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Prof.Nettelmann
Prof.Nettelmann, Steuerberater
Kategorie: Steuern
Zufriedene Kunden: 5871
Erfahrung:  HochschullehrerSteuerberaterDipl.-Kfm.
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Guten Tag, Unser Sohn Heiko arbeitet nach seinem Medizinstudium,

Diese Antwort wurde bewertet:

Guten Tag,

Unser Sohn Heiko arbeitet nach seinem Medizinstudium, das er in Großbritannien verbracht und abgeschlossen hat, inzwischen als Arzt in England und befindet sich dort zurzeit in der Facharztausbildung. Nach wie vor ist er deutscher Staatsbürger.

2007 hat unser Sohn eine kombinierte Arbeitsunfähigkeits~/Rentenversicherung bei einer deutschen Versicherung abgeschlossen, weil er zu diesem Zeitpunkt davon ausging, dass er in absehbarer Zeit nach Deutschland zurückkehren würde und sich absichern wollte. Da er jedoch in wenigen Wochen eine Kollegin ohne Deutschkenntnisse heiraten wird, ist so gut wie sicher, dass Heiko mit Rücksicht auf die Berufstätigkeit seiner Frau bis auf weiteres in UK bleiben wird.

Heiko möchte nun die oben genannte Versicherung nicht weiter führen: Was die Arbeitsunfähigkeitsversicherung betrifft, ist er über seinen Arbeitgeber, die NHS, abgesichert, und auf die ungefähren 60 Euro monatlicher Rente, die er in 30 Jahren erhalten wird, möchte er verzichten, um sich den monatlichen Beitrag zu sparen.
Von der Versicherung erhielt er die Auskunft, dass bei einer Kündigung des Vertrages (logischerweise) der Anteil des Beitrages zur Arbeitsunfähigkeitsversicherung verfällt und dass der Rückkaufwert der Rentenversicherung ca. 1700 Euro ausmacht, wobei nicht der gesamte Betrag ausgezahlt wird, sondern etwa 400 Euro als Steuer (wie diese Steuer genau heißt, ist mir nicht bekannt) ans Finanzamt abgeführt werden müssten.

Ist diese Auskunft richtig?

Wir verstehen nicht, warum die von unserem Sohn geleisteten Einzahlungen bei einer Rückzahlung versteuert werden müssen. Er hat ja keinen Gewinn gemacht, sondern eher einen Verlust, denn es fallen bei einer Vertragsauflösung sicher Verwaltungskosten und ähnliches an, so dass ohnehin weniger ausgezahlt wird, als eingezahlt wurde.
Wenn Heiko dieses Geld stattdessen auf einem Sparkonto gesammelt hätte und nun abheben würde, könnte er doch auch, ohne steuerlichen Abzug, über die gesamte angesparte Summe verfügen. Ist es nicht so, dass nur der Zinsgewinn versteuert werden muss?

Falls die Versicherung nun tatsächlich automatisch einen bestimmten Prozentsatz als Steuer abführen muss, besteht dann Aussicht auf eine Erstattung am Jahresende? Und wie würde das ablaufen?

Ich weise noch daraufhin, dass unser Sohn in Deutschland nicht (für Geld) gearbeitet hat. Da er während des Studiums nur einige anspruchsvolle, aber unbezahlte Praktika gemacht hat, war er nicht steuerpflichtig und hat daher auch keine Steuern bezahlt.

Ich bin gespannt auf Ihre Antwort und danke ***** ***** Ihre Mühe.

Freundliche Grüße

Renate Blank-Peschl
Sehr geehrte Fragestellerin,

die Auskunft der Versicherung bezüglich der Einbehaltsverpflichtung von Kapitalertragsteuer in Höhe von 25 % zzgl. Solidaritätszuschlag ist sehr allgemein gehalten und insofern grundsätzlich richtig. Es kommt aber nur in Betracht, wenn bei dem Rückkaufswert ein Gewinn als Differenz zwischen eingezahlten Beiträgen und Versicherungsleistung erzielt wird. Dies ist nach Ihrer Schilderung im konkreten Fall nicht zutreffend:

Es wird der Unterschiedsbetrag zwischen der fälligen Versicherungsleistung (Rückkaufswert) und der Summe der darauf entrichteten Beiträge ermittelt. Dies ist der zu versteuernde Ertrag. Hierauf werden 25 % Kapitalertragsteuer zuzüglich 5,5 % Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls Kirchensteuer erhoben (Abgeltungsteuer).

Aber selbst wenn eine Kapitalertragsteuer einbehalten werden sollten, besteht für den im Ausland lebenden Sohn als beschränkt Steuerpflichtiger ein Erstattungsanspruch, den er mit amtlichem Vordruck beim Bundeszentralamt für Steuern geltend machen müßte. Er aber in jedem Fall der Versicherung mitteilen, dass er nicht (mehr) in Deutschland ansässig ist.

Ich hoffe, dass ich damit Ihre Frage beantwortet habe. Für eine abschließende Bewertung meiner Antwort wäre ich dankbar,damit die ausgelobte Vergütung für mich freigeschaltet wird.

Mit freundlichen Grüßen
Prof. Nettelmann
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