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StB Rösner, Steuerberater
Kategorie: Steuern
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Kann ich bei einem nebenberuflichem Studium, welches ich zur

Diese Antwort wurde bewertet:

Kann ich bei einem nebenberuflichem Studium, welches ich zur Fortbildung nutze, auch eine Verpflegungspauschale angeben. Ich arbeite von 8.00 bis 16.45 und habe Vorlesungen an unterschiedlichen Tagen von 17.30 bis 20.45.
Ich bin also an diesen Vorlesungstagen von 7.00 bis 21.30 nicht zu Hause.
Meine frage: kann ich für die Abwesendheit von 7.00 bis 21.30 (also 14,5 Stunden) eine Verpflegungspauschale in der Steuererklärung angeben und auf welche Gesetzgebung bzw. Urteil kann ich mich berufen, da mein FA diese Nicht anerkennen will.

Vorab recht herzlichen dank

Thomas Baier

Sehr geehrter Fragesteller,

 

wenn es sich um eine Fortbildung handelt und nicht um Ausbildungskosten, dann sind die Kosten dieser Fortbildung grundsätzlich Werbungskosten.

 

Verpflegungsmehraufwendungen werden im Rahmen von beruflichen Bildungsmaßnahmen grundsätzlich mit den gesetzlichen Pauschbeträgen berücksichtigt, soweit Reisekostengrundsätze anwendbar sind.

 

Stellt sich also die Frage, ob Reisekostengrundsätze anwendbar sind.

 

Ohne rechtliche Prüfung würde ich sagen, dass die Studieneinrichtung den Charakter einer regelmäßigen Arbeitsstätte hat und deshalb die Reisekostengrundsätze nicht anwendbar sind.

 

Ich fühle mich dabei von dem BFH Urteil vom 22.07.2003 - VI R 190/97 zum Thema

"Regelmäßige Arbeitsstätte bei Vollzeitunterricht im Rahmen einer längerfristigen Bildungsmaßnahme" bestätigt. Das war allerdings schon 2003.

Leitsatz:
1. Aufwendungen einer Krankenschwester für einen Lehrgang mit dem Ziel, Lehrerin für Pflegeberufe zu werden, sind als Werbungskosten anzuerkennen.

2. Eine Bildungseinrichtung ist als regelmäßige Arbeitsstätte anzusehen, wenn diese häufig über einen längeren Zeitraum hinweg zum Zwecke eines Vollzeitunterrichts aufgesucht wird.

 

Von der Krankenschwester darf man sich nicht verwirren lassen. Der Sachverhalt passt meines Erachtens auf Sie.

 

Aber auch dieses aktuellere Urteil des BFH vom 10.04.2008 - VI R 66/05 ist interessant:
Thema: "Ermittlung der als Werbungskosten abziehbaren Fahrtkosten bei längerfristiger, jedoch vorübergehender beruflicher Bildungsmaßnahme"
Leitsatz: Führt ein vollbeschäftigter Arbeitnehmer eine längerfristige, jedoch vorübergehende berufliche Bildungsmaßnahme durch, so wird der
Veranstaltungsort im Allgemeinen nicht zu einer weiteren regelmäßigen Arbeitsstätte.
Die Fahrtkosten des Arbeitnehmers zu der Bildungseinrichtung sind deshalb nicht mit der Entfernungspauschale, sondern in tatsächlicher Höhe als Werbungskosten zu berücksichtigen.
In den Entscheidungsgründen heißt es allerdings:
Die Fahrtkosten des Klägers zur Beruflichen Schule sind in tatsächlicher Höhe als Werbungskosten abziehbar.

Allerdings: Die vom Kläger geltend gemachten Verpflegungsmehraufwendungen sind hingegen nicht zu berücksichtigen.

Obwohl also keine regelmäßige Arbeitsstätte vorliegt, können trotzdem keine Verpflegungsmehraufwendungen geltend gemacht werden.

 

Natürlich könnte man jetzt sich noch Stunden mit diesem Thema beschäftigen um vielleicht doch noch etwas Positives zu finden. Das würde jedoch den Rahmen von justanswer sprengen.

Ich glaube aber nicht, dass man eine Lösung findet und zum Abzug von Verpflegungsmehraufwendungen kommt.

 

Fragen Sie das Finanzamt doch mal nach der Begründung, warum es der Meinung ist, dass keine Verpflegungsmehraufwendungen abziehbar seien.

 

Würde mich auch interessieren.

 

Ich hoffe, meine Ausführungen waren hilfreich.

 

Mit freundlichen Grüßen

 

StB Rösner und weitere Experten für Steuern sind bereit, Ihnen zu helfen.