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Tierarzt - Homöopathie
Tierarzt - Homöopathie, Dr. med. vet.
Kategorie: Tiermedizin
Zufriedene Kunden: 12821
Erfahrung:  Approbation (1986), Zusatzbezeichnung Homöopathie (1991), eigene Kleintierpraxis seit 1996
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Hallo !Sie haben mir schon einige Male wertvollen Rat gegeben,

Diese Antwort wurde bewertet:

Hallo !
Sie haben mir schon einige Male wertvollen Rat gegeben, deshalb wende ich mich wieder an Sie.
Mein Hund ist ein Havaneser-Rüde, 4 Jahre, unkastriert ... und das soll eigentlich auch so bleiben.
Seit der letzten Läufigkeit vieler im Stadtteil wohnender Weibchen (November 2014) hat sich mein Hund sehr verändert. Er ist selbstbewusster und sehr verträglich geworden, schnüffelt vermehrt und reagiert leider kaum noch auf den Rückruf. Glücklicherweise läuft er nicht weg, sodass ich ihn sogar im Wald noch unangeleint laufen lassen kann. Allerdings kann ich ihn nicht heranrufen, sieht er andere Hunde ist er voller Freude und nicht mehr abrufbar.
Die Pfeife die zuvor zu 99% erfolgreich eingesetzt werden konnte, hat nun eine Quote von 0%.
Ansonsten ist er gesund, frisst und schläft gut und ist ausgeglichen.
Wir betreiben viele Hundesportarten.
Im vergangenen Monat war ich mit ihm beim Tierarzt, das große Blutbild und die Kot-Untersuchung zeigen keine Abweichungen von den Normwerten.
Der Tierarzt möchte meinen vierbeinigen Schatz auch nicht kastrieren und hofft, dass mein vieles Training die Rückrufmöglichkeit wiederbringt.
Das ist aber leider bisher nicht so !
Nun denke ich darüber nach, meinem Hund Agnus-Castus zu geben.
Was halten Sie davon?
Wenn ja, in welcher Dosierung.
Ich habe gelesen, dass 1 Gabe (5 Globuli) C30 pro Tag ratsam wäre.
Ich hoffe, dass Sie mich auch bei diesem Problem unterstützen können.

Hallo,

ich persönlich gebe Agnus castus oft in der C30 1x/Woche und zusätzlich Agnus castus D4 3x tgl.


Da es sich hier um einen natürlichen Vorgang handelt, kann man auf natürliche Weise nur ein wenig bremsen (siehe unten), am wirkungsvollsten wäre aber natürlich die Kastration (möglich auch mit Transponder/Chip zum "Ausprobieren" und für´s Gehorsamkeitstraining).

Eine Kastration würde voraussichtlich folgende Veränderungen bringen:
- keine Ruhelosigkeit durch läufige Hündinnen mehr
- Aggression von anderen Rüden vermindert, evtl. etwas vermehrte Aggression durch fremde Hündinnen (einzelne Hündinnen sind gegen kastrierte Rüden etwas aggressiv)
- das sonstige Verhalten Ihres Rüden wird sich nicht ändern
- evtl. etwas ruhiger
- etwas höhere Neigung zum Dickwerden (läßt sich aber durch disziplinierte Fütterung und genug Bewegung vermeiden)

Man unterscheidet grundsätzlich die chemische und die chirurgische Kastration.

1. chemische Kastration (geeignet zum Ausprobieren der Auswirkungen):
Das gebräuchlichste und nebenwirkungsärmste Präparat ist ein Chip, das Suprelorin-Implantat. Es wird zwischen den Schulterblättern unter die Haut injiziert und kann dort in der Regel folgenlos lebenslang verbleiben. Die Wirkung tritt nach etwa 4-6 Wochen ein und hält etwa ein halbes Jahr oder ein ganzes Jahr (je nach Stärke des Implantats).
http://www.vetpharm.uzh.ch/reloader.htm?tak/05000000/00059061.01?inhalt_c.htm
Ein anderes Mittel ist Delmadinon (Gestagen und Antiandrogen, tardastrex, pfizer), es wirkt kürzer, bei mehrfacher Anwendung sind hier die Nebenwirkungen höher http://139.18.70.138/fachinfo/t/tardastrex_10mgml_spc_2007-12.pdf
Wirkdauer nur 4 Wochen; sollte wegen der Nebenwirkungen nicht in Langzeitanwendung gegeben werden.

