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Knut Christiansen
Knut Christiansen,
Kategorie: Steuern
Zufriedene Kunden: 2814
Erfahrung:  Steuerberater at Feddersen Jochimsen Christiansen Markussen Steuerberatungsgesellschaft mbH
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Knut Christiansen ist jetzt online.

Ich (35 Jahre, nicht verheiratet, keine Kinder, Mieterin

Diese Antwort wurde bewertet:

Ich (35 Jahre, nicht verheiratet, keine Kinder, Mieterin ohne weitere Einkünfte) arbeite hauptberuflich als Senior Communications Manger bei einem Softwareunternehmen und verdiene im Monat 4.250 Euro brutto. 2019 habe ich zunächst hobbymäßig als DJ angefangen. Seitdem hatte ich ca. 6.000 Euro Ausgaben für Tracks, Technik/Equipment, usw. Im August und September 2021 habe ich auf Festivals gespielt und sie wollen mir meine Gage (100 Euro pro Gig) nur zahlen, wenn ich eine Rechnung schreibe. Es werden wahrscheinlich weitere DJ-Auftritte folgen, die jedoch sicher nicht mehr als als 1000 bis 3500 Euro im Jahr einbringen werden. Ich überlege jetzt für die Rechnungsstellung ein Kleingewerbe anzumelden, mir wurde aber auch gesagt, dass ich versuchen soll, mich als Künstler einstufen zu lassen. Die sind nach §18 EStG von der Gewerbepflicht befreit. Eigentlich zählen DJs da nicht dazu, da reines Auflegen von Musik noch keine künstlerische Tätigkeit ist. Ich habe jedoch dieses Jahr mit dem Produzieren von Musik angefangen und bislang einen kostenlos downloadbaren Track veröffentlicht. Wie soll ich jetzt am besten vorgehen? Als was soll ich mich beim Finanzamt anmelden? Außerdem bin ich mir unsicher, ob ich die seit 2019 mit der DJ-Tätigkeit verbundenen Ausgaben alle geltend machen soll, da ich gehört habe, dass, wenn meine Einnahmen zukünftig zu niedrig sind, das Finanzamt die DJ-Tätigkeit als "Liebhaberei" abtun könnte und dann alles auf einmal zurückverlangt.
Fachassistent(in): In welchem Bundesland leben Sie?
Fragesteller(in): Berlin
Fachassistent(in): Vielen Dank. Gibt es noch etwas, dass der Steuerberater wissen sollte?
Fragesteller(in): Nein

Guten Abend,

wäre es zeitlich für Sie in Ordnung, wenn ich Ihnen morgen Vormittag eine ausführliche Antwort zukommen lasse?

Schöne Grüße!

Knut Christiansen

Steuerberater

Kunde: hat geantwortet vor 11 Tagen.
Hallo Herr Christiansen,das würde mich freuen.Vielen Dank.

Sehr gerne! Bis morgen!

Guten Morgen,

grundsätzlich sollten Sie aus meiner Sicht auf jeden Fall erst einmal eine Gewerbeanmeldung vornehmen. Denn die Tätigkeit als DJ ist gewerblich und keine freiberufliche Tätigkeit nach § 18 EStG. Es würde zwar grundsätzlich Gewerbesteuerpflicht entstehen, da Ihnen aber ein Freibetrag von 24.500 EUR (Gewinn) zusteht, würde Gewerbesteuer bei einem Umsatz von 3.500 EUR pro Jahr auf keinen Fall anfallen. Insofern bleibt es dann müßig, sich mit dem Finanzamt über Gewerblichkeit oder künstlerische Tätigkeit zu streiten. Abgesehen davon würde durch die "Vermengung" zwischen Tätigkeit als DJ und Produzentin eine gewerbliche Infektion der freiberuflichen Tätigkeit erfolgen. Nach erfolgter Gewerbeanmeldung müssten Sie dann innerhalb von 1 Monat auch die steuerliche Anmeldung via Elster ausfüllen (Fragebogen zur steuerlichen Erfassung).

Grundsätzlich können Sie vorweggenommene Betriebsausgaben geltend machen, auch wenn dadurch erst einmal ein Verlust entsteht. Sie müssten aber glaubhaft machen, dass unter dem Strich ein Totalgewinn erzielt werden kann. Ansonsten besteht in der Tat die Möglichkeit, dass das Finanzamt die Verluste insgesamt nicht anerkennt, weil es eine Liebhaberei unterstellt. Das kann dann auch dazu führen, dass Sie in späteren Jahren bei Feststellung der Liebhaberei etwaige Steuererstattungen, die aufgrund geltend gemachter Verluste gewährt wurden, wieder zurückzahlen müssten. Hier müssten Sie also abwägen, wie sich Ihre Einkünftesituation aus dieser Tätigkeit künftig entwickelt.

