorien.
  • Erhalten Sie eine professionelle Antwort
    Per E-Mail oder sofortiger Benachrichtigung, während Sie auf unserer Website warten. Stellen Sie ggf. weitere Anschlussfragen.
  • 100%ige Zufriedenheit garantiert
    Bewerten Sie die erhaltene Antwort.
Stellen Sie Ihre Frage an Ariel Landsman.
Ariel Landsman
Ariel Landsman, Veterinary Counselor | Tierheilpraktiker
Kategorie: Tiermedizin
Zufriedene Kunden: 3
Erfahrung:  Tierheilpraktiker | Complementary Practitioner
106935902
Geben Sie Ihre Frage in der Kategorie Tiermedizin hier ein
Ariel Landsman ist jetzt online.

Hallo- ein Marder hat zehn Hühner getötet. Eins hat schwer

Diese Antwort wurde bewertet:

Hallo- ein Marder hat zehn Hühner getötet. Eins hat schwer verletzt überlebt und berappelt sich aber. Deutschland ist tollwutfrei- dennoch besorge ich mich , kann ich das Huhn bedenkenlos gesund pflegen ? Komnte ich mich bei der Entsorgung der Kadaver mit etwas infizieren?

Zunächst einmal bedauere ich, was geschehen ist und hoffe, Sie verkraften es seelisch gut.

Nun zur Sache: Deutschland ist nicht mit Absolutheit “tollwutfrei”. Nimmt man es streng, kommen in Fledermäusen sehr ähnliche Erreger vor, die keineswegs harmlos sind.

Ein Teil der deutschen Fledermauspopulation ist mit Lyssaviren infiziert. Man muss diese Form zwar von der klassischen Tollwut unterscheiden, aber wenn Tiere und Menschen sich mit diesen Erregern anstecken, gelangen sie potentiell trotzdem in Lebensgefahr. Die Wahrscheinlichkeit ist laut Experten und Fachliteratur sehr gering, doch wird man von einem infizierten Tier oder einem Zwischenwirt gekratzt, gebissen (oder Ähnliches) sollte man eine entsprechende prophylaktische Behandlung mit einem Arzt schnellstmöglich besprechen.

Oder, um es einfacher zu sagen: Es ist extrem unwahrscheinlich, dass im beschriebenen Fall eine Gefahr besteht; ganz ausschließen kann man sie jedoch nicht, wenn man seinen Beruf ernst nimmt. Ich rate daher, zur Kontaktaufnahme mit dem nächstgelegenen tier- und humanmedizinischen Bereitschaftsdienst. Denn sicher ist sicher.

Für Rückfragen stehe ich gerne hier zur Verfügung.

Herzlich Ihr

Ariel Landsman

PS: Sollte Ihnen meine Antwort geholfen haben, wäre es nett, wenn Sie mich positiv bewerten. Dies hilft uns allen, das Qualitätsniveau der Antworten hoch zu halten.

Kunde: hat geantwortet vor 2 Monaten.
Danke für ihre Antwort, aber meinen Sie denn , irgendjemand würde mich, der ja gar keinen Kontakt zu einem lebenden Tier hatte, impfen ? Das verletzte Huhn habe ich nicht berührt, bis jetzt, die Toten mit einem Handschuh eingesammelt. Ich bin also definitiv von nichts gekratzt oder gebissen worden. Und eher würde ich das Huhn töten , als mich impfen zu lassen...

Das ist eine Frage, die in den Bereich der Humanmedizin fällt. Keinesfalls will ich Sie in Aufregung versetzen, aber zu sagen es gäbe kein Restrisiko, wenn man nicht dabei war (und kein Humanmediziner obendrein) wäre nicht seriös.

Letztendlich ist es kein allzu großer Aufwand, beim für Ihre Region zuständigen humanmedizinischen Bereitschaftsdienst, bspw. in einer größeren Klinik, anzurufen und die Besorgnis mit dem diensthabenden Arzt zu besprechen.

Wir sprechen hier von einem Restrisiko, aber ich war nicht dabei und weiß nicht ob und wie Sie mit Körperflüssigkeiten der Tiere in Kontakt kamen. Daher wäre es fahrlässig zu sagen, “vergessen Sie es einfach”. Zumal ich ein Experte für Vögel bin und kein Humanmediziner. Jedoch wissen wir, dass es das beschriebene Virus gibt, vornehmlich in Fledermäusen und dass Füchse und Marder weiter Risikotiere bleiben.

Daher gebe ich Ihnen als Experte für Vögel und deren Leiden den Rat, einfach telefonisch Kontakt mit dem diensthabenden Humanmediziner in Ihrer Region aufzunehmen, am besten eben mit einer etwas größeren Klinik. Da Sie ein Mensch sind und Ihre Sorge sich primär auf Sie bezieht, ist das ein einfaches Prozedere, um Ihrer Besorgnis adäquat entgegenkommen zu können.

