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Christian P
Christian P, Steuerberater
Kategorie: Steuererklärung
Zufriedene Kunden: 3645
Erfahrung:  Tax Manager bei Kelvion
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Christian P ist jetzt online.

Ich besitze mit meiner UG 25% der Anteile der ParkSol GmbH

Diese Antwort wurde bewertet:

Ich besitze mit meiner UG 25% der Anteile der ParkSol GmbH besitze und will jetzt die anderen 75% von meinem Geschäftspartner (bzw. dessen GmbH, die die Anteile hält) übernehmen - und zwar, ohne erneut Grunderwerbsteuer zu zahlen. Diese hatte die ParkSol GmbH ja auf alle in ihr liegenden Objekte bereits bezahlt.Wenn nun eine von außen kommende Gesellschaft 10% erwirbt (oder die alte Eigentümerin mit 10% verbleibt) und bspw. meine Anteile von 25% auf 90% aufgestockt werden, soll nach meinen Informationen GrunderwerbSt nicht anfallen. Meine Tochter (Alter 25 J.) würde also eine Gesellschaft gründen (ebenfalls UG) und mit der die 10% kaufen. Sowohl die Gesellschaft als auch meine Tochter haben ihren Wohnsitz nicht am Sitz meiner UG; also handelt es sich aus meiner Sicht um eine fremde Gesellschaft.Zudem hat meine Tochter bereits 2 Bachelorstudiengänge hinter sich und will nach und nach in die Immobilienwirtschaft einsteigen; daher gründet sie jetzt eine Grundstücksverwaltungs- und Projektentwicklungsgesellschaft.Kann ich also unter diesen Umständen davon ausgehen, daß die Grunderw.St nicht nochmal anfallen würde - oder wird das FinA eine "nahestehende Person" konstruieren und wir kommen so nicht durch?
Fachassistent(in): In welchem Bundesland leben Sie?
Fragesteller(in): Berlin; die Immobilien sind aber in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen
Fachassistent(in): Vielen Dank. Gibt es noch etwas, dass der Steuerberater wissen sollte?
Fragesteller(in): Nö, ich glaube, das ist doch bereits komplex genug, oder...?Fragesteller(in): Chat is completed

Guten Tag, ich prüfe Ihre Anfrage und melde mich nachher mit einer Antwort zurück

Mit freundlichen Grüßen,

Christian Peter

Steuerberater

Guten Tag, was meinen Sie mit Aufstockung? Ihre Tochter würde 10% der Anteile erwerben und Ihre UG würde dann die restlichen 65% der Anteile von der Park Sol GmbH erwerben, ist das Sachverhaltsverständnis so korrekt?

Kunde: hat geantwortet vor 9 Monaten.
Ja, meine UG besitzt bereits 25%. Und meine Tochter würde eine UG neu gründen, die 10% erwirbt. Die Frage ist, ob das FinA sie als "nahestehende Person" einstufen würde...

Da Ihre UG ja schon 25% besitzt, sehe ich keinen grunderwerbsteuerrelevanten Vorgang, der in § 1 Grunderwerbsteuergesetz besagt, dass 90% Anteile übergehen müssen.

Hier der Gesetzesauszug:

Gehört zum Vermögen einer Kapitalgesellschaft ein inländisches Grundstück und ändert sich innerhalb von zehn Jahren der Gesellschafterbestand unmittelbar oder mittelbar dergestalt, dass mindestens 90 vom Hundert der Anteile der Gesellschaft auf neue Gesellschafter übergehen, gilt dies als ein auf die Übereignung eines Grundstücks auf eine neue Kapitalgesellschaft gerichtetes Rechtsgeschäft. Mittelbare Änderungen im Gesellschafterbestand von den an einer Kapitalgesellschaft beteiligten Personengesellschaften werden durch Multiplikation der Vomhundertsätze der Anteile der Gesellschaft anteilig berücksichtigt. Ist eine Kapitalgesellschaft an einer Kapitalgesellschaft unmittelbar oder mittelbar beteiligt, gelten die Sätze 4 und 5. Eine unmittelbar beteiligte Kapitalgesellschaft gilt in vollem Umfang als neue Gesellschafterin, wenn an ihr mindestens 90 vom Hundert der Anteile auf neue Gesellschafter übergehen. Bei mehrstufigen Beteiligungen gilt Satz 4 auf der Ebene jeder mittelbar beteiligten Kapitalgesellschaft entsprechend. Bei der Ermittlung des Vomhundertsatzes bleibt der Erwerb von Anteilen von Todes wegen außer Betracht.

