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Johann Schweißgut
Johann Schweißgut, Diplom Psychologe
Kategorie: Psychologie
Zufriedene Kunden: 3416
Erfahrung:  Psychotherapeut
75300426
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Johann Schweißgut ist jetzt online.

Hallo! Ich habe mich vor 2 Wochen von meinem Mann getrennt.

Diese Antwort wurde bewertet:

Hallo! Ich habe mich vor 2 Wochen von meinem Mann getrennt. Wir haben eine dreieinhalbjährige Tochter zusammen. Er war von meiner Entscheidung so gekränkt, dass er mich und unsere Tochter vor die Tür gesetzt hat. Er meinte, ich könne unsere Tochter auch bei ihm lassen. Hat dann aber auch wieder gesagt, dass er sie nie wieder sehen will, weil sie ihn an mich erinnern würde, und er dann nie über mich hinwegkommen könnte. Also hab ich Sie natürlich mitgenommen, er war ja offensichtlich emotional total instabil. Nach ein paar Tagen, in denen ich bei einer Freundin und danach bei meiner Mutter untergekommen war, hatte er sich wieder beruhigt. Dann kam er wieder zur Vernunft und wollte auch seine Tochter und mich wieder sehen. Seitdem stehen wir in gutem Kontakt. Bevor wir uns getrennt haben, hat es lange gedauert, bis er eine Beziehung zu unserer Tochter aufbauen konnte. Wir hatten deswegen früher auch oft Streit. Er wollte eigentlich kein Vater werden und hat mir das aber nicht offen gesagt. Erst als unsere Tochter 2 Jahre alt war, hat er mir das gesagt. Dann hatten wir echt schlimme Konflikte und ich habe gesagt, dass er so ihr Leben zerstört wenn er nicht die Verantwortung übernimmt. Irgendwann hat es tatsächlich klick gemacht und seitdem hat er sich richtig viel Mühe gegeben. War ständig mit ihr unterwegs, hat angefangen mit ihr zu basteln, zu malen usw. Er hat sich dann auch eine Therapeutin gesucht usw.
Fachassistent(in): Bitte nennen Sie mir Ihr Alter, Geschlecht und Medikamente, die Sie einnehmen.
Fragesteller(in): Die Frage ist: Er hat uns rausgeworfen und auch gesagt, dass er seine Tochter nicht mehr sehen will. Er war da in einer Extremsituation, aber trotzdem wirft sich mir die Frage auf, ob er überhaupt eine echte Bindung zu unserer Tochter aufgebaut hat, oder ob das alles nur "Fake" ist? das macht mir schwer zu schaffen und ich weiß nicht was ich tun soll
Fachassistent(in): Vielen Dank. Gibt es noch weitere Details, die Sie dem Arzt mitteilen wollen?
Fragesteller(in): 30, weiblich, keine Medikamente

Sehr geehrte Kundin, sehr geehrter Kunde, vielen Dank, ***** ***** sich mit Ihrer Frage justanswer anvertrauen. Mein Name ist Johann Schweißgut

Guten Abend,

das ist jetzt für Sie und Ihre Tochter eine extreme belastene Situation.

Die Beziehung zum eigenen Kind hat immer auch mit der eigenen Herkunft zu tun.

Bitte beschreiben Sie mir Ihre und seine Herkunftsfamilie.

Kunde: hat geantwortet vor 26 Tagen.
Meine Tochter ist die letzte Woche bei ihm gewesen. Dort gefällt es ihr gut. Er wohnt gerade bei seinen Eltern und die mag unsere Tochter auch sehr. Vor allem den Opa. Ihre Cousinen sind auch oft dort. Eine ist fast gleixh alt und ihre beste Freundin. Nur noch zur Info. Ab Montag ist sie dann eine Woche bei mir. Heiligabend war ich dort und es ist alles in Ordnung. Sie wollte auch dort bleiben.
Kunde: hat geantwortet vor 26 Tagen.
Jetzt zu unseren Eltern..

