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Prof.Nettelmann
Prof.Nettelmann, Steuerberater
Kategorie: Steuern
Zufriedene Kunden: 5895
Erfahrung:  HochschullehrerSteuerberaterDipl.-Kfm.
59063549
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Prof.Nettelmann ist jetzt online.

Hallo, habe einer Erbauseinandersetzung (noratieller

Diese Antwort wurde bewertet:

Hallo,
habe im Zuge einer Erbauseinandersetzung (noratieller Vertrag) mein Elterhaus (Bj 1929) unentgeltlich erworben. Im Jahr 2019 habe ich verschiedene Renovierungen zum Erhalt der dieses Gebäudes durchführen müssen.
die größten Posten 1. Badrenoverung 28.468,86 € 2. teilweise neue Elektroinstallation 9.155,87 € 3. neue Heizanlage 11.121,42 € 4. neue Wasserleitungen, Heizkörper etc. 12.954,61 € 5. Putz-und Mauerarbeiten und teilweise Bodensanierung wg. Feuchtigkeit 33.010,87 € 6. zwei neue Dachfenster wegen Undichtigkeit 3.250€ Dies sind die größten Posten. Neben diesen Arbeiten wurden von mir neue Böden verlegt. dieGesamtkosten belaufen sich auf ca. 104.000 €.
Kann ich die gesamten Kosten als Erhaltungsaufwand 2-5 Jahre abschreiben, oder ist aufgrund des Erlasses von 2003 eine Standarderhöhung gegeben die ggf. eine 40-50 jährige Afa nach sich zieht. Wichtig ist noch, dass dieses Haus ab 1.2.2020 auf Dauer vermietet wird.
Danke
Gruß
Bielmeier

Sehr geehrter Fragesteller,

vielen Dank, dass Sie justanswer für Ihr Anliegen gewählt haben. Ich bin als externer Experte StB Prof. Nettelmann, mir ist Ihre Frage zugeleitet worden und will mich gern damit befassen. Ich bereite eine Antwort für Sie vor und werde sie Ihnen übermitteln. Bitte haben Sie etwas Geduld.

Mit freundlichen Grüßen

Prof. Nettelmann

Sehr geehrter Fragesteller,

zu Ihrer Frage nehme ich folgende Einschätzung vor:

Nach Ihren Angaben haben die Maßnahmen mit dem Volumen von ca. 104 000 € nicht zu einer Erweiterung des Nutzungsvolumen durch Vergrößerung der Nutzfläche bzw. Vermehrung der Substanz des Gebäudes gem. Tz 22,23 des BMF-Schreibens v. 18.7.2003 - BStBl. 2003 I S.386 - geführt.

 

Tz.22, 23 lautet:

"Ein Gebäude wird in seiner Substanz vermehrt, ohne dass zugleich seine nutzbare Fläche vergrößert wird, z.B. bei Einsetzen von zusätzlichen Trennwänden, bei Errichtung einer Außentreppe, bei Einbau einer Alarmanlage (vgl. BFH-Urteil vom 16.2.1993, BStBl 1993 II S. 544), einer Sonnenmarkise (vgl. BFH-Urteil vom 29.8.1989, BStBl 1990 II S. 430), einer Treppe zum Spitzboden, eines Kachelofens oder eines Kamins.

23

Keine zu Herstellungsaufwendungen führende Substanzmehrung liegt dagegen vor, wenn der neue Gebäudebestandteil oder die neue Anlage die Funktion des bisherigen Gebäudebestandteils für das Gebäude in vergleichbarer Weise erfüllen. Erhaltungsaufwendungen können daher auch angenommen werden, wenn der neue Gebäudebestandteil für sich betrachtet nicht die gleiche Beschaffenheit aufweist wie der bisherige Gebäudebestandteil oder die Anlage technisch nicht in der gleichen Weise wirkt, sondern lediglich entsprechend dem technischen Fortschritt modernisiert worden ist."

 

Nicht eingeschätzt werden kann hier, ob sich durch die Maßnahmen der Standard der Wohnung gegenüber dem Standard bei der Anschaffung/Herstellung durch die Erblasser erhöht hat (von einfacher Standard in mittleren Standard bzw. sehr anspruchsvollen Standard), was insoweit zu Herstellungsaufwand führt.

 

Es ist in diesem Zusammenhang auch auf die Tz.15 des BMF-Schreibens hinzuweisen, der wie folgt lautet:

"Aufwendungen für Baumaßnahmen, die das Gebäude in einen betriebsbereiten Zustand versetzen, führen bei einem unentgeltlichen Erwerb mangels Anschaffung im Sinne des § 255 Abs. 1 HGB nicht zu Anschaffungskosten; vielmehr handelt es sich um Erhaltungsaufwendungen oder, sofern die Voraussetzungen des § 255 Abs. 2 HGB erfüllt sind (vgl. Rz. 17 bis 32), um Herstellungskosten", das heißt, nicht um Maßnahmen der vorangegangenen Ausführungen in Tz. 22, 23.

 

Nach alledem dürfte es sich insgesamt um Erhaltungsaufwand - vorbehaltlich einer Standardverbesserung - handeln, wofür eine gleichmäßige Verteilung der Aufwendungen gem. § 82 b EStDV auf 2 - 5 Jahre beantragt werden kann.

Kleinere, regelmäßig anfallende Aufwendungen können dabei aus dem Verteilungsvolumen im Jahr der Entstehung herausgenommen werden.

 

Da dieser Auftrag von justanswer an mich als externen Experte vermittelt wurde, freue ich mich abschließend über eine positive Bewertung. Diese Vergütung beträgt 50% des von Ihnen gezahlten Betrags und wird nur bei positiver Bewertung an mich ausgezahlt. Für eine positive Bewertung klicken Sie bitte 3-5 Sterne imKommentarfeld an. Herzlichen Dank vorab!

Ich möchte Sie darauf hinweisen, dass dieses Forum eine ausführliche und persönliche steuerliche Beratung nicht ersetzen kann, sondern vor allem dafür gedacht ist, eine erste steuerliche Einschätzung zu ermöglichen. Durch Hinzufügen oder Weglassen relevanter Informationen könnte die rechtliche Beurteilung Ihres Anliegens anders ausfallen.

Ich wünsche Ihnen ein schönes Wochenende

Prof. Nettelmann

 

Sehr geehrter Fragesteller,

haben Sie noch Rückfragen zu meinen Ausführungen? Gern nehme ich dazu Stellung. Anderenfalls nehmen Sie bitte Ihre Bewertung vor, damit justanswer meinen Vergütungsanteil für mich bereitstellt.

Freundliche Grüße

Prof. Nettelmann

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Bewertung meiner Bearbeitung steht noch aus, so dass meine Bearbeitung bislang noch nicht vergütet werden konnte. Holen Sie dies bitte nach!

Vielen Dank

Prof. Nettelmann

Prof.Nettelmann und weitere Experten für Steuern sind bereit, Ihnen zu helfen.