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Prof.Nettelmann
Prof.Nettelmann, Steuerberater
Kategorie: Steuern
Zufriedene Kunden: 5617
Erfahrung:  HochschullehrerSteuerberaterDipl.-Kfm.
59063549
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Prof.Nettelmann ist jetzt online.

Es geht um das Steuergesetz §43A Absatz 2 EStG

Diese Antwort wurde bewertet:

ich möchte nochmals ein Thema aufgreifen, das vor 4 Jahren in Ihren Beratungen behandelt wurde

und hoffentlich besser gelöst ist. Es geht um das Steuergesetz §43A Absatz 2 EStG – Verluste aus Veräußerung wertloser Aktien im Rahmen der Abgeltungsteuer. In meinem Fall handelt es sich um den Depot Übertrag von Aktien an Dritte (Inhaberwechsel an meinen Sohn). Für diese Aktien liegen keine Börsenkurse mehr vor, da die Firma insolvent wurde – was für meinen Aktienbestand einen Verlust bedeutet, den ich steuerlich geltend machen will. Ich habe die wertlose Aktien zum Übertrag bei meiner Bank angewiesen. Als ich die Abrechnung erhielt, traute ich meinen Augen nicht. Der Posten wurde aus dem Nichts mit einem Gewinn aus 30% der Herstellungskosten abgerechnet und Steuer erhoben. Somit habe ich auf meinen Anschaffungsverlust auch noch 30% Steuern bezahlt! Der Einspruch bei der Bank wurde mit folgender Begründung abgelehnt: In § 43a Abs. 2 Satz 10 EStG ist geregelt, wie bei fehlendem Börsenpreis zu verfahren ist (30% der Anschaffungskosten bilden die Grundlage für die Besteuerung). Meines Erachtens ist die Auslegung des Paragraphen falsch und entbehrt jeder Logik. Eine Durchführungsanordnung bzw. Verfahrensanweisung konnte ich nicht ermitteln. Weitere Recherchen haben Ergeben, dass Einsprüche zum Thema beim Niedersächsischen Finanzgericht (Az. 2 K 12095/15) vorliegen und ein BFH anhängiges Revisionsverfahren (Az. VIII R 32/16) anhängig ist. http://www.roedl.de/themen/kapitalanlage-kompakt/2017-01/verluste-ver%C3%A4u%C3%9Ferung-wertlosen-aktien-beteiligen-sie-fiskus Wie soll ich mich verhalten – was raten Sie mir? Soll ich die falsche Abgeltungssteuer mit dem Finanzamt abrechnen? Dabei habe ich die Beweislast/Dokumente der Bank zu besorgen und laufe Gefahr über die Antragsveranlagung über die 25% Grenze zu kommen. Kann ich gegen meine Bank klagen? Wo hilft mir das Finanzgericht? Wo steht genau, wie die Handhabung/Abwicklung zu geschehen hat. Für weitere Rückfragen stehe ich Ihnen gerne jederzeit bereit und bedanke ***** ***** Voraus - Mit freundlichen Grüßen – *******

Sehr geehrter Fragesteller,

wir haben bereits eine (erfolgreiche) Klage in einem ähnlichen Fall gegen eine Bank vor dem LG Düsseldorf erstritten. Das Urteil müsste ich Ihnen heraussuchen. Das Finanzamt wird anhand der vorgelegten Dokumente nicht von den Angaben der Bank abweichen. Sie können diese vorlegen und in Ihrer Steuererklärung berücksichtigen und müssten aufgrund der anhängigen Verfahren mit einem Einspruch gegen den zu erlassenen Steuerbescheid Ruhen des Verfahrens beantragen.