Ja, bitte erzählen Sie über ihre Herkunftsfamilie,

Kunde: hat geantwortet vor 26 Tagen.
Wir kommen beide aus schwierigen Elternhäusern. Mein Vater ist Alkoholiker, zwar nicht gewalttätig, war aber emotional ständig abwesend und hat sich überhaupt nicht für mich interessiert. Natürlich für niemanden. Auch für meine Mutter nicht. Sie haben keine gute Ehe geführt. Meine Mutter hat darunter gelitten, dass er keine Bindung zu ihr hatte und er ist ihr auch immer mal wieder fremd gegangen. Das hat mir meine Mutter auch gesagt. Sie hat ständig schlecht über meinen Vater geredet, über alle Männer eigentlich. Dass alle Männer nur das eine wollen und auch fremdgehen usw. Außerdem musste ich als Partnerersatz herhalten. ich musste sie trösten, mich kümmern wenn es ihr schlecht ging. Aber auch mit ihr in den Urlaub fahren, ins Theater gehen usw. Ich wollte das gar nicht aber hab es ihr zuliebe immer tun müssen. Wenn ich mal nicht wollte war sie gleich traurig und meinte, dass ich sie wohl nicht mehr lieb habe. Solche Sachen.. Gutes habe ich insofern mitbekommen, dass ich mit meinen Problemen immer zu meiner Mutter kommen konnte. Sie wollte immer, dass es mir gut geht. Hat mich getröstet wenns mir schlecht ging usw.Bei meinem Mann sah es anders aus. Seine Mutter ist extrem unterkühlt. Kam aus einem gewalttätigen Elternhaus. Hat sich in die Arbeit geflüchtet. Ihn hat sie, wenige Monate nach der Geburt, zur Oma gegeben. Dort war er dann alleine bis abends. Die Oma war selbst sehr gefühlskalt. Als mein Mann älter wurde und auch mal Sorgen hatte, konnte er zu niemandem gehen. Seine Eltern haben sich nicht dafür interessiert. In deren Welt durfte nichts "nicht gut laufen". Umarmungen gab es keine. Weinen durfte man nicht, traurig sein nicht, wütend sein nicht usw. Sein Vater jedoch war sehr aggressiv und cholerisch. War verbal gewalttätig und manchmal auch körperlich. Seine Eltern waren jedoch ein "Gutes Team". Waren also immer einer Meinung und beide sehr autoritär. Aber auch total überfordert und haben meinen Mann irgendwann einfach nur noch vernachlässigt. Er war ständig auf sich alleine gestellt. Fast 15 Jahre lang "war" er abhängig von Cannabis. Ist aber seit 6 Jahren clean. Er ist 35. Im Laufe unserer Beziehung haben wir große Probleme gehabt miteinander. Wir haben beide schon Einzeltherapien gemacht. Er weiß, dass er keine Selbstliebe hat und arbeitet seit einigen Wochen daran. Er hat Bücher gelesen und macht regelmäßig Meditationen und Übungen. Auch ich bin mir meiner Bindungsangst bewusst. Der Grund für die Trennung war, dass ich es aber nicht mehr ertragen habe. Ich habe mich selbst einfach nicht mehr spüren können und war im Dauerstress. Da konnte mir mein Therapeut leider auch nicht raushelfen
Kunde: hat geantwortet vor 26 Tagen.
dort war er alleine mit der Oma*)
Kunde: hat geantwortet vor 26 Tagen.
Ich habe 1,5 Jahre Einzeltherapie gemacht, jedoch vor einigen Wochen pausiert, weil der Therapeut angefangen hatte, fast nur noch von sich zu erzählen. Außerdem habe ich mich nach den Sitzungen hoffnungsloser gefühlt als vorher) (Mein Mann hat vor ein paar Monaten Einzeltherapie angefangen, seine Therapeutin musste nach einigen Wochen aber aufhören, da Sie gesundheitliche Probleme hatte. Seit ein paar Wochen ist er bei einer neuen Therapeutin, die ist wohl sehr gut und er geht sehr gerne dorthin)
Kunde: hat geantwortet vor 26 Tagen.
Meine konkrete Frage ist: Kann man allein aus der Reaktion meines Mannes (dass er uns rausgeworfen hat usw.) sehen, dass er keine Bindung zu unserer Tochter hat? Das hat mir nämlich eine Heilpraktikerin gesagt, mit der ich mich darüber unterhalten habe (die hat auch Psychologie studiert). Mir macht das zu schaffen weil ich Angst bekomme. Ich möchte ja das beste für meine Tochter. Klar wäre es wahrscheinlich das beste gewesen, kein Kind bekommen zu haben, zumindest nicht mit deinem Mann und in dieser Situation. Aber eine Zeitmaschine habe ich leider nicht. Mir ist es wichtig zu wissen, was ich jetzt tun kann. Alle Therapeuten sagen immer, dass ich nur mich und mein Verhalten beeinflussen kann. Aber ich möchte auch versuchen so zu agieren, dass mein Mann möglichst gut mit der Situation umgeht, damit unsere Tochter am Ende nicht die leidtragende ist. Oder ist das Unsinn?

