So funktioniert JustAnswer:
  • Fragen Sie einen Experten
    Tausende Experten in über 200 Kategorien.
  • Erhalten Sie eine professionelle Antwort
    Per E-Mail oder sofortiger Benachrichtigung, während Sie auf unserer Website warten. Stellen Sie ggf. weitere Anschlussfragen.
  • 100%ige Zufriedenheit garantiert
    Bewerten Sie die erhaltene Antwort.
Stellen Sie Ihre Frage an Johann Schweißgut.
Johann Schweißgut
Johann Schweißgut, Diplom Psychologe
Kategorie: Psychologie
Zufriedene Kunden: 4442
Erfahrung:  Psychotherapeut
75300426
Geben Sie Ihre Frage in der Kategorie Psychologie hier ein
Johann Schweißgut ist jetzt online.

M0in, meine Frau möchte sich nach fast 20 Jahren Beziehung,

Diese Antwort wurde bewertet:

M0in, meine Frau möchte sich nach fast 20 Jahren Beziehung, darin 12 Jahren Ehe und eine 9 jährige Tochter, trennen.
Fachassistent(in): Bitte nennen Sie mir Ihr Alter, Geschlecht und Medikamente, die Sie einnehmen.
Fragesteller(in): 46 Jahre, männlich, keine Medikamente
Fachassistent(in): Vielen Dank. Gibt es noch weitere Details, die Sie dem Arzt mitteilen wollen?
Fragesteller(in): Wir hatten vor 8 Jahren einen schweren Schicksalsschlag (Fehlgeburt) und haben dieses Ereignis nie (gemeinsam) aufgearbeitet. Ich glaube meine Frau hat dabei ernsthaft Schaden genommen (evtl. Depression) und es ist mir nicht aufgefallen, da ich mich in die Arbeit und Betreuung der Familie geflüchtet habe. Kann ich etwas tun, damit meine Frau einsieht, dass sie psychologische Betreuung benötigt, da sie gerade unsere Familie zerstört und unsere Tochter gefährdet?
Sehr geehrte Kundin, sehr geehrter Kunde, vielen Dank, ***** ***** sich mit Ihrer Frage justanswer anvertrauen. Mein Name ist Johann Schweißgut

Bitte erzählen Sie noch: Wie ist es dazu gekommen, dass sie sich jetzt trennen möchte?