Mit besten Grüßen

Kanzlei für Steuerrecht Hermes

Kunde: hat geantwortet vor 8 Monaten.
In Ihrer Antwort sehe ich nicht, dass Sie auf meine Fragestellung konkret eingegangen sind.
Das aussitzen mit dem Finanzamt habe ich bereits als schlechte Aternative gesehen - Ihr Hinweis auf LG Düsseldorf bringt mich auch nicht weiter!
Nochmals die Fragen:
Kann ich gegen meine Bank klagen? Wo hilft mir das Finanzgericht? Wo steht genau, wie die Handhabung/Abwicklung zu geschehen hat. Wo steht, dass wertlose Aktien bei Übertragung an Dritte mit 30% Gewinn zu versteuern sind!!

Sehr geehrter Fragesteller,

zu Ihrer Frage werde ich im Laufe des Tages Stellung nehmen. Dazu sind etwas umfassende Ausführungen notwendig. Ich bitte um etwas Geduld.

Mit freundlichen Grüßen

Prof. Nettelmann

Sehr geehrter Fragesteller,

entschuldigen Sie bitte, dass ich erst heute zu Beantwortung Ihres Anliegens komme!

1. Mit dem Urteil des BFH v. 24.10.2017 hat die Rechtsprechung einen Paradigmenwechsel in der Behandlung privater Vermögensverlust "eingeläutet". Diese Entscheidung setzt die finanzgerichtliche Rechtsprechung des Niedersächsischen Finanzgerichts - AZ 2 K 12095/15 - fort. Die gegen diese Entscheidung eingelegte Revision Az VIII R32/16 ist derzeit noch anhängig.

Die Entscheidung des BFH v. 24.10.2017 ist bislang vom Bundesfinanzministerium nicht amtlich im Bundessteuerblatt veröffentlicht, damit also für die Finanzbehörden nicht zur Anwendung freigegeben.

Es liegt jedoch eine Pressemitteilung des Bundesfinanzhofes zu diesem Urteil vor:

"

BFH zum insolvenzbedingten Ausfall einer privaten Darlehensforderung als Verlust bei den Einkünften aus Kapitalvermögen

BFH, Pressemitteilung Nr. 77/17 vom 20.12.2017 zum Urteil VIII R 13/15 vom 24.10.2017

"Der endgültige Ausfall einer Kapitalforderung führt nach Einführung der Abgeltungsteuer zu einem steuerlich anzuerkennenden Verlust in der privaten Vermögenssphäre. Dies hat der Bundesfinanzhof (BFH) mit Urteil vom 24. Oktober 2017 VIII R 13/15 für den Fall der Insolvenzeröffnung beim Darlehensnehmer zu Einkünften aus Kapitalvermögen nach § 20 Abs. 1 Nr. 7 des Einkommensteuergesetzes (EStG) entschieden.

Im Urteilsfall gewährte der Kläger einem Dritten in 2010 ein verzinsliches Darlehen. Seit August 2011 erfolgten keine Rückzahlungen mehr. Über das Vermögen des Darlehensnehmers wurde das Insolvenzverfahren eröffnet. Der Kläger meldete die noch offene Darlehensforderung zur Insolvenztabelle an und machte den Ausfall der Darlehensforderung als Verlust bei den Einkünften aus Kapitalvermögen geltend. Dem folgten Finanzamt und Finanzgericht (FG) nicht.

Die Revision hiergegen hatte Erfolg. Der BFH hob das finanzgerichtliche Urteil auf und verwies die Sache an das FG zurück. Nach seinem Urteil soll mit der Einführung der Abgeltungsteuer seit 2009 eine vollständige steuerrechtliche Erfassung aller Wertveränderungen im Zusammenhang mit Kapitalanlagen erreicht werden. Nach dem Urteil des BFH wird damit die traditionelle Trennung von Vermögens- und Ertragsebene für Einkünfte aus Kapitalvermögen aufgegeben. In der Folge dieses Paradigmenwechsels führt der endgültige Ausfall einer Kapitalforderung i. S. des § 20 Abs. 1 Nr. 7 EStG zu einem gemäß § 20 Abs. 2 Satz 1 Nr. 7, Satz 2, Abs. 4 EStG steuerlich zu berücksichtigenden Verlust. Insoweit ist nunmehr eine Rückzahlung der Kapitalforderung, die - ohne Berücksichtigung der in § 20 Abs. 1 Nr. 7 EStG gesondert erfassten Zinszahlungen - unter dem Nennwert des hingegebenen Darlehens bleibt, dem Verlust bei der Veräußerung der Forderung gleichzustellen.

