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Knut Christiansen
Knut Christiansen,
Kategorie: Steuererklärung
Zufriedene Kunden: 830
Erfahrung:  Steuerberater at Feddersen Jochimsen Christiansen Markussen Steuerberatungsgesellschaft mbH
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Knut Christiansen ist jetzt online.

Sehr geehrte Damen und Herren, meine Frau (32 Jahre alt) und

Diese Antwort wurde bewertet:

Sehr geehrte Damen und Herren,meine Frau (32 Jahre alt) und ich (36 Jahre alt) haben Ende September geheiratet. Wir bauen aktuell ein Haus und haben entsprechend auch einen langfristigen Baukredit über 15 Jahre mit jährlichen Sondertilgungsmöglichkeiten aufgenommen. Ferner planen wir, innerhalb der nächsten drei Jahre eine Familie zu gründen, sprich: Kinder zu bekommen. Unsere Einkünfte sind auf einem recht unterschiedlichen Niveau: Meine Frau verdient als in einem kirchlichen Kindergarten angestellte Erzieherin brutto ca. 44.000€ jährlich, ich verdiene als angestellter Senior Project Manager je nach Betriebserfolg brutto zwischen 100.000-110.000€. Eine weitere berufliche Entwicklung in einkommensstärkere Positionen ist meinerseits angestrebt und realistisch. Bei meiner Frau sieht es etwas anders aus: Sie würde im Falle einer Schwangerschaft aus gesundheitlichen Gründen direkt von Ihrer Beschäftigung freigestellt und im Anschluss wahrscheinlich im ersten Jahr zuhause bleiben, danach aber wieder arbeiten gehen.Uns stellen sich nun folgende Fragen:1.) Welche Steuerklassenkombination (4 und 4 oder 3 und 5) sollten wir wählen, um auf das Jahr gerechnet inklusive Vor- oder Nachzahlung der Einkommenssteuer die höchsten Netto-Gemeinschaftseinkünfte zu erzielen? Nach meinem derzeitigen Verständnis hat diese Wahl der Steuerklasse nur auf das monatlich verfügbare Netto-Einkommen einen Einfluss, in der Gesamtbetrachtung der Steuerzahlung über das Jahr hinweg, also inklusive Einkommenssteuer-Vor- und -Nachzahlungen allerdings keine Auswirkung. Ist das richtig?2.) Nach meinem Verständnis ist es für die gemeinschaftliche Gesamtsteuerbelastung nur entscheidend, ob wir eine Zusammenveranlagung oder eine Einzelveranlagung wählen. Habe ich auch das richtig verstanden?3.) Wie wäre die Steuerbelastung in unserem Fall "über den Daumen gepeilt" in den o.a. Fällen (Steuerklassen 4/4 vs. 3/5, Einzel- vs. Zusammenveranlagung) verteilt?3.) Da wir planen, in den nächsten 3 Jahren eine Familie zu gründen und entsprechend auch Elterngeld-Zahlungen und weitere Ausgleichszahlungen im Mutterschutz von vornherein mit bedenken sollten, ist es im Zusammenspiel mit der jährlichen Gesamtsteuerbelastung für uns als Paar ratsam, wenn meine Frau in die günstigere Steuerklasse 3 wechselt, da sich m.W.n. gewisse Zahlungen ja auch am Netto-Einkommen der Mutter bemessen?4.) Welche Empfehlungen (Steuerklasse Mann / Frau; Zusammenveranlagung / Einzelveranlagung; Optimierung der Einkünfte im Nachwuchs-Fall) würden Sie insgesamt vor dem Hintergrund der oben genannten Fragen für uns geben?Vielen Dank für Ihre Zeit und Ihre Unterstützung.
Bei Nachfragen melden Sie sich gern.Beste Grüße sendet
Benjamin Schefer

Guten Morgen Herr Schefer,

gerne kann ich Ihnen im Laufe des Tages eine Rückmeldung zu Ihren Fragen geben. Wäre es für Sie zeitlich in Ordnung, wenn die Antwort ggfs. erst heute nachmittag erfolgt? Ich kann aufgrund einiger Termine nicht absehen, ob ich die Antwort ggfs. auch früher verfassen kann.