(2c) Bei der Ermittlung des Vomhundertsatzes im Sinne von Absatz 2a Satz 1 und Absatz 2b Satz 1 bleiben Übergänge von Anteilen an Kapitalgesellschaften außer Betracht, die zum Handel an einem im Inland, in einem anderen Mitgliedstaat der Europäischen Union oder einem anderen Vertragsstaat des Abkommens über den Europäischen Wirtschaftsraum betriebenen organisierten Markt nach § 2 Absatz 11 des Wertpapierhandelsgesetzes oder einem Drittlandhandelsplatz, der gemäß Artikel 25 Absatz 4 Buchstabe a der Richtlinie 2014/65/EU von der Europäischen Kommission als gleichwertig erklärt wurde, zugelassen sind, soweit der Anteilsübergang auf Grund eines Geschäfts an diesem Markt oder Drittlandhandelsplatz oder einem multilateralen Handelssystem im Sinne des Artikels 2 Absatz 1 Nummer 14 der Verordnung (EU) Nr. 600/2014 erfolgt.

(3) Gehört zum Vermögen einer Gesellschaft ein inländisches Grundstück, so unterliegen der Steuer, soweit eine Besteuerung nach den Absätzen 2a und 2b nicht in Betracht kommt, außerdem:

1.

ein Rechtsgeschäft, das den Anspruch auf Übertragung eines oder mehrerer Anteile der Gesellschaft begründet, wenn durch die Übertragung unmittelbar oder mittelbar mindestens 90 vom Hundert der Anteile der Gesellschaft in der Hand des Erwerbers oder in der Hand von herrschenden und abhängigen Unternehmen oder abhängigen Personen oder in der Hand von abhängigen Unternehmen oder abhängigen Personen allein vereinigt werden würden;

2.

die Vereinigung unmittelbar oder mittelbar von mindestens 90 vom Hundert der Anteile der Gesellschaft, wenn kein schuldrechtliches Geschäft im Sinne der Nummer 1 vorausgegangen ist;

3.

ein Rechtsgeschäft, das den Anspruch auf Übertragung unmittelbar oder mittelbar von mindestens 90 vom Hundert der Anteile der Gesellschaft begründet;

4.

der Übergang unmittelbar oder mittelbar von mindestens 90 vom Hundert der Anteile der Gesellschaft auf einen anderen, wenn kein schuldrechtliches Geschäft im Sinne der Nummer 3 vorausgegangen ist.

Kunde: hat geantwortet vor 9 Monaten.
Würde das heißen, daß ich 100% übernehmen kann, ohne das Konstrukt der anderen Gesellschaft? - Das wäre natürlich schön!

Sie übernehmen ja nicht 100% sondern nur 75%, wenn ich den Sachverhalt von Ihnen richtig verstanden habe.

Kunde: hat geantwortet vor 9 Monaten.
Ja, das stimmt. Innerhalb von 10 Jahren sind es dann 100%; allerdings bin ich kein "neuer Gesellschafter". Habe ich das richtig verstanden?

Ok also haben Sie die bestehenden 25% der Anteile innerhalb der letzten Jahre vom Geschäftspartner erworben?

Kunde: hat geantwortet vor 9 Monaten.
Nein, wir haben damals die Gesellschaft neu gegründet; er mit 75, ich mit 25%. ich habe also nicht VON IHM übernommen.

Ok dann ist es ja kein Problem, wenn Sie ihm jetzt die restlichen Anteile abkaufen, denn die Grenze liegt hier bei 90%, die Sie nicht erreichen.