Sofern Ihre Umsätze pro Jahr unter 22.000 EUR liegen, was ja der Fall ist, könnten Sie zudem die umsatzsteuerliche Kleinunternehmerregelung beantragen. Sie müssten dann keine Umsatzsteuer auf den Rechnungen ausweisen und auch keine Umsatzsteuer an das Finanzamt abführen. Auf der anderen Seite könnten Sie dann jedoch auch keine Ihnen in Rechnung gestellte Umsatzsteuer (=Vorsteuer) erstatten lassen.

Ich hoffe Ihre Frage damit beantwortet zu haben, sonst stellen Sie gerne kostenfreie Rückfragen ein.

Da dieser Auftrag von justAnswer an mich als externer Experte vermittelt wurde, freue ich mich abschließend über eine positive Bewertung, damit ich von justanswer vergütet werde. Für eine positive Bewertung klicken Sie bitte 3-5 Sterne über dem Kommentarfeld an. Herzlichen Dank vorab!

Ich möchte Sie darauf hinweisen, dass dieses Forum eine ausführliche und persönliche steuerliche Beratung nicht ersetzen kann, sondern vor allem dafür gedacht ist, eine erste steuerliche Einschätzung zu ermöglichen. Durch Hinzufügen oder Weglassen relevanter Informationen könnte die rechtliche Beurteilung Ihres Anliegens anders ausfallen.

Mit freundlichen Grüßen

Knut Christiansen
Steuerberater

Haben Sie noch Rückfragen?

Knut Christiansen und weitere Experten für Steuern sind bereit, Ihnen zu helfen.
Kunde: hat geantwortet vor 10 Tagen.
Hallo Herr Christiansen,vielen Dank für Ihre Antwort. Ich habe heute online ein Gewerbe (Einzelunternehmen) angemeldet. Ich hoffe, das reicht noch für Rechnungen für meine am 7.8. und 11.9. erbrachten DJ-Leistungen, die ich zeitnah schreiben möchte.Das Finanzamt wird sich dann ja in den nächsten 7-10 Tagen automatisch bei mir melden mit einem Fragebogen, den ich bei ELSTER ausfülle und bei dem ich dann angeben kann, dass ich von der Kleinunternehmerregelung Gebrauch machen möchte.1) Ich benötige für das Schreiben der Rechnungen so schnell wie möglich eine Steuernummer. Um schneller an die Steuernummer zu kommen, muss der offizielle Brief vom Finanzamt nach der Gewerbeanmeldung ja nicht abgewartet werden. Kann die steuerliche Anmeldung jetzt schon direkt über ELSTER erfolgen?
2) Muss ich beim Ausfüllen des Fragebogens zur steuerlichen Erfassung etwas Besonderes beachten, damit ich später keine steuerrechtlichen Nachteile habe?
A) Muss ich zwingend ein kostenpflichtiges Geschäftskonto einrichten? Ich mache ja kaum Gewinn.
B) Ich habe gerade erst als DJ angefangen und kann, insbesondere wegen Corona, nur schlecht eine Gewinnprognose angeben. Außerdem weiß ich nicht, wie viele weitere Aufträge reinkommen. Ich gehe in diesem Jahr im schlimmsten Fall von 300 und im besten Fall von 500 Euro aus. Im 2. Jahr von 500 bis 3500 Euro.
C) Es würde sich wahrscheinlich eine Ist-Versteuerung empfehlen, oder entfällt die bei der Kleinunternehmerregelung?
D) Gebe ich bei der Bezeichnung des Unternehmens meinen Künstler-/DJ-Namen an?
E) Gebe ich bei Beginn der Tätigkeit Mai 2019 an, da ich da mit dem Auflegen und dem Kauf von Equipment begonnen habe?Eine weitere Frage bezieht sich auf das Problem mit den mit der DJ-Tätigkeit verbundenen sehr hohen Betriebsausgaben für Tracks und techn. Equipment und dem Problem, dass ich, wenn ich zu viele Betriebsausgaben geltend mache, das Finanzamt von mir Rückzahlungen verlangen könnte. In welchem Verhältnis sollten Gewinne und Ausgaben stehen? Reicht es, wenn ich auf 0 komme in den ersten Jahren? In dem Fall würde ich ggf. nicht alle Ausgaben geltend machen. Wann muss ich wie viel Gewinn erzielen, damit die DJ-Tätigkeit später nicht als Liebhaberei eingestuft wird?
Kunde: hat geantwortet vor 10 Tagen.
Was ich noch vergessen habe: Kann ich die GEZ-Anmeldung und die IHK-Mitgliedschaft irgendwie umgehen?

Guten Morgen,
hier noch die RÜckmeldungen auf Ihre ergänzenden Fragen:

1. Sie können auch vor Aufforderung durch das Finanzamt die steuerliche Anmeldung per Elster durchführen um das Verfahren zu beschleunigen.

2. Achten Sie darauf, dass Sie die Kleinunternehmerregelung beantragen (wenn gewünscht). Ansonsten sind die Stammdaten korrekt einzutragen. Angaben zu voraussichtlichen Umsätzen oder Gewinn sind gewissenhaft zu schätzen, mehr aber auch nicht. Das heißt: weichen Sie später deutlich davon ab, ist das kein Problem.

