So funktioniert JustAnswer:
  • Fragen Sie einen Experten
    Tausende Experten in über 200 Kategorien.
  • Erhalten Sie eine professionelle Antwort
    Per E-Mail oder sofortiger Benachrichtigung, während Sie auf unserer Website warten. Stellen Sie ggf. weitere Anschlussfragen.
  • 100%ige Zufriedenheit garantiert
    Bewerten Sie die erhaltene Antwort.
Stellen Sie Ihre Frage an Christian P.
Christian P
Christian P, Steuerberater
Kategorie: Steuern
Zufriedene Kunden: 478
Erfahrung:  Tax Manager bei Kelvion
103664560
Geben Sie Ihre Frage in der Kategorie Steuern hier ein
Christian P ist jetzt online.

Sehr geehrte Damen und Herren, ich bin Einzelunternehmer

Diese Antwort wurde bewertet:

Sehr geehrte Damen und Herren,ich bin Einzelunternehmer im IT-Dienstleistungsbereich (keine Angestellten, EÜR) und schramme bezüglich des Unternehmensgewinns an der Bilanzierungsgrenze. Die Unternehmensentwicklung ist voraussichtlich weiter positiv, es gilt also zu handeln.
Ich habe dabei 2 Themen zu lösen:1. Bilanzierungspflicht vermeiden
2. Gewerbesteuer reduzierenIch möchte durch Anmeldung eines weiteren Einzelunternehmens mit wiederum mir als alleinigem Inhaber in einem Nachbarort diese 2 Anforderungen erfüllen.Ziel der Sache ist1. Den Steuerfreibetrag bezüglich Gewerbesteuer 2x auszuschöpfen
2. Darüber hinausgehende Gewinne aus Betriebsort 1 (Hebesatz 325%) zu Betriebsort 2 (Hebesatz 200%) zu verlagernUm Ziel 2) zu erreichen, muss Unternehmen 2 an Unternehmen 1 Rechnungen stellen, die vom den Behörden auch anerkannt werden. Hier stelle ich mir eine Art Franchise vor, Unternehmen 2 gibt an Unternehmen 1 also Lizenzen/Nutzungsrechte/Businesskonzepte heraus und erhält hierfür von Unternehmen 1 möglichst hohe Lizenzgebühren i.H.v. z.B. 3000 EUR / Monat.Ist dieses Ansinnen umsetzbar? Vergleichen Sie hierzu auch diesen Artikel:
https://blog.felix1.de/steuertipps/briefkastenfirma-gruenden-und-gewerbesteuer-sparen/Zur Anmeldung von Unternehmen 2 steht im Betriebsort 2 eine ladungsfähige Anschrift zur Verfügung, getrennte Buchhaltung/Konten etc. ist alles problemlos machbar.Ist dieses Ansinnen tatsächlich umsetzbar, insbesondere im Hinblick auf die Inhaberschaft durch ein und diesselbe Person?
Welche rechtlichen Anforderungen müssen die beiden Unternehmen erfüllen, um Fallen zu vermeiden?Über eine Einschätzung der Lage würde ich mich sehr freuen
Sehr geehrte Kundin, sehr geehrter Kunde,
aufgrund einer Überprüfung haben wir festgestellt, dass Ihre o.a. Frage bisher leider noch nicht beantwortet wurde.
Wir haben Ihre Frage ohne zusätzliche Kosten unter einer erhöhten Priorität eingestuft, und unsere Experten erneut informiert, sich mit Ihrem Problem zu beschäftigen.
Sollten Sie weiterhin keine Antwort erhalten, bitten wir Sie, sich mit uns über
***@******.*** oder telefonisch von Montags-Freitag von 10:00-18:00 unter
Deutschland: 0800(###) ###-####
Österreich: 0800 802136
Schweiz: 0800 820064
in Verbindung zu setzen.
Vielen Dank ***** ***** Geduld.
Ihr JustAnswer Moderatoren-Team

Guten Tag,

ich prüfe Ihre Anfrage und melde mich anschließend heute mit einer Antwort.

Mit freundlichen Grüßen

C. Peter

Kunde: hat geantwortet vor 26 Tagen.
Vielen Dank für Ihre Rückmeldung, es besteht überhaupt keine Eile, lassen Sie sich genügend Zeit.

Guten Tag,

durch die Anmeldung eines zweiten Einzelunternehmens ist der von Ihnen anvisierte Plan nicht umsetzbar, da beide Unternehmen auf Ihren Namen lauten und damit ein und diesselbe Rechtspersönlichkeit sind.

Grundsätzlich müssten Sie dafür eine Kapitalgesellschaft gründen, denn diese ist eine eigene Rechtspersönlichkeit und könnte mit Ihrem Einzelunternehmen in Geschäftsbeziehungen treten.

