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Johann Schweißgut
Johann Schweißgut, Diplom Psychologe
Kategorie: Psychologie
Zufriedene Kunden: 3785
Erfahrung:  Psychotherapeut
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Johann Schweißgut ist jetzt online.

Mein Mann () und ich (65) lieben uns sehr. Wir haben uns

Diese Antwort wurde bewertet:

Mein Mann (69) und ich (65) lieben uns sehr. Wir haben uns 2014 nach dem plötzlichen Tod meines Mannes kennen und lieben gelernt. Seitdem leben wir zusammen und sind inzwischen beide Rentner. Materiell gesehen haben wir keinerlei Sorgen., ebenso leben wir in einer schönen, großen Wohnung in München. Mein Mann ist Diplom Informatiker und ich Medizinisch technische Radiologieassistentin.
Mein Mann hat aus seiner Kindheit ein Defizit mitgebracht, das immer schlimmer zu werden scheint. Er ist extrem vergesslich und seit einiger Zeit auch extrem antriebslos. Eine umfassende physische Untersuchung hat nichts ausser einem Vitamin D Mangel ergeben. Wenn wir in einem Lokal sind, vergisst er sofort ,dass wir bereits bestellt haben. Welchen Ausflug wir heute gemacht haben, weiß er morgen schon nicht mehr. Termine vergisst er generell und wenn wir außer Haus gehen wollen, muss ich ihn mehrmals daran erinnern, bevor er sich fertig macht. Sein Orientierungssinn ist gleich null und welche Jahreszeit gerade ist, weiß er auch oft nicht. Ebenso kann man mit ihm kaum über aktuelle Dinge wie die Tagespolitik reden, weil er die Informationen sofort wieder vergisst. Er ist nicht aggressiv und auch grundehrlich. Er sagt auch immer wieder, Du musst für mich keine Verantwortung übernehmen. Ebenso pflegt er keine Aussenkontakte.
Unser Sexualleben ist sehr befriedigend.Wir reden sehr offen darüber und er sagt, dass er seit Kindheit mit dieser Vergesslichkeit und Antriebsschwache lebt. Vermutlich ist nach einer Hirnhautentzündung mit 6 Jahren irgendwas mit ihm passiert. Er macht sich über seinen Zustand keinerlei Gedanken.
Die klassischen Tests für eine Demenz, nämlich eine analog Uhr mit Uhrzeit aufmalen oder eine Zahlenreihe rückwärts nachsagen, besteht er auf Anhieb. Ebenso gehen wir viel wandern und bewegen uns ausreichend.
Ich als seine Ehefrau versuche mit diesen Erscheinungen zu leben, übernehme den organisatorischen Teil unserer Beziehung, den Haushalt die Freizeitgestaltung und den Kontakt zu Freunden und Familie. Zu seinen Kindern genauso wie zu meiner Familie.
Mittlerweile merke ich wie meine Energie schwindet und ich ihn immer weniger ernst nehme. Ebenso habe ich niemanden mit dem ich über meine Situation reden kann, weil es nicht möglich ist, einem anderem zu erklären, was bei uns los ist. Ich habe das Gefühl unser gemeinsames Leben entwickelt sich überhaupt nicht weiter. Für ihn ist das vollkommen in Ordnung, mich erschreckt das. Für eigene Aktivitäten habe ich keine Kraft mehr übrig.
Ist das bei mir ein Burn out und was tu ich dagegen?

Sehr geehrte Kundin, sehr geehrter Kunde, vielen Dank, ***** ***** sich mit Ihrer Frage justanswer anvertrauen. Mein Name ist Johann Schweißgut

Guten Abend,

ja, das ist eine schwere Last, die Sie tragen.

Es ist sehr belastend, mit einem Ehepartner zu leben, der solche Schwächen hat. Leider kommt noch hinzu, dass Schwächen i. d. R. im Alter auch noch zunehmen.

Aber was für Sie ein Problem ist, das ist offenbar für ihn ganz in Ordnung. Er kennt es ja offenbar auch nicht anders, schon sein ganzes Leben lang.

Leider muss ich Ihnen sagen: Das wird sich bei ihm nicht mehr ändern. Es sind Eigenschaften, die ihn sein ganzes Leben lang begleitet haben. Er leidet nicht darunter, weil sie ihm vertraut sind. Und in seinem Alter kann man das nicht mehr ändern. Vielleicht wäre auch früher eine Änderung nicht möglich gewesen. Sie sind Teil seiner Persönlichkeit.

Für Sie ist das hart. Ich denke nicht, dass Sie schon ein Burnout haben, aber es könnte sich daraus entwickeln.

Sie sind ständig dabei, gegen seine Schwäche anzuarbeiten. Sie vearsuchen ständig, diese Schwächen auszugleichen. Damit überfordern Sie sich vollkommen. Kein Mensch kann dauerhaft die Schwächen eines Partner ausgleichen.

Er ist sich seiner Schwächen bewusst und er verlässt sich darauf, dass Sie für ihn "Verantwortung übernehmen". Das ist unter erwachsenen Partnern eine unerfüllbare Forderung. Das geht vollkommen über Ihre Kräfte.

Sie sollten sich von dieser Verantwortung frei machen. Sie sollten hinnehmen, dass andere seine Schwäche erkennen können. Und Sie sollten konsequent Ihre eigenen Interessen verfolgen. Sonst laufen Sie tatsächlich Gefahr, in ein Burnout zu geraten.

Johann Schweißgut und weitere Experten für Psychologie sind bereit, Ihnen zu helfen.
Kunde: hat geantwortet vor 9 Monaten.
Danke, für diese ehrlichen Worte.