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RATraub
RATraub, Rechtsanwalt
Kategorie: Steuerrecht - Anwälte
Zufriedene Kunden: 18039
Erfahrung:  Rechtsanwalt
88853042
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RATraub ist jetzt online.

Hallo, ich war und bin Angestellter in einem Unternehmen,

Diese Antwort wurde bewertet:

Hallo, ich war und bin Angestellter in einem Unternehmen, wollte mich jedoch umorientieren und habe parallel mit 3 Gesellschaftern eine Firma mit der Unternehmensform Aktiengesellschaft in 2014 gegründet. Hier war ich alleiniger Vorstand (Vorstandsvertrag mit monatlichem Gehalt, jedoch nicht sozialversicherungspflichtig) und habe u.a. mit Vertriebsmitarbeitern Versicherungen vermittelt für die es Provisionen gab. Hierfür musste ich als Vertreter der Gesellschaft zur Sicherheit eine selbstschuldnerische Bürgschaft mit den Versicherungen abschließen, ohne die Bürgschaft wäre das Vertriebsgeschäft nicht möglich gewesen. Ende 2016 bin ich als Vorstand ausgeschieden und habe auch meine Gesellschaftsanteile verkauft. Jetzt wurden an mich privat Forderungen von Versicherungen für stornierte Verträge gestellt, also Inanspruchnahme der Bürgschaft, da die Firma nicht zahlungsfähig ist und sich aktuell in Liquidation befindet. Meine Frage, kann ich die Forderungen als Werbungskosten ansetzen, da diese Bürgschaft damals berufsbedingt war? Die Forderungen werden aktuell per Zivilklage gegen mich versucht einzufordern. Gibt es hier auch die Möglichkeit ggf. die Gerichtskosten als außergewöhnliche Belastung anzusetzen, da die Höhe der Forderungen existenzbedrohlich ist? Wir reden hier von ca. 200.000 EUR.

Sehr geehrte(r) Ratsuchende(r),
vielen Dank für Ihre Anfrage.
Ich habe den von Ihnen geschilderte Sachverhalt rechtlich geprüft.
Die Rechtslage ist aufgrund Ihrer Sachverhaltsschilderung wie folgt einzuschätzen.

Ob die Bürgschaft steuerlich ansetzbar ist, muss anhand des Gesellschaftsvertrags und des Vertrags mit der Versicherung beurteilt werden.

Weiter gab es im Jahre 2017 hier eine Rechtsprechungsänderung durch den BFH.

Früher zählten Bürgschaftsverluste von GmbH-Gesellschaftern zu den nachträglichen Anschaffungskosten für die Beteiligung (was für die AG analog gilt).

Wenn hier daher im gesamten eine untrennbare Verbindung mit dem Geschäftsmodell stand, kann dies so als Argument vorgetragen werden.

Die Gerichtskosten sind als steuerlich absetzbar einzuordnen, da diese ausschließlich aus der betrieblichen Sphäre stammen.

Darüber hinaus ist zu prüfen, ob hier nicht Einwendungen gegen eine Inanspruchnahme bestehen, welche der Bürgschaft entgegengehalten werden können.
Einfachere bzw. tiefergehendere Klärung kann über ein Telefonat erfolgen. Ein solches ist über den Telefon-Premium-Service-Button hinzubuchbar.
Wenn Ihnen die Ausführungen weitergeholfen haben, geben Sie bitte eine positive Bewertung ab (anklicken von 3 bis 5 Bewertungssternen).
Selbstverständlich können Sie auch nach der Abgabe einer positiven Bewertung noch nachfragen.
Mit freundlichen Grüßen
-Rechtsanwalt-

Kunde: hat geantwortet vor 29 Tagen.
VIelen Dank. Wie schätzen Sie es ein, die Forderungen aus der Bürgschaft als Werbungskosten anzusetzen, da ich ja als Vorstand Angestellter der AG war und die Bürgschaft betriebsbedingt geschlossen werden musste. Kann man zudem eine Aufteilung/Abschreibung über mehrere Jahre steuerlich geltend machen auch bei den nachträglichen Anschaffungskosten für Beteiligungen, da die Höhe der Forderung meine gezahlten Steuern pro Jahr weit übersteigt

Sehr geehrte(r) Ratsuchende(r),

gerne.

Wie ausgeführt bedarf dies einer tieferen Prüfung, da die Frage der Abzugsfähigkeit hier komplex ist und der BFH hier diverse Kriterien vorgibt.

Einflussfaktoren sind hierbei der Geschäftsführervertrag, Ihre Beteiligung an der AG, die Satzung der AG, der Vertrag mit der Versicherung bzgl. der Bürgschaft und der zugrunde liegenden Haftung etc.

Ein "einfaches" ja/nein ist hier nicht als Antwort möglich.

Mit freundlichen Grüßen
-Rechtsanwalt-

RATraub und weitere Experten für Steuerrecht - Anwälte sind bereit, Ihnen zu helfen.