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StB Rösner
StB Rösner, Steuerberater
Kategorie: Steuern
Zufriedene Kunden: 289
Erfahrung:  Diplom-Kaufmann
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Guten Abend, ich habe mich zum 1.1. selbstst ndig gemacht

Diese Antwort wurde bewertet:

Guten Abend, ich habe mich zum 1.1. selbstständig gemacht als Heilpraktikerin. Jetzt schwitze ich über dem Fragebogen zur steuerlichen Erfassung. Wer kann mir da helfen? Das Finanzamt oder ein Steuerberater? S. Ewert<br /><br />Ich habe bereits einen großen Teil des Fragebogens ausgefüllt. Es gibt aber Bereiche da bin ich mir nicht sicher und möchte unnötigen Behörden-Streß vermeiden.<br /><br />Es geht um die Punkte: Bankverbindungen (Personenerstattung die von meinen Mann, Betriebserstattung meine Bankverbindung), Betriebstätten (gebe ich nur den Hauptsitz an oder auch die Praxis in der 2 x in der Woche einen Raum anmietet habe), was gebe ich bei den Angaben zur Festsetzung der Vorauszahlungen an (Umsatz oder Gewinn?),

Sehr geehrte Fragestellerin,

 

natürlich können Sie sich auch an die Service-Stelle oder Ihren Sachbearbeiter im Finanzamt wenden, wenn Sie Fragen beim Ausfüllen des Fragebogens haben.

Steuerberater kennen sich da selbstverständlich auch aus.

 

Wenn Sie ein eigenes Bankkonto für Ihre Heilpraktikerpraxis haben, dann geben Sie dieses für betriebliche Steuererstattungen an, wobei diese eher die Ausnahme sein dürften (z.B. Umsatzsteuer, wenn Sie zusätzlich Nahrungsergänzungsmittel verkaufen und diesbezüglich die Kleinunternehmerregelung nicht anwenden würden; oder Kfz-Steuererstattung betrieblicher Pkw, sofern das überhaut relevant ist). Denn als Heilpraktikerin sind Sie umsatzsteuerfrei und auch gewerbesteuerfrei.

 

Da Sie mit Ihrem Mann bestimmt Zusammenveranlagung wählen, wird es sich bei den Steuererstattungen also im Wesentlichen um Privatsteuern (Einkommensteuer) handeln, so dass Sie hier Ihr privates Bankkonto angeben. Wenn dieses Konto auf den Namen Ihres Mannes lautet, dann eben dieses.

Aber selbst wenn Sie hier das betriebliche Konto angeben, wäre es nicht so dramatisch. Dann wird die Steuererstattung eben als Privateinlage auf dem betrieblichen Konto gebucht. Sie können das Geld dann wieder entnehmen (auf das Privatkonto überweisen).

 

Betriebsstätten: Da Sie gewerbesteuerfrei sind, ist die Frage der Betriebsstätte nicht ganz so entscheidend. Mir fällt dazu allenfalls der Fremdenverkehrsbeitrag ein.

Rein formal ist es aber so, dass Sie offenbar zwei Betriebsstätten haben. Und ich unterstelle jetzt mal, dass Wohnsitzfinanzamt, Betriebsfinanzamt des Hauptsitzes und Betriebsfinanzamt der zweiten Betriebsstätte identisch sind, so dass auch alles über die gleiche Steuernummer läuft.

 

Da Sie umsatzsteuerfrei sind, ist die Höhe des voraussichtlichen Umsatzes nicht ganz so relevant, allenfalls ein Indiz für die Höhe des voraussichtlichen Gewinns.

Meine Erfahrungen mit Heilpraktiker-Gründungen ist die, dass es ein schwieriges Geschäft ist. Es ist deshalb durchaus vertretbar, wenn Sie den Gewinn des ersten Jahres auf null Euro schätzen, denn Sie haben ja auch Anlaufkosten. Für das zweite Jahr würde ich dann schon einen kleinen Gewinn schätzen.

Ich kenne nun ja nicht die Größe der Praxis und ob Sie ggfs. eine Praxis übernommen haben, also gleich über einen guten Kundenstamm verfügen. Also 3.000 Euro oder 5.000 Euro Gewinn könnte man schon für das zweite Jahr schätzen. Aber das können Sie besser beurteilen.

