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RainNitschke
RainNitschke, Rechtsanwältin
Kategorie: Steuern
Zufriedene Kunden: 1542
Erfahrung:  Fachanwaltslehrgang Steuerrecht
49776616
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RainNitschke ist jetzt online.

Gebäudeabschreibung nach AfA

Diese Antwort wurde bewertet:

Guten Tag,
ich habe für mein Mehrfamilienhaus, dass ich seit 1998 besitze, aus Unkenntnis bislang noch nie die Gebäudeabschreibung nach AfA geltend gemacht.
Kann ich das rückwirkend noch ändern?
Mit freundlichen Grüßen
********

Sehr geehrter Ratsuchender,

vielen Dank für Ihre Anfrage! Bescheide können nicht mehr geändert werden, wenn diese bestandskräftig geworden sind.

Allerdings gibt es eine Korrekturmöglichkeit über den § 129 AO, wenn eine offensichtliche Unrichtigkeit vorliegt. So liegt z.B. eine offenbare Unrichtigkeit vor, wenn dem Finanzamt grundsätzlich bekannt ist, dass eine bestimmte Afa abgesetzt werden kann und das FA auch entsprechende Unterlagen dazu hat und daher den Fehler hätte erkennen können.

Kann das FA den Fehler jedoch wegen fehlender Daten gar nicht erkennen, liegt keine offenbare Unrichtigkeit vor.

Schauen Sie doch bitte einmal ob das folgende Urteil auf Ihren Fall Anwendung findet: Urteil des Finanzgerichts Baden-Württemberg vom 21.2.2006, Az. 1 K 212/02

.

Sollte Ihre Frage beantwortet sein, würde ich mich über Ihre positive Bewertung durch Anklicken der Sterne ( 3-5) freuen. Dadurch wird das Guthaben auf Ihrem Kundenkonto an mich weiter geleitet und die Beratung vergütet. Sollten Sie noch Hilfe zu dieser Problemstellung benötigen, zögern Sie nicht, weitere kostenlose Nachfragen zu stellen. Setzen Sie dazu bitte den bisherigen Frageverlauf mittels der TextBox ganz unten einfach fort.

Mit freundlichen Grüßen

K. Nitschke

Rechtsanwältin

Kunde: hat geantwortet vor 1 Jahr.
Sehr geehrte Frau Nitschke,
es ist für mich so nicht erkennbar, ob hier eine offensichtliche Unrichtigkeit vorliegt. Nach meiner Vorstellung müsste doch für das Finanzamt erkennbar sein, dass eine Abschreibung nach AfA geltend gemacht werden kann, wenn ich Einnahmen aus Vermietung und Verpachtung angeben muss. Ich bin ja genau deshalb auch zur Abgabe einer Einkommenssteuererklärung veranlagt.
Welche Unterlagen benötigt das FA denn ggf.?
Das von Ihnen angeführte Urteil hatte ich mir im Vorfeld angesehen, ist wohl aber nicht auf meinen Fall anwendbar, da ich ja bislang noch nie die Abschreibung steuerlich geltend gemacht habe. Entstanden ist mein Irrtum durch die Verwendung eines Steuerprogramms, das mich in diesem Jahr erstmals auf die Gebäudeabschreibung hingewiesen hat. In den Jahren 1998 bis 1999 hatte ich auch einen Steuerberater zur Erstellung meiner Erklärung hinzugezogen, der die AfA ebenfalls nicht angegeben hat. Somit hat sich der Fehler eben bis jetzt fortgeführt.
Mit freundlichen Grüßen
***************

Vielen Dank für Ihre Anfrage! Das Finanzamt muss das nicht erkennen. So gibt es z.B. auch Häuser, die verschenkt oder geerbt werden, bei denen die AfA schon abgelaufen ist. Diese werden trotzdem vermietet und es gibt dann keinen Abzug für die Abschreibung mehr.

Um die Afa geltend machen zu können, muss das Finanzamt Ihre (oder die Ihres Vorgängers) Anschaffungskosten kennen. Also entweder der Kaufpreis oder die Herstellungskosten zzgl Nebenkosten wie Notargebühren etc. . Beachten Sie aber bitte, dass nur das reine Gebäude abgeschrieben werden kann und nicht der Anteil für den Grund und Boden!

Problematisch ist natürlich, dass der Steuerberater auch keine Afa geltend gemacht hat. Ein Regress dürfte nach so einer langer Zeit jedoch leider aufgrund der Verjährung nicht mehr möglich sein.