Es gibt auch ein recht „frisches BFH Urteil“ hinsichtlich der gewerbesteuerlichen Hinzurechnung von Franchisegebühren zum Gewerbeertrag, welches sich wie folgt zusammenfassen lässt: Aufwendungen für gesetzlich ungeschütztes Erfahrungswissen technischer, gewerblicher, wissenschaftlicher oder auch betriebswirtschaftlicher Art (Know-how) fallen nicht in den Anwendungsbereich des § 8 Nr. 1 Buchst. f GewStG.

Der Hinzurechnung nach § 8 Nr. 1 Buchst. f GewStG unterliegt aber der Teil eines einheitlichen Franchiseentgelts, der auf die Überlassung gewerblicher Schutzrechte entfällt. Ich hatte Sie jetzt so verstanden, dass diesbezüglich die von Ihnen geplante Franchisegebühr vor allem auf ungeschütztes Erfahrungswissen entfällt.

Allerdings sehe ich das Problem, dass wenn Sie das Franchising nur zwischen Ihrem Einzelunternehmen und der neu zu errichtenden GmbH einrichten, um die Gewerbesteuerlast zu reduzieren, das Finanzamt mit einem Missbrauch von rechtlichen Gestaltungsmöglichkeiten argumentieren könnte (§ 42 Abgabenordnung).

Danach kann durch einen Missbrauch von Gestaltungsmöglichkeiten des Rechts das Steuergesetz nicht umgangen werden. Ist der Tatbestand einer Regelung in einem Einzelsteuergesetz erfüllt, die der Verhinderung von Steuerumgehungen dient, so bestimmen sich die Rechtsfolgen nach jener Vorschrift. Anderenfalls entsteht der Steueranspruch beim Vorliegen eines Missbrauchs im Sinne des Absatzes 2 so, wie er bei einer den wirtschaftlichen Vorgängen angemessenen rechtlichen Gestaltung entsteht.

Ein Missbrauch liegt vor, wenn eine unangemessene rechtliche Gestaltung gewählt wird, die beim Steuerpflichtigen oder einem Dritten im Vergleich zu einer angemessenen Gestaltung zu einem gesetzlich nicht vorgesehenen Steuervorteil führt. Dies gilt nicht, wenn der Steuerpflichtige für die gewählte Gestaltung außersteuerliche Gründe nachweist, die nach dem Gesamtbild der Verhältnisse beachtlich sind.

Insbesondere wird ein Franchisingkonzept dahingehend entworfen, dass das Franchisegeschäftskonzept nicht nur einem Unternehmen (die denselben Eigentümern gehören), sondern verschiedenen Unternehmen zur Verfügung gestellt wird. Daher würde ich von dieser Gestaltung abraten, denn ein Missbrauch von rechtlichen Steuergestaltungsmöglichkeiten (Franchising als eine Art von „Scheinrechtsverhältnis“) liegt hier nahe. Ich täte mich als Berater hier schwer, diese Gestaltung vor einer Finanzbehörde zu verteidigen.

Ich hoffe Ihre Frage damit beantwortet zu haben, sonst melden Sie sich gerne mit Ihrer Rückfrage.


Ich möchte Sie darauf hinweisen, dass dieses Forum eine ausführliche und persönliche steuerliche Beratung nicht ersetzen kann, sondern vor allem dafür gedacht ist, eine erste steuerliche Einschätzung zu ermöglichen. Durch Hinzufügen oder Weglassen relevanter Informationen könnte die rechtliche Beurteilung Ihres Anliegens anders ausfallen.

Abschließend freue ich mich über eine Bewertung meiner Beratung mit 3-5 Sternen, denn nur dadurch erhalte ich meine anteilige Vergütung von 50% durch justanswer. Ich bin daher auf Ihre Mithilfe angewiesen und danke Ihnen vorab dafür!

Viele Grüße!

Christian Peter

Steuerberater

Christian P, Steuerberater
Kategorie: Steuern
Zufriedene Kunden: 478
Erfahrung: Tax Manager bei Kelvion
Christian P und weitere Experten für Steuern sind bereit, Ihnen zu helfen.
Kunde: hat geantwortet vor 25 Tagen.
Sehr geehrter Herr Peter, vielen Dank für Ihre Ausführungen! Mein Plan wäre eigentlich schon, dieses Franchise-Wissen zu schützen (z.B. Bild/Wortmarke für das Logo, wie man know-how schützt ist mir aktuell unbekannt) und natürlich auch anderen Firmen zur Verfügung zu stellen. Ich wollte nur nicht allzuweit ausholen, deshalb klang jetzt alles etwas konstruiert, aber ich habe tatsächlich das know-how, hier auch ein zweites Standbein hochzuziehen. Am Ende bleibt m.E. nur noch die Frage, ob es sich "lohnt" hierfür tatsächlich eine GmbH zu gründen. Sie haben mir auf jeden Fall bestens weitergeholfen, ich bedanke mich sehr! Viele Grüße, Jörg Neumann