Kunde: hat geantwortet vor 25 Tagen.
Ich hatte eine kriminelle Vergangenheit als ich meine Frau kennengelernt habe (18-28), sprich habe habe 10 Jahre täglich gekifft.
Durch meine Frau ließ ich mich wieder motivieren mein/unser Leben in die Hand zu nehmen und etwas daraus zu machen. Nach 3 Jahren Hartz IV (2004) war es natürlich nicht so einfach als gelernter Kaufmann ohne Berufserfahrung einen Job zu bekommen, ergo habe ich ganz klein als Pförtner angefangen, nur um wieder Geld zu verdienen, einen geregelten Tagesablauf zu erlangen und den Start ins "neue" Leben anzugehen, anstatt nur davon zu reden (ich hätte auch Sanitäranlagen geschrubbt). Meine Frau war seinerzeit schon ReNo & ist es auch heute noch.
2 Jahre später (2006) sind wir dann zusammengezogen in ein Haus, welches meine Eltern gekauft haben - hier sei kurz erwähnt, dass mein Frau & ich aus unterschiedlichen sozialen Schichten stammen.
3 Jahre danach (2009) haben wir beschlossen unsere "Liebe" durch ein gemeinsames Kind zu besiegeln. Nach etlichen fehlgeschlagenen Versuchen bin ich 2011 erstmalig zu einem Urologen gegangen, der einen Hodenhochstand bei mir diagnostiziert und mir eine natürlich Zeugungsfähigkeit von unter 1% bescheinigt hat. Nach weiteren Untersuchungen in der Uniklinik Münster wurde uns die ICSI-Methode zur künstlichen Befruchtung genehmigt.
2013 kam dann unsere Tochter gesund & munter zur Welt. Die ersten 7 Lebensmonate war ich permanent zugegen, da ich beruflich freigestellt war und in Abstimmung mit meiner Frau eine Umschulung zum IT-Systemintegrator zu 02/2014 anvisierte, um unsere kleinen Familie ein gutes & unbeschwertes Leben bieten zu können. Ich habe diese Umschulung dann im Februar 2014 begonnen, allerdings 65km vom Wohnort entfernt, weshalb ich mich aus finanziellen Gründen mit 37 Jahren in einer 12er Studenten-WG vor Ort einquartierte und nur an den Wochenenden zu Hause war.
Im August 2014 überraschte mich meine Frau, dass sie überraschend schwanger war. In der 9 Woche der Schwangerschaft zeichnete sich ein Schatten auf dem Ultraschallbild ab, weshalb wir einen Gentest machen ließen. Wie sich herausstellte hatte der Fötus einen Gendefekt (Monosomie/Turner-Syndrom). Wir haben zu diesem Zeitpunkt gemeinsam die Entscheidung getroffen, dem Fötus die Entscheidung über Leben & Tod zu überlassen. Leider hat die Kleine gekämpft wie eine Löwin und nicht aufgegeben, jedoch habe sich div. Fehler gezeigt (Loch im Herz, Nase & Gliedmaßen nicht ausgepägt), weshalb wir in der 19. Woche der Schwangerschaft einen Abbruch eingeleitet haben (die schlimmste & schwerste Erlebnis in meinem Leben und ich habe schon viel erlebt). Für die Entscheidungsfindung & Umsetzung wurde ich von meinem Bildungsträger der Umschulung für 4 Wochen freigestellt.
In den folgenden 3 Wochen lag meine Frau völlig apathisch rum und ich habe versucht den starken Part zu mimen und mich um unsere Tochter gekümmert, bis ich wieder zur Arbeit/Umschulung musste.
Nach erfolgreichem Abschluss meiner Umschulung zum ITler wurde ich direkt von meinem Bildungsträger angestellt (65km entfernt). Es war klar, dass dies kein Dauerzustand bleiben durfte & ich wieder fester/täglicher Bestandteil der Familie sein müsste. Der Arbeitnehmermarkt im Bereich IT ist seit jeher sehr hart umkämpft, weshalb mir schon nach knapp einem Jahr ein Vertrag im häuslichen Umkreis angeboten wurde, den ich sofort wahrgenommen habe, um wieder bei meinen Liebsten sein zu können.
"Leider" hat mein Arbeitgeber mich bei einem Kunden eingesetzt, der 41km vom Wohnort entfernt war (täglich ca. 1½ Stunden Fahrtzeit). 3 Jahre später wurde ich erneut abgeworben und fasste beruflich Fuß in der Nachbarstadt (15km entfernt). Diese Anstellung bestand nur 9 Monate, da mich dato der ehemalige Kunde meines letzten Arbeitgebers abwarb, um mich finanziell & beruflich zu katapultieren.
Heute bin ich seit nun mehr 2 Jahren IT-Manager, habe das Leben/Geld in den letzten 2 Jahren auch ausgekostet & genossen, häufig als Familie, aber auch das eine oder andere nur für mich.Nun üben mein aktueller Job in seiner Verantwortung und der Weg, den ich gegangen bin, nicht gerade wenig Last aus, weshalb ich schon vor 8 Jahren, nach dem Schicksalsschlag, wieder angefangen habe gelegentlich bei Bedarf zu kiffen, um mich zu beruhigen bzw. den Kopf auszuschalten, was meine Frau aber nicht wusste. Ende Oktober hat sie mich dabei überrascht, eine kurze Szene gemacht, die Kommunikation erst 4 Wochen gänzlich und anschließend auf´s Nötigste beschränkt.
In diesen letzten Wochen hatte ich viel Zeit die letzte Jahre Revue passieren zu lassen und die Erkenntnisse waren erschreckend. Ich kann mich nicht daran erinnern, wann meine Frau das letzte Mal zärtlich zu mir war (einfach nur mal in den Arm nehmen o.ä.) - daraufhin erkannte ich erst, dass diese übermäßige Kuschelei mit & Verhätschelung unserer Tochter Ihren eigenen Bedarf nach Nähe & Zuneigung deckte und sie meines Erachtens nach unsere Tochter instrumentalisiert hat, um ihren Schmerz & ihre Bedürfnisse zu stillen.
...
Kunde: hat geantwortet vor 25 Tagen.
Ich persönlich komme mit einer Trennung klar, da wir offensichtlich wirklich nicht kompatibel sind und ich ihre aktuelle Handlung verm. niemals verzeihen kann, jedoch mache ich mir riesen Sorge um unsere Tochter. Unsere Tochter ist sehr unselbstständig, was sich mittlerweile erklärt, da die Mutter ihr jeden Wunsch von den Augen abgelesen & erfüllt hat. In der aktuellen Situation lernt sie, dass es richtig ist vor Problemen wegzulaufen, weil es das einfachste ist und man sich nicht mit unangenehmen Erkenntnissen konfrontieren muss.
Das macht mir Sorge, denn ich hatte eine Paarberatung vorgeschlagen und meiner Frau, nachdem sie die Paarberatung abgelehnt hat, eine psychologische Beratung empfohlen, da ich fest davon überzeugt bin, dass sie (evtl. wir beide) damals unterbewusst Schaden genommen haben und drohen mangels Einsicht dieses auf unsere Tochter zu übertragen. - fertig -