Schöne Grüße!

Knut Christiansen
Steuerberater

Kunde: hat geantwortet vor 14 Tagen.
Guten Morgen Herr Christiansen,

überhaupt kein Problem. Vielen Dank für Ihre Unterstützung.

Beste Grüße
Benjamin Schefer

Gerne und vielen Dank. Dann melde ich mich heute im Laufe des Tages mit einer schriftlichen Antwort.

Bis später!

Kunde: hat geantwortet vor 14 Tagen.
Super, vielen Dank! Bis später!

Hallo, hier die zugesagte Antwort:

Zu 1) Es ist korrekt. Die Lohnsteuer stellt nur eine monatliche Vorauszahlung auf die Einkommensteuer des Kalenderjahres dar. Je nach Lohnsteuerklasse werden dann mehr oder weniger Beträge voraus bezahlt. Die Wahl der Steuerklasse hat aber auf die Gesamtsteuerbelastung keinen Einfluss.

Zu 2) Das ist korrekt. Entscheidend ist in dem Zusammenhang die Wahl der Veranlagungsart (Zusammen- vs. Einzelveranlagung). Die Vorteilhaftigkeit kann allerdings nicht pauschal beantwortet werden und muss je Jahr immer individuell erfolgen, wenn alle Parameter feststehen.

Zu 3) Die Gesamtsteuerbelastung wäre über den Baumen gepeilt (nur Einkommensteuer ohne Soli oder Kirchensteuer) bei ca. 35.000 EUR

Hier einmal die groben Werte bzgl. der Lohnsteuer bei unterschiedlichen Kombinationen:

Ehemann: 100.000 EUR
Steuerklasse Lohnsteuer
III 20 TEUR
IV 28 TEUR
V 34 TEUR

Ehefrau: 44.000 EUR
III 4 TEUR
IV 7 TEUR
V 12 TEUR

Zu 3.1) Es ist richtig, dass sich Lohnersatzleistungen wie das Elterngeld nach dem Nettogehalt der letzten 12 Monate bemessen. Mit der "richtigen" Lohnsteuerklasse könnte damit das Elterngeld Ihrer Frau dann erhöht werden.

Zu 4) Vor dem Grundsatz, dass sich die Gesamtsteuerbelastung durch die Lohnsteuerklassenwahl nicht verändert, würde ich zur Kombination 4/4 raten, da dann die Jahressteuer weitestgehend gedeckt wäre (28 TEUR + 7 TEUR = 35 TEUR). Im Normalfall ist die Zusammenveranlagung günstiger als eine Einzelveranlagung. Wenn es "konkreter" hinsichtlich der Familienplanung geht, würde ich dann auf V/III wechseln, um das Nettoeinkommen Ihrer Frau zu erhöhen.

Ich hoffe Ihre Frage damit beantwortet zu haben, sonst stellen Sie gerne kostenfreie Rückfragen ein.

Da dieser Auftrag von justanswer an mich als externer Experte vermittelt wurde,freue ich mich abschließend über eine positive Bewertung. Diese Vergütung beträgt 50% des von Ihnen gezahlten Betrags und wird nur bei positiver Bewertung an mich ausgezahlt. Für eine positive Bewertung klicken Sie bitte 3-5 Sterne im Kommentarfeld an. Herzlichen Dank vorab!

Ich möchte Sie darauf hinweisen, dass dieses Forum eine ausführliche und persönliche steuerliche Beratung nicht ersetzen kann, sondern vor allem dafür gedacht ist, eine erste steuerliche Einschätzung zu ermöglichen. Durch Hinzufügen oder Weglassen relevanter Informationen könnte die rechtliche Beurteilung Ihres Anliegens anders ausfallen.

