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Knut Christiansen
Knut Christiansen,
Kategorie: Steuern
Zufriedene Kunden: 2793
Erfahrung:  Steuerberater at Feddersen Jochimsen Christiansen Markussen Steuerberatungsgesellschaft mbH
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Knut Christiansen ist jetzt online.

Müssen die Kilometer bei der Entfernungspauschale Fahrten

Diese Antwort wurde bewertet:

Müssen die Kilometer bei der Entfernungspauschale Fahrten Wohnung Arbeitsstätte bis 4500 € auf Verlangen des Finanzamtes nachgewiesen werden, da es sich ja eigentlich um eine Pauschale handelt? Wenn ja, bitte ich, die Rechtsgrundlage anzugeben.
Fachassistent(in): In welchem Bundesland leben Sie?
Fragesteller(in): Bayern
Fachassistent(in): Vielen Dank. Gibt es noch etwas, dass der Steuerberater wissen sollte?
Fragesteller(in): Nein

Guten Tag,

gerne prüfe ich Ihre Frage und melde mich im Anschluss mit einer Antwort.

Viele Grüße!

Knut Christiansen
Steuerberater

Grundsätzlich gibt es immer Mitwirkungspflichten nach § 90 der Abgabenordnung (AO), damit ein steuerlicher Sachverhalt aufgeklärt werden kann.

Die 4.500 EUR ergeben sich aus § 9 Abs. 1 Nr. 4 EStG. Danach darf pro Entfernungskilometer und Tag ein entsprechender Betrag geltend gemacht werden (Ab 2021: 0,30 EUR für die ersten 20 Kilometer, 0,35 EUR für die übersteigenden Kilometer). Insofern handelt es sich um keine Pauschale, sondern um glaubhaft zu machende Kosten. Insbesondere müssen die Anzahl der Tage glaubhaft sein, an denen man zur Arbeit gefahren ist. Dieses kann z.B. durch eine Arbeitgeberbescheinigung erfolgen oder man weist eine entsprechend hohe Kilometerzahl nach, die sich aufgrund der hohen Kosten ja ergeben muss. Bei 4.500 EUR Kosten entspräche das ja Entfernungskilometern von 4.500 EUR : 0,30 EUR/Km = 15.000 Km. Da hier nur die einfache Strecke angesetzt werden kann, müssen für Hin- und Rückfahrt schon 30.000 Km pro Jahr angefallen sein. Diese Kilometer wären nach § 90 AO vom Steuerpflichtigen auf Verlangen glaubhaft zu machen.

Beantwortet das Ihre Frage?

Viele Grüße!

Knut Christiansen

Kunde: hat geantwortet vor 12 Tagen.
Für mich ist nicht klar, weshalb ich bei der Benutzung des eigenen PKW die gefahrenen Kilometer bzw. Aufwendungen nachweisen muss, da lt. dem BMF-Schreiben IV C 5 - S 2351/09/10002 v. 31.10.13 bei einer Fahrgemeinschaft die Entfernungspauschale bis 4500 € auch ohne entstandene Kosten angesetzt werden kann. Welchen Sinn ergibt das? Meiner Meinung nach ergibt sich aus dem BMF-Schreiben, dass nur bei Überschreitung des Höchstbetrages von 4500 € die gefahrenen Kilometer nachzuweisen sind.

Die 4.500 EUR sind zunächst einmal als Höchstbetrag zu verstehen, wenn kein eigener Pkw oder zur Nutzung überlassener Pkw verwendet wurde (z.B. sondern z.B. Moped, Roller, Fahrrad, zu Fuß). Wenn die tatsächlichen Kosten (bzw. die Kilometerpauschale) höher sind, weil z.B. die einfache Entfernung höher ist, dann geht das nur bei eigenen Pkw oder zur Nutzung überlassenem Pkw. Es geht also nicht um den Nachweis von tatsächlichen Kosten für den Pkw, sondern darum glaubhaft zu machen, wieviele Fahrten angefallen sind und welche KM zum Arbeitgeber vorlagen.