Okay, Sie haben beide aus der Herkunftsfamilie extrem schwierige Probleme "geerbt".

Ihr gemeinsames Problem ist wohl, dass jeder von Ihnen dem anderen die Schuld an diesem Erbe gibt.

Jeder von Ihnen beiden hat eine schwere Last aus seiner Herkunftsfamilie zu tragen. Und jeder von Ihnen beiden braucht eine Psychotherapie.

Sie sind mit Ihrer Psychotherapie nicht zurfrieden. Vielleicht deswegen, weil Sie nicht einsehen können, dass Sie ebenso zu den Problemen beitragen wie Ihr Mann.

Sie möchten das Beste für Ihre Tochter. Ihr Mann möchte wahrscheinlich das Selbe.

Sie verhindern das Beste für Ihre Tochter, indem Sie versuchen, Ihre Mann nach Ihren Vorstellugnen zu "erziehen". Das macht kein Partner und auch keine Partnerin mit.

Sie haben in Ihrer Herkunft die Erfahrung gemacht, dass Vaters und Mutters Haltungen nicht zu einer Übereinstimmung kommen können. Das ist eine persönliche Erfahrung von Ihnen, aber kein allgemeines Gesetz.

Sie sollten mit Ihren Therapeuten daran arbeiten, wie Sie die Haltung Ihres Mannes zur Beziehung und Ihrem Kind als positive Alternative zu sich selbst akzeptieren lernen können.

Kunde: hat geantwortet vor 26 Tagen.
Ok, ja das habe ich verstanden. Höre das nicht zum ersten Mal. Dauert wohl nur eine Weile bis man das wirklich verinnerlicht hat. Die Therapie habe ich übrigens abgebrochen, weil mein Mann es wollte. Er hat den Therapeuten für inkompetent gehalten weil der mir von seiner Scheidung erzählt hat und ich nach den Therapiesitzungen oft deprimiert nach Hause kam. Er dachte mir tut das nicht mehr gut und hat mich dazu gedrängt.Können Sie mir noch einen Gefallen tun und meine eigentliche Frage beantworten? Eigentlich geht es mir nur darum, dass ich sehr irritiert war, dass die Heilpraktikerin behauptet hat, dass mein Mann überhaupt keine Bindung zu meiner Tochter hat. Und das hat sie nur aus der Situation abgeleitet, dass er uns vor die Tür gesetzt hat und in seiner Kränkung behauptet hat, dass er unsere Tochter nie wieder sehen will. Ich möchte einfach wissen ob man das so leicht erkennen kann oder nicht. Und unabhängig von Ihrer Antwort, ist mir klar, dass ich bei mir bleiben sollte und aufhören muss, meinen Mann manipulieren zu wollen..

Lesen Sie bitte noch einmal, was ich oben geschrieben habe.

Ihre Mann hat ebenso eine problematische Beziehung zur Ihrer Tochter wie Sie.

Ihnen beiden ist die Tochter nicht egal. Aber die Beziehung zu Ihrer Tochter ist aufgrund Ihrer Erfahrungen in Ihren Herkunftsfamilien problematisch.

Das ließe sich alles beheben mit einer kontinuierlichen Psychotherapie von Ihnen beiden, aber getrennt in Einzeltherapien.

Guten Tag,

nochmals vielen Dank für die Nutzung von justanswer.

Wenn noch etwas unklar ist oder wenn Sie weitere Fragen haben - bitte lassen Sie es mich wissen, ich helfe Ihnen gerne weiter.

Und darf ich Sie noch bitten, diesen Chat mit einer positiven Bewertung (3-5 Sterne) zu beenden, damit der Bezahlvorgang abgeschlossen werden kann?

Falls Sie dann doch noch Rückfragen haben, werde ich diese selbstverständlich beantworten.

Vielen Dank ***** ***** Grüße

Johann Schweißgut und weitere Experten für Psychologie sind bereit, Ihnen zu helfen.