A) Nein, ein Geschäftskonto brauchen Sie nicht zwingend.

B) Diese Angaben können Sie ohne Probleme machen. Siehe 2.

C) Diese entfällt bei der Kleinunternehmerregelung. Ansonsten wäre diese zweckmäßig, weil Sie erst dann Umsatzsteuer entrichten müssen, wenn Sie das Geld bekommen haben.

D) Ja, genau. Geben Sie den Namen an unter dem Sie auftreten.

E) Nein, das waren nur Vorbereitungshandlungen. Geben Sie hier bitte das Datum an, zu dem Sie wirklich erstmalig nach außen hin in Erscheinung getreten sind.

Zur Liebhaberei: bei +/- 0 wäre es erst einmal unerheblich bzw. keine Liebhaberei. Sie haben dann ja ein ausgeglichenes Ergebnis und nehmen damit keine steuerlichen Vorteile mit. AUch Anfangsverluste wären an sich in Ordnung, wenn sich über die Jahre nachhaltige Überschüsse erzielen lassen. Sie sollten spätestens im dritten Jahr regelmäßig Gewinne erzielen um die Anfangsverluste wieder ausgleichen zu können.

Was die GEZ betrifft: das kann ich Ihnen leider nicht sagen. Bzgl. der IHK: in der Regel wird der Beitrag zumindest in den ersten Jahren bei Existenzgründern nicht erhoben, wenn der Gewerbeertrag (Gewinn) geringer als 25.000 EUR ist. Weiterhin ist meines Wissens auf Antrag eine Befreiung möglich, wenn auch nach der Existenzgründungsphase der Gewinn unter 5.200 EUR liegt. Am besten hierzu einmal die zuständige IHK kontaktieren.

Viele Grüße!

Kunde: hat geantwortet vor 6 Tagen.
Hallo Herr Christiansen,vielen Dank für Ihre Einschätzung. Ich bin gerade dabei, den Fragebogen zur steuerlichen Erfassung auszufüllen, bin mir jedoch bei ein paar Dingen noch nicht ganz sicher.Ich hatte letzte Woche online das Gewerbe für den 1.8.2021 angemeldet, da ich Rechnungen für DJ-Leistungen am 7.8.21 und 11.9.21 schreiben muss.Eigentlich hätte ich jetzt gedacht, dass es Sinn machen würde, beim steuerlichen Erfassungsbogen bei Beginn der Tätigkeit (inkl. Vorbereitungshandlungen) und Gründung des Betriebes Mai 2019 reinzuschreiben und für 2019 (1.Jahr) 150 Euro und 2020 (2. Jahr) 220 Euro Gewinn einzutragen. Dann könnte ich auch die Betriebsausgaben für den Kauf von Boxen, DJ-Playern, einem DJ-Mixer und Tracks (ca. 6000 Euro) bei der Einnahmenüberschussrechnung geltend machen.Der Vorteil wäre hier, dass ich die Kosten, die ich ja auch am Anfang hatte, wieder rausholen könnte. Der einzige Nachteil, den ich hier sehe, wäre, dass ich evtl. Probleme wegen einer verspäteten Gewerbeanmeldung und dem zu späten Ausfüllen des steuerlichen Erfassungsbogens bekommen könnte. Außerdem würden diese Jahre, in denen ich wegen Corona nichts verdienen konnte, dann schon in den Bewertungszeitraum zur Feststellung der Liebhaberei fallen.Wenn ich Sie richtig verstanden habe, würden Sie mir jedoch raten, lieber einen späteren Beginn der Tätigkeit einzutragen, als ich das erste Mal nach außen ins Erscheinung getreten bin. Was verstehen Sie genau darunter? Ich hatte meine ersten Gigs bereits Ende 2019 und habe dazu zum Beispiel auch schon unter meinem Künstlernamen Social Media Postings gemacht, habe hierfür aber eigentlich in der Regel keine Bezahlung erhalten. Das ist leider nicht unüblich, da man erstmal ein paar unbezahlte Gigs als Anfänger spielen muss bis man für Festivals und andere größere Veranstaltungen gebucht wird, bei denen man eine Gage erhält und Rechnungen schreibt. Man kann als DJ nicht von Anfang an wissen, dass man später damit auch Geld verdient.Würden Sie mir also empfehlen, als Beginn der Tätigkeit und Gründungsdatum dann z.B. lieber März oder August 2021 einzutragen? Ab hier habe ich nur Rechnungen mit geringen Beträgen, die ich dann als Betriebskosten geltend machen könnte und vor allem die sehr hohen Ausgaben für das technische Equipment würden wegfallen, da sie vor allem in 2019 und 2020 angefallen sind.

Hallo!

Wenn Sie nachweislich bereits im Jahr 2019 die ersten Auftritte hatten, dann sollten Sie auch 2019 als Beginn eintragen. Sie können dann ggfs eine Erläuterung beifügen, dass Sie hier zunächst eben diese kostenlosen Gigs hatten, um sich einen Namen zu machen.