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Tierarzt - Homöopathie
Tierarzt - Homöopathie, Dr. med. vet.
Kategorie: Tiermedizin
Zufriedene Kunden: 12820
Erfahrung:  Approbation (1986), Zusatzbezeichnung Homöopathie (1991), eigene Kleintierpraxis seit 1996
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habe einenyorgie terrier 5 jahre alt aus eienr pflrgestelle

Beantwortete Frage:

habe einenyorgie terrier 5 jahre alt aus eienr pflrgestelle vor 5 monaten bekommen.er ist menschen gegenüber ängstlich und bellt diese an wenn dies in die wohnung kommen und beruhigt sich auch nicht .die gartennachtbarn bellt er stundenlang an ohne sich zu beruhuigen.auf der straße ist er ruhig aber verängstlich
was kann ich machen das der hund vertrauen für andere menschen aufbaut
gruß günter
Gepostet: vor 6 Jahren.
Kategorie: Tiermedizin
Experte:  Tierarzt - Homöopathie hat geantwortet vor 6 Jahren.

Hallo,

 

danke für Ihre Anfrage.

 

diese Maßnahmen können hoffentlich helfen (einiges haben Sie sicher schon durchgeführt):

 

 

1.Verhaltenstraining

 

ANGST DRAUßEN:

- Führen Sie die Hunde ganz allmählich an neue ungewohnte Situationen und Menschen heran

-Allmähliche Desensibilisierung: Üben Sie zunächst in ganz leichten Situationen (in der Wohnung, im vertrauten Garten) Alles Ängstigende soll in größerer Entfernung sein. Loben Sie ruhiges Verhalten (auch mit Trockenfutterbröckchen, Lieblingsfutter), ignorieren Sie Ihren Hund aber vollkommen, falls er Unruhe zeigt. Dies ist sehr wichtig. Schwierigkeit allmählich steigern. Bei Unruhe neues Training in einer noch etwas leichteren Situation, d.h. noch etwas mehr Abstand. Reduzieren Sie den Abstand ganz allmählich. Das Training kann insgesamt einige Wochen dauern.

 

- Beschäftigen Sie Ihren Hund möglichst viel (Spazieren, Spiele, Suchspiele ( einen Teil des täglichen Futters suchen lassen). Hilfreich sind insbesondere Suchspiele, da sie das Selbstbewusstsein des Hundes stärken und der Hund lernt, sich auf etwas zu konzentrieren. Schwierigkeit allmählich steigern und bei Erfolg loben (der Futterbrocken an sich ist natürlich auch schon eine Belohnung)

-Hunde haben eine Assoziationszeit von 3-4 Sekunden, d.h. sie verbinden die Reaktion des Menschen mit dem, was sie in den letzten 3-4 Sekunden gemacht haben. Sollte sich Ihr Hund von sich aus mutiger gewesen sein als bisher, müssen Sie ihn sofort (< 3 Sekunden) loben und ihm ein Lieblingsfutterbröckchen geben. Dieses Lieblings-Trockenfutter gib es ab jetzt ausschließlich nur noch,bei erwünschtem Verhalten

 

-Vor jeder angenehmen Tätigkeit (Fressen, Spazieren, Streicheln, Spielen etc.) einen Befehl (z.B. Sitz) ausführen lassen. Nichts ist umsonst. Fördert das Vertrauen in den Sinn Ihrer Befehle ("Es lohnt sich auf Frauchen/Herrchen zu hören!").

-Rangfolgetraining: Hund geht erst als 2. durch eine Tür; Hund wird erst gefüttert, nachdem Besitzer gegessen hat; Manche Plätze (z.B. Sofa) dürfen nur mit Erlaubnis und Aufforderung durch Besitzer betreten werden. Im Hunderudel ist es ganz klar, dass man macht, was der Rudel-Chef sagt. Daher ist die klare Rangordnung für das Gehorchen und Ruhigbleiben in allen Stresssituationen hilfreich.

-Gehorsamkeitstraining (mit kleinen erbsengroßen Trockenfutterbelohnungen durchführen, Hund sollte sich einen Teil seines Futters mit den Übungen erarbeiten müssen)

1. Komm-Training: Name rufen und Futterbrocken zeigen, sobald Hund aufmerksam ist: Komm rufen, wenn Hund kommt, sofort (innerhalb von höchstens 1 Sekunde) Belohnung geben

2. Sitz Training: Futterbrocken vor die Nase halten, sobald Hund interessiert: Hand mit Futterbrocken langsam nach oben-hinten bewegen, mit der anderen Hand evtl. sanft aufs Hinterteil des Hundes drücken, dabei "Sitz!" sagen, sobald Hund sich gesetzt hat: Innerhalb von 1 Sekunde Belohnung geben und loben

3. Platz-Training: aus der Sitzposition heraus, Futterbrocken vor Nase halten, sobald Hund interessiert: Hand mit Futter langsam nach vorn-unten bewegen, mit der anderen Hand evtl. sanft auf Rücken drücken, dabei "Platz" sagen. sobald Hund in Platz-Position: sofort (1Sekunde!) Belohnung geben

4.Bleib-Training: aus Platz- oder Sitz-Position heraus: "Bleib" sagen, 1 Schritt weggehen, sofort wieder zum Hund gehen und Belohnung geben (sollte Hund doch aufgestanden sein: ignorieren, neuer Versuch und noch schneller zum Hund zurückkehren), allmählich die Abstände vergrößern, später dann 2, 3, 5... Minuten , noch später verläßt der Mensch auch mal kurz das Zimmer

 

-Generell gilt: Erwünschtes Verhalten beachten und belohnen (schon das Beachten eines Hundes ist für ihn eine Belohnung) , unerwünschtes Verhalten ignorieren (soweit möglich).

