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Knut Christiansen
Knut Christiansen,
Kategorie: Steuererklärung
Zufriedene Kunden: 2959
Erfahrung:  Steuerberater at Feddersen Jochimsen Christiansen Markussen Steuerberatungsgesellschaft mbH
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Knut Christiansen ist jetzt online.

Frage an H. StB Christiansen zur Spekulationsfrist: Der § 23

Diese Antwort wurde bewertet:

Frage an H. StB Christiansen zur Spekulationsfrist: Der § 23 EStG Satz 1 Nummer 5 besagt; „Als Veräußerung im Sinne des Satzes 1 Nummer 1 gilt auch die Einlage in das Betriebsvermögen, wenn die Veräußerung aus dem Betriebsvermögen innerhalb eines Zeitraums von zehn Jahren seit Anschaffung des Wirtschaftsguts erfolgt“. Darf ich daraus folgern, dass auch eine sich in einer gewerblich geprägten rein vermögensverwaltenden Personengesellschaft befindliche fremdvermietete Immobilie nach Ablauf von mehr als 10 Jahren steuerfrei veräußert werden darf? Bisher dachte ich, dass es im Falle von Betriebsvermögen grundsätzlich nie eine Spekulationssteuerbefreiung geben kann!?
Fachassistent(in): In welchem Bundesland leben Sie?
Fragesteller(in): Hessen
Fachassistent(in): Vielen Dank. Gibt es noch etwas, dass der Steuerberater wissen sollte?
Fragesteller(in): Nein

Guten Abend,

wenn es zeitlich für Sie in Ordnung ist, gebe ich Ihnen morgen Vormittag dazu eine Antwort.

Schöne Grüße!

Knut Christiansen

Steuerberater

Kunde: hat geantwortet vor 14 Tagen.
Selbstverständlich. Mit eine Rückmeldung bereits heute Abend hat ich gar nicht gerechnet. Schöne Abend

Okay, bestens. Bis morgen dann!

Für Sie auch einen schönen Abend.

Guten Morgen,

hier nun die Rückmeldung.

Ihre Schlussfolgerung, dass eine Immobilie auch dann steuerfrei veräußert werden kann, wenn Sie diese mehr als 10 Jahre in einer gewerblich geprägten rein vermögensverwaltenden Personengesellschaft halten, ist leider nicht korrekt. Die von Ihnen zitierte Vorschrift sagt aus, dass auch ein privates Veräußerungsgeschäft vorliegt, wenn ein Grundstück in ein Betriebsvermögen eingelegt wird und dann innerhalb von 10 Jahren seit Anschaffung veräußert wird. Hintergrund ist, dass die bloße Einlage in das Privatvermögen noch kein privates Veräußerungsgeschäft ist, obwohl der Teilwert, mit dem das Grundstück in das Betriebsvermögen eingelegt wird, höher ist, als die Anschaffungskosten. Mit dieser Vorschrift soll also sichergestellt werden, dass der Gewinn zwischen privater Anschaffung und Einlage nicht untergeht. Im BMF-Schreiben ist dazu folgendes Beispiel:

A hat am 2. Januar 1993 ein unbebautes Grundstück für 100.000 DM angeschafft. Im Jahr 1997 legt er es in sein Einzelunternehmen zum Teilwert von 150.000 DM ein und entnimmt es wieder am 3. März 2000. Der Teilwert zum Zeitpunkt der Entnahme beträgt 200.000 DM.

Veräußert A das Grundstück vor dem 3. Januar 2003 für 230.000 DM, ermittelt sich der private Veräußerungsgewinn wie folgt:

Veräußerungserlös 230.000 DM

abzgl. Anschaffungskosten 100.000 DM

Veräußerungsgewinn (§ 24 Abs. 1 Satz 1 EStG) 130.000 DM

Teilwert Entnahme 200.000 DM

abzgl. Teilwert Einlage 150.000 DM

abzuziehender Entnahmegewinn im Betriebsvermögen 50.000 DM

privater Veräußerungsgewinn 80.000 DM

Das gesamte BMF-Schreiben finden Sie hier: https://esth.bundesfinanzministerium.de/esth/2016/C-Anhaenge/Anhang-26/inhalt.html

Ich hoffe Ihre Frage damit beantwortet zu haben, sonst stellen Sie gerne kostenfreie Rückfragen ein.

