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Knut Christiansen
Knut Christiansen,
Kategorie: Steuern
Zufriedene Kunden: 2453
Erfahrung:  Steuerberater at Feddersen Jochimsen Christiansen Markussen Steuerberatungsgesellschaft mbH
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Knut Christiansen ist jetzt online.

Ich betreibe seit April 2020 eine kleine Photovoltaikanlage

Diese Antwort wurde bewertet:

Ich betreibe seit April 2020 eine kleine Photovoltaikanlage mit Speicher. Den überschüssigen Strom (max. 500€/a) speise ich ein. Ich wollte den Aufwand mich klein halten und habe bisher kein Gewerbe angemeldet. Inzwischen habe ich aber gelernt, dass ich eine Umsatzsteuernummer brauche.
Unser jährlicher Verbrauch entspricht ziemlich genau dem, was wir auch verbrauchen. Allerdings speisen wir im Sommer Überschüsse ein und müssen im Winter dazukaufen. Wir speisen ca. 40% unseres Stroms ins öffentliche Netz ein.
Die PV-Anlage hat ca. 10000€ gekostet und der Speicher weitere 10000€. Beides wurde zusammen gekauft.
Ich bin Angestell ter und betreibe kein weiteres Gewerbe.
Dazu habe ich folgende Fragen:
- Lohnt sich für bei den oben genannten Randbedingungen eher die Kleinunternehmerregelung oder die Regelbesteuerung?
- Was könnte ich abschreiben? Unter welchen Bedingungen? Mit welchem (bürokratischem) Aufwand für mich?
- Zuordnung zum Unternehmensvermögen: Welcher Anteil ist hier für mich sinnvoll?
JA: In welchem Bundesland leben Sie?
Customer: Niedersachsen
JA: Vielen Dank. Gibt es noch etwas, dass der Steuerberater wissen sollte?
Customer: Ich denke nicht.

Guten Tag,

gerne lasse ich Ihnen am Nachmittag eine Antwort zukommen. Ich hoffe das ist zeitlich für Sie in Ordnung?

Viele Grüße!

Knut Christiansen

Steuerberater

Kunde: hat geantwortet vor 17 Tagen.
Vielen Dank. Das ist in Ordnung.

Okay, bis später!

Wäre es auch möglich, dass ich Sie gegen 14.00 Uhr einmal kostenfrei anrufe? Dann können wir das telefonisch klären und Rückfragen direkt mündlich klären. Das wäre meiner Meinung nach einfacher zu erklären.

Kunde: hat geantwortet vor 17 Tagen.
Ich bin heute den ganzen Nachmittag in Meetings. Außerdem hätte ich gerne etwas schriftliches zum Nachschauen.

Okay, kein Problem. Dann schreibe ich Ihnen nachher.

Der Vorteil der Regelbesteuerung wäre in Ihrem Fall, dass Sie die im Kaufpreis enthaltene Umsatzsteuer vom Finanzamt erstattet bekämen. Voraussetzung wäre, dass mind. 10% des ingesamt erzeugten Stroms vermarktet wird und an den Netzbetreiber veräußert wird. Bei einer Anlage, die z.B. 6.000 kWh p.a. erzeugt, müssten Sie mind. 600kWh einspeisen und vergütet bekommen.

Erfüllen Sie die Voraussetzungen, so können Sie aus den Anschaffungskosten (ca. 20.000 EUR brutto) die enthaltene USt von etwa 3.200 EUR erstattet bekommen.

Allerdings müssen Sie dann in den kommenden Jahren den selbst verbrauchten Strom als Privatanteil wieder versteuern. Verbrauchen Sie z.B. pro Jahr 4.000 kWh selbst, dann müssten Sie in etwa wie folgt rechnen: 4000 x 0,25 EUR/kWh = 1.000 EUR netto. 19% davon = 190 EUR p.a. Umsatzsteuerzahlung auf den Eigenverbrauch.