Vielen Dank ***** ***** ausführlichen Bericht. Und Sie haben meinen Respekt dafür, wie gut Sie mit Ihren alten Problemen umgegangen sind.

Ihre Beziehung ist dabei leider den Bach runter gegangen. Es ging wohl halbwegs, solange Sie schwach und beruflich labil waren, aber Ihre gewonnene Stabilität ist für Ihre Frau wohl eine Belastung. Sie kann wohl eine Beziehung "von oben nach unten" besser führen als eine Beziehung  "auf Augehöhe".

Ihre Tochter befindet sich in einer Lage, in der alle Kinder sind. Mutter und Vater gestalten die Beziehung zu ihr unterschiedlich und die Beziehung ist z.Z. gegensätzlich.

Sie machen sich nun Sorgen wegen des aus Ihrer Sicht negativen Einflusses Ihrer Frau auf Ihr Kind. Da gilb aber ganz klar: Nutzen Sie ihre Möglichkeiten, Ihrer Tochter eine andere Erziehung zu geben. Machen Sie es so wie es aus Ihrer Sicht richtig ist. Das Kind sollte also beides kennen und erleben. Dann kann es keinen bleibenden Schaden durch das Eine oder das Andere erleiden. Wenn Sie sich trennen, sorgen Sie also dafür, dass Sie Kontakt zu Ihrem Kind haben können (durch die Regelung des Sorgerechts und des Umgangs). Es ist wichtig, dass das rechtlich abgesichert ist. Dann können Sie den oben beschriebenen Weg gehen, und Ihr Kind erleidet keinen Schaden durch die Trennung.

Wenn Sie noch Rückfragen haben, schreiben Sie sie mir bitte hier. Ich werde sie selbstverständlich und gern beantworten.

Ich wünsche Ihnen alles Gute.

Johann Schweißgut und weitere Experten für Psychologie sind bereit, Ihnen zu helfen.
Kunde: hat geantwortet vor 25 Tagen.
Vielen Dank für Ihre Beurteilung & Ihren Rat - das hat mir jetzt ein wenig die Angst um unsere Tochter genommen und mir eine Perspektive aufgezeigt.
Btw der Kontakt zu Ihnen waren gut angelegte 5€ - danke nochmals.

Vielen Dank ***** ***** Rückmeldung.