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Tierarzt - Homöopathie
Tierarzt - Homöopathie, Dr. med. vet.
Kategorie: Katzen
Zufriedene Kunden: 12820
Erfahrung:  Approbation (1986), Zusatzbezeichnung Homöopathie (1991), eigene Kleintierpraxis (seit 1996)
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Tierarzt - Homöopathie ist jetzt online.

Wir haben einen 14 Jahre alten Perserkater der nur in der Wohung/Balkon

Beantwortete Frage:

Wir haben einen 14 Jahre alten Perserkater der nur in der Wohung/Balkon lebt. Er ist immer gesund gewesen und hat den Tierarzt nur 1x im Jahr zur Impfung gesehen. Vor drei Tagen fiel er morgens beim Fressen plötzlich um und bekam einen epileptischen Anfall, mit Speichel vor dem Mund und starker Atemnot. Im Abstand von ca. 30min kamen die Anfälle wieder, sie dauerten vielleicht ca. 30 sec. Nach 1,5 Stunden waren wir beim Tierarzt, er bekam Spritzen und es wurde eine Infusion gelegt. Die Tierärztin meinte als wir dort ankamen es ginge ihm garnicht gut, er bekam kaum Luft und konnte sich auch selbst nicht auf den Füßen halten, er fiel immer wieder um. Mittags nach der Therapie konnten wir ihn wieder abholen, es ging ihm deutlich besser, er war jedoch noch sehr müde. Das Röntgenbild war unauffällig. Am nächten Tag mussten wir nochmal zur Nachuntersuchung, es wurde nichts gefunden, das Herz sei auch o.k. Der Kater war fast wieder der Alte, er hat bei der Untersuchung ordentlich gefaucht und sich gewehrt wie früher. Wir dachten alles sei vorbei, da fing es nächsten Tag morgens wieder genau so an, wieder die Anfälle. Wir wieder sofort zum Tierarzt, dort sollte er Blut abgenommen bekommen, was aber aufgrund der starken Gegenwehr nicht funktionierte. Außerdem bekam er währendessen einen Anfall in dem er so krampfte das an Blutabnahme nicht zu denken war. Wir wurden "überwiesen" in eine größere Praxis mit mehr Untersuchungsmöglichkeiten. Dort wurden Blutwerte gemacht, die aber nichts aussagekräftiges ergaben. Da er gefressen hatte, konnte kein Ultraschall der Organe gemacht werden, das steht nächste Woche Donnerstag an. Damit er bis dahin keine Anfälle bekommt, hat er jetzt Medikamente gegen Epilepsie und Medikamente zum Ruhigstellen. Nun meine eigentliche Frage: Anfälle hatte er jetzt keine mehr, aber er ist seit gestern und vor allem heute deutlich verändert in seinem Wesen. Es schläft viel, ißt und trinkt viel und macht auf mich den Eindruck er sei völlig daneben. Wenn er läuft torkelt er, manchmal dreht er sich auf einfach im Kreis, er streift Möbel und sucht permanent menschliche Nähe. Ich mache mir große Sorgen. Kommt das von den Medikamenten und ist es schon eine Folge der Anfälle?? Was wird wohl der Grund der Anfälle sein?? Ist nicht ein Tumor an wahrscheinlichsten??
Gepostet: vor 7 Jahren.
Kategorie: Katzen
Experte:  Tierarzt - Homöopathie hat geantwortet vor 7 Jahren.

Hallo,

 

insbesondere folgende organische Ursachen kommen für die Krämpfe Ihrer Katze in Frage:

-schwere Stoffwechselstörungen, z.B. Urämie (Anreicherung von Harnstoff im Blut durch Niereninsuffiziens), Leberstörung oder Diabetes, in den meisten Fällen fällt ein erhöhter Durst auf; durch Blutuntersuchung ausgeschlossen,

-Infektionen , dann oft Fieber (d.h. rektal gemessen über 39°) und nahezu immer Allgemeinstörungen

-Sauerstoffmangel durch Herzfehler oder zu wenig rote Blutkörperchen (dann würen bläulich-blasse Schleimhäute, Kurzatmigkeit, schnelle Erschöpfung etc. auffallen)

-Hirnveränderungen (z.B. Hirntumor, Wasserkopf),

- Hirndurchblutungstörung/Schlaganfall

 

Zur Diagnose sind Allgemeinuntersuchung, Blutuntersuchung und evtl. bildgebende Verfahren (Röntgen, für einen Hirnveränderungen sogar CT/MRT ) erforderlich. Blutuntersuchung und Herz/Kreislaufuntersuchung wurde ja schon gemacht.

 

In vielen Fällen findet man aber auch keine Ursache für die Krämpfe und kann nur symptomatish behandeln. Als Dauerbehandlung nimmt man Luminal (Phenobarbital), im akuten Anfall Valium (Diazepam). Außer mit Luminal alleine kann man zusätzlich (Luminaldosierung dann oft runtersetzbar) mit Kaliumbromid behandeln. Auf Luminal als Monotherapie (alleine gegeben) sprechen etwas über 50% der Epileptiker gut an.

 

-Im akuten Anfall, insbesondere bei längeren Krämpfen (längere Dauer als 5 Minuten oder mehrere Anfälle kurz hintereinander) ist oft Diazepam (als Zäpfchen, rectal-tube oder Tropfen, bitte vom Tierarzt geben lassen oder Rezept austellen lassen) hilfreich, in solch einem Fall aber trotzdem soweit möglich möglichst schnell zum Tierarzt, der Diazepam spritzen kann (wirkt dann noch schneller).

