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Knut Christiansen
Knut Christiansen,
Kategorie: Steuererklärung
Zufriedene Kunden: 3214
Erfahrung:  Steuerberater at Feddersen Jochimsen Christiansen Markussen Steuerberatungsgesellschaft mbH
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Knut Christiansen ist jetzt online.

Ich habe 4 Immobilien in Berlin - F-Hain: Gekauft in 2010

Diese Antwort wurde bewertet:

Ich habe 4 Immobilien in Berlin
- F-Hain: Gekauft in 2010 dann selbstbewohnt, seit 2018 vermietet
- Reinickendorf: Gekauft in 2017, sofort vermietet
- Charlottenburg: Gekauft in 2018, sofort zur Hälfte vermietet, seit 2021 komplett vermietet
- Spandau: Gekauft in 2021, sofort zur Hälfte vermietet.Ich habe bisher für keine der Immobilien die Grunderwerbssteuer, Notar/Grundbuchkosten oder Maklerprovision berücksichtigt. Ich hatte das leider vergessen. Das Finanzamt hatte ich mich ebenfalls nicht darauf hingewiesen - liegt hier ein Mitverschulden vor? Kann ich ab jetzt anfangen die Kosten im Rahmen einer jährlichen Abschreibung zu berücksichtigen? Falls ja, kann ich dann pro Immobilie 50 Jahre abschreiben oder sind die ersten Jahre, wo ich hätte abschreiben können, aber es nicht getan habe, verloren?

Guten Tag,

gerne bereite ich Ihnen eine Antwort vor. Wäre es in Ordnung, wenn ich mich bis etwa 14.30 Uhr melde? Habe gleich einen Termin und schaffe es nicht viel früher.

Viele Grüße!

Knut Christiansen

Steuerberater

Kunde: hat geantwortet vor 26 Tagen.
Ja danke

Okay, super. Bis nachher!

Hallo!

Ein Mitverschulden des Finanzamtes liegt nicht vor. Steuermindernde Tatsachen sind grundsätzlich vom Steuerpflichtigen vorzubringen. Nach Einkommensteuerrichtlinien (EStH 7.4) gilt jedoch folgendes:

"Ist AfA nach § 7 Abs. 1 oder Abs. 4 Satz 2 EStG oder § 7 Abs. 2 EStG unterblieben, kann sie in der Weise nachgeholt werden, dass die noch nicht abgesetzten Anschaffungs- oder Herstellungskosten (Buchwert) entsprechend der bei dem Wirtschaftsgut angewandten Absetzungsmethode auf die noch verbleibende Restnutzungsdauer verteilt werden (>BFH vom 21.2.1967 – BStBl III S. 386 und vom 3.7.1980 – BStBl 1981 II S. 255)."

Das heißt für Sie, dass Sie diese Kosten dem Gebäude und Grund und Boden zuordnen müssen und dann den Gebäudeanteil entsprechend auf die Restnutzungsdauer verteilen. Wenn z.B. Kosten von 20.000 EUR vergessen wurden und diese auf das Gebäude entfallen würden, könnte man bei einer Restnutzungsdauer von z.B: 40 Jahren jedes Jahr noch 1/40 = 500 EUR geltend machen. Dem Finanzamt wären aber diese Kosten zu belegen und zu erläutern.

Da dieser Auftrag von justAnswer an mich als externer Experte vermittelt wurde, freue ich mich abschließend über eine positive Bewertung, damit ich von justanswer vergütet werde. Für eine positive Bewertung klicken Sie bitte 3-5 Sterne über dem Kommentarfeld an. Herzlichen Dank vorab!

Ich möchte Sie darauf hinweisen, dass dieses Forum eine ausführliche und persönliche steuerliche Beratung nicht ersetzen kann, sondern vor allem dafür gedacht ist, eine erste steuerliche Einschätzung zu ermöglichen. Durch Hinzufügen oder Weglassen relevanter Informationen könnte die rechtliche Beurteilung Ihres Anliegens anders ausfallen.