Damit würden Sie dann anteilig Jahr um Jahr die Umsatzsteuer an das Finanzamt zurück zahlen. Sie haben aber die Möglichkeit, nach 5 Jahren zur Kleinunternehmerregelung zu wechseln. In dem Fall würde dann die Umsatzsteuerrückzahlung auf den Eigenverbrauch entfallen.

Sie könnten unter der Voraussetzung, dass die Anlage zu mind. 10% unternehmerisch genutzt wird (=mehr als 10% der erzeugten Strommenge wird eingespeist) grundsätzlich die PV-Anlage mit 5% p.a. abschreiben. Ist der Speicher DC-gekoppelt, so erfolgt eine Abschreibung zusammen mit der Anlage über 20 Jahre = 5% p.a.
Ich verweise hier mal auf einen Artikel, in dem die ertragsteuerliche Handhabung einigermaßen gut erklärt ist: https://www.pv-magazine.de/2020/03/30/steuerliche-behandlung-von-batteriespeichern-praezisiert/

Wenn die Anlage zu mind. 10% betrieblich genutzt wird, dann erfolgt eine 100%-ige Zuordnung zum Unternehmensvermögen. Denn grundsätzlich veräußern Sie ja jedenfalls zum Teil den Strom an den Netzbetreiber.

Ich hoffe das beantwortet einen Teil Ihrer Fragen. Melden Sie sich bitte einmal kurz, wenn Sie Rückfragen haben oder wenn das für Sie so verständlich war.

Viele Grüße!

Hallo,
haben Sie noch Rückfragen, die ich Ihnen beantworten darf?

Kunde: hat geantwortet vor 17 Tagen.
Dann lohnt sich die Regelbesteuerung für uns und nach 5 Jahren. OK
Was muss ich dann noch bzgl. der Umsatzsteuer beachten? Ich muss vierteljährlich die Umsatzsteuervoranmeldung einreichen. Ich habe aber nur einmal im Jahr Umsatz, wenn ich die Abrechnung von meinem Stromversorger erstattet bekomme. Richtig? Was ist mit Kosten für die Wartung der Anlage, Sturmschädenversicherung usw. ? Kommen die auch als Aufwendungen/Verluste in die Umsatzsteuervoranmeldung? Diese Kosten und auch der Betrag für die Abschreibung der Anlage sind jeweils die Nettobeträge. Richtig?
PS: Was ist die "unentgeltliche Wertabgabe" nach §3 Abs.1b Nr.1 UStG?Vielen Dank

Guten Morgen,

Sie meinten wahrscheinlich, dass sich die Kleinunternehmerregelung nach 5 Jahren lohnt, richtig? Denn sonst bekommen Sie ja aus dem Kauf keine Umsatzsteuer erstattet.
Grundsätzlich wird Sie das Finanzamt dann auffordern Umsatzsteuervoranmeldungen abzugeben. Für das erste Jahr (2020) können Sie hier dann ggfs. auch nur eine Umsatzsteuerjahreserklärung abgeben. Das muss aber abgewartet werden, wie das Finanzamt reagiert. Es kann auch sein, dass Sie rückwirkend noch monatlich abgeben. Hierbei wären dann zum einen die Abschläge des Versorgers zu melden (Nettobeträge) sowie die Privatanteile (--> unentgeltliche Wertabgabe nach § 3 Abs 1b Nr. 1 UStG = selbst verbrauchter Strom der PV-Anlage). Dieser Privatanteil wäre im Rahmen der Voranmeldungen zunächst zu schätzen und dann in der Umsatzsteuerjahreserklärung noch einmal genau zu ermitteln (Zählerstände). Wenn Sie also etwa 4.000 kWh p.a. selbst verbrauchen, schätzen Sie monatlich erst einmal netto 83 EUR als Nettowert und führen dann darauf die USt ab.

Wenn Sie Wartungskosten haben, dann können Sie die gezahlte USt als Vorsteuer in die Voranmeldung eintragen und bekommen diese dann auch erstattet. In den Versicherungen ist keine Umsatzsteuer, sondern nur Versicherungssteuer enthalten. Diese ist nicht erstattungsfähig. Diese Kosten mindern aber natürlich auch Ihren Gewinn und können als Betriebsausgabe abgezogen werden. In die Voranmeldung kommen diese Beträge aber nicht rein. Die ABschreibung erfolgt auf Basis der Nettowerte. Auch die Kosten sind als Nettowerte abzugsfähig, weil Sie ja die gezahlte USt als Vorsteuer erstattet bekommen.