 

Die derzeitigen Störungen könnten teilweise auch durch die Medikamente hervorgerufen/verstärkt sein. Möglich sind aber auch insbesondere folgende Ursachen:

- Schlaganfall/Durchblutungsstörung des Gehirns

-Mittelohrentzündung und/oder eine Entzündung des Innenohrs.

Lassen Sie Ihren Tierarzt - falls noch nicht geschehen - bitte ins Ohr schauen, evtl. ist eine (deutliche) Vorwölbung des Trommelfells sichtbar. In manchen Fällen lassen sich Innenohr- und Mittelohrentzündungen aber auch nur durch mehrere Röntgenaufnahmen oder (noch teurer) durch ein CT feststellen.

 

Mit Hilfe einer zweiten Blutuntersuchung könnte man feststellen, ob jetzt eine (den ganzen Körper belastende) Entzündung vorliegt, außerdem wäre -im Rahmen eines Geriatrischen Profils- die Untersuchung der Organe Ihrer Katze sinnvoll (schwere Stoffwechselerkrankungen (Unterzuckerung) können auch Drehbewegungen auslösen). Hatte oder hat Ihre Katze erhöhte Temperatur (rektal gemessen -etwas Gleitmittel ans Thermometer- über 39°)?

 

Erhielt Ihre Katze irgendwann ein Ohrmedikament direkt ins Ohr ? Es gibt hier Medikamente, die nicht ins Mittelohr/Innenohr kommen dürfen (was aber unter Umständen bei einem kleinen Trommelfelldefekt trotzdem passiert), da sie sonst u.a. Kopfschiefhaltung, Manegebewegungen und Gleichgewichtsstörungen hervorrufen können.

 

- Gehirnveränderung (Unfall, Tumor, Wasseransammlung)

 

Sind die Pupillen Ihrer Katze gleich groß? Verkleinern sie sich bei Lichteinfall auf beiden Seiten gleich und werden sie bei Dunkelheit beide gleich schnell wieder größer. Falls nicht, wäre dies ein Zeichen für ein zentrales (Gehirn-)problem.

 

Bei einer bakteriellen Infektion wäre die Gabe von Antibiotika sinnvoll,

bei Gehirnveränderungen mit Schwellung wäre Cortison sinnvoll

bei Durchblutungsstörungen (insbesondere des Gehirns) ist Karsivan (intervet, Tierarzt) oft ein gutes Mittel.

 

Unterstützend könnten Sie auf jeden Fall :

- Viatamin B-Komplex (z.B. VMP-Tabletten, Pfizer, gibt´s beim Tierarzt),

- Karsivan und

- Conium D6 3x täglich geben. (5 Globuli oder 1 zerpulverte Tablette nüchtern, evtl. mit 1 Tl. Katzenmilch ins Maul geben

-außerdem Cuprum D6 und Zincum D6 je 1x täglich geben. (5 Globuli oder 1 zerpulverte Tablette nüchtern mit Spritze mit etwas Wasser ins Maul geben ),

- im Anfall (besonders starkes Zucken): Belladonna D6 alle 2 Minuten sowie alle 10 Minuten (bis wieder alles normal) 5 Bachblüten Rescue-Tropfen (angstreduzierend).

-B-Vitamine (als Tabletten oder Tropfen, z.B. vom Tierarzt)

 

Prüfen Sie bitte

- rektal die Temperatur (normal 38° - 39°)

- die Schleimhautfarbe (Lid, Maul, sollte rosa sein wie bei uns)

- einige Reflexe:

- - Pupillarreflex (Licht führt zu gleichzeitigem und gleichmäßigem Verkleinern der Pupillen)

- - Patellarreflex (Reaktion auf Schlag auf Kniescheibensehne, normale Reaktion: Bein schnellt nach vorn)

- - Analsphinkterreflex (Reaktion auf Berührung des Afters, normal: Verschluss des After)

- - Fähigkeit des Schwanzwedelns

- - Korrekturreflex: Pfoten der Hinterbeine beugen (Oberseite der Pfote zum Boden) Normal: Katze nimmt sofort wieder normale Stellung ein

- - Zwischenzehenreflex: festes Kneifen der Zwischenzehenhaut: Normal: soll zu Anziehen des Beines führen

- - Fußungsreflex: Katze hängend (Kopf oben) mit Hinterbeinen, Fußrückenseite) gegen Tischkante führen, Normal: Katze soll sofort mit dem Fuß versuchen auf den Tisch zu treten

 

Falls Sie deutliche Störungen feststellen oder sich die Anfälle wiederholen, sollten Sie bitte morgen zum Tierarzt (Notdienst, Tierklinik) gehen.

 

Im Lauf der Woche sollten Sie Ihre Katze auf jeden Fall bitte gründlich noch einmal von Ihrem Tierarzt untersuchen lassen (incl. 2. Blutuntersuchung, Herzkontrolle, Reflexprüfung, evtl. Röntgen), ; bei akuten Beschwerden bitte am Sonntag gehen.

 

Viel Glück!

 

Ich hoffe, ich konnte Ihnen etwas weiterhelfen und bitte Sie, daran zu denken auf "akzeptieren" zu klicken. Über eine positive Bewertung würde ich mich natürlich auch freuen. Im Voraus besten Dank.

 

Alles Gute & freundliche Grüße aus Nürnberg,

 

Udo Kind

Tierarzt - Homöopathie und weitere Experten für Katzen sind bereit, Ihnen zu helfen.