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Tierarzt - Homöopathie
Tierarzt - Homöopathie, Dr. med. vet.
Kategorie: Tiermedizin
Zufriedene Kunden: 12820
Erfahrung:  Approbation (1986), Zusatzbezeichnung Homöopathie (1991), eigene Kleintierpraxis seit 1996
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Hallo, bin im Moment bisschen hilflos. Unser grosser Hund,

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Hallo, bin im Moment bisschen hilflos. Unser grosser Hund, Rhodesian Ridgeback, 9 Jahre und 11 Monate alt, hatte in den letztgen Wochen Magenprobleme und daher Trimesul forte 160/800 mg (Trimethoprim , sulfanetocazole, ) verordnet bekommen. Diese Probleme haben etliche Tiere hier wegen der katastophalen Regenfälle und Überflutungen, meint der Doc hier, Bakterien . Verordnung ist: 2 x 1 1/2 Tabl. pro Tag, habe ihm jeweils um 10 a.m. und 22 p.m. das gegeben. Er war bisschen langsamer als sonst, ging aber bis vorgestern normal mit zum Gassi, Fressen normal , Stuhl auch. Seit gestern wird er immer träger und vorhin, 22 Uhr dominikanische Zeit, 04.00 deutsche Zeit, konnte er mit den Hinterbeinen nicht aufstehen. Ich habe ihm eine Decke unter den Bauch gespannt und so kamen wir 2 m gerade so bis zu seinem Polsti. Wollte heute keine Hundefutter, hat aber gegen abend dann gekochtes Hühnchenfleisch und etwas von der Brühe zu sich genommen. Ich kann jetzt niemand erreichen, wir leben abseits und es ist nun 23 Uhr hier. Er atmet normal, >Nase ist abwechselnd feucht und kalt, jetzt gerade feucht und wärmer. Manchmal trocken. Lefzen, >Lippen normale Farbe. Ausser ihn ruhig liegen lassen auf seinem Polsti - was könnte ich jetzt noch tun? Freundliche Grüße Ute Kettler

Hallo,

das nicht Aufstehen kann Folge von Austrocknung (haben Sie ja mit Lefzentest getestet) und insbesondere von Mineraleinmangel sein. Falls vorhanden Elektrolytpulver mit 2 Tl Traubenzucker geben; ok wäre auch eine Calciumbrausetablette.


Die Probleme könnten insbesondere auch noch folgende Ursachen haben:

1. Wirbelsäulenprobleme
(partieller) Bandscheibenvorfall v.a. im hinteren Lendenwirbelbereich, Zur Diagnose bitte baldmöglichst Reflexprüfungen, Schmerzprüfungen (Triggerpunkte) und eine Röntgenaufnahme (evtl. mit Kontrastmittel oder auch CT)) der Wirbelsäule machen lassen, (auch Arthrosen führen zu Beschwerden beim Laufen). Möglich wäre auch das "Cauda-equina-Syndrom" (Verengung des Wirbelkanals va. im Lenden und Kreuzben-Übergangsbereich mit Schmerz und Nervenschäden)
auch Probleme an beiden Hüftgelenken wären möglich (sind die Beschwerden auf einer Seite schlimmer?

2. Thrombembolien führen zu einem sog. Rückenmarksinfarkt
Ausfall hängt ab vom Ausmaß des von der ungenügenden Blutversorgung betroffenen Nervengewebes ab.

3. Stoffwechselstörung (z.B. kurzfristige Unterzuckerung, Störungen im Eiweißstoffwechsel), falls man beim Röntgen nichts findet: bitte Geriatrieprofil machen lassen (Blutuntersuchung, die alle Organe sowie Blutbild erfasst, evtl. auch Urinuntersuchung). War der Durst in letzter Zeit verändert?

-Veränderungen im Hirnbereich (v.a. raumfordernde Prozesse, kleinere Hirnblutungen, die wieder resorbiert werden), selten
-Reizleitungsstörungen durch Nervenstoffwechselstörung

4.Auch ein Herzkreislaufproblem wäre evtl. möglich (Schleimhautfarbe rosa oder blaß-bläulich?)

5. Schlaganfall - Hirndurchblutungsstörung

War/ist die Temperatur normal (d.h. rektal 38° - 39°) oder liegt Untertemperatur/Fieber vor? (bie rektal messen), war/ist die Schleimhautfarbe verändert? Die rektal gemessene Temperatur sollte zwischen 37,5° und 39° liegen, bei Untertemperatur wäre eine Infusion nötig.

Zur Diagnose sind oft Reflexprüfungen und Röntgenaufnahme erforderlich. Falls man dabei nichts findet: Herz- und Blutuntersuchung.