Früher wurde in Deutschland oft Androcur (Cyproteron, Antiandrogen, Gestagen) verwendet, gibt es aber nicht mehr , http://www.vetpharm.uzh.ch/reloader.htm?wir/00000209/8660_05.htm?wir/00000209/8660_00.htm

chirurgische Kastration
dabei werden die Hoden in der Regel durch einen einzigen Schnitt in der Mittellinie entfernt. Dies geschieht natürlich unter Vollnarkose. Dies würde ich aber auch nur machen lassen, wenn alles andere nicht helfen sollte.

Statt mit Agnus castus könnten Sie auch versuchen, den übersteigerten Trieb etwas zu reduzieren mit der Gabe von:
Platinum D200 1x/ Woche und Origanum D6 3x täglich oder

Da es sich im Grunde aber um ein normales lebenserhaltendes Verhalten handelt, ist nur ein begrenzter Erfolg möglich.

Hilfreich ist es, den Hund viel zu beschäftigen (insbesondere Suchspiele) und mit ihm in Gegenden spazieren zu gehen, in denen es keine läufigen Hündinnen gibt (so wie Sie es ja schon machen) und ihn anzuleinen (was aber auf Dauer ja keine Lösung ist).



Ich hoffe, daß ich Ihnen etwas helfen konnte, und bitte Sie, meine Antwort positiv zu bewerten, damit meine Arbeit bezahlt werden kann. Im Voraus besten Dank. Falls noch Fragen bestehen, antworte ich natürlich gern noch mal.

Alles Gute & freundliche Grüße aus Nürnberg,

Udo Kind

PS:

es ist prima , daß Ihr Hund in den meisten Fällen so gut auf Sie hört; man sollte ihn aber im Notfall auch bei läufigen Hündinnen zu sich her rufen können (um ihn z.B. aus einer Gefahr rausholen zu können).


In diesem link finden Sie viele gute Tipps, um Ihrem Hund das leinenfreie Laufen in gefahrloser Umgebung zu ermöglichen:
http://www.dogs-magazin.de/erziehung/auslauf-fuer-den-hund-20131.html

Zunächst müßten Sie ein Training mit Leine und Laufleine mit dem Hund absolvieren.
Lassen Sie Ihren Hund in unbekannter Umgebung zuerst mit Geschirr und Laufleine laufen. Wechseln Sie öfter die Richtung, belohnen Sie sofort, wenn der Hund folgt.

Das Gleiche dann ohne Leine.

Lassen Sie Ihren Hund beim Spaziergang Lieblingsfutter suchen (in Ihrer Nähe), so wird der Spaziergang insgesamt und Ihre Nähe im Besonderen interessanter und attraktiver (Ablenkungen außerhalb sind dann weniger interessant). Unterstützend ist, wenn Ihr Hund auch noch wirklich etwas hungrig ist (dann geht es auch bei Hunden, die keine so guten Fresser sind; also vorher nicht zu reichhaltig füttern), dann ist das Futtersuchen noch interessanter und belohnender. Sie geben dem Hund immer wieder kleine Hinweise wo er suchen muß und – oh wie toll ! – dort wo Sie hinzeigen ist das Futter tatsächlich. Dies können Sie auch zu Hause z.B. mit Futtersuchen unter mehreren Plastikbechern trainieren. Gut ist auch, das Lieblingsspielzeug Ihres Hundes nur noch beim Spazierengehen zu verwenden, von Ihnen zugeteilt, so werden Sie für Ihren Hund noch wichtiger und er konzentriert sich mehr auf Sie (als das „kluge Leittier“) als auf die weite Umgebung.

Folgende Maßnahmen sind allgemein unterstützend hilfreich:

- beschäftigen Sie Ihren Hund möglichst viel (Spazieren, Spiele, Suchspiele ( einen Teil des täglichen Futters suchen lassen, hilfreich ist hier der Futterwürfel "Buster cube"). Suchspiele fordern und fördern den Hund, ganz nebenbei lernt er auch Gehorsam.
-Hunde haben eine Assoziationszeit von 3-4 Sekunden, d.h. sie verbinden die Reaktion des Menschen mit dem, was sie in den letzten 3-4 Sekunden gemacht haben. Belohnen sollten Sie Ihren Hund nur, unmittelbar nachdem er etwas Erwünschtes gemacht hat. Lieblingsfutter sollte es nur noch als "positiven Verstärker " geben (und nicht einfach so). Unerwünschtes Verhalten: Stoppen kann man ein Verhalten ebenfalls nur bei Beginn (Nein und Sitz machen lassen), spätere Bestrafung ist wirkungslos und stört das Vertrauen des Hundes zum Besitzer