Mit freundlichen Grüßen

Knut Christiansen
Steuerberater

Kunde: hat geantwortet vor 14 Tagen.
Hallo Herr Christiansen,

vielen Dank für Ihre Antworten. Hierzu noch ein paar Rückfragen:

1.) Können Sie bzgl. der zweiten Frage noch etwas konkreter werden, was die Vorteilhaftigkeit der Veranlagungsart anbetrifft: Warum kann dies in der genannten Konstellation nicht pauschal beantwortet werden bzw. was sind die wichtigsten Parameter, die hierauf Einfluss haben? Nehmen wir an, es gibt keine besonderen Umstände wie bspw. hohe Kapitalgewinne, Nebeneinkünfte o.ä. - was wäre dann Ihr Rat bzgl. der Veranlagungsart und wie hoch ist die Steuerbelastung dann circa in beiden Typen?

2.) In der Beantwortung der dritten Frage verstehe ich nicht, dass sich die Gesamtsteuerbelastung in den unterschiedlichen Konstellationen offenbar doch verändert. Das widerspricht der in Antwort Nr. 1 getätigten Aussage, dass die Wahl der Steuerklasse keinen Einfluss auf die Gesamtsteuerbelastung hat. Beispiel: Kombination IV/IV entspricht in Ihrem Beispiel ca. 35T€ Steuerbelastung, Kombination III/V 32T€ und Kombination V/III 46T€. Oder sind dies nur automatisch einbehaltenen Steuern aus dem laufenden Einkommen und der Rest wird rückvergütet bzw. nachgezahlt - jeweils im Vgl. zu den ca. 35T€ Gesamtsteuerbelastung, die Sie zu Beginn von Antwort Nr. 3 angegeben haben?

3.) Können Sie hinsichtlich Antwort Nr. 3 noch etwas konkreter werden? Welche Lohnersatzleistungen existieren für Eltern und welche bemessen sich nach dem Nettogehalt. Wie verhält es sich z.B., wenn nicht nur meine Frau in Mutterschutz geht und auch ein Jahr zuhause bleibt, sondern ich zwischenzeitlich auch Elternzeit beanspruche?

4.) Wann empfehlen Sie, auf die Kombination V/III zu wechseln? Wie lange vor der Geburt eines Kindes muss das geschehen, damit die Voraussetzungen für die entsprechenden Zahlungen vorliegen? Wann müssten wir den Wechsel in eine andere Steuerklasse beantragen?

Vielen Dank, dass Sie sich nochmal die Zeit nehmen, um mir zu antworten. Eine positive Bewertung erfolgt dann im Anschluss natürlich sehr gern.

Beste Grüße sendet
Benjamin Schefer

Hallo Herr Schefer,

zu 1)
Wesentliche Parameter sind in der Regel Lohnersatzleistungen wie z.B. Krankengeld, Arbeitslosengeld oder Elterngeld. Liegt dieses nicht vor, ist die Zusammenveranlagung in der Regel günstiger.

Wie schon erwähnt, würde die Zusammenveranlagung bei Ihnen zu einer Jahressteuer von ca. 35 TEUR führen. In der Einzelveranlagung geht ich bei Ihnen von etwa 29 TEUR und bei Ihrer Frau von etwa 8 TEUR aus, zusammen also ca. 37 TEUR.

Zu 2) Ja, es handelt sich nur um die Lohnsteuerbeträge, die quasi voraus bezahlt werden. Bei V/III ergibt sich allerdings ein Wert von 38 TEUR (34+4). Überzahlungen würden erstattet werden, "Unterzahlungen" würden zu Nachzahlungen bei der Einkommensteuer führen, so dass am Ende wieder 35 TEUR an Steuerbelastung anfällt.

Zu 3) Die Lohnersatzleistung besteht hauptsächlich im Elterngeld. Es beträgt in etwa 65% des Nettegehaltes der letzten 12 Monate. Wenn Ihre Frau ihr Nettoeinkommen erhöht, wirkt sich das unmittelbar auch auf die Höhe des Elterngeldes aus. Da das Elterngeld aber max. auf 1.800 EUR gedeckelt ist, sollte ein geringeres Nettoeinkommen bei Ihnen nicht zu einer Verminderung des Elterngeldes führen, da Sie dann immer noch den Maximalbetrag erhalten.

Zu 4) Der Wechsel der Steuerklasse muss mindestens 7 Monate vor der Geburt des Kindes Bestand haben, da die günstigere Steuerklasse mindestens 6 Monate gelten muss, damit sie anerkannt wird. Es ist zu beachten, dass der Steuerklassenwechsel erst ab dem Folgemonat des Wechsels wirksam wird. Daher sollten Sie umgehend nach Kenntnis der Schwangerschaft einen Wechsel anstreben.