Einige Reflexe können Sie auch selbst kontrollieren:
- Lid- und Hornhautreflex: Annäherung oder leichte Berührung führ zu sofortigem Schließen des Auges
- Pupillarreflex: Licht führt zu beidseitig gleichem Verengen der Pupillen, Dunkelheit zu Vergrößerung
- Patellarreflex (Reaktion auf Schlag auf Kniescheibensehne, normale Reaktion: Bein schnellt nach vorn)
- Analsphinkterreflex (Reaktion auf Berührung des Afters, normal: Verschluss des After)
-Fähigkeit des Schwanzbewegens (kann Ihr Hund den Schwanz normal bewegen?)
- Korrekkturreflex: im Stehe: Pfoten der Hinterbeine beugen (Oberseite der Pfote zum Boden) Normal: Hund nimmt sofort wieder normale Stellung ein
--Zwischenzehenreflex: festes Kneifen der Zwischenzehenhaut: Normal: soll zu Anziehen des Beines führen (= Reflexbogen erhalten) aber unbedingt auch zu Reaktion des Tieres (z.B. schauen, Schmerzempfinden ungestört) führen
--Fußungsreflex (falls vom Gewicht her möglich): Hund hängend (Kopf oben) mit Hinterbeinen, Fußrückenseite gegen Tischkante führen, Normal: Hund soll sofort mit dem Fuß versuchen auf den Tisch zu kommen.
Bei deutlichen Auffälligkeiten bitte noch mal zum Tierarzt gehen.

Ob ein Schmerzmittel eine sinnvolle Behandlung wäre kann nur ein Tierarzt vor Ort in der Regel mit Hilfe von Röntgenaufnahmen entscheiden.

Unterstützend könnte folgende Arznei gegeben werden (keinesfalls einen Tierarztbesuch ersetzend):
-Canosan (Boehringer, bänder- und sehnenstabiliierend, enthält Gonex und Glykosaminoglykane, erhältlich beim Tierarzt)
-Nux vomica D6 3x tägl 1 zerpulverte Tablette oder 5 Globuli (evtl. mit etwas Wasser, aber ohne Futter) ins Maul Ihres Hundes geben. 14 Tage, dann evtl. Umstellung auf Rhus toxicodendron D6 3 x täglich 1 Tablette., in den ersten 3 Tagen zusätzlich Arnika D6 3 x täglich. Außerdem Hypericum D4 3x täglich
-Vitamin B -Komplex (in Deutschland z.B. VMP-Tabletten, Pfizer, Tierarzt)
- Bachblüten-Rescue-Tropfen 4 Tropfen auf die Zunge (wirken angstreduzierend) sowie

Zur Unterstützung beim Laufen gibt es Gehhilfen (gibt´s beim Tierarzt oder im internet):
Vielleicht hat Ihr Tierarzt ) eine Gehilfe zum Ausprobieren vorrätig oder kann Ihnen eine bestellen. Hier kann man Gehilfen bestellen (große Preisunterschiede):
http://premiumtierfutter.tradoria-shop.de/p/322235031/wdt-gehhilfe-handycap-canis
http://www.heimtierbedarf-zwiesel.de/index.php?cPath=1_42
Vielleicht können Sie aber auch erstmal einfach ein Tuch unterm Bauch Ihres Hunde durchführen und die beiden Enden in die Hand nehmen, um auszuprobieren, wie Ihr Hund auf eine Unterstützung reagiert.

Letztlich sollte auch das Erbrechen möglichst genauer abgeklärt werden (gibt es irgendwo eine Tierklinik?)

 

.Baldmöglichst sollten Sie bitte zum Tierarzt gehen , wenn:
-Ihr Hund ausgetrocknet werden würde, dies erkennen Sie daran, daß
--die Schleimhäute blasser sind als sonst (Augenschleimhaut weißlicher oder gelblich (Leber);
--Maulschleimhaut: Kapillarfüllungszeit länger als 2 Sekunden, d.h. wenn man auf die rosafarbene Maulschleimhaut mit einem Finger drückt wird sie blaß und muß dann innerhalb von höchstens 2 Sekunden wieder roa sein, wenn es länger dauert: Zeichen für Austrocknung, diesen Test haben Sie ja richtigerweise schon durchgeführt
--eine von Ihnen mit den Fingern gezogene Hautfalte verstreicht nicht sofort wieder
-Ihr Hund sich im Laufe des Tages noch mehrfach mit Brechen, Übelkeit und mit Würgereiz quält (Fremdkörperverdacht)
-Temperatur (rektal gemessen) außerhalb des Normalbereichs von 38° bis 39° ( Achtung: Untertemperatur (v.a. unter 37,5° wäre besorgniserregender als etwas Fieber)
-das Allgemeinbefinden Ihres Hundes sehr gestört ist (sehr ruhelos oder zieht sich vollkommen zurück) .
-der Hund in letzter Zeit öfter erbrochen hat
-im Erbrochenen Blut zu sehen ist
-der Bauchumfang stark zunimmt , der Bauch hart und angepannt ist
-Ihr Hund immer wieder seinen Bauch leckt (Hinweis auf Schmerzen, z.B. durch Bauchspeicheldrüsenentzündung, Darmverschluss...)