- Wenn Ihr Hund Angstverhalten zeigt, auf keinen Fall beruhigend auf ihn einreden, da dies als Bestätigung und Belohnung verstanden wird. Mit einem kurzen Befehl irgendeine Aufgabe (Sitz, Voran, Komm, Such...) ausführen lassen, Zuwendung unbedingt erst wieder bei ruhigem, normalem Verhalten.

-Gut wäre natürlich generell viel loser Kontakt mit anderen Menschen (z.B einfach mal mit Fremden spazieren gehen, ohne daß diese den Hund großartig beachten); auch der Besuch einer Hundeschule und allgemein möglichst viel Kontakt mit anderen Hunden, mit denen Ihr Hund toben kann und mit denen im Idealfall auch der Kontakt mit Ihrem Partner gut geübt werden könnte (Ein ausgeglichener anderer möglichst ranghöherer Hund, der erwünschtes Verhalten vormacht, wirkt manchmal Wunder!)

 

ÜBERMÄßIGES BELLEN:

 

-bei jedem unerwünschten Bellansatz dem Hund über den Fang (um das Maul) fassen -falls Sie sich das trauen- und "Nein sagen" Mehr nicht, jedes Schimpfen wird als "Mitbellen" und Bestätigung aufgefasst

- wenn Ihr Hund dafür zu weit weg ist, das Bellen ignorieren oder den Hund -falls er so gut hört- ablegen lassen (Sitz);

auf keinen Fall beruhigend auf ihn einreden oder schimpfend mit ihm reden, da dies als Belohnung verstanden wird. Bellen muß immer zu für den Hund unangenehmen/lästigen Dingen (Sitz!, Platz!...) führen, angenehme Dinge gibt es ausschließlich nur nach Ausführung eines Befehls und bei ruhigem Verhalten

 

- wenn Ihr Hund bellt und Sie sich das Schnauzenumgreifen nicht trauen:

sofort bei Bellbeginn mit 1 x Nein! (mehr nicht) reagieren dann mit "Komm!" in andere Richtung weggehen. Wenn Hund nicht will, können Sie ihn in dieser Situation auch hinter sich herziehen. Dann „Sitz!" machen lassen und dafür belohnen

 

Auch zu Hause sollte ein Bellen auf keinen Fall durch sofortige Zuwendung (z.B. Spielbeginn) belohnt werden, sondern Ihr Hund erst kurz eine Aufgabe erfüllen (Sitz) und dann sofort mit dem Spiel beginnen.

 

- wenn Ihr Hund erwünschtes (ruhigeres) Verhalten zeigt, sollte er möglichst oft Zuwendung erfahren, der Hund wird also nur beachtet, wenn er erwünschtes Verhalten zeigt

 

- Antibellhalbänder würde ich bei einem ängstlichen Hund nicht verwenden

 

 

2. Medikamente

Unterstützen könnte man die Verhaltenstherapie mit folgenden Medikamenten:

- DAP- Halsband und

- DAP-Pheromon-Verdampfer (wird in die Steckdose gesteckt und verbreitet für uns unriechbare beruhigende Duftstoffe); Pheromone, die säugende Hündinnen zur Beruhigung ihrer Welpen absondern, 4 Wochen lang;

- Rescue-Bachblütentropfen (10 Tropfen auf 10ml Wasser, davon 4x täglich 5 Tropfen weitergeben

-Zylkene (wirkt allgemein angstreduzierend, enthält beruhigende Stoffe aus Milch, gibt´s beim Tierarzt), Relaxan (beruhigende Aminosäuren)

-Unterstützend könnten Sie Argentum nitricum D6 3x täglich 1 Gabe (5 Globuli oder 1 zerpulverte Tablette) geben, insbesondere falls Ihr Hund insgesamt eher ängstlich ist .

 

- Falls Sie mit diesen Tipps immer noch nicht weiterkommen, könnte man auch angsreduziernde Psychopharmaka wie Clomicalm oder Selgian einsetzen, diese Mittel gibt es aber nur beim Tierarzt. Die volle Wirkung dieser Mittel tritt erst nach etwa 3 Wochen ein, die Hunde lernen oft aber leichter und schneller, da sie weniger Angst empfinden.

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Generell wichtig ist für den Hund Zuneigung (wenn er vom Besitzer erwünschtes Verhalten zeigt) und Konsequenz des Besitzers (Folge: Hund vertraut und macht das, was der Besitzer will)

 

Ich hoffe, dass ich Ihnen helfen konnte, und bitte Sie, nicht zu vergessen auf "akzeptieren" zu klicken. Über eine positive Bewertung würde ich mich natürlich auch freuen. Im Voraus besten Dank.

 

Alles Gute & freundliche Grüße aus Nürnberg,

 

Udo Kind

 

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