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Johann Schweißgut
Johann Schweißgut, Diplom Psychologe
Kategorie: Psychologie
Zufriedene Kunden: 3283
Erfahrung:  Psychotherapeut
75300426
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Johann Schweißgut ist jetzt online.

Ich kann nicht mehr schlafen, mir ist schlecht, ich bin

Diese Antwort wurde bewertet:

Ich kann nicht mehr schlafen, mir ist schlecht, ich bin verzweifelt. Ich hatte einen kleinen Eingriff, der sich für meine Psyche immer bedrohlicher dargestellt hat. Inzwischen stecke ich in einem Loch und komme nicht mehr raus. Ich habe vom Hausarzt gestern Tavor zur Beruhigung bekommen, konnte aber trotz einer halben Tablette die ganze Nacht kein Auge zumachen. Was kann ich nur tun?
Fachassistent(in): Bitte nennen Sie mir Ihr Alter, Geschlecht und Medikamente, die Sie einnehmen.
Fragesteller(in): Ich bin knapp 50, weiblich und nehme außer Solomon Migräne gelegentlich nichts
Fachassistent(in): Vielen Dank. Gibt es noch etwas, dass der Psychologe wissen sollte?
Fragesteller(in): eigentlich gibt es sonst nichts. Ich hatte letzten Herbst eine op bei der die Gebärmutter entfernt wurde. Ansonsten ging es mir bis jetzt psychisch gut. Nur während der Schwangerschaft mit meinem ersten Kind, die schwierig war, und nach dem abstilltablette nach der Geburt meines dritten Kindes, hatte ich keine Probleme. Damals hatte ich eine Depression

Sehr geehrte Kundin, sehr geehrter Kunde, vielen Dank, ***** ***** sich mit Ihrer Frage justanswer anvertrauen. Mein Name ist Johann Schweißgut

Kunde: hat geantwortet vor 27 Tagen.
Hallo Herr schweißgut

Guten Tag,

Sie leiden offenbar sehr und wissen gar nicht warum. Das ist eigentlich doppelt schlimm.

Darf ich noch nachfragen?

Kunde: hat geantwortet vor 27 Tagen.
Natürlich

Wie und wann hat das jetzt mit Ihren Problemen angefangen?

Kunde: hat geantwortet vor 27 Tagen.
Ich glaube ausgelöst wurde es durch die ambulante op einer bartholinischen Zyste und der Angst, das irgendetwas nicht in Ordnung ist. Das war am 22.10. Nach einer Woche war ich bei meiner Hausärztin, die mir Blut abgenommen hat und dabei erhöhte leberwerte festgestellt hat. Zu dem Zeitpunkt war ich schon so voller Angst vor einer schlimmen Diagnose, dass ich das nicht mehr als harmlos wegstecken konnte. Gestern war ich beim Ultraschall und alles war ok. Nur meine Psyche bekomme ich nicht mehr in den Griff. Ich zittere und weine und bin total verzweifelt, dazu hab ich lange nicht mehr richtig geschlafen. Heute Nacht trotz einer halben tavor 1mg gar nicht

Bei Ihnen wurde die Gebärmutter entfernt - was bedeutet das für Sie?

Kunde: hat geantwortet vor 27 Tagen.
Ich habe über Wochen stark geblutet und war sehr erleichtert, als sie raus war. Zudem habe ich endometriose und immer schon Probleme gehabt

Sie hatten in der Vergangenheit ein- oder zweimal eine Depression. Bitte erzählen Sie dazu noch etwas.

Kunde: hat geantwortet vor 27 Tagen.
Ich wurde in der 24. Schwangerschaftswoche mit starken Blutungen ins Krankenhaus gebracht und dort wurde mir nur gesagt, ich müsste bleiben bis zur Geburt sonst Bestände Gefahr zu verbluten. Das hat bei mir eine starke Depression ausgelöst. Nach der Geburt habe ich das von alleine in den Griff bekommen. Das zweite Mal war direkt nach der Geburt nach der abstilltablette. Das war jedoch nach ein paar Tagen wieder gut

Darf ich mit meinen Fragen noch weiter in Ihre Vergangenheit gehen?

Bitte beschreiben Sie mir Ihre Herkunftsfamilie.

Kunde: hat geantwortet vor 27 Tagen.
Meine Mutter ist nach 26 Jahren 2013 an Krebs gestorben, mein Vater ist 83 und lebt etwa eine Stunde von mir entfernt. Ich bin ein Einzelkind

Was meinen Sie mit "nach 26 Jahren"?