Wie die Veräußerung ist nach dem Urteil des BFH auch die Rückzahlung ein Tatbestand der Endbesteuerung. Danach liegt ein steuerbarer Verlust aufgrund eines Forderungsausfalls erst dann vor, wenn endgültig feststeht, dass (über bereits gezahlte Beträge hinaus) keine (weiteren) Rückzahlungen (mehr) erfolgen werden. Die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens über das Vermögen des Schuldners reicht hierfür in der Regel nicht aus. Etwas anderes gilt, wenn die Eröffnung des Insolvenzverfahrens mangels Masse abgelehnt wird oder aus anderen Gründen feststeht, dass keine Rückzahlung mehr zu erwarten ist. Hierzu hat das FG in einem zweiten Rechtsgang weitere Feststellungen zu treffen.

Inwieweit diese Grundsätze auch für einen Forderungsverzicht oder etwa den Verlust aus der Auflösung einer Kapitalgesellschaft gelten, hatte der BFH nicht zu entscheiden. Auch in diesem Bereich dürfte jedoch die mit der Abgeltungsteuer eingeführte Quellenbesteuerung die traditionelle Beurteilung von Verlusten beeinflussen."

Sie sollten also den Verlust mit Blick auf die neuerliche Rechtsprechung des Bundesfinanzhofes den Verlust in der Anlage K zur Einkommensteuererklärung - Zeile 10 - geltend machen und bei zu erwartenden Ablehnung Einspruch einlegen und Ruhenlassen des Verfahrens bis zur Entscheidung über die anhängige Revision (Az. VIII R 32/16) beantragen.

2. Zu Ihrer weiteren Frage bezüglich der Regelung in § 43 Abs. 2 Satz 10 EStG verweise ich auf die diesbezügliche Verwaltungsanweisung in Rd.-Nr. 194 ff "Depotübertragung ohne und mit Gläubigerwechsel (§ 43 a Abs.2 EStG) Einzelfragen zur Abgeltungsteuer - BMF v. 18.01.2016 (BStBl. I S. 85)-

Ich hoffe, dass ich damit Ihrem Anliegen entsprechen konnte. Für Ihre Bewertung meiner Beratung wäre ich dankbar, damit meine Bearbeitung mit dem hälftigen Anteil Ihres Honorareinsatzes vergütet werden kann.

Mit freundlichen Grüßen

Prof. Nettelmann

Sehr geehrter Fragesteller,

haben Sie noch Rückfragen zu meiner ausführlichen Beantwortung Ihrer Frage? Ansonsten bitte ich um Ihre Bewertung, damit meine Beratung vergütet werden kann.

Mit freundlichen Grüßen

Prof. Nettelmann

Sehr geehrter Fragesteller,

ich warte noch auf Ihre Rückmeldung wegen der Bewertung. Ohne Ihre Bewertung kann meine Vergütung für die Beratung nicht freigeschaltet werden.

