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Johann Schweißgut
Johann Schweißgut, Diplom Psychologe
Kategorie: Psychologie
Zufriedene Kunden: 3003
Erfahrung:  Psychotherapeut
75300426
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Johann Schweißgut ist jetzt online.

Ich werde von meiner Familie ignoriert oder beleidigt weil

Diese Antwort wurde bewertet:

Ich werde von meiner Familie ignoriert oder beleidigt weil ich Transgender bin. Obwohl mir eigentlich bewusst sein sollte dass das was hier geschieht nicht richtig ist nehme ich mir vor den sie nicht mehr zu kontaktieren doch dann nach ein paar wochen mache ich es trotzdem wieder indem ich sie anschreibe oder anrufe um zu erleben dass sie entweder den hörer auflegen, mich blockieren oder einfach ignorieren. Ich habe so vieles versucht. Ich habe auch schon einen Brief geschrieben aber es blieb unbeantwortet. Ich weiss nicht was ich tun soll damit ich nicht immer wieder in diese situation verfalle sie zu kontaktieren. Es kommen dann oft gedanken wie, es ist doch deine mutter sie liebt dich doch sie kann es nicht so gemeint haben um dann aber die gleiche Reaktion festzustellen. Oder es kommen Gedanken wie wenn du es oft genug versuchst dann wird es sicher klappen. Oder ich denke ich muss ein gutes vorbild meinen kindern sein und nicht das gleiche ignorante verhalten an den tag legen. Aber im endeffekt verletze ich mich unbewusst selbst indem ich immer wieder die gleiche Reaktion von meiner familie bekomme. Ich habe mir bevor ich sie angeschrieben habe mir die punkte aufgeschrieben und mich selbst gefragt was ich da eigentlich tue. Und beantwortete mir das, dass ich vielleicht ein mangelndes selbstwertgefühl habe. Denn obwohl ich ja hier von meinen eigenen eltern und kindern die übrigens volljährig sind aber nicht bei mir aufgewachsen sind, verletzt werde bin ich mir es selbst nicht wert mich zu schützen da ich immer wieder hingehe und versuche den kontakt herzustellen. Es fielen auch schimpfwörter oder der satz ich wünschte du wärst tot. Der Grund ist dass ich mich entschieden habe ich selbst zu sein. Ich bin Transgender und meine familie ist sehr islamisch geprägt und ist jetzt nicht so gebildete dass sie das thema dahingehend verstehen und auch nicht bereit sind es verstehen zu wollen, da wohl die religiösen oder die Ansehen der sozialen gesellschaft in der sie sich befinden ihnen wichtiger erscheint als den kontakt zu mir. Was soll ich tun? Der gedanke ***** ***** kalt und herzlos mich zu verhalten ist für mich einfach nicht einfach. Es fällt mir sehr schwer mich so zu verhalten. ich kann es auch nicht nachvollziehen weil ich im gegensatz wenn es meine familie treffen würden egal ob jetzt transgender, ein schwerer schicksalsschlag oder etwas anderes meine familie immer über allem hingestellt hätte. Mir wären religiöse ansichten oder das gesellschaftliche ansehen egal denn meine familie wäre mir immer an erster stelle wichtig. Aber wir dachten schon immer verschieden. Das skurille an der sache ist dass ich in den momenten wo sie so bösartig und verletzend reagieren fest entschlossen bin nie wieder den Kontakt herzustellen. Doch ein paar wochen später sehe oder lese ich irgendetwas herzergreifendes und dann denke ich mir vielleicht haben sie es nicht so gemeint. Ich habe auch Bücher ihnen geschenkt weil ich dachte vielleicht verstehen sie mich wenn sich mit dem Thema näher befassen und bilden. Aber ich erfuhr dann dass die Bücher in den Müll geschmissen wurden und nun auch meine Post nicht mehr angenommen wird. was genau raten sie mir soll ich tun?

Sehr geehrte Kundin, sehr geehrter Kunde, vielen Dank, ***** ***** sich mit Ihrer Frage justanswer anvertrauen. Mein Name ist Johann Schweißgut

Guten Morgen,

ja, Sie sind in eine sehr einsame, schmerzliche Situation geraten. Das ist wirklich hart.

Darf ich noch etwas nachfragen?

Sie schreiben, dass Ihre Kinder nicht bei Ihnen aufgewachsen sind - wie alt sind die Kinder? Bei wem sind sie aufgewachsen? Und warum nicht bei Ihnen?

Kunde: hat geantwortet vor 1 Monat.
Meine Kinder sind bei der Mutter aufgewachsen. Ich bin damals als sie klein waren gegangen weil ich mit der Situation nicht mehr klar kam. Meine ex Frau war 20 Jahre alter und ich bin mit ihr zusammen als ich 16 war und meine eltern mich Rausschmissen weil ich zu weiblich mich verhielt. Sie verliebte sich in mich aber ich empfand nur freundschaftliche liebe. Als ich genug Geld gespart hatte bin ich abgehauen. Meine Kinder sind heute 19 und 23 Jahre. Ich sehe auch nicht mehr aus wie damals. Ich hatte mehrere gesichtsfeminisierende ops und Körper ops und da ich auch sehr schmal und klein bin und eine extrem feminine Stimme habe fallt es in der Gesellschaft nicht auf. So wie sie mich von den Bildern kannten ist fast alles ausgelöscht.
Kunde: hat geantwortet vor 1 Monat.
Ich übertreibe nicht wenn ich sage dass die Menschen von damals mich nicht erkennen und auch mich als menschen so nicht kennen. Während der Ehe habe ich meine Stimme tiefer gestellt und versucht das Verhalten eines Mannes nachzuspielen wie ich es aus filmen kannte. Beim liebe machen hab ich das Licht ausgemacht und mir vorgestellt es ist ein Mann. Ich habe mich geekelt und ich will ehrlich sein. Ich habe nie empfunden dass die Kinder zu mir gehören. Meine Kontaktaufnahme war dass ich heute jedoch denke dass ich mich falsch verhalten habe und es mir leid tut.ich war so jung damals und hatte die Lebenserfahrung nicht wie heute. Die Kinder haben gesagt. Sie wünschten ich sei tot. Ich sei eine armselig Kreatur und viele andere verletzende Dinge. Aber ich hab es abgetan als verständliche Wut und kann ihnen nicht böse sein.