Kunde: hat geantwortet vor 27 Tagen.
Sie war über 26 Jahre immer wieder an Brustkrebs erkrankt. Der letzte streute dann in die Leber

Vielen Dank für die ausführlichen Ergänzungen, sie helfen mit, zu verstehen.

Ihre psychischen stehen immer im Zusammenhang mit Ereignissen an Ihren weiblichen Organen: Zuletzt die Entfernung der Gebärmutter, davor nach dem Abstillen des dritten Kindes, davor während der Schwangerschaft mit Ihrem ersten Kind. Außerdem leiden Sie an Endometriose.

Und Ihre Mutter hatte über viele Jahre immer wieder Brustkrebs.

Es ist schwer, das hier zu beschreiben. Es könnte sein, dass das Leiden Ihrer Mutter Sie stärker gefühlsmäßig berührt hat als Sie denken. Sie haben das als Tochter sicher alles mitbekommen, waren vielleicht beunruhigt, hatten Angst um Ihre Mutter.

Da haben sich Gefühle in Ihnen fest gesetzt, die immer wieder p dann hoch kommen, wenn es an Ihren weiblichen Organen Probleme bekommen. Und die sich vielleicht auch dauerhaft zeigten in Ihrer Endometriose.

Ich vermute, derzeit sind wieder diese Gefühle, die Unruhe und die Angst, hochgekommen. Dieses Mal ausgelöst durch die OP und den Verlust der Gebärmutter.

Fortsetzung folgt

Sie sollten deshalb etwas tun, um diese eigentlich ständige und manchmal aufflackernde Unruhe und Angst abzubauen. Auf lange Sicht sollten Sie ins Auge fassen, vor Ort eine Psychotherapie zu machen. Da gibt es leider lange Wartezeiten, deshalb sollten Sie sich bald bei einer Praxis anmelden.

Für die Zwischenzeit möchte ich Ihnen einige Selbsthilfemaßnahmen empfehlen:

  1. Sie sollten sich mit Ihrer Mutter beschäftigen, mit ihrem Leben, ihren Freuden und Leiden. Es geht nicht darum, Probleme zu suchen, schauen Sie einfach nur ihr Leben an, anhand von Familienbildern und anderen Erinnerungen. Vielleicht können Sie sie ja auch an ihrem Grab besuchen und sich noch einmal von ihr verabschieden. Damit können Sie die bei Ihnen festsitzenden Gefühle bzgl. der Krankheit Ihrer Mutter auflösen.
  2. Legen Sie ein Tagebuch an, in das Sie dann parall Ihre Gedanken und Gefühle, die Ihnen dabei hoch kommen, aufschreiben. Das Tagebuch sollte geheim bleiben, es ist nur für Sie.
  3. Sie sollten außerdem eine Entspannungstechnik erlernen. Körperliche Entspannung wirkt der Unruhe und den Ängsten entgegen. Zum Selbstlernen eignet sich am besten die "Progressive Muskelentspannung nach Jacobson", eine Anleitung ist im (Online-)Handel für wenig Geld erhältlich. Diese Entspannungstechnik sollten Sie einüben und dann jeden Abend vor dem Zubettgehen und evtl. auch bei Schlaflosigkeit in der Nacht anwenden.

Möglicherweise reichen diese Maßnahmen aus, dass Sie zur Ruhe kommen. Dann könnten Sie die Psychotherapie absagen.

Wenn Sie noch Rückfragen haben, schreiben Sie sie mir bitte hier. Ich werde sie selbstverständlich und gern beantworten.

Ich wünsche Ihnen viel Erfolg und alles Gute.

Kunde: hat geantwortet vor 27 Tagen.
Vielen Dank. Eine gesprächstherapie habe ich gestern schon angefangen. Mit einer Ärztin, die sich auf das verlegt hat und mit Homöopathie unterstützt. Also keine antidepressiva. Von meiner Gynäkologin hab ich heute Vormittag Hormone bekommen. Ich hoffe, damit schaffe ich es wieder ans Licht

Sehr gut, ich sehe, dass Sie sehr gut für sich sorgen.

Und noch einmal alles Gute für Sie.

Johann Schweißgut und weitere Experten für Psychologie sind bereit, Ihnen zu helfen.