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Knut Christiansen
Knut Christiansen, Steuerberater
Kategorie: Steuern
Zufriedene Kunden: 68
Erfahrung:  Steuerberater bei Feddersen Jochimsen Christiansen Markussen Steuerberatungsgesellschaft mbH
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Sehr geehrte Damen und Herren, wir haben eine GmbH restlich

Diese Antwort wurde bewertet:

Sehr geehrte Damen und Herren, wir haben eine GmbH restlich abzuwickeln, an der zwei Gesellschafter beteiligt sind mit 10 und 80 %. Die Beteiligungen sind bei den Gesellschaftern dem Privatvermögen zugerechnet. Die Abwicklungs- zwischenbilanz per 31. 12. 17 zeigt noch folgende Bilanzpositionen, nachdem die Forderungen aus LL, die Verbindlichkeiten (LL sowie sonstige) und das Anlagevermögen zwischenzeitlich abgewickelt wor- den sind (stille Reserven des Umlauf- und Anlagevermögens sind damit aufgelöst worden): I. Aktiva 1. Langfristige Darlehensforderung mit EUR 65.000,00 aus den Jahren 2003 bis 2007 gegen einen der Gesellschafter (10 % Beteiligung), die lt. Vertrag ab 2018 zu tilgen ist und eine Tilgungszeit von 5 Jahren hat. 2. USt-Erstattungsanspruch aus 2017 mit EUR 2,50. II. Passiva 1. Gezeichnetes Stammkapital EUR 25.000,00 , Gewinnvorträge aus den Vorjahren EUR 38.336,63, Verlustvortrag aus 2017 EUR 184,13 => Eigenkapital EUR 63.152,50; 2. sonstige Rückstellungen EUR 1.850,00 (Archivierungskosten). Die Liquidationsschlussbilanz ist per 31. 12. 2019 zu erstellen. Die Steuererklärungen der Vorjahre sind entsprechend den Terminvorgaben des zuständigen FA gefertigt und eingereicht worden. Folgende Fragen: 1. 2018 wird das langfristige Gesellschafterdarlehen mit EUR 13.000,00 zurückgezahlt. Geplant ist, diese Mittel zu verwenden und eine Gewinnausschüttung noch in 2018 in gleicher Höhe vorzu-nehmen. - Ist dies während des Liquidationszeitraumes möglich? - Kann für die Gewinnausschüttung nur ein Gesellschafter vorgesehen werden oder müssen beide Gesellschafter gemäß den gesellschaftsvertraglichen Vereinbarungen anteilig berück- sichtigt werden. 2. Die Gewinnausschüttung ist der Kapitalertragssteuer zu unterwerfen. Hat den Steuerabzug die GmbH i. L. zu bescheinigen? 3. Die Gewinnausschüttungen stellen beim bzw. bei den Gesellschaftern Kapitalerträge dar, die in der ESt-Erklärung zu erfassen sind. Die Kapitalertragssteuern u. a. werden mit der Einkommen- steuer des/der Gesellschafter verrechnet, so dass letztlich die Gewinnausschüttungen nach dem persönlichen Steuersatz des/der Gesellschafter(s) belastet sind; liegt der persönliche Steuersatz unter 25 %, dann ist die Belastung entsprechend niederer und umgekehrt. Ist diese Beurteilung richtig? 4. Aufgrund der persönlichen Situation des Gesellschafters, dem das langfristige Darlehen gewährt worden ist, könnte es zu Rückzahlungsproblemen führen, evtl. das Darlehen auf längere Sicht gar nicht tilgbar sein oder die Tilgung gänzlich ausfallen. Was bedeutet dies für die GmbH i. L. bezüglich der Schlussauskehrung des Liquidationsvermögens? 5. Können Gewinnausschüttungen beschlossen werden, ohne dass Mittel fließen? Wenn ja, sind die entsprechenden Beträge dann als Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern zu verbu-chen. Würde das Liquidationsvermögen dann um diese Verbindlichkeit sich reduzieren? 6. Sollte am Ende des Liquidationszeitraumes das einbezahlte Stammkapital in Ermangelung ent- sprechender flüssiger Mittel nicht zurückbezahlt werden können; was bedeutet dies für die Li- quidationsschlussbilanz? Wie ist diese Position dann dazustellen? 7. Unter dem stpfl. Liquidationsgewinn bzw. –verlust sind die Ergebnisse aus möglichen Restge- schäftstätigkeiten oder der Auflösung von stillen Reserven zu begreifen. Verstehen wir dies richtig? Nachdem die Gesellschaft i. L. im Abwicklungszeitraum keine Gewinne erwirtschaftet hat, gegebenenfalls nur kleinere Verluste , ist die KSt-Erklärung mit Null oder mit dem ent-sprechenden Verlustbetrag abzugeben? 8. Ist gegebenenfalls die Besteuerung nach dem Teileinkünfteverfahren zu wählen, wenn der per- sönliche ESt-Satz des einen Gesellschafters maximal 10 % (verh., 5 Kinder) beträgt und jener des anderen ca. 40 %. Bitte um Ihren Abgebotspreis; im Voraus besten Dank, mit freundlichen Grüßen i.V. ****** 18. 10. 2018

