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Prof.Nettelmann
Prof.Nettelmann, Steuerberater
Kategorie: Steuern
Zufriedene Kunden: 5929
Erfahrung:  HochschullehrerSteuerberaterDipl.-Kfm.
59063549
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Prof.Nettelmann ist jetzt online.

Sehr geehrte Damen und Herren. Folgender Fall: Es gibt

Diese Antwort wurde bewertet:

Sehr geehrte Damen und Herren.

Folgender Fall:

Es gibt eine blinde Gewerbetreibende mit dem Sitz in Deutschland, die nach § 4 Nr. 19 Buchstabe a UStG von der Umsatzsteuer befreit ist. Sie erhält monatlich von Google AdWords (Sitz: Irland) Netto-Rechnungen, unter dem folgender Vermerk steht: "Dienste, die dem Reserve-Charge-Verfahren unterliegen - Für die Mehrwertsteuer muss gemäß Artikel 196 der EU-Richtlinie 2006/112/EC der Empfänger aufkommen."

Ist Sie dazu verpflichtet, die Mehrwertsteuer aus dem jeweiligen Rechnungsbetrag zu rechnen und ans Finanzamt Deutschland abzuführen, oder unterliegt diese Rechnung aus Irland auch der Umsatzsteuerbefreiung für blinde Unternehmer?

Die betreffende Person hat bisher, und das seit Jahren, KEINE MwSt. auf diese Rechnungen abgeführt. Ein neues Steuerbüro, bei dem sie ist, zweifelt aber an, dass das so richtig war.

Über hilfreiche Antworten würden wir uns freuen.

Mit freundlichen Grüßen
Sehr geehrter Fragesteller,

zu Ihrer Frage teile ich im Rahmen einer Erstberatung mit:

Bei den Rechnungen des ausländische Unternehmer handelt es sich um Leistungen, die in Deutschland steuerpflichtig ist. Es sind also Eingangsrechnungen! Sie beruhen nicht auf einer Leistung, die die blinde Gewerbetreibende erbracht hat.

Auf dieser Rechnung aus Irland steht keine Umsatzsteuer, sondern die Umsatzsteuer für diese Leistung des ausländischen Unternehmers muß der Empfänger der Leistung bezahlen. Diese Umsatzsteuer ist für die blinde Gewerbetreibende eine Betriebs-ausgabe, so wie das auch der Fall ist, wenn sie in Deutschland eine Leistung mit Umsatzsteuer bezieht. Diese Umsatzsteuer ist dann auch für den Leistungs-empfänger eine Betriebsausgabe.

Also: Die Steuerfreiheit für die blinde Gewerbetreibende für ihre Umsätze hat nichts mit ihren Leistungseingängen zu tun, die - wenn in Deutschland bezogen, Umsatzsteuer enthalten, wenn aus Irland bezogen, keine Umsatzsteuer enthalten. Deshalb muss der Leistungsempfänger die Umsatzsteuer des Leistenden an das Finanzamt entrichten.

Dafür ist im Kontenrahmen das Konto 3145 "Leistungen eines im Ausland ansässigen Unternehmers ohne Vorsteuer und 19 % Umsatzsteuer".

Die bisherige Behandlung ist demzufolge unzutreffend gewesen. Die Gewerbetreibende muss 19 % auf diese Leistungen Umsatzsteuer an das Finanzamt entrichten.

Ich hoffe, dass ich damit Ihre Frage beantwortet habe. Für eine abschließende Bewertung meiner Ausführungen wäre ich dankbar, damit die von Ihnen ausgelobte Vergütung freigeschaltet wird.

Mit freundlichen Grüßen
Prof. Nettelmann
Kunde: hat geantwortet vor 6 Jahren.

Sehr geehrter Herr Nettelmann,


 


vielen Dank für Ihre schnelle Reaktion.


 


Verstehe ich das also richtig, wenn meine Bekannte, nehmen wir an, eine Rechnung in Höhe von 10.000 Euro von Google aus Irland bekommt, muss sie aus diesem Betrag die Umsatzsteuer ziehen, also 19% = 1596,63 Euro, und diese an das zuständige Finanzamt abführen? Die restlichen 8403,37 Euro können als "Ausgabe" verbucht werden?


 


Mit freundlichen Grüßen,


Ariane H.


 

Sehr geehrter Fragesteller,

zu Ihren Ausführungen teile ich mit:

Im Beispielsfall ist der Betrag von 10 000 € der sog. Nettobetrag, den Sie auch in der Vergangenheit an Google für deren Leistungen gezahlt haben. Es "fehlte" die 19 % Umsatzsteuer, die sonst noch in Deutschland auf der Rechnung gestanden hätten.

Sie müssen diese Umsatzsteuer von Google, die Google in Deutschland schuldet, an das Finanzamt zahlen, also 1 900 €.

Ich hoffe, dass ich damit die Angelegenheit klarstellen konnte.

Mit freundlichen Grüßen
Prof. Nettelmann
Kunde: hat geantwortet vor 6 Jahren.

Sehr geehrter Herr Nettelmann,


 


ich verstehe.


 


Und Sie meinen also, dass bei einem blinden Unternehmer die Regelung der Umsatzsteuerbefreiung, nur bei den "Einnahmen" gilt, nicht aber bei den Ausgaben, egal ob die Rechnungen aus Deutschland oder dem Ausland stammen?



Das heisst, die betreffende Person müsste auch z.B. bei der Telefonrechnung und anderen eingehenden Rechnungen die MwSt. abführen? Bisher wurden alle Rechnungen und Ausgeben als rein netto bewertet.


 


Mit freundlichen Grüßen,


Ariane H.

Sehr geehrter Fragesteller,

die Steuerbefreiung gem. § 4 Nr. 19 UStG bezieht sich nur auf die Leistungen der Blinden, also deren Einnahmen.

Umsatzsteuer für Leistungeneingänge fällt für den Leistungsempfänger (hier: Blinde) nur an, wenn er Leistungen bezieht, die dem Reserve-Charge-Verfahren unterliegen, also wie in Ihrem Fall aus Irland. Für Leistungen aus dem Inland bezahlen Sie schon die Umsatzsteuer über den Kaufpreis (Rechnung). Diese Steuer führt dann der deutsche Lieferant (Leistende) an das Finanzamt ab.

Ich hoffe, dass Ihnen diese Klarstellung weiterhilft.

Mit freundlichen Grüßen
Prof. Nettelmann

Ich hoffe, dass
Prof.Nettelmann und weitere Experten für Steuern sind bereit, Ihnen zu helfen.
Kunde: hat geantwortet vor 6 Jahren.

Sehr geehrter Herr Nettelmann,


 


besten Dank für Rückmeldung - jetzt ist alles klar.


 


Mit freundlichen Grüßen,


Ariane H.