Da dieser Auftrag von justAnswer an mich als externer Experte vermittelt wurde, freue ich mich abschließend über eine positive Bewertung, damit ich von justanswer vergütet werde. Für eine positive Bewertung klicken Sie bitte 3-5 Sterne über dem Kommentarfeld an. Herzlichen Dank vorab!

Ich möchte Sie darauf hinweisen, dass dieses Forum eine ausführliche und persönliche steuerliche Beratung nicht ersetzen kann, sondern vor allem dafür gedacht ist, eine erste steuerliche Einschätzung zu ermöglichen. Durch Hinzufügen oder Weglassen relevanter Informationen könnte die rechtliche Beurteilung Ihres Anliegens anders ausfallen.

Mit freundlichen Grüßen

Knut Christiansen
Steuerberater

Kunde: hat geantwortet vor 13 Tagen.
Sehr gut erklärt und ich habe vollkommen verstanden. Es geht im Satz 1 Nummer 5 also lediglich darum, dass die bloße „Einlage“ in ein BV sogar vor Ablauf v. 10 J. keine Spekulationssteuer auslösen soll. Danke! Wie aber verhält es sich, falls der Steuerpflichtige kurz vor der Veräußerung (an einen fremden Dritten) die Personengesellschaft gewerblich entprägt. Meines Erachtens müsste den Steuerpflichtigen dann die Zeit vor der Einlage in das Betriebsvermögen sowie die Zeit nach der (durch gewerblich Entprägung erfolgten) Entnahmen aus dem Betriebsvermögen auf die Spekulationsfrist angerechnet werden und zwar deshalb, weil ich irgendwo im Gesetz oder in der Steuerrechtsprechung las, dass die Überführung einer Immobilie durch Entnahme aus dem Betriebsvermögen oder im Rahmen einer Betriebsaufgabe „KEINEN entgeltlichen Erwerb darstellt“ und weil der § 23 EStG Satz 1 Nummer 3 besagt; „Bei unentgeltlichem Erwerb ist dem Rechtsnachfolger die Anschaffung in das Privatvermögen durch den Rechtsvorgänger zuzurechnen“!?

Wenn die Gewerblichkeit endet, muss das Grundstück mit dem Teilwert (Verkehrswert) aus dem Betriebsvermögen in das Privatvermögen entnommen werden. Der Gewinn zwischen Entnahmewert und Einlagewert wird dann im Rahmen des Gewerbebetriebs versteuert. Ansonsten regelt § 23 EStG:

"Als Anschaffung gilt auch die Überführung eines Wirtschaftsguts in das Privatvermögen des Steuerpflichtigen durch Entnahme oder Betriebsaufgabe."

Es ist also nicht unentgeltlich (wie bei einer, Schenkung oder Erbe) weil der Entnahmewert wie ein Entgelt anzusehen ist.

Das heißt: wird dann das Grundstück nach Rücküberführung in das Privatvermögen veräußert, wird als Anschaffungskosten der Wert angesetzt, der als Entnahmewert angesetzt wurde. Man geht dann also von höheren Anschaffungskosten aus.

Im BMF-Schreiben heißt es dazu:

"Wurde das Grundstück nach mehr als zehn Jahren seit der ursprünglichen Anschaffung, aber innerhalb von zehn Jahren nach der Überführung ins Privatvermögen veräußert, ist bei der Ermittlung des privaten Veräußerungsgewinns der bei der Überführung angesetzte Wert zu Grunde zu legen."

Knut Christiansen und weitere Experten für Steuererklärung sind bereit, Ihnen zu helfen.
Kunde: hat geantwortet vor 13 Tagen.
Also wenn ich Sie richtig verstanden habe; „Anrechnung der Zeit zwischen ursprünglicher Anschaffung und Einlage ins BV zwar Ja, aber nur für den Teilbetrag der Buchwertdifferenz aus dieser Zeit. Die Buchwertdifferenz zwischen Einlage ins BV und gewerblicher Entprägung der Personengesellschaft ist (dauerunabhängig) Spekulatiussteuerpflichtig. Das leuchtet ein. Danke! Ich gehe nun zur Bewertung und Bezahlung.

Gerne! Und vielen Dank für das Trinkgeld!