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Tobias Rösemeier
Tobias Rösemeier, Rechtsanwalt
Kategorie: Scheidungsrecht
Zufriedene Kunden: 16816
Erfahrung:  sselbständiger Rechtsanwalt
37896974
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Tobias Rösemeier ist jetzt online.

Wir haben drei Kinder und leben jetzt getrennt. Die Kinder

Beantwortete Frage:

Wir haben drei Kinder und leben jetzt getrennt. Die Kinder wohnen bei mir, schlafen aber zwei Nächte in der Woche bei ihrem Vater. Ich verdiene wesentlich mehr als mein Mann, wir arbeiten beide Vollzeit. Wir waren sechs Jahre verheiratet. Muss ich ihm nun Unterhalt zahlen?
Gepostet: vor 6 Jahren.
Kategorie: Scheidungsrecht
Experte:  Tobias Rösemeier hat geantwortet vor 6 Jahren.
Sehr geehrte Fragestellerin,

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich gerne wie folgt beantworte.

Auch wenn die Kinder 2 Nächte beim Vater verbringen, ist dieser dennoch für die Kinder unterhaltspflichtig. Die Höhe des Kindesunterhaltes richtet sich nach dem Einkommen Ihres Ehemannes. Bei 3 Kindern kann es durchaus passieren, dass er nicht für alle Kinder den vollen Unterhalt bezahlen kann, hier müsste dann eine Mangelfallberechnung vorgenommen werden.

Der Selbstbehalt Ihres Ehemannes liegt beim Kindesunterhalt bei 950 €. Das darüber hinausgehende Einkommen muss er für den Kindesunterhalt einsetzen.

Dadurch kann es möglich sein, dass Sie zumindest für die Dauer des Trennungsjahres Ihrem Ehemann zum Unterhalt verpflichtet sein könnten.

Die Berechnung ist in Ihrem Fall aber sehr komplex und sollte von einem Fachanwalt für Familienrecht vor Ort vorgenommen werden. Dies aber auch nur dann, wenn Ihr Ehemann Unterhalt fordert. Sie schulden erst ab dem Zeitpunkt Trennungsunterhalt in dem er Sie zur Zahlung solchen auffordert. Gleiches gilt aber auch für den Kindesunterhalt. Ihr Mann schuldet diesen auch erst ab dem Monat, indem Sie von Ihm Kindesunterhalt fordern.
Kunde: hat geantwortet vor 6 Jahren.
Das heißt falls mein Mann unter 950€ liegt muss ich ihm Unterhalt zahlen, nur dann?
Kunde: hat geantwortet vor 6 Jahren.
Das heißt falls mein Mann unter 950€ liegt muss ich ihm Unterhalt zahlen, nur dann?



Experte:  Tobias Rösemeier hat geantwortet vor 6 Jahren.
Sehr geehrter Fragestellerin,

so ist dies nicht zu verstehen.

Ihr Mann muss Unterhalt für die Kinder bis zu seinem Selbstbehalt leisten.

Falls Sie unter Berücksichtigung der Zahlungsverpflichtung Ihres Mannes für den Kindesunterhalt dann ein höheres Einkommen haben, als er, könnten Sie wiederum Ihrem Mann gegenüber zum Unterhalt verpflichtet sein.



Kunde: hat geantwortet vor 6 Jahren.
So nun verstehe ich gar nichts mehr. Also ich verdiene wesentlich mehr als er, mit Kindergeld über 4100€ netto. Er verdiente bisher netto ca. 1150, hat allerdings seit 1. Januar eine Vollzeitstelle, wird jetzt wohl so um 1500€ verdienen. Wie habe ich Ihre Antwort jetzt zu verstehen? Zusätzlich ist meine große Sorge, dass es sein könnte, dass er arbeitsunfähig wird und damit unter die 950€ kommt. Ich hatte jetzt verstanden dass ich ihn dann bis 950€ "aufstocken" muss. Verstehe ich Sie jetzt richtig, dass er aber schon vorher von mir Unterhalt einfordern kann um quasi seinen gewohnten Lebensstandard zu erhalten? Ich frage deshalb sehr schockiert, da wir hoch verschuldet sind und ich alles dafür zahle, sogar die Kredite die auf seinen Namen laufen. Ich will ja auch gar keinen Unterhalt, darum geht es nicht. Ich will ihm nur nichts zahlen!
Experte:  Tobias Rösemeier hat geantwortet vor 6 Jahren.
Sehr geehrte Fragestellerin,

gerne versuche ich Ihnen das Unterhaltsrecht zu erklären.

Bei einem Einkommen von 1.500 € auf Seiten Ihres Ehemannes könnte er aufgrund des Selbstbehaltes maximal 550 € für die 3 Kinder an Unterhalt bezahlen.

Er hätte damit ein verbleibendes Einkommen von 950 €.

Sie hingegen hätten ein wesentlich höheres Einkommen. Das Kindergeld zählt allerdings nicht zu Ihrem Einkommen. Von Ihrem Einkommen sind daher erst einmal 558 € Kindergeld abzuziehen.

Bei einem Einkommen von 4100 € verbleiben Ihnen damit 3.542 €. Dieses Einkommen wird bereinigt um 5 % berufsbedingte Aufwendungen und den Erwerbstätigenbonus in Höhe von 1/7 bereinigt. Es verbleibt ein unterhaltsrechtlich relevantes Einkommen von 2.885 €.

Die 950 € bei Ihrem Ehemann müssen dann auch noch um den Erwerbstätigenbonus bereinigt werden, es verbleibt ein unterhaltsrechtlich relevantes Einkommen von 815 €.

Die Einkommensdifferenz zwischen Ihren 2.885 € und dem Einkommen Ihres Mannes mit 815 €, beträgt danach 2.070 €. Hiervon steht Ihrem Mann nach dieser groben Berechnung, die keinesfalls eine ordnungsgemäße Berechnung ersetzen kann und nur zur Orientierung dient, ein Unterhalt in Höhe von 1.035 € zu.

Ihr Mann müsste Ihnen also Kindesunterhalt in Höhe von 550 € bezahlen. Sie ihm aber dann im Gegenzug Trennungsunterhalt in Höhe von 1.035 €.

Ich hoffe, ich konnte eine Orientierung verschaffen, bitte fragen Sie nach bei weiterem Klärungsbedarf.
Tobias Rösemeier und weitere Experten für Scheidungsrecht sind bereit, Ihnen zu helfen.