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K. Severin
K. Severin, Rechtsanwalt
Kategorie: Steuern
Zufriedene Kunden: 996
Erfahrung:  Fachanwaltslehrgang Steuerrecht
25551084
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K. Severin ist jetzt online.

meine Schwester und ich haben in 2004 ein MFH geerbt

Kundenfrage

meine Schwester und ich haben in 2004 ein MFH geerbt

Mit der Sachbearbeiterin des Finanzamts hatte ich vereinbart, für von mir ausgeführten Reparaturarbeiten und die Verwaltung kein Einzelunternehmen zu gründen, da der Verwaltungsaufwand für beide Seiten zu hoch sei. Es wurde vereinbart, in den persönlichen Sonderausgaben und SondereinnahmenReparaturarbeiten und die Honorierung der Verwaltergebühren steuerlich zu deklarieren. Meine Schwester hatte ein Mietkonto bei der Postbank eröffnet und ich hatte über Internet darauf Zugriff. Meine Schwester hat dann, ohne Vorankündigung, Geld vom Gemeinschaftskonto entnommen. Nach mehreren Mahnungen habe ich dann geklagt. Leider habe ich verloren, da die Gegenpartei mit einer Gegenklage die jährlichen Früchte gegengerechnet hatte. Nun wollte ich die Anwalts- und Gerichtskosten als Werbungskosten meiner Tätigkeit als Verwalter geltend machen. Dies wurde jedoch vom FA abgelehnt. Es bleibt nur noch der Klageweg zum Finanzgericht. Die Frist endet am 29-04-2018. Wie sehen Sie den Fall?

Gepostet: vor 7 Monaten.
Kategorie: Steuern
Experte:  K. Severin hat geantwortet vor 7 Monaten.

Sehr geehrter Kunde,

Sie haben doch aus der Vermietung des MFH Einkünfte aus V. u. V. erzielt. Wenn Sie die Klage gegen ihre Schwester erhoben haben, um die durch diese vom Konto bei der Postbank entnommenen Mieterträge zurückzuerhalten, dann sind die dafür angefallenen Anwalts und Gerichtskosten Aufwendungen zur Erhaltung ihrer Mieteinnahmen, also an sich als Werbungskosten im Rahmen der Ermittlung ihrer Einkünfte aus V. u. V. zu betrachten. Ich halte daher eine Klage gegen die Nichtberücksichtigung dieser Kosten durch das Finanzamt als Werbungskosten für sinnvoll.

Ich hoffe meine Antwort hilft Ihnen weiter. Sie können sehr gerne nachfragen wenn Sie das wünschen.

Zuletzt darf ich Sie höflich um eine positive Bewertung meiner Antwort bitten, damit meine Leistung vergütet wird.

Mit freundlichen Grüßen

K. Severin

Rechtsanwalt

Experte:  K. Severin hat geantwortet vor 7 Monaten.

Sehr geehrter Kunde,

ich danke ***** *****ür die Übermittlung der ablehnenden Einspruchsbegründung.

Wie aus dem Einspruch ersichtlich ist, wurde um die Frage gestritten, ob Ihnen ein Anteil an den Einkünften und Zinsen, die der Grundstücksgemeinschaft mit ihrer Schwester als Einkünfte zugeflossen sind, zustehen. Da dies nach der zitierten Entscheidung des BFH keinen Einfluss mehr auf die Höhe der steuerpflichtigen Einkünfte an sich hatte, die dem Grunde und der Höhe nach unstreitig waren, teilen die Aufwendungen für Anwalt und Gericht steuerlich das Schicksal der "Entnahme", die Sie aus diesen Einkünften vornehmen wollten.

Der Rechtsstreit hat also überhaupt nichts mit den Kosten ihrer Verwaltungstätigkeit zu tun gehabt, sondern mit ihrem Recht auf anteilige Entnahme der Einkünfte aus der Grundstücksgemeinschaft. Vor diesem Hintergrund hat eine Klage vor dem FG mit der Begründung, dass es sich bei den Anwalts und Gerichtskosten um Sonderwerbungskosten ihrer Verwaltungstätigkeit gehandelt hat, keine Aussicht auf Erfolg.

Mit freundlichen Grüßen

K. Severin

Rechtsanwalt

Experte:  K. Severin hat geantwortet vor 7 Monaten.

