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Johann Schweißgut
Johann Schweißgut, Diplom Psychologe
Kategorie: Psychologie
Zufriedene Kunden: 3413
Erfahrung:  Psychotherapeut
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Johann Schweißgut ist jetzt online.

Wie spricht man bei seinem trauernden Partner (Oma plötzlich

Diese Antwort wurde bewertet:

Wie spricht man bei seinem trauernden Partner (Oma plötzlich tot), der aktuell um Freiraum gebeten hat, an, dass es einen gewaltig stört, ausgeklammert zu werden, während seine Freunde von ihm einbezogen werden. Wir leben nicht zusammen und sehen beruflich bedingt sowieso schon selten. Es ist okay, dass er Freiraum fordert, den gewähre ich auch gerne. Es verletzt mich, dass die Freunde scheinbar einen höheren Stellenwert haben. Ich denke, er will mich nichtmal bei der Beerdigung dabei haben.

Sehr geehrte Kundin, sehr geehrter Kunde, vielen Dank, ***** ***** sich mit Ihrer Frage justanswer anvertrauen. Mein Name ist Johann Schweißgut

Ja, Ihre Beziehung befindet sich wohl in einer sehr schwierigen Phase.

Sie haben nicht geschrieben, wie lange Sie schon zusammen sind. Sie schreiben: "Wir leben nicht zusammen und sehen beruflich bedingt sowieso schon selten". Schon diese Konstellation ist für die Entwicklung einer engen Beziehung mit viel Nähe sehr schwierig.

Und nun ist seine Oma gestorben. Das ist für ihn offenkundig ein persönlich sehr schwerwiegendes und zentrales Ereignis. Da hat er um Freiraum für die Verarbeitung seiner Trauer gebeten. Ja, es scheint wohl so, dass er in dieser Phase Abstand zu Ihnen braucht.

Also noch mehr Abstand, als die vorherige Konstellation es erzwungen hat.

Sie haben nicht geschrieben, wie häufig er jetzt seine Freunde getroffen hat. Und auch nicht, wie häufig Sie sich mit ihm getroffen haben. Sie haben geschrieben, dass Sie ihm Ihre Gefühle und Beobachtungen geschildert haben.

Wenn jemand in Trauer ist, hat er mit seinen eigenen Gefühlen sehr stark zu tun. Da ist es besser, wenn man als Partner nicht die eigenen "Gefühle und Beobachtungen" in den Vordergrund stellt. Da geht es um Schweigen und Zuhören. Auch um das Zusammen sein ohne Worte. Und den Freiraum des Trauernden, dass er reden darf aber nicht muss. Dass er sich mit seiner Trauer beschäftigen darf, ohne dass er anderen etwas dazu sagen muss und ohne dass er anderen zuhören muss.

Ja, ich muss Ihnen leider sagen, in dieser seinen Krise besteht wohl auch die Gefahr, dass Ihre Beziehung in eine Krise gerät oder schon geraten ist. Die Nähe, die er in dieser Situation braucht, konnte oder kann die Beziehung ihm offenbar nicht geben.

Das ist nicht Ihre Fehler. Ich vermute, Sie haben beide Ihre Beziehung so gestaltet wie Sie ist. Und jetzt wird sie auf die Probe gestellt, ob sie so eine Belastung des einen Partners aushält.

Ich möchte Ihnen empfehlen: Lassen Sie ihm weiter den Freiraum, selbst zu bestimmen, wie und mit wem er seine Trauer verarbeitet. Aber nehmen Sie die derzeitigen Signale ernst: So, wie Sie Ihre Beziehung bisher gestaltet haben, ist sie nicht sehr belastbar.

Wenn er Abstand gewonnen hat zu seiner Trauer, sollten Sie sich diesem Thema ernsthaft widmen.

Wenn Sie noch Rückfragen haben, schreiben Sie sie mir bitte hier. Ich werde sie selbstverständlich und gern beantworten.

Ich wünsche Ihnen alles Gute.

Kunde: hat geantwortet vor 17 Tagen.
Wir hatten im März 21 angefangen zu daten und sind seit Mitte des Jahres zusammen. Wir sehen uns seit Anfang November seltener (nur noch maximal 2-5 Mal im Monat, selten über Nacht), als vorher, da er den Job gewechselt hat. Seine Freunde sieht er häufiger, da diese entweder nicht arbeiten oder ähnliche Schichten haben. Meine Gedanken hatte ich zu einem früheren Zeitpunkt mit ähnlicher Thematik mitgeteilt, bevor die Oma gestorben ist, das hat nur leider zu nichts geführt.
Ich respektiere seine Wünsche und habe daher diesmal noch nichts angesprochen. Aber wenn es soweit ist, dass er die Trauer einigermaßen verarbeitet hat, wie mache ich das am besten? Ich-Botschaften scheinen mir hier nicht ausreichend zu sein, da ich mit meinen Gefühlen ja seine Art zu Trauern kritisiere.

Ja, die Krise ihrer Beziehung ist akut.

Die Beziehung noch viel zu jung, als dass sie solche Krisen bestehen könnte. Und sein Stellenwechsel hat dazu geführt, dass Sie keine Chance hatten, die Beziehung zu vertiefen.

Und in der jetzigen Situation zeigt es sich, wie brüchig sie ist.

Es muss nicht zuende sein. Aber Sie sollten sich vorerst zurückhalten mit Wünschen nach Erklärung. Es kann sein, dass er nach seiner Verarbeitung der Trauer wieder mehr auf Sie zukommt.

Johann Schweißgut und weitere Experten für Psychologie sind bereit, Ihnen zu helfen.