Vielen Dank ***** ***** schönen Tag

Prof. Nettelmann

Prof.Nettelmann, Steuerberater
Kategorie: Steuern
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Erfahrung: HochschullehrerSteuerberaterDipl.-Kfm.
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Kunde: hat geantwortet vor 7 Monaten.
Vielen Dank für die ausführliche Antwort Herr Professor Nettelmann.
Leider habe ich die Antwort zu Nr. 2 nur teilweise verstanden.
Daher bin ich mit der Formulierung meiner Frage noch zu Gange und bitte um etwas Geduld
bei der abschließenden Bewertung.
Mit freundlichen Grüßen Walter Lehmert

Vielen Dank für Ihre Nachricht

Prof. Nettelmann

Sehr geehrter Fragesteller,

ich darf zu Ihrem Teilaspekt der Besteuerung eines Gewinns im Rahmen des Depotübertrages mit 30 % gem. § 43 a Abs. 2 Satz 7 EStG auf die Möglichkeit eine Steuerfestsetzung gem. § 32 d Abs.4 EStG bei Anwendung der Ersatzbemessungsgrundlage nach § 43 a Abs. 2 Satz 7 beantragen (siehe hierzu auch Tz. 145 ff des BMF-Schreibens.

Prof. Nettelmann

auf die Möglichkeit hinweisen, eine Steuerfestsetzung ..... zu beantragen.

Kunde: hat geantwortet vor 7 Monaten.
Sehr geehrter Herr Professor Nettelmann.
Meine Fragen zu Ihrer Antwort zu Nr. 2 sind wie folgt:
1. Was besagt die Verwaltungsanweisung in Rd.-Nr. 194 ff "Depotübertragung ohne und mit Gläubigerwechsel (§ 43 a Abs.2 EStG) Einzelfragen zur Abgeltungsteuer - BMF v. 18.01.2016 (BStBl. I S. 85)-
Ich konnte im Internet diese Informationen nicht finden und somit nicht zuordnen.
2. Ist es richtig, dass ich bei Abgabe der „Anlage K“ nicht nur mein falsch gelaufener Aktienverkauf angeben kann, sondern alle Bewegungen erklären muss.
Dann werden alle Transaktionen zum Grenzsteuersatz (derzeit 33%) berechnet?
Macht es Sinn, wenn ich in meinem Falle ein Aktiengewinn (Saldo) von 15.000 € durch Einspruch um 4.000 € reduziere und die verbleibenden 11.000 € zum höheren Grenzsteuersatz versteuern muss?
Für Ihre Bemühungen bedanke ***** ***** im Voraus und verbleibe
mit freundlichen Grüßen
Walter Lehmert

Sehr geehrter Fragesteller,

für die Berechnung der ´Kapitalertragsteuer auf eine Ersatzbemessungsgrundlage von 30% müssen Sie eine Steuerbescheinigung erhalten haben. Mit dieser müssen Sie den Antrag nach § 32 d Abs. 4 EStG im Rahmen der Stesuererklärung stellen.

Rd,-Nr, 194 des BMF-Schreibens lautet:

Ersatzbemessungsgrundlage und Verluste (§ 43a Absatz Satz 6 und 7 EStG)

194 Die Korrektur des Kapitalertrags nach Anwendung einer Ersatzbemessungsgrundlage erfolgt grundsätzlich im Rahmen der Veranlagung nach § 32d Absatz 4 EStG (vgl. Rz. 145). Der

Steuerpflichtige hat hierbei die entsprechenden Unterlagen vorzulegen, die zur Korrektur der steuerlichen Daten dieses Geschäftsvorfalls dienen

Ich empfehle, in ihrer Angelegenheit einen Steuerberater vor Ort einzuschalten, der sich der Angelegenheit annehmen kann.

Mit freundlichen Grüßen

Prof. Nettelmann

Kunde: hat geantwortet vor 7 Monaten.
Bewertung: Nach anfänglichen Schwierigkeiten, bin ich nun von Ihnen Professor Nettelmann überzeugt worden.
Vielen Dank für die ausführliche Beratung - bin voll zufrieden.
Gruß Walter Lehmert

Sehr geehrter Fragesteller,

vielen Dank für die lobenden Worte! Ihre Angelegenheit hat mich zeitlich recht intensiv in Anspruch genommen bei einem 50 %igen Anteil an Ihrem Honorareinsatz.

Mit freundlichen Grüßen

Prof. Nettelmann