Sehr geehrter Kunde,

ich habe meine Antwort noch etwas zum besseren Verständnis für Sie ergänzt:

Wie aus dem Einspruch ersichtlich ist, wurde um die Frage gestritten, ob Ihnen ein Anteil an den Einkünften und Zinsen, die der Grundstücksgemeinschaft mit ihrer Schwester als Einkünfte zugeflossen sind, zustehen. Da dies nach der zitierten Entscheidung des BFH keinen Einfluss mehr auf die Höhe der steuerpflichtigen Einkünfte an sich hatte, die dem Grunde und der Höhe nach unstreitig waren, teilen die Aufwendungen für Anwalt und Gericht steuerlich das Schicksal der "Entnahme", die Sie aus diesen Einkünften vornehmen wollten. Denn die Verteilung und Auszahlung der Einkünfte hat anders als die Ausgaben, die der Erzielung von Einkünften der Grundstückgemeinschaft dienen, keinen Einfluss auf die Höhe der Einkünfte. Sie sind deshalb nicht als Werbungskosten zu betrachten und wirken in Bezug auf die Einkünfte steuerneutral.

Der Rechtsstreit hat also überhaupt nichts mit den Kosten ihrer Verwaltungstätigkeit zu tun gehabt, sondern mit ihrem Recht auf anteilige Entnahme der Einkünfte aus der Grundstücksgemeinschaft. Vor diesem Hintergrund hat eine Klage vor dem FG mit der Begründung, dass es sich bei den Anwalts und Gerichtskosten um Sonderwerbungskosten ihrer Verwaltungstätigkeit gehandelt hat, keine Aussicht auf Erfolg.

Mit freundlichen Grüßen

K. Severin

Rechtsanwalt

Experte:  K. Severin hat geantwortet vor 7 Monaten.

Sehr geehrter Kunde,

ich benötige noch etwas Zeit, um ihre Sache weiter bearbeiten zu können. Habe hohen Arbeitsanfall. Deshalb werde ich mich erst später wieder bei Ihnen melden können und Ihnen gegebenenfalls auch mitteilen, ob ich auch den Schriftsatz benötige.

Mit besten Grüßen

K. Severin

Rechtsanwalt

Experte:  K. Severin hat geantwortet vor 7 Monaten.

Sehr geehrter Kunde,

über das Urteil des OLG Düsseldorf verfüge ich nicht, aber ich gehe davon aus, dass dieses das Urteil des LG Kleve bestätigt hat (siehe insoweit Stellungnahme zu ihrem Einspruch durch das Finanzamts Moers vom 12.01.2018). Da beide Entscheidungen sich sowohl auf tatsächlicher als auch auf rechtlicher Ebene decken, werden auch die Anwalts und Gerichtskosten, die für Sie durch die Klage gegen ihre Schwester vor dem LG Kleve angefallen sind, nicht als Sonderwerbungskosten beim Finanzamt geltend machen können. In Bezug auf diese gelten meine vorherigen Ausführungen entsprechend.

Ich rate Ihnen deshalb weiterhin vor einer weitere Kosten für Sie auslösenden Klage vor dem Finanzgericht ab, die Sie gegen das Finanzamt verlieren werden.

Ich bedauere Ihnen keinen andere Rechtsauskunft erteilen zu können.

Mit freundlichen Grüßen

K. Severin

Rechtsanwalt

Kunde: hat geantwortet vor 7 Monaten.
Vielen Dank für Ihre Antwort. Haben Sie noch eine Idee, wo ich die Kosten absetzen könnte? Wie sieht es mit der Gesellschafterebene aus. Wir sind doch eine GbR? Nun eine Frage die mit der Sache nichts zu tuen hat. Kennen Sie sich mit der Auflösung einer GmbH bezüglich des Themas Auflösung der Pensionsrückstellung und Verzicht auf Pension aus? Wir müssten dann einen neuen Fall eröffnen.
Experte:  K. Severin hat geantwortet vor 7 Monaten.

Sehr geehrter Kunde,

eine Berücksichtigung der Anwalt und Gerichtskosten auf der Gesellschafterebene ist nicht möglich, da - wie schon zuvor dargestellt wurde - die Verteilung und Auszahlung der Einkünfte der Grundstücksgesellschaft, keine Werbungskosten bei der Ermittlung der Einkünfte auf der Gesellschaftsebene verursachen und deshalb steuerneutral sind.

Auf ihre zweite Frage hinsichtlich der Auflösung einer Pensionsrückstellung im Rahmen der Auflösung einer GmbH kann ich morgen zurückkommen, da ich heute noch einen Mandantentermin habe. Sie können diese Frage gerne direkt an mich richten über JustAnswer.

Mit freundlichen Grüßen

K. Severin

Rechtsanwalt