Viele Grüße!

Knut Christiansen und weitere Experten für Steuern sind bereit, Ihnen zu helfen.
Kunde: hat geantwortet vor 16 Tagen.
Vielen Dank für die gut verständlichen Antworten auf meine Fragen. Ich denke, dass meine Fragen damit fürs erste beantwortet sind.

Sehr gerne und vielen Dank für das Trinkgeld!

Kunde: hat geantwortet vor 3 Tagen.
Hallo, ich habe noch ein paar Fragen zur Umsatzsteuervoranmeldung.
1. Muss ich die Umsatzsteuervoranmeldung noch nachreichen (Inbetriebnahme der Anlage im April 2020)?
2. Ich möchte die Umsatzsteuer für die Installation der PV-Anlage in der Umsatzsteuervoranmeldung geltend machen. Eine Abschlagszahlung habe ich im Monat der Inbetriebnahme gezahlt. Hierfür ist mir klar, dass ich dafür die Umsatzsteuer in diesem Quartal geltend machen kann. Den Restbetrag habe ich im Juni 2020 bezahlt. Dann würde ich dafür die Umsatzsteuer im III. Quartal geltend machen. Aber was ist mit der ersten Teilzahlung, die ich vor Inbetriebnahme der Anlage und vor dem Gründungstermin meines Gewerbes angezahlt habe. Wie und wann kann ich die Umsatzsteuer dafür geltend machen?

Guten Morgen,

Sie müssten die Anlage mittels Fragebogen zur steuerlichen Erfassung (auf Elster.de) beim Finanzamt anmelden. Dann erhalten Sie eine Steuernummer und müssten dann die Umsatzsteuervoranmeldungen ab April einreichen. Die Anmeldung sollten Sie bis zum 31.5.2021 erledigt haben, damit das Finanzamt weiß, dass Sie umsatzsteuerpflichtig sind und damit vorsteuerabzugsberechtigt.

Normalerweise wären Sie im Jahr der „Gründung“ zu einer monatlichen Abgabe der Voranmeldung verpflichtet. Sie geben dann die Vorsteuerbeträge in dem Monat an, in dem Sie die Rechnung vorliegen haben. Die Vorsteuer aus der ganz ersten Rechnung (erster Abschlag) machen Sie ebenfalls in dem Monat des Rechnungserhalts geltend. Das kann auch vor Inbetriebnahme sein. Geben Sie sonst das Gründungsdatum im Fragebogen zur steuerlichen Erfassung einfach etwas früher an. Zur Gründung zählen ja auch schon die Vorbereitungshandlungen und nicht erst die Inbetriebnahme der Anlage.

Kunde: hat geantwortet vor 2 Tag.
Ich habe gerade gesehen, dass ich die erste Rate für die Photovolatikanlage bereits im Nov. 2019 bezahlt habe. Kann ich die Umsatzsteuer dafür trotzdem noch absetzen? Wie? Und was ist hier mit der Umsatzsteuervoranmeldung? Muss ich die auch noch nachholen? In Elster kann ich nur für 2020 und 2021 die Umsatzsteuervoranmeldung ausfüllen.
Kunde: hat geantwortet vor 2 Tag.
Oder kann ich anstatt der Abschlagszahlungen auch die Beträge der Schlussrechnung verwenden und die gesamte Umsatzsteuer mit dessen Datum auf einmal ansetzen?

Guten Morgen!

Dann müssten Sie bitte eine Umsatzsteuererklärung (keine Voranmeldung) für 2019 nachreichen, sofern Sie zur Abschlagszahlung auch eine ordnungsgemäße Rechnung vorliegen haben. Ansonsten müssten Sie alternativ alle Beträge in dem Monat ansetzen, in dem die Schlussrechnung vorliegt.