Mit freundlichen Grüßen

Knut Christiansen
Steuerberater

Mein Termin verspätet sich übrigens, daher habe ich die Antwort vorgezogen ;-)

Ich muss mich noch etwas korrigieren. Zu linearen Gebäude-AfA gibt es noch eine andere Regelung:

"Ist AfA nach § 7 Abs. 4 Satz 1 EStG überhöht vorgenommen worden oder unterblieben und hat sich die tatsächliche Nutzungsdauer des Gebäudes nicht geändert, sind weiterhin die gesetzlich vorgeschriebenen Prozentsätze anzusetzen, so dass sich ein anderer Abschreibungszeitraum als von 25, 33, 40 oder 50 Jahren ergibt (>BFH vom 3.7.1984 – BStBl II S. 709, vom 20.1.1987 – BStBl II S. 491 und vom 11.12.1987 – BStBl 1988 II S. 335). Die Berichtigung zu hoch vorgenommener und verfahrensrechtlich nicht mehr änderbarer AfA ist bei Gebäuden im Privatvermögen in der Weise vorzunehmen, dass die gesetzlich vorgeschriebenen Abschreibungssätze auf die bisherige Bemessungsgrundlage bis zur vollen Absetzung des noch vorhandenen Restbuchwerts angewendet werden (>BFH vom 21.11.2013 – BStBl 2014 II S. 563)."

Sie schreiben von den "richtigen Anschaffungskosten weiterhin mit dem jeweiligen Prozentsatz ab. Da ja AfA unterblieben ist, verlängert sich dann die Nutzungsdauer entsprechend.
Wenn die Bemessungsgrundlage z.B. vorher 300.000 EUR war und nun 320.000 EUR, schreiben Sie künftig 2% von 320.000 EUR ab. Da nach 50 Jahren dann noch AfA-Volumen übrig ist, verlängert sich für diesen Teil dann die Nutzungsdauer.

Konnte ich Ihnen weiterhelfen oder haben Sie noch Rückfragen?

Kunde: hat geantwortet vor 26 Tagen.
Der zweite Absatz, den Sie geschickt haben, ist ja besser für mich als der erste, weil ich gemäß zweiten Absatz noch mehr abschreiben kann ("Das AfA Volumen, das noch übrig ist - dafür verlängert sich die Nutzungsdauer"). Kann ich mich also vollständig auf den zweiten Absatz berufen oder muss ich noch etwas beachten, damit mir das Finanzamt nicht z.B. den ersten Absatz entgegenhält?

Sie können sich auf folgenden Absatz berufen:

Ist AfA nach § 7 Abs. 4 Satz 1 EStG überhöht vorgenommen worden oder unterblieben und hat sich die tatsächliche Nutzungsdauer des Gebäudes nicht geändert, sind weiterhin die gesetzlich vorgeschriebenen Prozentsätze anzusetzen, so dass sich ein anderer Abschreibungszeitraum als von 25, 33, 40 oder 50 Jahren ergibt (>BFH vom 3.7.1984 – BStBl II S. 709, vom 20.1.1987 – BStBl II S. 491 und vom 11.12.1987 – BStBl 1988 II S. 335).

Da bei Ihnen ja AfA nach § 7 Abs. 4 Satz 1 vorliegt, muss das Finanzamt das auch anwenden.

Ich hoffe Ihre Frage damit beantwortet zu haben und bitte noch um eine positive Bewertung mit 3-5 Sternen (dazu bitte oben die Sterne anklicken). Denn nur dann werde ich anteilig vom Portalbetreiber vergütet. Sollten noch Rückfragen bestehen, stellen Sie diese gerne (geht auch nach erfolgter Bewertung noch).

Sollten Sie lieber telefonieren wollen, stelle ich Ihnen gerne ein Angebot ein.

Knut Christiansen und weitere Experten für Steuererklärung sind bereit, Ihnen zu helfen.