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Kanzlei Schiessl
Kanzlei Schiessl, Rechtsanwalt
Kategorie: Steuern
Zufriedene Kunden: 28917
Erfahrung:  erfolgreich abschlossener Fachlehrgang für Steuern
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Kanzlei Schiessl ist jetzt online.

Sehr geehrte Damen und Herren, wir haben folgenden Fall. Ich

Diese Antwort wurde bewertet:

Sehr geehrte Damen und Herren,

wir haben folgenden Fall.
Ich habe 2008 in meinem Namen eine ETW für meine Eltern gekauft. D.h. ich zahle den Kredit ab meine Eltern wohnen in der ETW und zahlen mir auch entsprechend Miete.
Jetzt wollen wir die Wohnung verkaufen. Da ich nicht selber darin wohne, und auch die 10-Jahresfrist nicht abgelaufen ist würde hier eine Spekulationssteuer von etwa 29,000,- € anfallen.
Meine Frage ist: Wenn ich meinen Eltern die Wohnung schenke (bis 100,000 € pro elternteil ist ja steuerfrei) und meine Eltern die Wohnung jetzt verkaufen würden, könnte die Spekulationssteuer entfallen weil die Schenkung ja nicht als Anschaffung gilt und sie ja auch wirklich die letzten 3 Jahre bzw. 5 Jahre in der Wohnung gelebt haben.

Besten Dank im vorraus!
Sehr geehrter Ratsuchender,

vielen Dank XXXXX XXXXX Anfrage.

In der Sache nehme ich Stellung wie folgt:

Eine total logische Überlegung, die an die Frage der Anschaffung als Tatbestandsvoraussetzung für ein privates Veräußerungsgeschäft anknüpft.

Die OFD Frankfurt sieht in einer Schenkung in der Tat auch keine Anschaffung (OFD Frankfurt, Verfügung v. 5.2.2001, S 2256 A – 16 – St II 27) im Sinne des § 23 EstG.

Das Bundesfinanzministerium und die Rechtsprechung vertreten jedoch für die Fälle in denen der Verschenkte ein privates Veräußerungsgeschäft tätigt die sogenannte Fußstapfentheorie

Diese Fustapfentheorie die zunächst nur für Erben galt besagt:

Da der Gesamtrechtsnachfolger (Erbe) in die gesamte Rechtsstellung des Erblassers eintritt (Fußstapfentheorie), ist dem Erben aber die Anschaffung durch den Erblasser zuzurechnen. Erblasser und Erbe werden demnach für die Berechnung der steuerschädlichen Veräußerungsfrist und für die Ermittlung des Veräußerungsgewinns als Einheit behandelt (BFH, Urteil v. 12.7.1988, IX R 149/83, BStBl 1988 II S. 942.)

Mit dem durch das Steuerentlastungsgesetz eingeführten § 23 Abs. 1 Satz 3 EStG wird der Beschenkte nun genau so behandelt wie der Erbe.

Wie beim Erbfall werden dem Beschenkten die Zeit seit der Anschaffung durch den Rechtsvorgänger zugerechnet und bei Ermittlung des vom Beschenkten zu versteuernden Veräußerungsgewinns die Anschaffungs- oder Herstellungskosten des Schenkers zugrunde gelegt.

Die Schenkung lässt die Spekulationssteuer also nicht entfallen.

Was die Eigennutzung anbelangt so zählt diese Zeit leider erst seit Beurkundung der Schenkung. Die Tatsache dass Ihre Eltern bereits vor der Schenkung in der Immobilie gewohnt haben, lässt die Spekulationssteuer leider nicht entfallen.




Wenn Sie weitere Fragen haben, dann fragen Sie gerne nach.

Ansonsten bitte ich Sie höflich meine Antwort positiv zu bewerten und damit das ausgelobte Honorar freizugeben.




Mit freundlichen Grüßen

Hans-Georg Schiessl
Rechtsanwalt
Kanzlei Schiessl und weitere Experten für Steuern sind bereit, Ihnen zu helfen.