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Prof.Nettelmann
Prof.Nettelmann, Steuerberater
Kategorie: Steuern
Zufriedene Kunden: 5077
Erfahrung:  HochschullehrerSteuerberaterDipl.-Kfm.
59063549
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Prof.Nettelmann ist jetzt online.

Ich bin freiberuflich tätig und beabsichtige ein Fahrzeug zu

Diese Antwort wurde bewertet:

Ich bin freiberuflich tätig und beabsichtige ein Fahrzeug zu leasen. Das Kfz wird mindestens zu 10% aber maximal zu 50% betrieblich genutzt. Ein Fahrtenbuch möchte ich auf keinen Fall führen. Ich benötige jetzt Hilfe bei der Berechnung des tatsächlich zu versteuernden Privatanteils.

Sehr geehrter Fragesteller,

auf Grund des geschilderten Sachverhaltes nehme ich zu Ihrer Frage im Rahmen einer Erstberatung und unter Berücksichtigung Ihres Honorareinsatzes wie folgt Stellung:

1. Bei einer Nutzung zwischen 10 und 50 % für betriebliche Zwecke haben Sie das Wahlrecht, das Fahrzeug zum Betriebsvermögen oder zum Privatvermögen zu rechnen. Ihre diesbezügliche Entscheidung nehmen Sie im Rahmen der Buchführung vor, in dem Sie das Fahrzeug unter Anlagevermögen erfassen oder dies nicht tun.

2. Sie erfassen sämtliche Kosten für das Fahrzeug im Rahmen der Buchführung gewinnmindernd.

3. Im Rahmen des Jahresabschlusses erfassen Sie die privaten Fahrtkosten als Nutzungsentnahmen gewinnerhöhend Zu den Privatfahrten gehören nicht die Fahrten zwischen Wohnung und dem Betriebssitz.

4. Für die Ermittlung des Privatanteils müssen Sie mindestens drei Monate Ihre Fahrten (betrieblich, privat) aufzeichnen. Dieser so ermittelte Anteil der Fahrtkilometer im Verhältnis zu den gesamten Fahrtkilometern für diesen Zeitraum können Sie dann regelmäßig zugrunde legen, solange keine wesentliche Veränderung eintritt. Eine dauerhafte Führung eines Fahrtenbuches ist somit entbehrlich. Die pauschale Regelung der 1 % - Methode für die privaten Fahrten kommt bei einem betrieblichen Nutzungsanteil von weniger als 50 % nicht in Betracht.

Wenn ich damit Ihre Frage beantwortet habe, wäre ich für Ihre Bewertung dankbar, damit meine Beratung vergütet werden kann.

Mit freundlichen Grüßen

Prof. Nettelmann

Kunde: hat geantwortet vor 4 Monaten.
Sehr geehrter Prof. Nettelmann,vielen Dank für Ihre Antwort. Für die tatsächliche Berechnung des zu versteuernden Privatanteils benötige ich noch weitergehende Informationen:- Angenommen ich ermittle durch Aufzeichnung meiner Fahrten einen privaten Anteil in Höhe von 75%. Meine Gesamtkosten für das geleaste Fahrzeug betragen €6.000 pro Jahr (Leasingrate, Kraftstoff, Versicherung, Werkstatt etc.). Demnach würde der Privatanteil der Kosten 75%, d.h. €4.500 betragen.- Wie wird der private Anteil versteuert?- Welcher Anteil der Kosten kann gewinnmindernd erfasst werden? Lediglich der betriebliche Anteil in Höhe von 15%, d.h. €1.500?Mit freundlichen Grüßen
***** *****sell

Sehr geehrter Fragesteller,

wenn 75 % privat veranlasste Fahrten sind, dann umfassen die betrieblichen Fahrten 25 %! Diese umfassen die rein geschäftlichen Fahrten und die Fahrten zwischen Wohnung und Betriebssitz.

Die Gesamtkosten mindern in der Buchführung den Gewinn. Wegen der privaten Fahrten sind 75 % der Kosten als (fiktive) Einnahmen . gleichsam als Korrektur zu den gesamten PKW-Kosten anzusetzen. Für die Fahrten zwischen Wohnung und Betriebssitz sind statt des effektiven km-Satzes nur o,15 €/km anzusetzen. Die Differenz zu dem tatsächlichen km-Satz ist als nicht abzugsfähig Betriebsausgabe zu behandeln.,

Wenn Sie das Fahrzeug insgesamt nicht als gewillkürtes Betriebsvermögen, sondern als Privatvermögen behandeln, sollten Sie die tatsächlichen PKW-Kosten entweder außerhalb der Buchführung erfassen oder in der Buchführung auf einem Privatkonto "PKW". Dieser Betrag mindert dann nicht den Gewinn. Auf Grund der Erfassung der Kosten können Sie einen Km-Satz alljährlich ermitteln und - in Ihrem Beispiel 15 % dieser Kosten - als Betriebsausgabe umbuchen. Für die Fahrten zwischen Wohnung und Betriebsstätte setzen Sie dann den km-Satz von 0,15 € als Betriebsausgaben an ( in Ihrem Beispiel wohl die 10 % als Differenz zu 25 % gemeint!)

Ich hoffe, dass ich damit Ihre ergänzende Frage beantwortet habe.

Mit freundlichen Grüßen

Prof. Nettelmann

Sie können auch ganz anders verfahren, wenn Sie nur die betrieblichen Fahrten in der Buchführung erfassen wollen:

1. Erfassen aller PKW-Kosten während Jahres in der Buchführung über Privatkonto oder extern in einer Liste,

2. Erfassen des Tachometerstandes zu Beginn des Jahres (bzw. bei Anschaffung) und am Ende des Jahres 31.12.2017 z.B. = Differenz sind die gefahrenen Gesamtkilometer

3- Ermittlung des km-Satzes (Gesamtkosten : Summe der gefahrenen km)

4. Anwendung dieses Satzes auf die geschäftlichen Kilometer, die zu erfassen wären (ohne Fahrtenbuch!).

Statt Anwendung dieses km-Satzes Anwendung des steuerlich pauschalen km-Satzes von 0,30 € je gefahrenen Km. Dies empfiehlt sich, wenn der tatsächliche km-Satz < 0,30 € ist!

5, für die Fahrten zwischen Wohnung und Betriebsstätte (gleiche Entfernung tgl. x Anzahl der Arbeitstage!) ist nur 0,15 € je km in jedem Fall absetzbar!

Prof. Nettelmann

Sehr geehrter Fragesteller,

ich warte noch auf Ihre Rückmeldung bezüglich der Bewertung, weil ohne Ihre Bewertung meine Beratung nicht vergütet werden kann.

Holen dies bitte nach.

Vielen Dank

Prof. Nettelmann

Prof.Nettelmann und weitere Experten für Steuern sind bereit, Ihnen zu helfen.