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Ralf Hauser
Ralf Hauser,
Kategorie: Sozialrecht
Zufriedene Kunden: 243
Erfahrung:  Inhaber at Hauser Rechtsanwaelte
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Ralf Hauser ist jetzt online.

Ich habe mir einen Bandscheibenvorfall beim hochheben eines

Diese Antwort wurde bewertet:

Ich habe mir einen Bandscheibenvorfall beim hochheben eines sehr großen Monitors (ca. 50 Zoll) in der Arbeit zugezogen, gibt es eine Chance, dass als Arbeitsunfall eingestuft zu bekommen?

Ich habe schon einige Urteile gelesen, dass wohl sogar bei einer Waschmaschine das ganze abgelehnt wurde, was ich persönlich nicht nachvollziehen kann.

Auch wurde der Vorfall vor ca. 3 Monaten im Krankenhaus fälschlicherweise zuerst als (nur) eine ISG-Blockade aufgenommen und wohl durch die Berufsgenossenschaft im Schnellverfahren abgelehnt. Eine Mitteilung hierüber habe ich (nur der Arzt) aber nie erhalten.

Im Nachhinein stellte sich nun nach Röntgen und MRT heraus, dass es sich um einen Bandscheibenvorfall handelt. Wie bekomme ich das ganze als Arbeitsunfall anerkannt?

Sehr geehrter Fragesteller,

es ist nicht generell so, dass ein Bandscheibenvorfall nicht als Arbeitsunfall gewertet werden kann. Sie sind nur in der Beweispflicht.

Die Anerkennung eines Bandscheibenvorfalls als Folge eines Arbeitsunfalls kommt meistens nur bei traumatischer Ursache in Betracht. Das heißt, derWirbelkörper selbst oder doch zumindest die den maßgeblichen Abschnitt der Wirbelsäule begleitende Muskel- und Bandstruktur müssen bei der maßgeblichen Verletzung in Mitleidenschaft gezogen worden sein.

Sozialgericht Düsseldorf, Urteil vom 12. März 2009 - S 1 U 4/08

Allerdings kann auch ein Heben dies auslösen, wenn zum Beispiel dabei eine Rotation erfolgte oder eine besondere Bewegung vorlag.

Wenn Sie den ablehnenden Bescheid nicht bekommen haben, können Sie auf jeden Fall Widerspruch einlegen. Legen Sie Widerspruch ein und stellen Sie besondere Umstände beim Heben dar.

Für Rückfragen stehe ich gerne zur Verfügung und freue mich immer über eine positive Bewertung durch Anklicken von 3-5 Sternen.

Beste Grüße

Ralf Hauser, LL.M.

Rechtsanwalt

Fachanwalt für Arbeitsrecht

Kunde: hat geantwortet vor 3 Monaten.
Hallo,
vielen Dank für ihre Antwort. Ich hatte noch einige kleine Fragen:
Ist die plötzliche Einwirkung von außen "Pflicht"?
-Wäre ein leichtes Wegrutschen des Monitors aus der Hand eine solche Außeneinwirkung?
-Als Rotation genügt eine Drehbewegung?
-Bringt es mir etwas wenn ich ärztliche Atteste von unterschiedlichen Orthopäden vorlegen kann, die einen Ursachenzusammenhang als "wahrscheinlich" bezeichnen?

Sehr geehrter Fragesteller,

nein, es muß nicht zwingend eine Einwirkung von außen vorliegen.

Allerdings geht die Rechtsprechung überwiegend davon aus, dass beim reinen Hebevorgang (ohne vorherige degenerative Veränderungen) kein Bandscheibenvorfall entsteht. Es muß sowas wie das Wegrutschen des Monitors mit einem Stoß beim Auffangen oder eine ungewöhnliche Drehbewegung beim Auffangen dabei gewesen sein. Ärztliche Atteste sind immer gut, insbesondere wenn Sie darauf hinweisen, dass der Bandscheibenvorfall von dem Ereignis herrührt und keine degenerativen Veränderungen ursächlich sind.

Über eine Bewertung durch Anklicken von 3-5 Sternen würde ich mich freuen.

Beste Grüße

Ralf Hauser, LL.M.

Rechtsanwalt

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