Kunde: hat geantwortet vor 1 Jahr.
Ich habe das Gebäude 1998 vom Vorbesitzer gekauft, der dies geerbt hat. Es handelt sich um ein Fachwerkhaus mit Herstellungsdatum vor 1924. Es könnte also sein, dass die Afa sozusagen bereits vom Vorbesitzer "aufgebraucht" wurde? Ist diese also gebäudebezogen und nicht etwa eigentümerbezogen?
Dem Finanzamt war definitv der Erwerb des Gebäudes bekannt, da ich damals die Eigenheimzulage erhielt und die Notarkosten für den Erwerb der Liegenschaft steuerlich geltend gemacht habe.
Ist das Finanzamt verpflichtet, mir in diesem Punkt vollständige Auskunft zu erteilen?

Nein, wenn Sie das Gebäude gekauft haben und somit Anschaffungskosten hatten, dann können Sie die Afa auch ganz normal absetzen. Bei jedem Eigentümerwechsel beginnt eine neue Afa, es sei denn, es handelt sich um eine Schenkung oder Erbschaft. In diesen Fällen tritt der Erwerber in die Rechtsstellung des Vorgängers ein.

Sicher wusste das FA, dass Sie das Haus gekauft haben. Da aber offenbar keine Unterlagen über den Kaufpreis vorlagen, musste die Afa auch nicht automatisch berücksichtigt werden. Die Notarkosten hätten eigentlich damals in die Afa einbezogen werden müssen.

Das Finanzamt muss Ihnen Akteneinsicht gewähren. Allerdings werden Ihnen die Akten nicht zugesandt, sondern können vor Ort im Finanzamt eingesehen werden. Diesbezüglich sollten Sie unbedingt einen Termin vereinbaren, zumal es sich um sehr alte Akten handelt, die herausgesucht werden müssen.

Sollte es wirklich Anhaltspunkte in Ihrer Akte geben, aus denen sich eine Afa hätte berechnen lassen können, sollten Sie zumindest versuchen, diese nach § 129 AO geltend zu machen. Allerdings werden Sie diese nur nach § 169 AO bis zum Ende der Festsetzungsfrist (4 Jahre) geltend machen können. Also leider nicht bis 1998 rückwirkend.

Kunde: hat geantwortet vor 1 Jahr.
Genau da sehe ich die Schwierigkeiten für mich, Anhaltspunkte in der Akte zu erkennen, aus denen sich eine Afa hätte berechnen lassen. Was könnten Anahltspunkte sein? So etwas wie Angaben über den Kaufpreis?Erscheint es eventuell auch möglich und sinnvoll, gemäß § 129 AO, die Afa ohne weitere Akteneinsicht geltend zu machen und die Reaktion des FA abzuwarten? Oder halten Sie ein Gespräch vorab mit dem FA für eher zielführend?

Ja, der Kaufpreis muss schon aus der Akte hervorgehen, da anderenfalls keine Afa berechnet werden kann. Das Problem dürfte auch der Steuerberater sein. Wenn die erste Erklärung damals von einem Fachmann eingereicht wurde, geht das FA in der Regel auch davon aus, dass alle Angaben korrekt waren.

Das Problem ist nur leider, dass man den Steuerberater nicht mehr haftbar machen kann. die Verjährung tritt mit Bekanntgabe des belastenenden Steuerbescheides ein und dauert drei Jahre.

Möglich ist ein Antrag nach § 129 AO natürlich jederzeit. Allerdings müssen Sie diesen begründen. Hier sehe ich die Schwierigkeit

Kunde: hat geantwortet vor 1 Jahr.
Okay, also doch Akteneinsicht... Das wird natürlich dauern. Deshalb hier nun meine Frage zu Ihrer Unterstützung. Wie lange kann ich denn unsere Unterhaltung offen halten? Oder, wenn ich diese nun beenden muss, könnte ich Sie direkt kontaktieren nachdem ich Akteneinsicht genommen habe und ggf. noch Fragen entstanden sind? Es geht mir jetzt nicht um die aktuelle Bezahlung, sondern mehr darum, ob ich mich in dieser Sache noch weiterhin von Ihnen unterstützen lassen kann, auch wenn ich diese Unterhaltung beende?

Es wäre prima, wenn Sie die Antwort bewerten um die bisherige Beratung zu vergüten. Danach können Sie auch gerne weitere Nachfragen stellen, indem Sie den Frageverlauf einfach wie bisher fortführen.

RainNitschke und weitere Experten für Steuern sind bereit, Ihnen zu helfen.
Kunde: hat geantwortet vor 1 Jahr.
Fein. Dann bedanke ***** ***** für ihre freundliche und kompetente Unterstützung und melde mich ggf. noch mit Nachfragen.Bis dahin wünsche ich Ihnen eine schöne Zeit.

Haben Sie vielen Dank ***** ***** Gute für Sie!