Es heißt dazu im BMF-Schreiben:
Bei Benutzung eines eigenen oder zur Nutzung überlassenen Kraftwagens greift die Begrenzung auf 4 500 Euro nicht. Der Arbeitnehmer muss lediglich nachweisen oder glaubhaft machen, dass er die Fahrten zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte mit dem eigenen oder ihm zur Nutzung überlassenen Kraftwagen zurückgelegt hat. Ein Nachweis der tatsächlichen Aufwendungen für den Kraftwagen ist für den Ansatz eines höheren Betrages als 4 500 Euro nicht erforderlich.

Das bedeutet nicht, dass man pauschal 4.500 EUR geltend machen kann. Dieser Betrag muss sich aus den Umständen ergeben (Entfernung und Anzahl der Fahrten). Gleiches gilt auch bei Fahrgemeinschaften. Hier darf man die 4.500 EUR nur dann geltend machen, wenn man nachweist, dass man an entsprechenden Tagen die entsprechenden KM gefahren ist bzw. mitgenommen wurde.

Welche Fahrtkosten haben Sie denn in der Steuererklärung geltend gemacht? Also wie viele Kilometer und wie viele Fahrten?

Kunde: hat geantwortet vor 12 Tagen.
Ich habe 34 Fahrten á 430 km angegeben. Ich habe bei Verwandten gewohnt (deshalb keine doppelte Haushaltsführung). An 34 Wochenenden bin ich zu meiner Familie nach Hause gefahren. Auf der Internetseite
finanzamt.bayern.de Informationen zur Entfernungspauschale steht folgender Text:
1. Unter welchen Voraussetzungen bekomme ich die Entfernungspauschale und was kann ich geltend machen?
Für jeden Arbeitstag, an dem der Arbeitnehmer seine erste Tätigkeitsstätte aufsucht, werden die Aufwendungen - unabhängig vom benutzten Verkehrsmittel und von der Höhe der Aufwendungen - mit der gesetzlichen Entfernungspauschale berücksichtigt.Die Entfernungspauschale beträgt 0,30 Euro pro vollen Kilometer der Entfernung (maßgeblich ist hierfür regelmäßig die kürzeste Straßenverbindung).Der Abzug der Aufwendungen ist grundsätzlich auf einen Höchstbetrag von 4.500 Euro kalenderjährlich begrenzt.Ein höherer Betrag wird nur berücksichtigt, soweit der Arbeitnehmer einen eigenen oder zur Nutzung überlassenen Kraftwagen benutzt. Sie müssen durch geeignete Unterlagen nachweisen oder glaubhaft machen, dass Sie die Fahrten zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte mit dem eigenen Kraftwagen selbst zurückgelegt haben. Ein Nachweis der tatsächlichen Aufwendungen ist nicht erforderlich.Mit der Entfernungspauschale sind grundsätzlich alle Aufwendungen abgegolten. Eine Ausnahme gilt nur für Unfallkosten.Nur in bestimmten Ausnahmefällen können an Stelle der Entfernungspauschale die höheren tatsächlichen Kosten berücksichtigt werden. Dies gilt z. B. bei Benutzung öffentlicher Verkehrsmittel sowie bei Behinderten, deren Grad der Behinderung mindestens 70 bzw. weniger als 70 aber mindestens 50 beträgt und bei denen eine erhebliche Beeinträchtigung der Bewegungsfähigkeit im Straßenverkehr (Merkzeichen "G") vorliegt (vgl. § 9 Abs. 2 EStG).Das verstehe ich so, dass ich die Nachweise nur brauche, wenn ein höherer Betrag als die 4500 € überschritten werden.
Kunde: hat geantwortet vor 12 Tagen.
2. Wie kann ich Fahrten zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte mit dem eigenen Kfz nachweisen, wenn die Entfernungspauschale den Betrag von 4.500 Euro im Kalenderjahr übersteigt?
Sie müssen durch geeignete Unterlagen nachweisen oder glaubhaft machen, dass Sie die Fahrten zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte mit dem eigenen Kraftwagen selbst zurückgelegt haben. Ein Nachweis der tatsächlichen Aufwendungen ist nicht erforderlich.Geeignete Unterlagen für den Nachweis der Fahrten sind z. B. ein ordnungsgemäß geführtes Fahrtenbuch, Kundendienst- und Reparaturrechnungen, TÜV-Berichte etc., aus denen die Kilometerleistung des benutzten Kraftwagens ersehen werden kann.
Kunde: hat geantwortet vor 12 Tagen.
Dies steht auch noch auf der Seite des Finanzamtes. Die Nachweise sind zu erbringen, wenn die Entfernungspauschale den Betrag von 4500 Euro übersteigt.
Kunde: hat geantwortet vor 12 Tagen.
Die Information auf der Seite des Finanzamtes ist ja dann schon sehr irreführend, wenn Nachweise unter 4500 Euro erbracht werden müssen.