Sobald eines dieser Zeichen eintritt, müssen Sie sofort zum Tierarzt! Dieser gibt dann je nach Lage Infusionen, Schmerzmittel, Antibrechmittel, Mittel gegen Übersäuerung...

Erbrechen hat neben einer normalen leichten Magenentzündung, die z.B. durch ungewohntes oder zu kaltes Futter auftreten kann, meistens eine der folgenden Ursachen:
-infektionsbedingte Entzündungen der Magenschleimhaut (meist viral oder bakteriell, manchmal erhöhte Temperatur also über 39 Grad), auch Giardien (einzellige Parasiten, Diagnose durch Kotuntersuchung) wären möglich
-Mandelentzündungen (meist eher Würgen und Schluckbeschwerden)
-Fremdkörper (meist sehr häufiger Brechreiz) oder Unverträgliches wurde angeknabbert (z.B. Pflanzen)
- - Rachenentzündung Speiseröhren- und Kehlkopfentzündung (oft heiseres Bellen), evtl. selbst Rachen kontrollieren, besser aber nochmalige Untersuchung durch Tierarzt (evtl. auch Endoskopie)

- Futtermittelunverträglichkeit (z.B. zu viel Fett)
-Vergiftung (sinnvolle Reaktion des Körpers, um das Gift rauszubringen)
-starke Verwurmung (eigentlich nur Jungtiere)
- Entzündungen der Bauchspeicheldrüse (Schmerz, häufiges Brechen)
-Organerkrankungen (Niere, Leber, Schilddrüse...) , Erbrechen kann z.B. ein Hinweis auf Störungen im Bereich Leber/Gallenblase sein, eindeutige Klärung aber nur mittels Blutuntersuchung und evtl. Ultraschall möglich
-Herzerkrankungen (u.a durch Rückstau in die Leber)
-Darmverschluss, durch Knoten oder Fremdkörper, selten;

Bei Fortdauer des Erbrechens ist zur Abklärung der Ursachen möglichst ein Tierarztbesuch notwendig, denn zur Ursachenklärung sind Blutuntersuchung und ggf. auch Röntgenaufnahmen/Ultraschall
Oft wird ein Säureblocker gegegeben (Cimetidin, Ranitidin; Omeprazol, vom Tierarzt)
Heute würde ich kein Futter mehr geben und frühestens morgen früh mit leicht verdaulichem Futter (z.B. mageres Geflügelfleisch, Hüttenkäse, Reis) in kleinen Portionen beginnen. Ins leicht erwärmte Trinkwasser sollten Sie möglichst etwas Elektrolytpulver (z.B. Rehydration support von waltham, gibt´s beim Tierarzt) geben. Achtung: darauf achten ob Ihr Hund das angereicherte Wasser mag.

Unterstützend könnten Sie Nux vomica D6 (morgens und nachmittags) und Pulsatilla D6 (vormittags und abends) geben. (5 Globuli oder 1 zerpulverte Tablette nüchtern, evtl. mit Spritze mit Wasser ins Maul geben), bei Kreisaufschwäche sind Veratrum album D6 3x täglich 1 Tablette und Bachblüten-Rescue-Tropfen (3x täglich 4 Tropfen mit etwas Wasser) oft hilfreich.

Außerdem wäre die Gabe von Ulcogant sinnvoll (schützt die Schleimhaut und wirkt gegen Übersäuerung, ist aber verschreibungspflichtig, gibt´s beim Tierarzt)

Gegen häufigen Brechreiz könnten Sie Paspertin (Metoclopramid-) Tropfen (1 Tropfen pro kg, 0,3 mg/kg) bis zu 3x täglich geben, dann aber bitte baldmögliche Untersuchung

Bieten Sie bitte eine Wärmflasche an (wirkt beruhigend auf Magen-Darm)

Viel Glück!

Ich hoffe, ich konnte Ihnen etwas weiterhelfen und bitte Sie, daran zu denken auf "akzeptieren" zu klicken. Über eine positive Bewertung würde ich mich natürlich auch freuen. Im Voraus besten Dank.

Alles Gute & freundliche Grüße aus Nürnberg,

Udo Kind

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