Schöne Grüße!

Kunde: hat geantwortet vor 14 Tagen.
Hallo Herr Christiansen!

Vielen Dank für Ihre gut verständlichen Antworten. Bzgl. der Fallkonstellation mit Familie hätte ich noch Nachfragen, dann müsste alles geklärt sein:

1.) Sie sagen, dass die wesentliche Lohnersatzleistung im Elterngeld besteht. Ist das die Lohnersatzleistung, die auch im Mutterschutz zum Tragen kommt oder gibt es hier noch eine andere Komponente?

2.) Wenn ja, gilt der bzgl. des Elterngeldes erteilte Rat hier analog, da sich die Zahlung im Mutterschutz auch am Netto-Einkommen der Mutter orientiert?

3.) Wenn sich das Elterngeld auf 65% des Nettogehaltes meiner Frau im Verlauf der letzten 12 Monate orientiert, so würde meine Frau doch nicht in jedem Fall den Maximalbetrag erhalten, wie von Ihnen vermutet. Bei den von Ihnen genannten Beispielen würden doch im ungünstigsten Fall (Steuerklasse V) nur 1733€ je Monat gezahlt (44T€-12T€ Steuerbelastung / 12 * 65%). Oder habe ich da etwas falsch berechnet / verstanden?

4.) Wäre es nicht ratsam 13 Monate vor Geburt den Steuerklassenwechsel zu beantragen (schwer planbar, aber theoretisch zumindest)? So wie ich Ihre Antworten verstehe, hat sich doch nur dann das Netto-Einkommen im gesamten vorherigen Jahr erhöht und wird entsprechend komplett in der Berechnung des Elterngeldes zugrunde gelegt. Ansonsten würde man ja 6 Monate mit erhöhtem Netto-Einkommen in der Anrechnung verschenken?

5.) Gilt die genannte Berechnung des Elterngeldes unabhängig von der Veranlagungsart?

Danke für Ihre erneute Unterstützung und dann hoffe ich, sind alle Fragen geklärt.

Einen schönen Tag weiter wünscht
Benjamin Schefer

Hallo!

zu 1) Grundsätzlich gibt es das Mutterschaftsgeld, das max. 13,- EUR/Tag beträgt. Ist der eigentliche Nettolohn höher, so muss der Arbeitgeber einen Zuschuss zum Muterschaftsgeld zahlen.

Zu 2) Ja, der Zuschuss zum Mutterschaftsgeld richtet sich ja indirekt nach dem Nettolohn. Wenn also durch die günstigere Steuerklasse der Nettolohn über 13,- EUR liegt, dann kann der Zuschuss dadurch noch erhöht werden.

Zu 3) Ich meinte eigentlich, dass Sie den Maximalbetrag bekommen, auch wenn Sie mit Steuerklasse V abgerechnet werden. Der Hinweis galt für den Fall, dass Sie auch in Elternzeit gehen wollen. Vereinfacht gesagt kann das Elterngeld um die Differenz der Lohnsteuer aus den beiden Lohnsteuerklassen optimiert werden: die Differenz zwischen III und V beträgt bei Ihrer Frau 8 TEUR. 65% davon sind dann ca. 5 TEUR mehr Elterngeld.

 

Zu 4) Ja, so wäre es für das Elterngeld am besten. Mein Hinweis galt sozusagen als spätester Zeitpunkt, wenn man das Elterngeld optimeiren möchte. Je früher Ihre Frau mehr Nettolohn bezieht, desto höher wird dann das spätere Elterngeld.

Zu 5) Die Veranlagungsart hat keinen Einfluss auf das Elterngeld.

Knut Christiansen und weitere Experten für Steuererklärung sind bereit, Ihnen zu helfen.
Kunde: hat geantwortet vor 14 Tagen.
Super, vielen Dank! Das hat sehr geholfen!

Einen schönen Tag weiter wünscht
Benjamin Schefer

Gern geschehen :-)