So funktioniert JustAnswer:
  • Fragen Sie einen Experten
    Tausende Experten in über 200 Kategorien.
  • Erhalten Sie eine professionelle Antwort
    Per E-Mail oder sofortiger Benachrichtigung, während Sie auf unserer Website warten. Stellen Sie ggf. weitere Anschlussfragen.
  • 100%ige Zufriedenheit garantiert
    Bewerten Sie die erhaltene Antwort.
Stellen Sie Ihre Frage an Christian P.
Christian P
Christian P, Steuerberater
Kategorie: Steuern in der Schweiz
Zufriedene Kunden: 349
Erfahrung:  Tax Manager bei Kelvion
103664560
Geben Sie Ihre Frage in der Kategorie Steuern in der Schweiz hier ein
Christian P ist jetzt online.

Ich werde eine Tätigkeit in der Schweiz bei einem Schweizer

Diese Antwort wurde bewertet:

Ich werde eine Tätigkeit in der Schweiz bei einem Schweizer Unternehmen beginnen, wohne aber weiterhin in Deutschland.
Derzeit sind zwei Modelle möglich:1) 2 Arbeitstage pro Woche in der Schweiz, wobei ich 1 Nacht in der Schweiz übernachte und das andere Mal an meinen Wohnort in Deutschland nach der Arbeitszeit zurückkehre.2) 4 Arbeitstage pro Woche in der Schweiz, wovon ich 3 Nächte in der Schweiz übernachte und am letzten Arbeitstag an meinen Wohnort in Deutschland nach der Arbeitszeit zurückkehre.Die Entfernung zwischen Wohnort und Arbeitsplatz beträgt 200kmWerde ich nach der Grenzgängerregelung (Doppelsteuerabkommen) besteuert, oder wie ein Schweizer? Gibt es steuerliche Unterschiede zwischen den beiden Modellen?Gibt es eine Abstufung bei der 60 Tage Grenzgängerregelung, wenn man Teilzeit arbeitet? Wie ist das mit den 60 Tagen, wenn man die Tätigkeit mitten im Jahr beginnt?

Hallo, ich kümmere mich bis morgen um eine Antwort.

Vg

Kunde: hat geantwortet vor 5 Monaten.
Ok. Herzlichen Dank
Kunde: hat geantwortet vor 5 Monaten.
Zusätzlich habe ich noch eine Honorartätigkeit in Deutschland. Ich weiß nicht inwieweit dieser Fakt das Ganze beeinflusst.

Die Grenzgängerregelung nach Art. 15a DBA Deutschland/Schweiz bezogen auf Ihren Fall

{C}1. Sachverhalt

Sie behalten Ihren Wohnsitz im Heimatland bei und fahren an ihren Arbeitsplatz über die Grenze in die Schweiz.

Aus steuerlicher Sicht stellt sich in solchen Fällen dann wie bei Ihnen die Frage, wo die Einkünfte aus dieser Tätigkeit zu versteuern sind und welche Unterschiede bestehen. Das DBA Schweiz enthält in Art. 15a eine eigenständige Regelung für Grenzpendler.

Art. 15a DBA Deutschland/Schweiz findet als speziellere Vorschrift (lex specialis) vor den allgemeineren Bestimmungen in Art. 15 DBA Deutschland/Schweiz Anwendung.

2. Voraussetzungen:

a) Grenzgängereigenschaft

Grenzgänger gemäß Art. 15a DBA ist jede in einem Vertragsstaat ansässige Person, die in dem anderen Vertragsstaat ihren Arbeitsort hat und von dort regelmäßig an ihren Wohnsitz zurückkehrt. Die früher noch erforderliche Bedingung, dass sowohl der Wohnsitz als auch der Arbeitsort innerhalb eines Grenzgebietes von 30 km liegen mussten, ist nicht mehr existent.

Seine Ansässigkeit hat der Steuerpflichtige durch eine amtliche Bescheinigung der zuständigen Finanzbehörde des Staates nachzuweisen, in dem er ansässig ist. Unterbleibt dieser Nachweis, so kommt die Grenzpendlerregelung nicht zur Anwendung, unabhängig davon, ob die übrigen Voraussetzungen gegeben sind oder nicht.

Entscheidend für die Grenzgängereigenschaft ist die regelmäßige Rückkehr an den Wohnort im Wohnsitzstaat.

b) 60-Tage-Regelung

Abweichend vom üblichen Arbeitsortprinzip weist Art. 15a DBA das Besteuerungsrecht für Löhne, Gehälter und ähnliche Vergütungen zunächst dem Ansässigkeitsstaat (also Deutschland) zu.