- Vor jeder angenehmen Tätigkeit (Fressen, Spazieren etc.) einen Befehl (z.B. Sitz) ausführen lassen. Nichts ist umsonst
-Rangfolgetraining: Hund geht erst als 2. durch eine Tür; Hund wird erst gefüttert, nachdem Besitzer gegessen hat; Manche Plätze (z.B. Sofa) dürfen nur mit Erlaubnis und Aufforderung durch Besitzer betreten werden

Damit Ihr Hund in besonderen Situationen auf Sie hört, müssen Sie für Ihren Hund im ganz normalen Alltag noch mehr zum "Nabel der Welt" werden. Dies errreichen Sie z.B. durch:
- Futtersuchspiele: Futter verstecken und Sie zeigen dem Hund wo er suchen soll; z.B. auch Futter unter Bechern verstecken, Sie zeigen auf den Richtigen.
- Hund muß vor jedem Angenehmen eine Aufgabe erfüllen.
- Spielzeug ("Beute") wird von Ihnen zugeteilt und entfernt.
- es gibt Plätze, die Ihr Hund nur nach Ihrem Einverständnis betreten darf
- Sie gehen als erster durch jede Tür
...
Dies muß man konsequent im Alltag permanent anwenden. Nur dann hat man die Chance, daß der Hund auch in Extremsituationen (sieht in der Ferne Interessantes) auf einen fixiert ist und folgt.
Evtl. kkönnten Sie Ihrem Hund für eine Zeit auch Hundepacktaschen mit Gewicht anziehen, sodaß für Ihn das Laufen anstrengender wird (aber natürlich nur als letzte Notmaßnahme).

Kunde: hat geantwortet vor 6 Jahren.

Die chemische Kastration ist leider ausgeschlossen.

Weil mir beim Hundesport vor ca. 2 Jahren generell zur Kastration geraten wurde, habe ich mich für den Kastrations-Chip entschieden.

Mein Rüde wurde aggressiv gegenüber Artgenossen und Menschen.

Hallo,

das passiert äußerst selten auf die chemische Kastration (in meiner Praxis habe ich es bisher noch nicht erlebt). Meist ist es so, daß Rüden nach der chemischen Kastration ruhige und friedlicher werden (nur manche Hündinen werden zu dem kastrierten Rüden aggressiver).

Andere Gründe (z.B. Änderungen in der Umgebung etc.) sind als Ursache für die damals auftretende Veränderung des Wesens ausgeschlossen?

Wenn der Chip so schlecht vertragen würde , würde ich zunächst l Agnus castus versuchen (für 4-6 Wochen), falls damit kei Erfolg die Platinum- Origanum-Variante.

Begleitend natürlich intensives Training.

Freundliche Grüße,

Udo Kind

Tierarzt - Homöopathie und weitere Experten für Tiermedizin sind bereit, Ihnen zu helfen.
Kunde: hat geantwortet vor 6 Jahren.

Kann ich dann Agnus Castus C30 in 1 Gabe (5 Globuli) pro Tag geben?

Ich persönlich gebe die C30 wie gesagt immer 1x /Woche. Grundsätzlich kann man diese hohe Potenz aber auch mal für 10 Tage 1x tgl. versuchen, länger würde ich bei Agnuscastus keine C30-er am Stück geben. Aber bzgl. der Potenzwahl gibt es bei Homöopathen teils auch sich wiedersprechende Angaben, daher kann es durchaus sein, daß es auch Autoren gibt die Agnus castus C30 länger täglich geben (ich selbst aber wie gesagt nicht).

Freundliche Grüße,

Udo Kind

Kunde: hat geantwortet vor 6 Jahren.

Vielen lieben Dank !

Hallo ,

gern. Freut mich, wenn ich auch diesmal ein wenig weiterhelfen konnte. Drücke die Daumen, daß es bald besser wird. Alles Gute für Sie undWhisky!

Freundliche Grüße & danke für Ihre positive Bewertung mit Bonus,

Udo Kind