Ich würde es an Ihrer Stelle exakt so machen, um dann gut beraten durch einen Humanmediziner unter anschließender Konsultation eines lokalen Tierarztes das Huhn ohne Sorge pflegen zu können.

Es ist verständlich, wenn Sie eine einfachere und schnell komplett beruhigende Antwort haben möchten; aber auch wenn es nur um kleine Restrisiken geht: es ist und bleibt zuvorderst eine humanmedizinische Fragestellung.

Das Huhn zu töten, wäre im Übrigen auch keine Lösung. Denn damit würden Sie sich wiederum einem Restrisiko aussetzen und tierschutzrechtlich wäre es auch nicht i.O. - da müsste der Veterinär gerufen werden.

Also, einfach im nächstgelegenen größeren Krankenhaus anrufen, den Diensthabenden verlangen und den Fall schildern. Dort liegt die Kompetenz und Verantwortung in diesem Fall.

Wenn es Sie beruhigt: sogar ich musste das schon drei Mal tun, weil ich Kontakte mit Restrisiko bzgl. seltener Erreger hatte - einfach um sicher zu sein.

Ich bin jetzt noch weiter erreichbar. Melden Sie sich ruhig wieder.

Ihr

Ariel Landsman

Kunde: hat geantwortet vor 2 Monaten.
Also: alles was ich fand sagt mir in Berlin wird nicht mal beim Biss von Hund oder Katze geimpft. Ich finde gut, dass sie keine unseriösen Dinge empfehlen, aber Deutschland gilt als tollwutfrei- ich wollte ja in erster Linie wissen, ob ein Huhn Tollwut haben kann. Entsorgt habe ich die Kadaver schon gestern mittag...Es müsste also eine Fledermaus einen Marder infiziert haben, der dann Speichel auf die Kadaver, den ich dann beim ausziehen des Handschuhes auf mich übertragen habe, ist es so unglaublich unwahrscheinlich in einem als tollwutfrei geltenden Land, das ich ziemlich sicher bin heute nacht mehr Aufregung bei einem Diensthabenden zu verursachen als das ich beruhigt werde.Wir müssen ja auch festhalten, dass der letzte Tollwuttot in Deutschland vor 10 Jahre nach Hundebiss aus Marokko kam. Aber ich danke ***** *****ür ihre Achtsamkeit!
Kunde: hat geantwortet vor 2 Monaten.
Aber um auch Sie zu beruhigen : ich habe angerufen, das macht nur tagsüber das Tropeninstitut und es kommt nicht auf Stunden an :-) . Es gibt dafür nachts keine Behandlung in Berlin. ich werde da maorgen früh anrufen und das Hun einem Veterinär zuführen!

Sie haben Recht, dass das Szenario sehr, sehr unwahrscheinlich ist. Daher war stets die Rede von “Restrisko”. Jedoch müssen wir hier seriös bleiben und die Lyssaviren sind ein durchaus virulentes Thema. Außerdem gibt es noch weitere Krankheitserreger, die relevant sein können.

Wichtig ist, dass Sie die Sache aus zwei Blickwinkeln betrachten: einerseits ist dort ein verletztes Huhn, das tiermedizinischer Hilfe bedarf. Diese zu veranlassen oder zu leisten obliegt Ihnen als Halter. Als Spezialist für Vögel ist dies etwas, zu dem ich Sie ermutigen möchte. Ein Tierarzt wird Ihnen dabei sicher gerne helfen.

Andererseits sind Sie als Mensch mit einer Sorge auf uns zugekommen, die auch eine humanmedizinische Seite hat, und damit außerhalb unserer Kompetenz, Sie “beruhigend zu beraten”. Ob die von Ihnen zurecht als unwahrscheinlich bezeichnete Verkettung von Ereignissen einen Humanmediziner veranlasst, Sie vorsorglich zu behandeln, vermag ich nicht zu sagen. Es gehört aber zur Sorgfaltspflicht und zum seriösen Arbeiten, sie auf dieses Restrisiko außerhalb meines Fachgebietes aufmerksam zu machen. Ernsthaftigkeit und Umsicht schreiben wir hier groß.

Ich hoffe sehr, Sie vielleicht nicht vorschnell beruhigt zu haben, Ihnen aber einen klaren und sicheren Weg aufgezeigt zu haben.

Ihnen wünsche ich weiter starke Nerven und dem Huhn gute Besserung!

Es freut mich als Vogelexperten, dass Sie sich um das Tier kümmern.

Die Humanmediziner werden Sie mit Ihrem “Restrisiko” ernst nehmen, versprochen! Und dem Huhn drücke ich beide Daumen, dass es durchkommt. Ein Tierarzt vor Ort kann gewiss die Heilung deutlich beschleunigen.

Ihre Sorge ehrt Sie!

Herzlich,

Ihr Ariel Landman

PS: Bin ggf. noch erreichbar.

Ariel Landsman und weitere Experten für Tiermedizin sind bereit, Ihnen zu helfen.