Oh, da liegt eine lange Entwicklung hinter Ihren Problemen mit Ihrer Familie. Die Entfremdung hat wohl schon vor vielen Jahren angefangen und sich dann sicher noch gesteigert. Auch für Ihre Kinder sind Sie offenkundig ein fremder Mensch.

Eine islamisch geprägte Familie hält eigentlich immer eng zusammen. Aber diese Entwicklung hat dazu geführt, dass Sie in den Augen der anderen nicht mehr zur Familie gehören.

Darf ich ganz offen zu Ihnen sein?

Kunde: hat geantwortet vor 1 Monat.
Ja seien sie offen. Sagen sie es frei heraus. Ich will ja eine Lösung finden und nichts schön reden und die Dinge real sehen wie sie sind.
Kunde: hat geantwortet vor 1 Monat.
Ich verstehe mein ambivalentes Verhalten nicht. Einerseits bin ich fest entschlossen den Kontakt abzubrechen und mich nicht so behandeln zu lassen und dann gibt es diese Schwächen Momente wo meine Gedanken sagen ich kann doch nicht so hart und kalt sein und sie lieben und vermissen dich bestimmt. Um dann wieder zu erleben dass ich ignoriert blockiert oder beleidigt werde
Kunde: hat geantwortet vor 1 Monat.
Ich hab mir schon vorgenommen dass ich immer eine Nacht warte bis ich Briefe Absende oder anrufe weil es oft vorkommt dass nach einer Nacht die Vernunft sich bemerkbar macht und sagt nein du schreibst nichts so respektlos sie dich behandelt haben. Aber manchmal bin ich in so einer emotionalen wolke aus Trauer und weinen dass ich schreibe es direkt absende und dann wenn ich wieder runterkommen denke dass ich mich jetzt noch mehr erniedrigt habe weil ich einerseits meine Gefühle preisgebe und als Reaktion drauf rumgetreten wird

Sie haben für sich persönlich genau das Richtige getan. Sie haben Ihre wahre Identität gefunden, mit der es Ihnen offenkundig gut geht.

Leider sind Sie dadurch aber jetzt kein Mitglied Ihrer Familie mehr. Das zeigt sie Ihnen ganz offen und deutlich.

Ich fürchte, diese Entwicklung kann man nicht mehr zurück drehen. So wie Sie jetzt nicht mehr Mann sein können, sondern Frau sind, so kann der Bruch in der Familie nicht zurück genommen werden. Das lässt sich beides leider nicht mehr ändern.

Sie sollten das akzeptieren. Denn so wie Sie sich der Familie nicht mehr anpassen können (und wieder Mann werden), so kann die Familie sich nicht Ihnen anpassen und Sie wieder aufnehmen. Der Bruch ist also von beiden Seiten schon definitiv vollzogen. Sie sind für die Familie gewissermaßen auf den Mars umgesiedelt und wenn Sie zu ihnen zurück auf die Erde kommen sind sie ein Mars-Bewohner, ein Alien. Das alles ist jetzt Ihre neue Welt.

Sie haben das offenkundig noch nicht akzeptiert. Sie denken manchmal immer noch, es könnte (fast) wieder so werden wie früher. Aber da gibt es keine Chance. Auch das können Sie nicht akzeptieren.

Sie sollten versuchen, sich darauf einzustellen, dass Sie keine Familie mehr haben. Das ist der Preis, den Sie für Ihre richtige Identität bezahlen. Der Preis ist sehr hoch und tut sehr weh. Aber das ist der Preis.

Notfalls sollten Sie sich in eine Psychotherapie vor Ort begeben, die die Ihnen dabei hilft, sich darauf einzustellen. Es gibt in der Transgenderszene gute psychotherapleutische Angebote für solche Probleme.

Ich wünsche Ihnen alles Gute.

Johann Schweißgut und weitere Experten für Psychologie sind bereit, Ihnen zu helfen.
Kunde: hat geantwortet vor 1 Monat.
Ich muss sagen ich habe richtig aufgetreten als sie schrieben dass ich keine Familie mehr habe. Auch kamen mir die Tränen aber es war so als habe endlich jemand das ausgesprochen was ich hören wollte . Ich hab mich die ganze Zeit so schuldig gefühlt als müsse ich etwas in der Vergangenheit gut machen. Die letzten Sätze haben mir sehr geholfen. Dankeschön.
Kunde: hat geantwortet vor 1 Monat.
Aufgeatmet sollte das heissen

Alles Gute für Sie

Kunde: hat geantwortet vor 1 Monat.
Ich habe eine neue Frage gestellt und wollte diese gerne an Sie weitergeben und nicht mit jemand anderem. Ich hoffe die neue Frage wurde an Sie weitergeleitet

okay

Guten Tag,

warum haben Sie meine Arbeit hier nicht bezahlt?