Guten Tag Herr *****,

zu Ihren Fragen möchte ich Ihnen folgende Antworten geben, die jedoch in Anbetracht des Umfangs nur grob umrissen werden können. Als Hilfe dienen diese jedoch allemal.

1. Während des Sperrjahres (geht aus Ihrem Sachverhalt nicht hervor) sind Gewinnausschüttungen nicht zulässig. Grundsätzlich sind nach Beendigung des Sperrjahres auch vom Beteiligungsverhältnis abweichende Gewinnausschüttungen zulässig.

2. Grundsätzlich würde die GmbH den Steuerabzug bescheinigen müssen.

3. das ist korrekt. Es erfolgt die sogenannte Günstigerprüfung bzw diese sollte über die Steuererklärung in der Anlage KAP beantragt werden.

4. Grundsätzlich muss das Vermögen in der Bilanz nach kaufmännischen Gesichtspunkten bewertet werden. Ist die Forderung zweifelhaft bzw. muss wertberichtigt werden, wäre ein niedriger Wertansatz in der Bilanz notwendig. Hier muss aber, gerade bei einer Forderungen an einen Gesellschafter geprüft werden, ob durch die Einleitung rechtlicher Schritte (Mahnverfahren, Mahnbescheid, Sicherungsmaßnahmen) die Forderungen nicht "gerettet" werden kann. Sonst könnte ein Fall der verdeckten Gewinnausschüttung vorliegen. Die Wertminderung wäre dann nicht zulässig.

5. Grundsätzlich könnte eine Gewinnausschüttung beschlossen werden, ohne dass eine Auszahlung an die Gesellschafter erfolgt. Aber: die Kapitalertragsteuer zzgl. SolZ und ggfs. KiSt) wären trotzdem anzumelden und an das Finanzamt abzuführen. Die nicht ausgezahlten Ausschüttungen wären Verbindlichkeiten gegenüber GmbH-Gesellschaftern. Das Endvermögen der GmbH würde dadurch niedriger, die spätere Begleichung nur eine Tilgung von Verbindlichkeiten an die darlehensgewährenden Gesellschafter.

6. Grundsätzlich kommt es darauf an, wieviel Stammkapital und Gewinnvorträge noch vorhanden sind. Besteht ein Teil der Gewinnvorträge z.B. aus Forderungen ggü. Gesellschaftern, so gelten diese dann trotzdem als ausgezahlt. Besteht das Vermögen der GmbH nur noch aus dem Bankkonto und dieses beträgt weniger als das Stammkapital, so wäre ein Verlust aus der GmbH-Beteiligung beim GmbH-Grsellschafter zu deklarieren. Dieser Verlust würde jedoch aufgrund des Teileinkünfteverfahrens nur zu 60% steuerpflichtig (bzw. steuermindernd).

7. In der letzten Steuererklärung ist der Gewinn oder Verlust des Liquidationszeitraums anzugeben.

8. Eine Besteuerung von Ausschüttungen nach dem Teileinkünfteverfahren ist nur zulässig bei Beteiligungen von mind. 25% oder 1% und unternehmerische Mitwirkung (z.B. Geschäftsführung). Hier wäre daher zu prüfen, ob die Voraussetzungen vorliegen. Bei Veräußerung bzw. Aufgabe der Beteiligung reicht eine Beteiligung innerhalb der letzten fünf Jahre von mind. 1%.

Bezüglich der Abwicklung der GmbH würde ich Ihen auf jeden Fall raten einen Steuerberater vor Ort zu suchen. Eine Beratung aus der Ferne bzw Abarbeitung ohne persönlichen und direkten Kontakt würde ich nicht empfehlen.

Ich hoffe Ihre umfangreichen Fragen beantwortet zu haben und würde mich über eine positive Bewertung meiner Antworten freuen.

Mit freundlichen Grüßen

Knut Christiansen
Steuerberater

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