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Prof.Nettelmann
Prof.Nettelmann, Steuerberater
Kategorie: Steuern
Zufriedene Kunden: 5616
Erfahrung:  HochschullehrerSteuerberaterDipl.-Kfm.
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Folgende Situation: Ich ziehe zum 1.10 dauerhaft in die

Diese Antwort wurde bewertet:

Folgende Situation:

Ich ziehe zum 1.10 dauerhaft in die Schweiz und arbeite bei einem schweizer Arbeitgeber. Ich habe aber noch weiterhin selbstgenutztes Wohneigentum in Deutschland, in dem meine Familie (nicht verheiratet) wohnt. Das Wohneigentum, Haus, gehört zu gleichen Teilen meiner Partnerin und mir. Das Haus haben wir allerdings schon zum 31.8.14 verkauft, da wir momentan ein neues Haus in einer anderen Stadt bauen (Grundstück schon gekauft, Finanzierung geklärt, abau noch nicht begonnen). Dorthin würde ich auch an den Wochenenden pendeln. Die Entfernung beträgt knapp 600km.

Dem DBA habe ich entnommen, dass meine Einkünfte aus nichtselbständiger Arbeit nur in der Schweiz mit der vollen Quellensteuer besteuert werden, da ich mehr als 183 Tage im Jahr in der Schweiz bin und zusätzlich kein Grenzgänger bin (da ich weniger als 60 Arbeitstage in Jahr nach D zurückkehre). Dies wurde mir auch so von einem Schweizer Steuerberater unter Vorbehalt bestätigt.

Mein deutscher Steuerberater ist jedoch der Meinung, dass mein Welteinkommen aufgrund meines Lebensmittelpunkts in Deutschland in Deutschland versteuert werden muss, d.h. zum vollen deutschen Steuersatz.

Wer hat nun Recht?

Ist in meinem Fall zwar die volle Quellensteuer in der Schweiz zu entrichten, aber das gesamte Welteinkommen unter Anrechnung dieser Quellensteuer in Deutschland zu versteuern - was letztendlich dazu führt, dass mein Welteinkommen, also auch das Schweizer Einkommen, mit dem deutschen Steuersatz versteuert wird?

Zu ähnlichen Szenarien gibt es im Internet keine eindeutigen Kommentare. Selbst in diesem Forum bei einem ähnlichen Fall wurde angemerkt, dass das Finanzamt eine unbeschränkte Steuerpflicht in Deutschland aufgrund des Wohneigentums annehmen könnte?

Was ist nun in meinem Fall die eindeutige Regelung? Und was muss man machen, damit diese auch greift? Falls eine unbeschränkte Steuerpflicht in Deutschland vorliegt, wird das Schweizer Einkommen entgegen dem DBA nucht von der deutschen Bemessungsgrundlage abgezogen? Wie könnte man sich steuerlich optimieren?
Sehr geehrter Ratsuchender,

vielen Dank für Ihre Frage, die ich gern im Rahmen einer Erstberatung beantworte:

Nach Ihren Darlegungen sind Sie in beiden Ländern unbeschränkt steuerpflichtig, weil Sie sowohl in Deutschland als auch in der Schweiz eine Wohnung haben. Bei einer sog. Doppelansässigkeit hat nach den Regelungen in Doppelbesteuerungsabkommen, so auch zwischen Deutschland und der Schweiz, der Wohnsitz Vorrang, an dem der sog. Lebensmittelpunkt liegt. Dies dürfte nach Ihren Ausführungen Deutschland sein.

Wie Sie richtig bemerken, kommt die sog. Grenzgängerregelung gem. § 15 a des Doppelbesteuerungsabkommens für Sie nicht in Betracht.

Da Sie eine Arbeitgeber in der Schweiz haben, werden Sie mit Ihren Vergütungen dort als unbeschränkt Steuerpflichtiger behandelt. (Art. 15 Abs. 1 DBA)

In Deutschland unterliegen Sie ebenfalls der unbeschränkten Steuerpflicht, dabei scheiden allerdings Ihre Einkünfte aus nichtselbständiger Arbeit aus der Bemessungsgrundlage aus, die in der Schweiz zu versteuern sind, sind allerdings bei der Ermittlung des Steuersatzes in der Bundesrepublik Deutschland zu berücksichtigen (sog. Progressionsvorbehalt) (Art. 24 Abs. 1 Nr. 1 Buchstabe d DBA)

Ich hoffe, dass ich damit Ihre Fragen beantwortet habe. Für eine abschließende Bewertung meiner Ausführungen bin ich dankbar, damit die ausgelobte Vergütung freigeschaltet wird.

MIt freundlichen Grüßen
Prof. Nettelmann
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