Kunde: hat geantwortet vor 9 Monaten.
Aber Satz 3. 1 hebt doch darauf ab, daß sobald 90% "in der Hand des Erwerbers vereinigt" würden bzw. "abhängigen Personen" erreicht werden, ein Rechtsgeschäft besteht, das Grunderwerb auslöst..??

Ja das ist richtig daher haben Sie ja die Gestaltung mit der Tochter vorgeschlagen, die eine getrennte Kapitalgesellschaft errichtet und z.B. von Ihrem Geschäftspartner 15% der Anteile erwirbt und Ihre UG zu den bestehenden 25% weitere 60% vom Geschäftspartner erwirbt. Als abhängig gelten Ihre Gesellschaft und die Ihrer Tochter i.S.d. § 1Abs. 4 Grunderwerbsteuergesetz nicht.

Kunde: hat geantwortet vor 9 Monaten.
Vielen Dank. Darf ich dann insgesamt 90% erwerben oder würde ich mit 89% (und meine Tochter 11%) komplett allen Diskussionen aus dem Weg gehen?

Genau Sie sollten gemäß letzteren Vorschlag unter den 90% bleiben, da die Vorschrift ja von mindestens 90% spricht. Also werden 90% Anteile vereinigt, ist der Tatbestand erfüllt.

Kunde: hat geantwortet vor 9 Monaten.
Das scheint plausibel. Ich danke ***** *****!
Kann ich unseren Chatverlauf irgendwie ausdrucken?
Kunde: hat geantwortet vor 9 Monaten.
Können Sie mir bitte § 1Abs. 4 Grunderwerbsteuergesetz senden? Ich finde den Passus nicht, der die Abhängigkeit der Person oder 2. Ges.sch. beschreibt.
Kunde: hat geantwortet vor 9 Monaten.
Meinen Sie nicht, daß das FinA aufmerksam wird, wenn ich 89% übernehme, also die 90 verhindern will? Schauen die dann nicht besonders hin, oder ist man dann außerhalb des Interessensgebietes des FinAs?

Ja Sie können sich den Verlauf kopieren und ausdrucken.

§ 1 Abs. 4 Grunderwerbsteuergesetz lautet:

Im Sinne des Absatzes 3 gelten als abhängig

1.

natürliche Personen, soweit sie einzeln oder zusammengeschlossen einem Unternehmen so eingegliedert sind, dass sie den Weisungen des Unternehmers in Bezug auf die Anteile zu folgen verpflichtet sind;

2.

juristische Personen, die nach dem Gesamtbild der tatsächlichen Verhältnisse finanziell, wirtschaftlich und organisatorisch in ein Unternehmen eingegliedert sind.

Das Finanzamt ist sicherlich interessiert, aber es ist an das Gesetz gebunden und wenn Sie an die Voraussetzung einer bestimmten Norm nicht anknüpfen und diese erfüllen, kann das Finanzamt nicht die Vorschrift anwenden.

Kunde: hat geantwortet vor 9 Monaten.
Also ist bei 89/11 kein Ansatzpunkt für das FinA? Der Passus "nach dem Gesamtbild der tatsächlichen Verhältnisse finanziell, wirtschaftlich und organisatorisch in ein Unternehmen eingegliedert" macht mir noch Sorgen, da die UG meiner Tochter nicht viel Kapital aufweisen wird und zudem ihr Gründungsdatum sehr in der Nähe des Anteilsübernahme liegen wird.

Das ist kein Problem, denn Ihre Gesellschaft ist ja eigenständig.

sorry ihre also die Ihrer Tochter.

Kunde: hat geantwortet vor 9 Monaten.
Gut, Danke. Ich hoffe also, daß das FinA nicht durch Konstruktion der Abhängigkeit den Übergang von >90% konstruiert und wir dann GrunderwerbSt zahlen müssen.

Gern, würden Sie bitte die Antworten durch Anklicken auf 3 bis 5 Sterne abschließen.

Christian P und weitere Experten für Steuererklärung sind bereit, Ihnen zu helfen.