Vielleicht handelt es sich ja auch "nur" um eine Art "Nebenbeschäftigung" und Ihr Mann ist der Hauptverdiener.

Spätestens bei der Einkommensteuer-Erklärung wird dann der tatsächliche Gewinn versteuert.

Wenn Sie also im Nachhinein nicht ganz so gut geschätzt haben, wird Ihnen niemand den Kopf abreißen. Schätzung ist schließlich Schätzung.

 

Mit freundlichen Grüßen

 

Kunde: hat geantwortet vor 8 Jahren.
Vielen Dank für Ihre Antworten.
Der Einfachheit halber kann ich also nur die Bankverbindung von meinen Mann angeben, da diese Bankverbindung dem FA schon vorliegt.

Die 2 Betriebstätten liegen beide in einem Landkreis und gehören zu einem Finanzamt.
Ich gebe beide Betriebsstätten an. Beim Ort der Geschäftsleitung habe ich meinen Wohnsitz eingetragen.

Muß ich unter 2.8. (bisherige betriebliche Verhältnisse) angeben, daß ich die Praxis schon vorher nebenberuflich geführt habe oder geht es bei diesem Punkt nur um den Haupterwerb als freiberufliche?

Braucht das FA meinen Businessplan?

Vielen Dank für Ihren Service

Sehr geehrte Fragestellerin,

 

ja, wenn doch auf dem Bankkonto Ihres Mannes Geld vom Finanzamt eingehen sollte, welches Ihrer Buchführung zuzuordnen ist, können Sie den Betrag z.B. über "Entnahme an Ertrag" dennoch verbuchen.

 

Wenn Sie die Praxis schon vorher nebenberuflich geführt haben, dann hätten Sie das auch in Ihrer Steuererklärung berücksichtigen müssen. Dann wäre das ja jetzt keine Neugründung und der Fragebogen wäre eigentlich obsolet.

 

Wenn Sie die nebenberuflichen Einnahmen bisher nicht erklärt haben, wird das Finanzamt eine Nacherklärung fordern. Nach dieser Erkenntnis wären Sie dazu auch verpflichtet.

 

Den Businessplan geben Sie nicht an das Finanzamt.

 

Mit freundlichen Grüßen

 

Kunde: hat geantwortet vor 8 Jahren.
Lieber Antwortgeber,

das FA weiß seit 11 Jahren, daß ich die Praxis nebenberuflich betreibe und ich habe jedes Jahr meine Anlage für Selbstständige mit meiner EÜR dort abgegeben.

Bezieht sich eine Neugründung nur auf eine Tätigkeit die ich vorher noch nie ausgeführt habe und die auch nicht nebenberuflich ausgeführt wurde?

Vielen Dank für Ihre Geduld bei meinen Fragen

Sehr verehrte Fragestellerin,

 

wenn Sie die Tätigkeit seit 11 Jahren nebenberuflich betreiben und dies auch jedes Jahr in der Steuererklärung angegeben haben, dXXXXX XXXXXdelt es sich nicht um einen Neugründung. Sie verwenden jetzt einfach nur mehr Zeit bzw. das Unternehmen wächst.

Ich verstehe deshalb nicht, warum überhaupt ein Fragebogen zur steuerlichen Erfassung an Sie herausgegangen ist und wie das Finanzamt überhaupt darauf kommt.

Das hätte das Finanzamt doch eigentlich erst bei der nächsten Steuererklärung gemerkt, dass Sie jetzt mehr Umsätze haben.

Aber an den steuerlichen Grundlagen (umsatzsteuerfrei und gewerbesteuerfrei) würde das ja nichts ändern.

Und die ESt-Vorauszahlungen würden dann gemäß der jeweils aktuellen Veranlagung festgesetzt.

Natürlich kann das Finanzamt nachfragen, wenn es Anhaltspunkte hat, dass die ESt-Vorauszahlungen angepasst werden müssten. Aber der Fragebogen steht im Zusammenhang mit der Begründung einer selbständigen Tätigkeit. Und diese haben Sie ja bereits seit 11 Jahren.

 

Mit freundlichen Grüßen

 

StB Rösner und weitere Experten für Steuern sind bereit, Ihnen zu helfen.