Eine Ausnahme besteht jedoch dann, wenn der Arbeitsnehmer bei einer Beschäftigung während des gesamten Kalenderjahres an mehr als 60 Arbeitstagen aus beruflichen Gründen nicht an seinen Wohnsitz zurückkehrt (Art. 15a Abs. 2; sog. 60-Tage-Regelung).

Daher ist es besonders wichtig, zu wissen, welche Gegebenheiten zu einem Nicht-Rückkehrtag führen, der das Überschreiten der 60-Tage-Grenze verursacht und damit zur Nichtanwendbarkeit des Art. 15a DBA führt.

Das Doppelbesteuerungsabkommen zwischen Deutschland und der Schweiz enthält eine gem. Art. 15a DBA folg. Klausel: “Kehrt diese Person nicht jeweils nach Arbeitsende an ihren Wohnort zurück, entfällt die Grenzgängereigenschaft nur dann, wenn die Person bei einer Beschäftigung während des gesamten Kalenderjahres an mehr als 60 Kalendertagen aufgrund der Arbeitsausübung nicht an ihren Wohnsitz zurückkehrt.“ Diese Ausnahmeregel besagt, dass bei Grenzgängern die aus beruflichen Gründen an mehr als 60 Tagen jährlich nicht am Wohnsitz in Deutschland übernachten, der gesamte Lohn in der Schweiz versteuert wird.

Dies ist für Sie als Arbeitnehmer vorteilhafter, da die Steuersätze in der Schweiz niedriger als in Deutschland sind.

c. Zählweise der Nicht-Rückkehrtage

Schädliche Nicht-Rückkehrtage liegen vor, wenn die Nicht-Rückkehr in den Wohnsitzstaat auf beruflichen Gründen beruht und nicht auf privaten.

Ein beruflicher Anlass, der zu Nicht-Rückkehrtagen führen könnte, wird von der Finanzverwaltung auch angenommen, wenn die Entfernung zwischen Wohnsitz und Arbeitsort im Ausland als tägliche Pendelstrecke unzumutbar wäre oder wenn die am Arbeitsort verbleibende „Freizeit“ nach Rückkehr zu gering wäre. Kritisch wird es hier ab einer einfachen Entfernung von mehr als 110 km bzw. verbleibender „Freizeit“ von weniger als 8 Stunden.

Diese Voraussetzung ist ja angesichts der Entfernung von 200 KM zum Arbeitsort bei Ihnen gegeben.

Letztlich gilt dann die Vorschrift des Art. 15 DBA Schweiz, die gem. Art. 15 Abs. 2 i.V.m. Art 24 DBA Schweiz bestimmt, dass Ihr Lohn in der Schweiz steuerpflichtig ist und in Deutschland von der Besteuerung ausgenommen wird.

d. Anteilige Kürzung bei unterjährigem Beschäftigungsbeginn bzw. -Ende

Hier führen folglich bereits weniger als 60 Nicht-Rückkehrtage zum Untergang der Grenzgängereigenschaft. Für jeden vollen Beschäftigungsmonat sind fünf erlaubte und somit noch nicht schädliche Nicht-Rückkehrtage anzusetzen; für jede volle Beschäftigungswoche ein erlaubter Nicht-Rückkehrtag.

e. Nachweis

Da der Gesetzgeber bei Grenzgängern die tägliche Rückkehr an den Wohnsitz vermutet, ist der Arbeitgeber dazu verpflichtet, die Anzahl der Nicht-Rückkehrtage zu bescheinigen, falls deshalb die Grenzgängereigenschaft wegfällt.

3. Folgen bei Erfüllung der Grenzgängereigenschaft als deutsche Grenzgänger

Hier darf der schweizerische Arbeitgeber max. 4,5% des Bruttolohns als Steuer einbehalten. Das eigentliche Besteuerungsrecht steht jedoch Deutschland zu. Der deutsche Grenzgänger ist zur Abgabe einer deutschen Einkommensteuererklärung verpflichtet, wobei sein in der Schweiz bezogener Arbeitslohn in der Anlage N-Gre anzugeben ist. Die in der Schweiz einbehaltene Steuer wird auf die zu zahlende Einkommensteuer in Deutschland als vorausbezahlte Steuer angerechnet.

4. Zusammenfassung/Fazit:

Ist der Anwendungsbereich des Art. 15a DBA durch die Grenzgängerdefinition doch relativ weit gefasst, so wird er durch die Bedingung, dass nicht mehr als 60 Nicht-Rückkehrtage vorliegen dürfen, wieder eingeschränkt.