Ja, grundsätzlich wäre das so. Aber das Finanzamt darf hier die Angaben in der Steuererklärung auf Plausibilität prüfen. Das passiert sogar bei weitaus geringeren Beträgen als 4.500 EUR in der Praxis recht häufig. Nach § 90 AO wären Sie hier zur Mitwirkung verpflichtet. Sie könnten natürlich probieren den Finanzbeamten davon zu überzeugen, dass bis 4.500 EUR kein Nachweis erbracht werden muss und zitieren mal die entsprechenden Texte und BMF-Schreiben. Dann muss der Finanzbeamte Ihnen die konkrete Rechtsvorschrift nennen, auf die er sich beruft.

Wurden denn konkret Nachweise angefordert oder wie ist die Anforderung durch das Finanzamt bei Ihnen?

Mit "Ein Nachweis der tatsächlichen Aufwendungen ist nicht erforderlich." ist gemeint, dass die für das Fahrzeug anfallenden Kosten (Benzin, Steuern, Versicherung, etc) nicht nachgewiesen werden müssen, da die 0,30 EUR/KM sämtliche Kosten abdeckt.

Kunde: hat geantwortet vor 12 Tagen.
Es wurden Nachweise vom Finanzamt angefordert, z. B. durch Inspektions- und Reparaturrechnungen, Kauf- oder Verkaufsverträge oder HU-Berichte. Dies sind genau die Nachweise, welche lt. Finanzamtsseite bei Ansatz der Fahrten über 4.500,00 € erbracht werden müssen Der Sachbearbeiter hat sich auf § 9 Abs. 1 Satz 1 Nr. 4 Sätze 1 und 2 EStG bezogen.

Okay. dann würde ich zunächst einmal vorschlagen, dass Sie sich auf die o.g. Textstellen berufen, wonach ein gesonderter Nachweis eigentlich nicht vorgesehen ist. Das ergibt sich jedenfalls insoweit nicht aus § 9 Abs. 1 Nr. S. 1 und 2 EStG, weil hier ja nur die Begrenzung auf 4.500 EUR angesprochen wird. Diese erreichen Sie ja mit 34 x 430km x 0,30 EUR = 4.386 EUR ja nicht.

Dann müsste er Ihnen eine konkretere Vorschrift nennen. Vielleicht lässt er aber dann auch schon ab und verzichtet auf weitere Nachweise. Es kommt auf einen Versuch drauf an.

Kunde: hat geantwortet vor 12 Tagen.
Das haben wir leider schon versucht. Er hat uns dann eben diesen § zitiert. Eine konkrete Vorschrift konnte er uns nicht nennen. Vielen Dank für Ihre Bemühungen. Ich werde mit dem Sachbearbeiter telefonieren. Evtl. hilft es, denn auch meiner Meinung nach trifft der § 9... nicht zu.

Okay, gerne. Manche Mitarbeiter sind da recht stur. Ich drücke Ihnen die Daumen, dass Sie am Telefon dann mehr Erfolg haben.

Knut Christiansen und weitere Experten für Steuern sind bereit, Ihnen zu helfen.