In beiden von Ihnen beschriebenen Varianten liegen sog. „schädliche“ Nichtrückkehrtage vor, die dazu führen, dass die Regelbesteuerung nach Art. 15 DBA Schweiz gilt und nicht die Grenzgängerregelung gem. Art 15a DBA Schweiz.

Das Wort schädlich ist für Sie nicht ungünstig, denn da Ihr Arbeitseinkommen dann in der Schweiz steuerpflichtig ist und in Deutschland von der Besteuerung ausgenommen wird (und dem Progressionsvorbehalt für die Bemessung des Steuersatzes für die übrigen in Deutschland steuerpflichtigen Einkünfte unterliegt), kommen bei Ihnen die in der Schweiz niedrigeren Steuersätze zur Besteuerung des Arbeitseinkommens zur Anwendung.

In der Variante 1 müssen bei einer 2-Tage Arbeitswoche die Nicht-Rückkehrtage entsprechen gekürzt werden, so dass m.E. hier ebenfalls das in der Schweiz erzielte Arbeitseinkommen gem. Art. 15 DBA Schweiz in der Schweiz steuerpflichtig ist.

Bei Rückfragen stehe ich Ihnen gern zur Verfügung. Für eine positive Bewertung bedanke ***** ***** vorab, da ich erst im Anschluss eine Honorierung von justanswer erhalte.

Viele Grüße

C. Peter

Christian P und weitere Experten für Steuern in der Schweiz sind bereit, Ihnen zu helfen.
Kunde: hat geantwortet vor 5 Monaten.
Herzlichen Dank für Ihre Mühe und die ausführliche Beantwortung meiner Frage.
Eine oben bereits gestellte Nachfrage hat sich aber noch ergeben: Beeinflusst eine weiter bestehende Honorartätigkeit in Deutschland das Ganze steuerlich oder ist das komplett getrennt voneinander zu betrachten?MfG

Hallo,

die Honorartätigkeit, die ja in Deutschland ausgeübt wird, spielt für die Besteuerung des Schweizer Einkommens keine Rolle. Allerdings wird das in Deutschland freigestellte Einkommen, dass Sie in der Schweiz erzielen, bei der Bemessung des Steuersatzes für die Einkommensteuer hinsichtlich der Versteuerung der Honorartätigkeit berücksichtigt (Progressionsvorbehalt). Danke für die Bewertung.

Viele Grüße

C. Peter

Kunde: hat geantwortet vor 5 Monaten.
Vielen herzlichen Dank Herr Peter!

Sehr gern, bei weiteren steuerrechtlichen Fragen oder der Erstellung von Steuererklärungen können Sie mich jederzeit gern unter *********anschreiben.

Viele Grüße

C. Peter

Kunde: hat geantwortet vor 5 Monaten.
Hallo Herr Peter,ich habe heute von der zuständigen Finanzbehörde meines Kantons erfahren, dass die 60 Tageregelung NICHT auf mich zutrifft, da ich erst gar nicht als Grenzgänger eingestuft werde. Angeblich ist die regelmäßige Rückkehr an den Wohnort im Wohnsitzstaat, nicht die Voraussetzung für einen Grenzgänger. Sondern, dass man in der Regel täglich an seinen Wohnsitz zurückkehrt. (Was ja bei mir von vonherein ausgeschlossen ist). Somit habe ich keinen Grenzgängerstatus und die 60 Tage Regelung trifft erst gar nicht zu. Könnten Sie hier bitte nochmal um Aufklärung sorgen, sonst bin ich so schlau wie zuvor.
Kunde: hat geantwortet vor 5 Monaten.
Angeblich bin ich ein Wochenaufenthalter und kein Grenzgänger. Für Wochenaufenthalter gibt es keine 60 Tage Regelung.
Kunde: hat geantwortet vor 5 Monaten.
Ich bitte um eine Klärung des Sachverhaltes bis morgen Abend, da es eilt. Vielen Dank!

Ok aber als Fazit hatten wir festgehalten, dass Sie in der Schweiz steuerpflichtg sind und das wohl für Sie aufgrund evtl niedrigerer Steuersätze abh. vom Kanton günstig ist.

Bitte beachten Sie, dass ich hier nur eine erste Einschätzung geben kann und eine Änderung der Sachverhaltsannahmen zu einer veränderten rechtlichen Würdigung führen kann.

Schöne Pfingsten

Kunde: hat geantwortet vor 5 Monaten.
Die Steuerpflicht für Wochenaufhalter liegt als auch in der Schweiz? Schöne Pfingsten

Ja korrekt zumindest gehe ich nach Prüfung Ihres Falles davon aus.

Kunde: hat geantwortet vor 5 Monaten.
Herzlichen Dank

Gern, viele Grüße und einen schönen Feiertag.